Kategorie: Wissenswertes

Gute Balance: Wie sicher fühlt Ihr Euch auf dem Pferd?

Eine gute Balance für Reiter durch spielerische Übungen und mehr Koordination

Wusstet Ihr, dass die Gleichgewichtsreaktion eine der komplexesten Fähigkeiten unseres Körpers ist? Wenn es richtig zur Sache geht, sind nicht nur fast alle Muskeln des Körpers beteiligt sondern auch eine ganze Menge Hirnbezirke.

Daher ist es für Reiter wichtig, sich mit dem eigenen Gleichgewicht zu beschäftigen. Da Pferde manchmal blitzschnell in eine andere Richtung unterwegs sind als wir geplant haben, spielt Balance für Reiter eine wichtige Rolle.

Überhaupt hat das Gleichgewicht eine grundlegende Bedeutung in allen Bereichen des Sports. Es besteht eine enge Beziehung zwischen der Gleichgewichtsfähigkeit und der Leistungsfähigkeit.

Warum brauche ich eine gute Balance für Reiter?

Der Reiter hat ein mehr oder weniger gut ausgeprägtes Bewegungsgefühl für den eigenen Körper. Zudem hat er eine Vorstellung von der gemeinsamen Bewegung mit dem Pferd, die er geplant hat.

Beides muss man mit den Bewegungen des Pferdes zusammen bringen damit es eine harmonische gemeinsame Bewegung gibt. Jede Richtungsänderung und jeder Tempowechsel stellt eine Herausforderung für das Gleichgewicht von Pferd und Reiter dar.

Denn klaffen die Bewegungsvorstellung des Reiters und die des Pferdes auseinander müssen sich beide miteinander arrangieren. Wenn es zu einer Fluchtreaktion des Pferdes kommt entscheiden mitunter Bruchteile von Sekunden, ob der Reiter oben bleibt oder ob er das Pferd verliert.

Schauen wir also mal genauer hin.

Wir brauchen drei Fähigkeiten für eine gute Balance.

Zuerst muss das Gehirn auf den Reiz des Pferdes reagieren. Dazu braucht es Informationen aus dem Körper, die ihm die Pferdebewegung und den Zustand des eigenen Körpers vermitteln.

Aus diesen Informationen filtert das Gehirn die Wichtigen für die geplante Aktion heraus. Dazu muss es alle Infos verarbeiten. Damit plant es eine Aktion oder Reaktion.

Zuletzt schickt es „Befehle“ an den Körper damit die Muskeln reagieren können, wenn es sich für eine Aktion entschieden hat.

Faszinierend ist, dass das Ganze in Bruchteilen von Sekunden stattfindet.

Diese Reaktionen sind bei uns gut ausgereift, weil wir auf Überleben programmiert sind. Während der letzten Jahrtausende hat sich das menschlichen Gehirne dahingehend weit entwickelt.

Aber nur wenn man sich sicher fühlt kann man eine gute Balance entwickeln.

Dann kann man Kraft und Koordination steuern und die eigenen Bewegungen präzise an die des Pferdes anpassen.

Dagegen wird holprig, sobald man sich unsicher fühlt. Auf Grund des Überlebensmodus, den das Gehirn bestimmt, werden Muskeln angespannt, um den Körper zu schützen. Dabei bleibt die  Feinsteuerung auf der Strecke. Man fühlt sich verspannt und unsicher. Erfolg und Sicherheit auf dem Pferd bleiben aus.

Damit das Gehirn ein gutes Gleichgewicht schalten kann, nutzt es vor allem Informationen aus den Augen.

Weiterhin bekommt es Input aus dem Gleichgewichtsorgan und der Peripherie des Körpers. Deshalb ist es eine gute Idee, neben den Muskeln vor allem auch die Augenfunktionen zu trainieren. Das kann man mit bestimmten Bewegungen und Blickwendetechniken tun. Denn je besser das Gehirn die Information der Augen verarbeiten kann, desto präziser kann es die Anweisungen an den Körper steuern.

Eignen tun sich dafür Übungen aus dem BrainGym®, da sie genau das tun. Diese sogenannten Hirngymnastikübungen verbessern die Zusammenarbeit aller Sinnesorgane. Weiterhin trainieren sie die Entspannungsfähigkeit und erhöhen die Koordination aller Körperteile.

Beides hilft, eine gute Balance zu entwickeln.

BrainGym® ist ein wesentlicher Bestandteil meiner Kurse Einfach besser reiten mit Balance und Einfach besser reiten trotz Angst. Denn auch wenn man auf dem Pferd zu Ängsten neigt, ist es durch die verstärkte Anspannung schwierig, eine gute Balance für Reiter zu entwickeln.

Für mehr Informationen klickt auf die blauen Links.

Viel Spaß beim Üben wünsche ich Euch!

Corinna von ReitClever

PS: „Einfach besser reiten mit Balance“  ist auch als Onlinekurs in Arbeit.

Kennst Du die SMART-STRATEGIE FÜR REITER?

Die Smart-Strategie für Reiter
Mentales Training für Reiter

Die Smart-Strategie für Reiter ist eine Hilfestellung, gesteckte Ziele auch wirklich zu erreichen.

Das neue Jahr ist noch keine 14 Tage alt. Manch einer ist gut darin, das, was er sich zum Jahreswechsel vorgenommen hat, auch tatsächlich zu erreichen.

Manch anderer hat sein Ziel schnell aus den Augen verloren. Möglicherweise ärgert er sich dann, wenn ihm irgendwann aufstößt, dass er „es“ wieder nicht geschafft hat.

Was ist Dein Ziel für 2021?

Hast Du Dir etwas vorgenommen? Mit Deinem Pferd oder ist es ein Ziel für Dich?

So oder so kannst Du die Smart-Strategie für Reiter nutzen, um Dich tatsächlich darauf einzustellen, Dein Ziel in greifbare Nähe zu rücken.

Also, um was geht es?

SMART kommt aus dem Englischen und heißt übersetzt heißt elegant, pfiffig oder intelligent.

Als Abkürzung wird dieses Vorgehen häufig im Mentalen Training benutzt. Nämlich um die eigenen Ziele so zu definieren, dass es ein absoluter Anreiz wird, sie tatsächlich zu erreichen:

S steht für spezifisch

M steht für messbar

A für attraktiv

R ealistisch und

T für terminiert.

Damit hilfst Du Deinem Gehirn, wirklich zu verfolgen und zu erreichen, was Du Dir vorgenommen hast. Egal ob Du abnehmen möchtest, wieder flott ins Gelände reiten oder auf dem Turnier in die nächst höhere Leistungsklasse möchtest.

1) Du musst es WIRKLICH wollen– egal was Dein Umfeld dazu sagt:

für Dich muss es ATTRAKTIV sein. Absoluter Hammer, wenn Du Dir vorstellst. tatsächlich anzukommen!

Male Dir Dein Ziel in den buntesten Farbei in Deiner Vorstellung aus.

2) Mache Dein Vorhaben SPEZIFISCH:

Du willen statt 20 nur noch 2 Zigaretten am Tag rauchen?

Du möchtest die chice Reithose in Kleidergröße … tragen

oder Du möchtest  zum Zeitpunkt X, … Euro auf dem Konto haben?

Je genauer Deine Zielvorgaben sind, desto klarer ist der Weg dahin. Desto besser kannst Du Deine Zwischenetappen kontrollieren und sehen, wann Du Dein Ziel erreicht hast.

3) Dazu gehört auch, WANN Du am Ziel sein willst:

Es macht einen Unterschied, ob Du irgendwann Millionär sein willst, oder ob Du zum 31.12.2021 … Geld auf dem Konto haben möchtest.

Es ist auch in Deiner Vorstellung etwas völlig Anderes, ob Du mal bei Olympia mit reitest oder eine E- Parcours sauber bewältigst. Der Springparcours ist realistisch- eine Olympiateilnahme in den meisten Fällen eher nicht.

TERMINIERE Deine Vorstellung und mache sie so plastisch wie möglich.

4) MESSBAR:

WIEVIELE Euros möchtest Du ansparen? Wie viele Kilos möchtest Du verlieren?

Wann willst Du das Turnier reiten?

Damit machst Du es Dir leichter, konkrete Pläne zu erarbeiten. So kannst Du Teilziele abstecken und abschätzen, wie nahe Du Deiner Zielvorgabe schon gekommen bist.

5) Das Ziel sollte REALISTISCH sein, um es auch wirklich einhalten zu können.

Enttäuschungen sind vorprogrammiert, wenn Du in 2 Monaten 20 Kilo abnehmen oder mit einem braven Kaltblut-Mix einen Distanzritt gewinnen möchtest.

Dazu gehört für mich auch, dass DU Dein Ziel SELBST erreichen kannst.

Wenn Dein Partner möchte, dass Du aufhörst zu rauchen, könnte es für Dich schwierig werden, durchzuhalten. Weil es nicht Deine Motivation ist. Nur weil der Bereiter mit Deinem Pferd durch die Dressuraufgabe kommt, heißt das noch lange nicht, dass es Dich weiter bringt.

Wenn ich Lotto spiele, kann ich mit Glück innerhalb von einem Monat Millionär sein.

Ich kann aber auch mein ganzes Leben lang auf den ersehnten Gewinn warten.

Ziel führender fände ich die Frage, warum ich im Lotto gewinnen möchte.

Um endlich meinen Job zu kündigen und um die Welt zu reisen? Oder um 5 Pferde halten und reiten zu können, anstatt täglich den Offenstallauslauf abzuäppeln?

Wenn Du den Hintergrund Deines Wunsches nach Vermögen findest, dann frage Dich, ob Du dazu den richtigen Job hast.

Besser gefragt, was genau Dich dazu bewegt, den Job hinschmeißen zu wollen.

Dazu wäre eine Bestandsaufnahme und Analyse Deiner Vorstellung gut:
WAS möchtest Du? Oder was macht Dich zufrieden?

Könntest Du Deine Vorstellungen bei einem anderen Arbeitgeber oder in einem neuen Beruf  verwirklichen?

Oder möchtest Du mehr Freizeit und mehr Zeit für Dich und Dein Pferd haben? Das würde eine komplett andere Vorgehensweise erfordern.

Was auch immer Du willst: Es lohnt sich, Dein Ziel genau zu hinterfragen, auszuleuchten und dann schriftlich zu fixieren.

Mit Zeitangabe und Größenordnung. Beispielsweise mit der Smart Strategie für Reiter.

Male Dir Dein Vorhaben in den wunderschönsten Farben aus.

Rieche die Luft beim nächsten Ausritt oder den Schweiß Deines Pferdes nach einer anstrengenden Trainingseinheit.

Wie fühlt es sich wohl an, die momentan 2 Kleidergrößen zu kleine Reithose zu tragen, wenn Du … Kilos abgenommen hast?

Je spezifischer Du Deinen Wunsch in Deiner Vorstellung ausmalst, desto schneller willst Du ihn erreichen. Besser ausgedrückt, desto attraktiver wird es für Dich, Dein Ziel zu erreichen.

Manchmal ist es auch so, dass man auf dem Weg dahin feststellt, dass das gar nicht das war, was man sich vorgestellt hat.

Ist auch gut. Dann hat man das Vertrauen gewonnen, seine Gewohnheiten ändern zu können und die Sicherheit, dass auch Teilziele oder Richtungskorrekturen gut sein können.

Du hast Dich auf jeden Fall auf einen neuen Weg begeben und ETWAS GEMACHT –

Das ist deutlich befriedigender als mit einer Tüte Chips auf dem Sofa über die Ungerechtigkeit im Leben nachzudenken. Oder es bei Facebook rauszuhauen.

Also leg los! Und freu´ Dich auf das tolle Gefühl, wenn die Reithose passt. Oder Du auf dem Siegertreppchen stehst 😉

Du könntest auch mit dem Mentalcheck für Reiter beginnen: Das ist dann der Startschuss für Deine persönliche Challenge.

Viel Spaß bei Deinem nächsten Ritt!

Corinna von ReitClever

Kennst Du den Begriff Spiegelneurone? Spiegelneurone und Angst spielen bei Reitern eine wichtige Rolle

Je besser die Laune, desto schwerer haben es Spiegelneurone und Angst, das Reiten zu beeinflussen.
Spiegelneurone und Angst

„Ein Spiegelneuron (Plural: Spiegelneurone oder Spiegelneuronen) ist eine Nervenzelle, die im Gehirn von Primaten beim „Betrachten“ eines Vorgangs das gleiche Aktivitätsmuster zeigt wie bei dessen „eigener“ Ausführung. Auch Geräusche, die durch früheres Lernen mit einer bestimmten Handlung verknüpft werden, verursachen bei einem Spiegelneuron dasselbe Aktivitätsmuster wie eine entsprechende tatsächliche Handlung.

Seit ihrer erstmaligen Beschreibung im Jahr 1992wird diskutiert, ob Spiegelneuronen an Verhaltensmustern von Imitation oder möglicherweise sogar Mitgefühl (Empathie) bei Primaten beteiligt sind.“

Definition von Wikipedia

Ganz sicher sind Spiegelneurone im Spiel, wenn es um gute oder schlechte Laune, Angst oder Vorfreude geht.

Das kennt Ihr bestimmt: Vor einer Prüfung oder vor einem Turnierstart gibt es Leute, in deren Nähe ihr es kaum aushaltet. Sie machen euch noch nervöser, als ihr sowieso schon seid.

Andere dagegen wirken auf Euch in schwierigen Situationen wie ein Fels in der Brandung. Spiegelneurone und Angst heißt der Oberbegriff dazu.

Diplompsychologin Dr. Gaby Bussmann beschreibt sie in Ihrem Webinar „Angst im Pferdesport“ so: „Immer häufiger wird berichtet, dass man sich gegenseitig ansteckt. Man vermutet, dass Spiegelneuronen dabei von Bedeutung sind. Spiegelneurone sind besondere Nervenzellen im Gehirn, die während der Beobachtung einer anderen Person, die gleichen Aktivitätsmuster auslösen. Das Besondere an diesen Nervenzellen ist, dass sie schon Signale aussenden, wenn die Handlung lediglich beobachtet wird. Man spürt die Angst des Anderen in sich selbst. „

Kennst Du das?

Dass Du auf einmal keine Lust mehr hast, obwohl Du Dich tagelang auf einen schönen Ausritt gefreut hast? Dann könnte es daran liegen, dass Dein Unterbewusstsein Dein geplantes Vorhaben als gefährlich einstuft. Oder daran, dass ein Gruppenmitglied solche Angst vor eurem Vorhaben verspürt, dass seine Gefühle auf Dich überspringen. Gerade sehr empathische Menschen neigen dazu, die Emotionen anderen Menschen zu übernehmen.

Mache Dir das bewusst.

Gerade in Zeiten von Corona, in denen die einen sich ängstigen und die anderen die aktuellen Geschehnisse als Zeichen der Unterdrückung der Gesellschaft sehen, ist das wichtig. Halte Dich von den Menschen fern, bei denen Du Dich schlecht fühlst und deren Handlungen Dein flaues Gefühl im Bauch verstärken.

Denn es gibt Situationen, die Dir helfen, angstfrei zu reiten. Dagegen gibt es auch solche, die das Phänomen Spiegelneurone und Angst aktivieren.

Wenn Du also öfter zu einem unguten Gefühl mit und auf dem Pferd neigst, beschäftige Dich mal mit Deinem direkten Umfeld beim Pferd. Es gibt Personen und Pferde, die Dir eher Vertrauen vermitteln und welche, die Deine Angst verstärken.

Du bist Dein Boss. Du kannst Dir Dein Umfeld so gestalten, dass es Dir hilft. Und dass es Dir gut geht.

Mach was draus – es ist DEIN nächster Ritt!

Corinna von ReitClever

PS: Falls Du Dich etwas mehr mit Dir und Deinem flauen Gefühl beschäftigen möchtest: Es gibt den Kurs Einfach besser reiten als Onlinekurs und am 06.02.2021 als Präsenzkurs.

Klick auf den blauen Link, um mehr Informationen zu erhalten.

Außerdem gibt es am 20.12. und 24.12.2020 im Adventskalender für Reiter einen saftigen Rabatt auf einen Kurs Deiner Wahl! Egal, welchen Du Dir aussuchst.

Wusstet Ihr, dass es ein Trainermobil für Vereine gibt?

Besuch eines Trainers aus dem Trainermobil der FN
Gespräch vor Ort

In der letzten Ausgabe des FN Servicebriefes bin ich auf das Trainermobil für Vereine aufmerksam geworden.

Da Ausbilder und Trainer eine Schlüsselrolle für die Pferdebegeisterung von groß und klein spielen, wird ihnen eine große Bedeutung beigemessen.

Um sie zu unterstützen, fährt die FN in Vereine und Betriebe. Ziel ist es, sich auszutauschen und Tipps für die weitere Arbeit dort zu lassen.

Dass bei dem Besuch Ausbilder aus Nachbarvereinen dazu kommen ist ausgesprochen erwünscht. Denn die Trainermobil – Termine sind begrenzt und die Reichweite soll so groß wie möglich sein.

Nach vorheriger Anmeldung wird ein Termin vereinbart.

Da das Projekt von den Persönlichen Mitgliedern der FN und dem DOSB gesponsert wird, ist der Termin für die Vereine kostenlos. Allerdings ist diese Idee von der Dauer her auf ein Jahr begrenzt.

Wie läuft so ein Besuch ab?

Zuerst wird ein gemeinsamer Trainingsteil vorbereitet und absolviert.

Der Trainer vor Ort kann dabei ansagen, welche Schwerpunkte angeschaut werden sollen und wozu er Tipps haben möchte.

Dabei auftretende Fragen werden im Anschluss besprochen. Es gibt es Feedback für alle Beteiligten. Weiterhin werden Trainingstipps für die weitere Ausbildung gegeben. So gibt es neue Ideen für die Reitstunden.

Im zweiten Teil geht es um Fragen der Aus- und Fortbildung.

Die Palette der FN für Lehrangebote ist groß: es gibt digitale Angebote, Präsenzfortbildungen zu den unterschiedlichsten Themen in allen Bundesländern. Vor allem die Ausbildung vom Trainerassistenten bis hin zum Trainer A wird überall groß geschrieben.

Die Termine vor Ort werden sowohl von den teilnehmenden Vereinen als auch von den Besuchern der FN positiv bewertet. Durch das persönliche Gespräch profitieren beide Seiten vom Erfahrungsaustausch. Außerdem verbessert das Projekt die lokale Vernetzung und die Möglichkeit zur gegenseitigen Unterstützung.

Inwieweit das Team in der aktuellen Corona – Situation unterwegs ist, kann ich nicht sagen.

Aber die Termine sind kostenlos und werden nach der Bewerbung an die FN vergeben.

Wer Lust hat so einen Besuch für seinen Betrieb oder seinen Verein zu organisieren, kann sich unter elempa-roeller@fn-dokr.de bewerben. Da das Projekt auf ein Jahr begrenzt ist, solltet Ihr das vielleicht bald tun.

Nähere Informationen gibt es in diesem Artikel (zum Lesen auf den blauen Link klicken).

Solltet Ihr einen Termin bekommen, würde ich als Gast gerne dazu eingeladen werden ;-). Denn mich interessiert auch, wie so ein Besuch abläuft.

Bitte bleibt bis dahin gesund,

Corinna von ReitClever

Wisst Ihr dass Augen und Gleichgewicht zusammen gehören?

Augen und Gleichgewicht gehören funktionell zusammen
Wie steht es um Dein Gleichgewicht?

Dass man fehlende Balance über seine Augen kompensiert ist wahrscheinlich vielen Menschen bekannt.

Denn diese melden als Sinnesorgan ihre eingehenden Informationen an das Gehirn. Aus diesen Meldungen und anderen aus dem Körper über Lage im Raum, jeweilige Muskelspannung und einwirkende Kräfte baut das Gleichgewichtszentrum dann eine Reaktion. Die dann via Nervenimpulse an die ausführenden Muskeln gesendet wird.

Denn das Halten des Gleichgewichtes ist vorrangig eine Bewegungsreaktion, die den Kopf oben halten soll. Weil das Gehirn das wichtigste Organ ist, besteht immer oberste Priorität, den Kopf zu schützen.

Auch sorgt diese Reaktion automatisch dafür, dass die Augen horizontal eingestellt werden. Damit man sich weiterhin orientieren kann. Augen und Gleichgewicht sind also eine Funktionseinheit.

Wenn sich das Gehirn nicht auf die Rückmeldungen aus dem Körper verlassen kann, verlässt es sich auf die Informationsaufnahme der Augen. Über die bildhaften Informationen werden dann die notwendigen Körperreaktionen gesteuert.

Und? Wie steht es um Dein eigenes Gleichgewicht?

Das kannst Du ganz leicht testen, indem Du Dich ungefähr hüftbreit auf beide Beine stellst. Die Füße stehen parallel und die Fußspitzen zeigen nach vorne. Dann hebst Du ein Bein etwas nach vorne in die Luft und schaust, ob Du eine Minute so stehen bleiben kannst.

Klappt das? Dann lächelst Du jetzt wahrscheinlich 🙂

Aber dann mach denselben Test, indem Du die Augen schließt, wenn Du auf einem Bein Dein Gleichgewicht gefunden hast. Natürlich auch jeweils mit dem anderen Bein.

Und? Stehst Du immer noch so sicher?

Wahrscheinlich nicht… Dann hast Du eine Aufgabe für die nächste Zeit.

Denn man kann sich auf einem bewegten Pferd nur dann gut ausbalancieren, wenn man sich sicher in seinem eigenen Körper fühlt.

Nur wenn Du mit Dir selbst im Gleichgewicht bist, kannst Du auch die Bewegungen des Pferdes gut ausbalancieren. Augen und Gleichgewicht spielen also bei Reitern auch eine zentrale Rolle.

Deshalb empfehle ich meinen Reitschülern oft, beim Zähne putzen auf einem Bein zu stehen. Da das zwei ganz unterschiedliche Bewegungen sind, tut man etwas für die Koordination. Aber trainiert man auch das Gleichgewicht. Vor allem wenn man das mit geschlossenen Augen tut.

Vorletzte Woche war ich bei einer spannenden Onlinefortbildung.

Marc Noelke stellte sein „Neuro-Rider“ Trainingsprogramm vor. Es basiert vor allem auf der menschlichen Neurologie und Neuroanatomie.  Da beide Themen meine beruflichen Steckenpferde sind, war ich super gespannt.

Tatsächlich war es ein interessanter Abend. Für meine Begriffe war der theoretische Teil etwas lang. Auch für Reiter, die in der menschlichen Gehirnfunktion nicht so zuhause sind, etwas kompliziert gefasst.

Aber der praktische Teil, den Marc vorstellte, hatte es in sich. Es nutzte zwei Übungen für die Augen, die innerhalb kurzer Zeit sowohl die Beweglichkeit des Körpers als auch die Balance auf einem Bein zu stehen verbesserten. Faszinierend!

Als Erklärung gab er an, dass das Gehirn für ein gutes Gleichgewicht ein neuronales Navi benutzt.

Das sucht sich seine Informationen zu  65% aus visuellen, zu 20% aus vestibulären und zu 15% aus Daten, die aus dem Körper ans Gehirn gemeldet werden.

Das fand ich spannend.

Und es bestätigte meine Lehrmeinung, dass Augen und Gleichgewicht eng zusammen gehören. Beide Übungen mache ich jetzt regelmäßig.

Und ich werde sie ganz sicher in mein Programm „einfach balanciert reiten“ einbauen, was gerade entsteht. Dazu wird es im Frühjahr, wenn Corona sich wieder in ruhigeren Bahnen bewegt, auch einen Präsenzkurs „Mehr Balance für Reiter“ bei mir auf dem Hof geben.

Aber auf einem Bein stehen kannst Du schon so in verschiedenen Lebenslagen trainieren.

Je nach Situation wird es Dir leichter und schwerer fallen. Wie im wahren Leben und auf dem Pferd.

So trainierst Du Augen und Gleichgewicht ganz nebenbei.

Viel Spaß damit,

Corinna von ReitClever

#eigene Balance

#mehrBalance

#bessersitzen

#besserreiten

Heute schon geklopft? EFT und angstfrei reiten

Habt Ihr schon einmal von EFT und Reiten gehört?

Habt Ihr schon einmal etwas von EFT gehört? Ich auch erst vor kurzem.

Eine befreundete Reitlehrerin hat mich auf diese Spur gebracht. Sie arbeitet mit unterschiedlichen Methoden und Reitern. Auch mit welchen, die zu Angst auf dem Pferd neigen.

Eigentlich wollte ich wissen, ob sie noch mit Hypnose und Reitern arbeitet. Darauf antwortete sie, dass Sie bei Ängsten bessere Erfahrungen mit EFT und Reiten gesammelt hat.

Hm, da war ich erstmal neugierig. Von EFT hatte ich noch nie etwas gehört.

Die Recherche bei Wikipedia ergab, dass „Emotional Freedom Techniques (deutsch Techniken der Emotionalen Freiheit) die Bezeichnung eines therapeutischen Konzeptes aus dem Bereich der „energetischen Psychologie“ ist und eine Methode zur Linderung und Behandlung von Stress und psychischen Störungen durch Stimulation von Akupressurpunkten (Tsubos) darstellt. Die Wirksamkeit dieser alternativmedizinischen Methode der Klopfakupressur ist wissenschaftlich bislang nicht anerkannt.“

Da klingelte es:

Von energetischen Klopftechniken hatte ich im Rahmen meiner Kinesiologieausbildung schon gehört. Wir benutzen in diesem Rahmen Klopftechniken aus der Advanced Energy Psychology (AEP) nach Fred Gallo.

Ich erinnere mich noch, dass ich diesem Kurstitel wie Manchem, was mir in dieser Zeit über den Weg lief, Skepsis entgegen brachte. Denn als klassisch ausgebildete Physiotherapeutin mit schulmedizinischen Hintergrund erschienen mir energetische Ansätze ein bisschen wie Hokuspokus.

Allerdings muss ich zugeben, dass sich meine anfänglichen Vorbehalte legten. Denn spannende Dinge passierten während der Kurse. Zuallererst kam bei mir durch diese Techniken Einiges in Gang.

Vieles, was dabei im Körper passiert, ist tatsächlich auch neurophysiologisch erklärbar.

Also konnte ich das Ganze nach und nach annehmen. Darüber hinaus erzielte ich mit Patienten in der Physiotherapie Erfolge, die ich vorher mit klassischen Techniken nie erreicht habe.

Inzwischen liebe ich die Kinesiologie und auch die Möglichkeit, mit ihr hinter das Thema zu schauen, was zur aktuellen Problematik führt.

Also gebe ich auch Klopftechniken einen Raum.

Es gibt Programme im Köper, mit denen man sich und seine eigenen Ziele unbewusst sabotiert. Diese Programme sprechen gut auf die relativ simple Klopfakupressur an.

Gut daran ist, dass auch Unerfahrene nach einer konkreten Einführung bei sich selbst viel bewirken können. Indem sie dieses Klopfen an bestimmten Stellen ihres Körpers regelmäßig durchführen.

Und EFT scheint genauso zu funktionieren.

Auf der Seite „Angst- Reiter- Therapie. de“ finde ich: „EFT wurde aus der Akupunktur abgeleitet. Nach der chinesischen Medizin verfügt unser Körper nicht nur über Blut- und Nervenbahnen, sondern auch über Energiebahnen (Meridiane). Beim EFT zur Angstlösung werden 8 bestimmte Meridianpunkte beklopft, während man sich gleichzeitig auf das Problem fokussiert und dazu eine positive Selbstannahme formuliert. Diese Methode löst Störungen im Energiesystem und kann damit auch Ängste auflösen.“

Habt Ihr Erfahrungen mit EFT und Reiten?

Ich habe schon öfter von Reitern, die zu Ängsten neigen, gehört, dass Sie das Klopfen regelmäßig durchführen.

Leider wohnt die befreundete Reitlehrerin, die mich auf EFT gebracht hat, zu weit weg. Ich wollte sie zum Tag der Cleveren Reiter am 03.10.2020 (bei Interesse auf den blauen Link klicken) einladen.

An diesem Tag geht es in verschiedenen Facetten um angstfreies Reiten.

Deshalb überlege ich gerade, ob EFT und Reiten ein Thema dieses Tages sein könnte.

Wenn mir Jemand seine Erfahrungen dazu schreiben möchte, würde ich mich sehr freuen. Dann wird EFT und Reiten ein Thema des TDCR sein.

Nebenbei gesagt: Für den Tag der Cleveren Reiter 2020 gibt es im Shop bis zum 31.08.2020 noch den Frühbucherpreis von 95€.

Bis dahin ein paar schöne Sommertage,

Corinna von ReitClever

Erfolg mit 45+? Geht das in der Fitness?

Fit sein

#erfolgmit45+

Was haben der Erfolg mit 45+ und der tiefe Sitz auf dem Pferd miteinander zu tun?

Letzte Woche habe ich bei der FN ein Webinar besucht: Jessica von Bredow – Werndl, Benjamin Werndl und Fitnesscoach Marcel Andrä stellten Ihr Programm „Fit fürs Pferd“ vor.

Da das auch mein Thema ist, war ich natürlich gespannt.

Anfänglich gab es eine Einführung.

Die war gut. Mit Videos und Zeichnungen wurde erklärt, wie die Bewegung des Pferdes auf den Reiter einwirkt. Ferner wie und in welche Richtungen man muskulär ausgleichen muss.

Weiterhin zeigten sie Übungen, die zu der jeweiliger Sequenz passten. Dabei plauderten sie aus dem Nähkästchen. Ebenso warben sie für ihr Fitness – Programm „Dressur Fit“.

Zum ersten Mal wach wurde ich, als die Moderatorin der FN eine Frage aus dem nebenbei laufenden Chat aufgriff. Sie leitete die Frage mit „Wir sind hier alle unter 50, aber … ?

Stellte sie in Frage, dass man Erfolg mit 45+ haben kann?

Das kleine Wörtchen aber erzeugte in mir eine Resonanz.

Wahrscheinlich, weil ich diese Altersgrenze letztes Jahr überschritten habe. Weiterhin hatte ich vor kurzem eine Knie- Operation. Dadurch bekommt das Wort „fit“ eine neue Bedeutung.

ABER… Natürlich kann man mit über 50 etwas für sich tun. Erfolg mit 45+ ist kein Zufall. Sondern das Ergebnis der eigenen Bemühungen. Ob die einen genauso fit werden lassen wie Jessica von Bredow – Werndl lasse ich einmal dahingestellt. Denn sie reitet auf internationalem Niveau. Außerdem spielt sie in einer ganz anderen Liga als die meisten von uns.

Zuallererst hängt der eigene Zustand von der eigenen Motivation ab. Wenn man jung und ohne Familie ist, macht man meist mehr Sport. Dadurch ist man in einem anderen muskulären Zustand, als wenn man sich überwiegend um Haushalt, Job und Familie kümmert.

Dafür hat man meist in der zweiten Lebenshälfte eine größere Beharrlichkeit entwickelt.

Dadurch erreicht man Dinge, die einem am Herzen liegen. Das generiert Erfolg mit 45+.

Wenn man sich täglich motiviert, ein paar Minuten etwas für seine Baustellen zu tun. Dann kann man mit wenig Aufwand in kurzer Zeit fühlen, wie sich etwas zum Positiven verändert.

Seit meiner erneuten Knieverletzung vor Ostern turne ich wieder.

Jedes Mal wieder stelle ich fest, dass mir das Programm gut tut. Ich werde lockerer und elastischer. Außerdem tue etwas für mein Wohlbefinden. Wenn die Waage weniger anzeigt, Hosen locker sitzen und das Spiegelbild der optischen Idealvorstellung näher rückt, ist das ein schönes Gefühl. Darüber hinaus eines, was motiviert, weiter zu machen.

Inzwischen fehlt mir etwas, wenn ich nicht turne.

Wenn ich meinen Rumpf trainiere, wird die Bauch- und Rückenmuskulatur leistungsfähiger.

Beide brauche ich, wenn ich auf dem Pferd zu einem tiefen Sitz kommen möchte.

Auch Werndels erklärten in ihrem Webinar, dass man, um loslassen zu können, im Rumpf stabil sein muss. Sprich man braucht ein gutes Gleichgewicht. Zum Einen sollte man als Reiter im Oberkörper genug Spannung haben, um gerade und aufrecht zu sitzen. Zum Anderen müssen andere Stellen elastisch sein, um den Schwung des Pferdes auszugleichen.

Besser gesagt: in der Peripherie, sprich für weiche Hand und federndes Fußgelenk, kann ich nur los – lassen, wenn mein Oberkörper ausreichend Kraft und Koordination für das Gleichgewicht hat.

Also hilft Rumpftraining bei der Frage, wo man anspannen und wo man locker lassen muss. Nur über die Bauchmuskeln komme ich zu einem besseren Kontakt mit dem Pferd und dadurch zum treiben. Über flexible Hüftmuskeln komme ich zu einem langen Bein und tiefen Absatz. Vorausgesetzt, daß ich sie in der Bewegung los lassen kann.

Dazu braucht es wieder Sicherheit und Gleichgewicht.

Also ein immerwährender Kreislauf!

Mein Fazit des FN- Webinars „Fit fürs Pferd“:

Auch Hochleistungssportler kochen nur mit Wasser. Die Präsentation und Erklärung im Kurs war gut. Allerdings habe ich nichts Neues erfahren. Die Übungen für das Rumpftraining waren schön anzusehen und auf einem hohem Niveau.

Denn das Programm ist kein Hexenwerk. Sondern es basiert auf ganz normalen funktionellen und sportwissenschaftlichen Zusammenhängen. Außerdem bevorzugen die Werndls auch das Vorgehen, täglich ein paar Minuten zu üben und 2-3x/ Woche eine halbe Stunde ins Workout zu investieren. Insofern ist es sicherlich gut und Erfolg versprechend.

Wer lieber Lust hat, sich persönlich anleiten zu lassen:

Genau um die angesprochenen Themen geht es in meinem zweiteiligen Webinar „Alles locker oder was?“ am 16.05.2020 und 23.05.2020. Wir werden uns anfangs um die nötigen anatomischen und funktionellen Voraussetzungen kümmern. Dann testen wir alle notwendigen Funktionen, die für einen tiefen und elastischen Sitz notwendig sind.

Und dann gibt es die richtigen Übungen unter Videokontrolle.

Wir werden per Videokonferenz während der Kursdauer miteinander verbunden sein. Dabei könnt Ihr Fragen stellen und ich werde Euch praktisch anleiten und korrigieren.

Also alles Voraussetzungen, um Erfolg mit 45+ zu haben.

Es geht am 16.05.2030 vor allem um die eigene Fitness, die dann besseres Reiten ermöglicht. Am 23.05.2020 geht es dann um die innere Balance, die dann eine entspannte Losgelassenheit auf dem Pferd ermöglicht.

Falls Ihr Lust habt, dabei zu sein. klickt auf die Links mit den Daten oben.

Bis dahin vielleicht und liebe Grüße,

Corinna von ReitClever.

Wie steht es eigentlich um Deine eigene Balance?

Der losgelassene Sitz des Reiters
Wie steht es eigentlich um Deine Balance auf dem Pferd?

Locker im Sattel.

Koordiniert und elastisch- dabei immer im Gleichgewicht und Herr der Lage.

Das ist der Wunsch vieler Reiter.

Und wie sieht bei Dir und Deinem Pferd die Realität aus?

Zuerst sollten wir klären:

Was versteht man eigentlich unter Balance des Reiters?

„Aus – balancieren“ bedeutet ins Gleichgewicht bringen, im Zustand des Gleichgewichts halten. Man kann den stabilen Zustand einer ausgeglichenen Gewichtsverteilung in Ruhe und in Bewegung erreichen. Das wird vor allem über muskuläre Koordination gesteuert.

Soweit die theoretische Definition. Balance des Reiters ist ein ganz eigenes Thema.

In der Praxis macht uns das Pferd öfter einen Strich durch die Rechnung.

Weil es sich bewegt. Und manchmal ganz anders, als wir es in diesem Moment erwarten. Dann ist unsere Bewegungsschnelligkeit und die Qualität unserer sogenannten Gleichgewichtsreaktion gefragt.

Ist die schlechter als man sie braucht, muss man sich in den Extremitäten fest machen. Also mit den Händen an den Zügeln festhalten oder mit den Beinen klammern.

Das ist dann das genaue Gegenteil von einer weichen Hand und einem federnden Fußgelenk: der Absatz kommt hoch und die Arme ziehen an den Zügeln.

Im schlechtesten Fall verliert man sein Pferd und futsch ist die Balance des Reiters.

Unterbrechen kann man diesen Mechanismus an zwei Stellen:

Zuallererst muss man fühlen, dass das Gleichgewicht in Gefahr ist. Dann muss man sich schnell über den Schwerpunkt des Pferdes bringen und oben bleiben.

Gelingt das, kann man sein eigenes Festhalten spüren. Und das gezielt wieder los- lassen, wenn Ruhe eingekehrt ist.

Dabei ist unsere Wahrnehmung gefragt.

In meinen Augen ist das die wichtigste Fähigkeiten mit und auf dem Pferd.

Hat man die Situation gut geregelt, sollte man durchatmen und sich neu sortieren.

Helfen tun dabei ausreichend kräftige Rumpfmuskeln und gute Gleichgewichtsreaktionen. Beides kann man trainieren.

Wenn ich als Reiter im Gleichgewicht bin, kann ich mich darauf verlassen, dass die Bereiche aktiv sind, die ich gerade brauche.

Das sind im Schritt am langen Zügel ganz andere Muskeln als wenn ich im leichten Sitz über ein Feld galoppiere oder springe.

Als geübter Reiter kann man davon ausgehen, dass das Gehirn die richtigen Bewegungsmuster abruft. Denn das Bewegungsprogramm, was man braucht, ist abgespeichert. Anders gesagt: Nur wenn die entsprechenden Bewegungsmuster gelernt und gespeichert sind, ist ein ausbalancierter Sitz auf dem bewegten Pferd möglich.

Dann kann man sein Bewegungsverhalten bewusst nach der jeweiligen Anforderung verändern.

Idealerweise hat man dabei eine Vorstellung der Bewegung und der des Pferdes.

Denn nur, wenn man sich auf die geplante Bewegung einstellen kann, wird man zügel-unabhängig sitzen.

Weil dann das Gehirn im Vorfeld die Rumpfmuskeln aktiviert, die die richtige Anspannung ermöglichen. Nur dann können auch die Arme so locker bleiben, dass sie der Bewegung des Pferdemauls folgen.

Deshalb ist es immer gut, für die Balance des Reiters die Bauchmuskeln zu trainieren. Weiterhin alles, was die eigene Koordination und Wahrnehmung verbessert.

Allerdings ist nicht jeder Tag gleich.

Es gibt Tage, da fehlt es an innerer Ausgeglichenheit. Darunter leiden dann auch die körperliche Verfassung und der zügel- unabhängige Sitz.

Kennt Ihr das? Dass es Tage gibt, an denen es läuft wie geschmiert?

Und an anderen Tage bekommt man keine vernünftige Wendung geritten?

Neben den äußeren Faktoren liegt es dann oft an der fehlenden mentalen Losgelassenheit. Weil man aus dem letzten Loch pfeifend in den Stall gehetzt ist. Und dann wenig Zeit und noch eine ganze Menge Anderes im Kopf hat.

Also gehört auch eine gute Vorbereitung zu einer guten Balance des Reiters.

In Zeiten vom großen C habt ihr ja vielleicht Zeit, Euch auf Eure Reiteinheit vor- zu- bereiten. Mit ein paar Bauchmuskel- und Koordinationsübungen.

Viel Spaß dabei und einen allseits balancierten Ritt,

Corinna von ReitClever

PS: Da die Kurssaison auf dem Hof zur Zeit unterbrochen ist, bin ich gerade dabei einen Videokurs vorzubereiten. In einem Webinar wird es einen Kurs mit Theorie und Praxis geben. Ob das Ganze über Zoom oder ein anderes Portal stattfindet, kläre ich in den nächsten Tagen. Die Modalitäten gebe ich dann bekannt, wenn alles steht.

Aber Ihr könnt Euch schon mal auf das Thema freuen: Neben der Balance für Reiter geht es in „Alles locker oder was?“darum, wie man in drei Schritten zur Losgelassenheit auf dem Pferd findet. Der Kurs wird am 16.05.2020 und 23.05.2020 jeweils für 3 Stunden stattfinden.

Der goldene Herbst- Reiten in der zweiten Lebenshälfte

Feste Hüften sind kein Beinbruch. Mit entsprechenden Übungen kann man sie lockerer bekommen, um besser zu Reiten in der zweiten Dekade.
Reiten in der zweiten Lebenshälfte

#kursefuerreiter

#reiteninderzweitenlebenshaelfte

#MEHRwissenfuerreiter

#bessersitzen

Seitdem ich letztes Jahr eine neue Lebensdekade erreicht habe, gehe ich manchmal mit anderen Augen durch die Welt.

Zum Einen beobachte ich Gleichaltrige, ob die in Aussehen und Verhalten ihrem Alter entsprechen. Zum Anderen schaue ich auf Beweglichkeit und Bewegungsqualität. Sowohl was die geistige als auch die körperliche Flexibilität angeht. In beiden Fällen bekomme ich überraschende Ergebnisse in die eine und andere Richtung.

Auch im Internet geht der Tenor oft zu „Altes Pferd, na und?“

Wie viel Liebe von älteren Tieren ausgeht, wenn sie beachtet, gepflegt und gut behandelt werden. Ohne Frage absolut richtig. Auch meine drei Damen werden älter und haben das eine oder andere Problemchen.

Was ich im Netz aber absolut vermisse, sind Angebote für das Reiten in der zweiten Lebenshälfte.

Denn genau wie Pferde haben ältere Reiter viele Vorzüge. Auch wenn sie von den Jüngeren manchmal belächelt werden.

Häufig sind sie geduldiger. Denn sie haben mehr Zeit. Die Berufs- und Karriereplanung ist abgeschlossen. Die Kinder sind aus dem Haus oder zumindest selbständig. Sie haben ein stabiles Einkommen: das Rotieren um Familie, Job und Einkommen ist meist überstanden.

Und sie sind reflektiert genug, ihren Handlungsbedarf zu entdecken. Darüber hinaus sind sie bereit, an ihren körperlichen und mentalen Baustellen zu arbeiten.

Weil Sie es wollen.

Sie wollen beim Reiten in der zweiten Lebenshälfte das Glücksgefühl des feineren Reitens erleben. Wie viele Andere auch wollen sie dabei ihrem Pferd so wenig wie möglich zur Last fallen.

Also arbeiten sie an sich.

Regelmäßig.

Mitunter täglich.

Denn sie haben gelernt, dass man mit Beharrlichkeit zum Ziel kommt. Und das gefällt mir.

Wenn ich mich mit älteren Reitern unterhalte, fällt mir oft auf, dass sie genau wissen, wo ihr Handicap liegt.

Manche wollen nicht hinschauen. Manche wissen es und übergehen es.

Aber der Großteil meiner Gesprächspartner ist interessiert daran, neue Wege zu gehen.

Und mit mehr Wissen gezielt an ihren Baustellen zu arbeiten. Das ist das Positive am Reiten in der zweiten Lebenshälfte.

Mich freut dann, wenn ich höre, dass sie jeden Morgen nach dem Aufstehen turnen. Sich dehnen, weil die Hüften ziepen. Oder ihre Mentalübungen machen.

Denn Eines kommt im fortgeschrittenen Alter auf jeden Fall dazu:

Unser Kopfkino geht schneller an. Wir haben oft genug bedrohliche Situationen erlebt. Vielleicht sogar einen Unfall live gesehen. Und daraus können Ängste entsehen.

Auch weiß unser Gehirn dass wir nicht mehr so elastisch sind. Dass wir uns im Fall der Fälle eher verletzen können. Deshalb sind wir nicht mehr so risikobereit wie jüngere Reiter.

Aber mit Köpfchen und Erfahrung können wir das eine oder andere Problem umgehen.

Und wir können unsere bisherigen Erfahrungen gezielt einsetzen, um #besserreiten zu können. Und wir sind aufgeschlossener, eventuelle Ängste anzugehen.

Beispielsweise mit einer kinesiologischen Beratung. Oder einem speziellen Übungsprogramm für Reiten mit Hüftarthrose. (Wenn das für Sie ein Thema ist, klicken sie gerne auf den blauen Link). Wer es ganz genau wissen möchte kommt kurzentschlossen zu bewegliche Hüften und elastischer Sitz am 29.02.2020 nach Zossen.

Deshalb habe ich eine Bitte: Seid zu älteren Reitern genauso nett wie zu älteren Pferden.

Sie haben dasselbe Anliegen wie die Jüngeren: die gemeinsame Zeit mit dem Pferd fröhlich und stressfrei verbringen.

Dafür sind sie bereit, Zeit und Energie zu investieren.

Und sie haben es verdient, beachtet zu werden. Denn sie beachten ihre Pferde auch mit viel Gefühl und Empathie.

Amen.

Bis bald,

Corinna von ReitClever.

„Ja, ich will!“- Gedanken zum Thema Reiten mit Angst

# ReitenmitAngst #angstfreireiten #Voneinfachzuschwer #Kursefuerreiter

Tipps und Bewältigungsstrategien gibt es im Artikel Reiten mit Angst ist häufiger
Reiten mit Angst ist häufiger als man denkt

Gestern habe ich mich mit einer motivierten Reiterin unterhalten. Sie hat ein eigenes Pferd und ist fasziniert davon, dass es auf neuen Wegen auf einmal mit weniger Krafteinsatz klappt.

Nach einer Verletzung des Pferdes hat sie die Trainerin gewechselt, weil es danach nicht mehr so lief. Vorher waren sie dressurmäßig gut unterwegs. Aber immer mit viel Körpereinsatz, weil das das Pferd so triebig war.

Nun arbeiten sie vor allem im Leichttraben, um dem Pferd wieder Freude an der Bewegung zu vermitteln. Es soll mit weniger Druck zu freiwilligem Vorwärts gebracht werden.

Springen lässt sie lieber ihre Reitbeteiligung, weil sie dabei zu Reiten mit Angst neigt.

Während unseres Gespräches fiel der Satz „Ich bin eine ambitionierte Freizeitreiterin mit wenig Talent.“

Erst musste ich lachen. Dann verstand ich, was sie mir sagen wollte.

Sie steht für viele andere motivierte Reiter. Die viel dafür tun, um sich gut auf dem Pferd anzustellen. Sie nehmen Reitstunden. Sie lesen Bücher und tauschen sich mit Anderen aus. Außerdem hören sie genau zu, was der Trainer erklärt.

Aber sie verstehen oft nicht, wie sie die Anweisungen umsetzen sollen. Besser gesagt welchen eigenen Körperteil sie wie bewegen müssen, um z.B. richtig zu stellen und zu biegen.

Weil die Anweisungen häufig sehr gute Reiter geben, die intuitiv wissen, was sie tun müssen, um das Pferd locker zu machen. Aber sie können oft schwer vermitteln, was der Reiter wo in seinem Körper tun muss, um dasselbe zu erreichen.

Dazu braucht man ein gewisses Verständnis von der Biomechanik des Reiters.

Vielmehr eine Idee davon, wann man welchen Körperteil bewegen muss, um beispielsweise die Innenstellung des Pferdes korrekt vorzubereiten.

Das kann man lernen. Niemand muss ein Physiotherapeut sein, um gut zu unterrichten. Aber in Kursen für Reiter kann man sich entsprechendes Wissen über die Anatomie und Übungen für die richtige Anspannung und Entspannung aneignen. Am 29.02.2020 geht es bei uns auf dem Hof um anatomische Voraussetzungen und funktionelle Übungen für bewegliche Hüften und einen elastischen Sitz. Dabei kann man sich genau solche Anregungen holen (Bei Interesse einfach auf den Link klicken).

Damit kann man als Lehrer anders erklären und als Reiter Anweisungen besser umsetzen.

Genauso muss man auch beim Thema Reiten mit Angst
anders herangehen.

Das Thema findet Platz in der aktuellen Ausgabe der persönlichen Mitgliederzeitung der FN. Der Artikel trägt die Überschrift „Der Angst den Kampf ansagen“.

Was ich weniger gelungen finde, denn Angst und Kampf sind reflexartige Reaktionsmuster des Körpers, die von unserem Urzeitgehirn geschaltet werden. Sobald das Gefahr wittert kann man nicht mehr aktiv agieren. Sondern nur noch um sein Leben laufen.

Vielmehr ist es wichtig, sich einzugestehen, dass man in bestimmen Situationen Angst hat. Denn als Warn- und Schutzmechanismus kann sie sowohl zu vermehrter Leistung als auch zur Leistungshemmung führen. Sitzt man erstmal zitternd und schweißgebadet auf dem Pferd, kann man nicht mehr reagieren, sondern wird durch Angst gesteuert.

Erst hinterher kann man sich fragen, was genau zu diesem Ausbruch geführt hat. Oft hatte man vorher schon ein mulmiges Gefühl im Bauch. Oder man fühlte sich nicht als Herr seiner Sinne. Oder man hat in einer ähnlichen Situation schon etwas erlebt, was nun getriggert wird.

Angst entsteht häufig aus Überforderung.

Wenn man eben nicht genau weiß, was man auf dem Pferd machen soll. Beispielsweise wenn im Springunterricht zu schnell vorgegangen wird. Um ein Gefühl für die Bewegungsabläufe zu bekommen, sollte erst mit Stangen und Cavalettis geübt werden. Erst im dritten und vierten Schritt geht es um die Höhe der Sprünge.

Lina Otto von der Ausbildungsabteilung der FN erklärt in dem Artikel „Angst im Pferdesport“, dass ein Reitlehrer methodisch vorgehen sollte. D.h. er startet mit einfachen, leichten und bekannten Übungen zu schwereren und komplexen Anforderungen. Denn ein Trainer sollte vor allen Dingen Sicherheit vermitteln. Dazu gehört auch die Auswahl des Lehrpferdes. Ein erfahrenes Springpferd gibt mehr Vertrauen als ein Jungspund, der sich ab und zu mal überspringt.

Um Sicherheit vermitteln zu können, muss ein Reitlehrer Ängste frühzeitig erkennen.

Er sollte sie ernst nehmen und Empathie beweisen. Nur dann kann er in den Anforderungen zurückgehen und dem Reiter wieder Erfolgserlebnisse schaffen. Nichtsdestoweniger schaffen Zeit für Gespräche und Feedback Vertrauen . Darüberhinaus sind Zusatzangebote wie Bewegungstraining oder Schulung des richtigen Abrollens gut für das Sicherheitsgefühl.

So kann man Reiten mit Angst sowohl körperlich als auch im Kopf begegnen.

Nur wer sich eingesteht, Angst zu haben, kann sie bewältigen. Dazu sagt Dr. Gaby Bussmann, Sportpsychologin: „Man muss bei seinen Gefühlen ankommen, um sie verändern zu können. Mit dem Akzeptieren der Gefühle kommt Ruhe ins System. Damit können Emotionen effektiv verändert und reguliert werden.“

Gedankenkontrolle (Nur positive Gedanken sind erlaubt, der innere Zweifler wird stumm geschaltet) und der Hang zum Humor können einen Ausweg aus Reiten mit Angst bedeuten. „Die Erheiterung schiebt die Angst quasi weg. Es sind gegensätzliche Gefühle.“

Also erzählt Euch vor der nächsten Springstunde oder dem geplanten Galopp übers Stoppelfeld einen guten Witz und denkt im richtigen Moment daran.

Weiterhin findet sie, dass die Körperhaltung einen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit hat.

Wer aufrecht sitzt ist motivierter und leistungsbereiter.

Genauso wichtig sind Atem- und Entspannungsübungen.

Also ist das Komplettpaket für den Reiter auch sinnvoll für Reiten mit Angst.

„D.h. es ist wichtig, sich mit den Ängsten auseinanderzusetzen und ihnen nicht aus dem Weg zu gehen. Und auch Techniken muss man erst erlernen. Man muss ausprobieren und herausfinden, welche zu einem persönlich passen. Wie bei vielen Dingen gilt also auch bei der Angstbewältigung: Übung macht den Meister.“

Mit diesem Zitat aus dem Artikel „Angst im Pferdesport“, PM Forum 02/2020 ist denke ich alles gesagt.

Schaut genau hin und überlegt wo und mit wem Ihr ansetzen wollt.

Dann seid Ihr schon auf dem Weg, Reiten mit Angst in angstfrei reiten umzukehren.

Viel Spaß und Erfolg wünsche ich Euch!

Corinna von ReitClever.