Kategorie: Wissenswertes

Wusstet Ihr, dass es ein Trainermobil für Vereine gibt?

Besuch eines Trainers aus dem Trainermobil der FN
Gespräch vor Ort

In der letzten Ausgabe des FN Servicebriefes bin ich auf das Trainermobil für Vereine aufmerksam geworden.

Da Ausbilder und Trainer eine Schlüsselrolle für die Pferdebegeisterung von groß und klein spielen, wird ihnen eine große Bedeutung beigemessen.

Um sie zu unterstützen, fährt die FN in Vereine und Betriebe. Ziel ist es, sich auszutauschen und Tipps für die weitere Arbeit dort zu lassen.

Dass bei dem Besuch Ausbilder aus Nachbarvereinen dazu kommen ist ausgesprochen erwünscht. Denn die Trainermobil – Termine sind begrenzt und die Reichweite soll so groß wie möglich sein.

Nach vorheriger Anmeldung wird ein Termin vereinbart.

Da das Projekt von den Persönlichen Mitgliedern der FN und dem DOSB gesponsert wird, ist der Termin für die Vereine kostenlos. Allerdings ist diese Idee von der Dauer her auf ein Jahr begrenzt.

Wie läuft so ein Besuch ab?

Zuerst wird ein gemeinsamer Trainingsteil vorbereitet und absolviert.

Der Trainer vor Ort kann dabei ansagen, welche Schwerpunkte angeschaut werden sollen und wozu er Tipps haben möchte.

Dabei auftretende Fragen werden im Anschluss besprochen. Es gibt es Feedback für alle Beteiligten. Weiterhin werden Trainingstipps für die weitere Ausbildung gegeben. So gibt es neue Ideen für die Reitstunden.

Im zweiten Teil geht es um Fragen der Aus- und Fortbildung.

Die Palette der FN für Lehrangebote ist groß: es gibt digitale Angebote, Präsenzfortbildungen zu den unterschiedlichsten Themen in allen Bundesländern. Vor allem die Ausbildung vom Trainerassistenten bis hin zum Trainer A wird überall groß geschrieben.

Die Termine vor Ort werden sowohl von den teilnehmenden Vereinen als auch von den Besuchern der FN positiv bewertet. Durch das persönliche Gespräch profitieren beide Seiten vom Erfahrungsaustausch. Außerdem verbessert das Projekt die lokale Vernetzung und die Möglichkeit zur gegenseitigen Unterstützung.

Inwieweit das Team in der aktuellen Corona – Situation unterwegs ist, kann ich nicht sagen.

Aber die Termine sind kostenlos und werden nach der Bewerbung an die FN vergeben.

Wer Lust hat so einen Besuch für seinen Betrieb oder seinen Verein zu organisieren, kann sich unter elempa-roeller@fn-dokr.de bewerben. Da das Projekt auf ein Jahr begrenzt ist, solltet Ihr das vielleicht bald tun.

Nähere Informationen gibt es in diesem Artikel (zum Lesen auf den blauen Link klicken).

Solltet Ihr einen Termin bekommen, würde ich als Gast gerne dazu eingeladen werden ;-). Denn mich interessiert auch, wie so ein Besuch abläuft.

Bitte bleibt bis dahin gesund,

Corinna von ReitClever

Wisst Ihr dass Augen und Gleichgewicht zusammen gehören?

Augen und Gleichgewicht gehören funktionell zusammen
Wie steht es um Dein Gleichgewicht?

Dass man fehlende Balance über seine Augen kompensiert ist wahrscheinlich vielen Menschen bekannt.

Denn diese melden als Sinnesorgan ihre eingehenden Informationen an das Gehirn. Aus diesen Meldungen und anderen aus dem Körper über Lage im Raum, jeweilige Muskelspannung und einwirkende Kräfte baut das Gleichgewichtszentrum dann eine Reaktion. Die dann via Nervenimpulse an die ausführenden Muskeln gesendet wird.

Denn das Halten des Gleichgewichtes ist vorrangig eine Bewegungsreaktion, die den Kopf oben halten soll. Weil das Gehirn das wichtigste Organ ist, besteht immer oberste Priorität, den Kopf zu schützen.

Auch sorgt diese Reaktion automatisch dafür, dass die Augen horizontal eingestellt werden. Damit man sich weiterhin orientieren kann. Augen und Gleichgewicht sind also eine Funktionseinheit.

Wenn sich das Gehirn nicht auf die Rückmeldungen aus dem Körper verlassen kann, verlässt es sich auf die Informationsaufnahme der Augen. Über die bildhaften Informationen werden dann die notwendigen Körperreaktionen gesteuert.

Und? Wie steht es um Dein eigenes Gleichgewicht?

Das kannst Du ganz leicht testen, indem Du Dich ungefähr hüftbreit auf beide Beine stellst. Die Füße stehen parallel und die Fußspitzen zeigen nach vorne. Dann hebst Du ein Bein etwas nach vorne in die Luft und schaust, ob Du eine Minute so stehen bleiben kannst.

Klappt das? Dann lächelst Du jetzt wahrscheinlich 🙂

Aber dann mach denselben Test, indem Du die Augen schließt, wenn Du auf einem Bein Dein Gleichgewicht gefunden hast. Natürlich auch jeweils mit dem anderen Bein.

Und? Stehst Du immer noch so sicher?

Wahrscheinlich nicht… Dann hast Du eine Aufgabe für die nächste Zeit.

Denn man kann sich auf einem bewegten Pferd nur dann gut ausbalancieren, wenn man sich sicher in seinem eigenen Körper fühlt.

Nur wenn Du mit Dir selbst im Gleichgewicht bist, kannst Du auch die Bewegungen des Pferdes gut ausbalancieren. Augen und Gleichgewicht spielen also bei Reitern auch eine zentrale Rolle.

Deshalb empfehle ich meinen Reitschülern oft, beim Zähne putzen auf einem Bein zu stehen. Da das zwei ganz unterschiedliche Bewegungen sind, tut man etwas für die Koordination. Aber trainiert man auch das Gleichgewicht. Vor allem wenn man das mit geschlossenen Augen tut.

Vorletzte Woche war ich bei einer spannenden Onlinefortbildung.

Marc Noelke stellte sein „Neuro-Rider“ Trainingsprogramm vor. Es basiert vor allem auf der menschlichen Neurologie und Neuroanatomie.  Da beide Themen meine beruflichen Steckenpferde sind, war ich super gespannt.

Tatsächlich war es ein interessanter Abend. Für meine Begriffe war der theoretische Teil etwas lang. Auch für Reiter, die in der menschlichen Gehirnfunktion nicht so zuhause sind, etwas kompliziert gefasst.

Aber der praktische Teil, den Marc vorstellte, hatte es in sich. Es nutzte zwei Übungen für die Augen, die innerhalb kurzer Zeit sowohl die Beweglichkeit des Körpers als auch die Balance auf einem Bein zu stehen verbesserten. Faszinierend!

Als Erklärung gab er an, dass das Gehirn für ein gutes Gleichgewicht ein neuronales Navi benutzt.

Das sucht sich seine Informationen zu  65% aus visuellen, zu 20% aus vestibulären und zu 15% aus Daten, die aus dem Körper ans Gehirn gemeldet werden.

Das fand ich spannend.

Und es bestätigte meine Lehrmeinung, dass Augen und Gleichgewicht eng zusammen gehören. Beide Übungen mache ich jetzt regelmäßig.

Und ich werde sie ganz sicher in mein Programm „einfach balanciert reiten“ einbauen, was gerade entsteht. Dazu wird es im Frühjahr, wenn Corona sich wieder in ruhigeren Bahnen bewegt, auch einen Präsenzkurs „Mehr Balance für Reiter“ bei mir auf dem Hof geben.

Aber auf einem Bein stehen kannst Du schon so in verschiedenen Lebenslagen trainieren.

Je nach Situation wird es Dir leichter und schwerer fallen. Wie im wahren Leben und auf dem Pferd.

So trainierst Du Augen und Gleichgewicht ganz nebenbei.

Viel Spaß damit,

Corinna von ReitClever

#eigene Balance

#mehrBalance

#bessersitzen

#besserreiten

Heute schon geklopft? EFT und angstfrei reiten

Habt Ihr schon einmal von EFT und Reiten gehört?

Habt Ihr schon einmal etwas von EFT gehört? Ich auch erst vor kurzem.

Eine befreundete Reitlehrerin hat mich auf diese Spur gebracht. Sie arbeitet mit unterschiedlichen Methoden und Reitern. Auch mit welchen, die zu Angst auf dem Pferd neigen.

Eigentlich wollte ich wissen, ob sie noch mit Hypnose und Reitern arbeitet. Darauf antwortete sie, dass Sie bei Ängsten bessere Erfahrungen mit EFT und Reiten gesammelt hat.

Hm, da war ich erstmal neugierig. Von EFT hatte ich noch nie etwas gehört.

Die Recherche bei Wikipedia ergab, dass „Emotional Freedom Techniques (deutsch Techniken der Emotionalen Freiheit) die Bezeichnung eines therapeutischen Konzeptes aus dem Bereich der „energetischen Psychologie“ ist und eine Methode zur Linderung und Behandlung von Stress und psychischen Störungen durch Stimulation von Akupressurpunkten (Tsubos) darstellt. Die Wirksamkeit dieser alternativmedizinischen Methode der Klopfakupressur ist wissenschaftlich bislang nicht anerkannt.“

Da klingelte es:

Von energetischen Klopftechniken hatte ich im Rahmen meiner Kinesiologieausbildung schon gehört. Wir benutzen in diesem Rahmen Klopftechniken aus der Advanced Energy Psychology (AEP) nach Fred Gallo.

Ich erinnere mich noch, dass ich diesem Kurstitel wie Manchem, was mir in dieser Zeit über den Weg lief, Skepsis entgegen brachte. Denn als klassisch ausgebildete Physiotherapeutin mit schulmedizinischen Hintergrund erschienen mir energetische Ansätze ein bisschen wie Hokuspokus.

Allerdings muss ich zugeben, dass sich meine anfänglichen Vorbehalte legten. Denn spannende Dinge passierten während der Kurse. Zuallererst kam bei mir durch diese Techniken Einiges in Gang.

Vieles, was dabei im Körper passiert, ist tatsächlich auch neurophysiologisch erklärbar.

Also konnte ich das Ganze nach und nach annehmen. Darüber hinaus erzielte ich mit Patienten in der Physiotherapie Erfolge, die ich vorher mit klassischen Techniken nie erreicht habe.

Inzwischen liebe ich die Kinesiologie und auch die Möglichkeit, mit ihr hinter das Thema zu schauen, was zur aktuellen Problematik führt.

Also gebe ich auch Klopftechniken einen Raum.

Es gibt Programme im Köper, mit denen man sich und seine eigenen Ziele unbewusst sabotiert. Diese Programme sprechen gut auf die relativ simple Klopfakupressur an.

Gut daran ist, dass auch Unerfahrene nach einer konkreten Einführung bei sich selbst viel bewirken können. Indem sie dieses Klopfen an bestimmten Stellen ihres Körpers regelmäßig durchführen.

Und EFT scheint genauso zu funktionieren.

Auf der Seite „Angst- Reiter- Therapie. de“ finde ich: „EFT wurde aus der Akupunktur abgeleitet. Nach der chinesischen Medizin verfügt unser Körper nicht nur über Blut- und Nervenbahnen, sondern auch über Energiebahnen (Meridiane). Beim EFT zur Angstlösung werden 8 bestimmte Meridianpunkte beklopft, während man sich gleichzeitig auf das Problem fokussiert und dazu eine positive Selbstannahme formuliert. Diese Methode löst Störungen im Energiesystem und kann damit auch Ängste auflösen.“

Habt Ihr Erfahrungen mit EFT und Reiten?

Ich habe schon öfter von Reitern, die zu Ängsten neigen, gehört, dass Sie das Klopfen regelmäßig durchführen.

Leider wohnt die befreundete Reitlehrerin, die mich auf EFT gebracht hat, zu weit weg. Ich wollte sie zum Tag der Cleveren Reiter am 03.10.2020 (bei Interesse auf den blauen Link klicken) einladen.

An diesem Tag geht es in verschiedenen Facetten um angstfreies Reiten.

Deshalb überlege ich gerade, ob EFT und Reiten ein Thema dieses Tages sein könnte.

Wenn mir Jemand seine Erfahrungen dazu schreiben möchte, würde ich mich sehr freuen. Dann wird EFT und Reiten ein Thema des TDCR sein.

Nebenbei gesagt: Für den Tag der Cleveren Reiter 2020 gibt es im Shop bis zum 31.08.2020 noch den Frühbucherpreis von 95€.

Bis dahin ein paar schöne Sommertage,

Corinna von ReitClever

Erfolg mit 45+? Geht das in der Fitness?

Fit sein

#erfolgmit45+

Was haben der Erfolg mit 45+ und der tiefe Sitz auf dem Pferd miteinander zu tun?

Letzte Woche habe ich bei der FN ein Webinar besucht: Jessica von Bredow – Werndl, Benjamin Werndl und Fitnesscoach Marcel Andrä stellten Ihr Programm „Fit fürs Pferd“ vor.

Da das auch mein Thema ist, war ich natürlich gespannt.

Anfänglich gab es eine Einführung.

Die war gut. Mit Videos und Zeichnungen wurde erklärt, wie die Bewegung des Pferdes auf den Reiter einwirkt. Ferner wie und in welche Richtungen man muskulär ausgleichen muss.

Weiterhin zeigten sie Übungen, die zu der jeweiliger Sequenz passten. Dabei plauderten sie aus dem Nähkästchen. Ebenso warben sie für ihr Fitness – Programm „Dressur Fit“.

Zum ersten Mal wach wurde ich, als die Moderatorin der FN eine Frage aus dem nebenbei laufenden Chat aufgriff. Sie leitete die Frage mit „Wir sind hier alle unter 50, aber … ?

Stellte sie in Frage, dass man Erfolg mit 45+ haben kann?

Das kleine Wörtchen aber erzeugte in mir eine Resonanz.

Wahrscheinlich, weil ich diese Altersgrenze letztes Jahr überschritten habe. Weiterhin hatte ich vor kurzem eine Knie- Operation. Dadurch bekommt das Wort „fit“ eine neue Bedeutung.

ABER… Natürlich kann man mit über 50 etwas für sich tun. Erfolg mit 45+ ist kein Zufall. Sondern das Ergebnis der eigenen Bemühungen. Ob die einen genauso fit werden lassen wie Jessica von Bredow – Werndl lasse ich einmal dahingestellt. Denn sie reitet auf internationalem Niveau. Außerdem spielt sie in einer ganz anderen Liga als die meisten von uns.

Zuallererst hängt der eigene Zustand von der eigenen Motivation ab. Wenn man jung und ohne Familie ist, macht man meist mehr Sport. Dadurch ist man in einem anderen muskulären Zustand, als wenn man sich überwiegend um Haushalt, Job und Familie kümmert.

Dafür hat man meist in der zweiten Lebenshälfte eine größere Beharrlichkeit entwickelt.

Dadurch erreicht man Dinge, die einem am Herzen liegen. Das generiert Erfolg mit 45+.

Wenn man sich täglich motiviert, ein paar Minuten etwas für seine Baustellen zu tun. Dann kann man mit wenig Aufwand in kurzer Zeit fühlen, wie sich etwas zum Positiven verändert.

Seit meiner erneuten Knieverletzung vor Ostern turne ich wieder.

Jedes Mal wieder stelle ich fest, dass mir das Programm gut tut. Ich werde lockerer und elastischer. Außerdem tue etwas für mein Wohlbefinden. Wenn die Waage weniger anzeigt, Hosen locker sitzen und das Spiegelbild der optischen Idealvorstellung näher rückt, ist das ein schönes Gefühl. Darüber hinaus eines, was motiviert, weiter zu machen.

Inzwischen fehlt mir etwas, wenn ich nicht turne.

Wenn ich meinen Rumpf trainiere, wird die Bauch- und Rückenmuskulatur leistungsfähiger.

Beide brauche ich, wenn ich auf dem Pferd zu einem tiefen Sitz kommen möchte.

Auch Werndels erklärten in ihrem Webinar, dass man, um loslassen zu können, im Rumpf stabil sein muss. Sprich man braucht ein gutes Gleichgewicht. Zum Einen sollte man als Reiter im Oberkörper genug Spannung haben, um gerade und aufrecht zu sitzen. Zum Anderen müssen andere Stellen elastisch sein, um den Schwung des Pferdes auszugleichen.

Besser gesagt: in der Peripherie, sprich für weiche Hand und federndes Fußgelenk, kann ich nur los – lassen, wenn mein Oberkörper ausreichend Kraft und Koordination für das Gleichgewicht hat.

Also hilft Rumpftraining bei der Frage, wo man anspannen und wo man locker lassen muss. Nur über die Bauchmuskeln komme ich zu einem besseren Kontakt mit dem Pferd und dadurch zum treiben. Über flexible Hüftmuskeln komme ich zu einem langen Bein und tiefen Absatz. Vorausgesetzt, daß ich sie in der Bewegung los lassen kann.

Dazu braucht es wieder Sicherheit und Gleichgewicht.

Also ein immerwährender Kreislauf!

Mein Fazit des FN- Webinars „Fit fürs Pferd“:

Auch Hochleistungssportler kochen nur mit Wasser. Die Präsentation und Erklärung im Kurs war gut. Allerdings habe ich nichts Neues erfahren. Die Übungen für das Rumpftraining waren schön anzusehen und auf einem hohem Niveau.

Denn das Programm ist kein Hexenwerk. Sondern es basiert auf ganz normalen funktionellen und sportwissenschaftlichen Zusammenhängen. Außerdem bevorzugen die Werndls auch das Vorgehen, täglich ein paar Minuten zu üben und 2-3x/ Woche eine halbe Stunde ins Workout zu investieren. Insofern ist es sicherlich gut und Erfolg versprechend.

Wer lieber Lust hat, sich persönlich anleiten zu lassen:

Genau um die angesprochenen Themen geht es in meinem zweiteiligen Webinar „Alles locker oder was?“ am 16.05.2020 und 23.05.2020. Wir werden uns anfangs um die nötigen anatomischen und funktionellen Voraussetzungen kümmern. Dann testen wir alle notwendigen Funktionen, die für einen tiefen und elastischen Sitz notwendig sind.

Und dann gibt es die richtigen Übungen unter Videokontrolle.

Wir werden per Videokonferenz während der Kursdauer miteinander verbunden sein. Dabei könnt Ihr Fragen stellen und ich werde Euch praktisch anleiten und korrigieren.

Also alles Voraussetzungen, um Erfolg mit 45+ zu haben.

Es geht am 16.05.2030 vor allem um die eigene Fitness, die dann besseres Reiten ermöglicht. Am 23.05.2020 geht es dann um die innere Balance, die dann eine entspannte Losgelassenheit auf dem Pferd ermöglicht.

Falls Ihr Lust habt, dabei zu sein. klickt auf die Links mit den Daten oben.

Bis dahin vielleicht und liebe Grüße,

Corinna von ReitClever.

Wie steht es eigentlich um Deine eigene Balance?

Der losgelassene Sitz des Reiters
Wie steht es eigentlich um Deine Balance auf dem Pferd?

Locker im Sattel.

Koordiniert und elastisch- dabei immer im Gleichgewicht und Herr der Lage.

Das ist der Wunsch vieler Reiter.

Und wie sieht bei Dir und Deinem Pferd die Realität aus?

Zuerst sollten wir klären:

Was versteht man eigentlich unter Balance des Reiters?

„Aus – balancieren“ bedeutet ins Gleichgewicht bringen, im Zustand des Gleichgewichts halten. Man kann den stabilen Zustand einer ausgeglichenen Gewichtsverteilung in Ruhe und in Bewegung erreichen. Das wird vor allem über muskuläre Koordination gesteuert.

Soweit die theoretische Definition. Balance des Reiters ist ein ganz eigenes Thema.

In der Praxis macht uns das Pferd öfter einen Strich durch die Rechnung.

Weil es sich bewegt. Und manchmal ganz anders, als wir es in diesem Moment erwarten. Dann ist unsere Bewegungsschnelligkeit und die Qualität unserer sogenannten Gleichgewichtsreaktion gefragt.

Ist die schlechter als man sie braucht, muss man sich in den Extremitäten fest machen. Also mit den Händen an den Zügeln festhalten oder mit den Beinen klammern.

Das ist dann das genaue Gegenteil von einer weichen Hand und einem federnden Fußgelenk: der Absatz kommt hoch und die Arme ziehen an den Zügeln.

Im schlechtesten Fall verliert man sein Pferd und futsch ist die Balance des Reiters.

Unterbrechen kann man diesen Mechanismus an zwei Stellen:

Zuallererst muss man fühlen, dass das Gleichgewicht in Gefahr ist. Dann muss man sich schnell über den Schwerpunkt des Pferdes bringen und oben bleiben.

Gelingt das, kann man sein eigenes Festhalten spüren. Und das gezielt wieder los- lassen, wenn Ruhe eingekehrt ist.

Dabei ist unsere Wahrnehmung gefragt.

In meinen Augen ist das die wichtigste Fähigkeiten mit und auf dem Pferd.

Hat man die Situation gut geregelt, sollte man durchatmen und sich neu sortieren.

Helfen tun dabei ausreichend kräftige Rumpfmuskeln und gute Gleichgewichtsreaktionen. Beides kann man trainieren.

Wenn ich als Reiter im Gleichgewicht bin, kann ich mich darauf verlassen, dass die Bereiche aktiv sind, die ich gerade brauche.

Das sind im Schritt am langen Zügel ganz andere Muskeln als wenn ich im leichten Sitz über ein Feld galoppiere oder springe.

Als geübter Reiter kann man davon ausgehen, dass das Gehirn die richtigen Bewegungsmuster abruft. Denn das Bewegungsprogramm, was man braucht, ist abgespeichert. Anders gesagt: Nur wenn die entsprechenden Bewegungsmuster gelernt und gespeichert sind, ist ein ausbalancierter Sitz auf dem bewegten Pferd möglich.

Dann kann man sein Bewegungsverhalten bewusst nach der jeweiligen Anforderung verändern.

Idealerweise hat man dabei eine Vorstellung der Bewegung und der des Pferdes.

Denn nur, wenn man sich auf die geplante Bewegung einstellen kann, wird man zügel-unabhängig sitzen.

Weil dann das Gehirn im Vorfeld die Rumpfmuskeln aktiviert, die die richtige Anspannung ermöglichen. Nur dann können auch die Arme so locker bleiben, dass sie der Bewegung des Pferdemauls folgen.

Deshalb ist es immer gut, für die Balance des Reiters die Bauchmuskeln zu trainieren. Weiterhin alles, was die eigene Koordination und Wahrnehmung verbessert.

Allerdings ist nicht jeder Tag gleich.

Es gibt Tage, da fehlt es an innerer Ausgeglichenheit. Darunter leiden dann auch die körperliche Verfassung und der zügel- unabhängige Sitz.

Kennt Ihr das? Dass es Tage gibt, an denen es läuft wie geschmiert?

Und an anderen Tage bekommt man keine vernünftige Wendung geritten?

Neben den äußeren Faktoren liegt es dann oft an der fehlenden mentalen Losgelassenheit. Weil man aus dem letzten Loch pfeifend in den Stall gehetzt ist. Und dann wenig Zeit und noch eine ganze Menge Anderes im Kopf hat.

Also gehört auch eine gute Vorbereitung zu einer guten Balance des Reiters.

In Zeiten vom großen C habt ihr ja vielleicht Zeit, Euch auf Eure Reiteinheit vor- zu- bereiten. Mit ein paar Bauchmuskel- und Koordinationsübungen.

Viel Spaß dabei und einen allseits balancierten Ritt,

Corinna von ReitClever

PS: Da die Kurssaison auf dem Hof zur Zeit unterbrochen ist, bin ich gerade dabei einen Videokurs vorzubereiten. In einem Webinar wird es einen Kurs mit Theorie und Praxis geben. Ob das Ganze über Zoom oder ein anderes Portal stattfindet, kläre ich in den nächsten Tagen. Die Modalitäten gebe ich dann bekannt, wenn alles steht.

Aber Ihr könnt Euch schon mal auf das Thema freuen: Neben der Balance für Reiter geht es in „Alles locker oder was?“darum, wie man in drei Schritten zur Losgelassenheit auf dem Pferd findet. Der Kurs wird am 16.05.2020 und 23.05.2020 jeweils für 3 Stunden stattfinden.

Der goldene Herbst- Reiten in der zweiten Lebenshälfte

Feste Hüften sind kein Beinbruch. Mit entsprechenden Übungen kann man sie lockerer bekommen, um besser zu Reiten in der zweiten Dekade.
Reiten in der zweiten Lebenshälfte

#kursefuerreiter

#reiteninderzweitenlebenshaelfte

#MEHRwissenfuerreiter

#bessersitzen

Seitdem ich letztes Jahr eine neue Lebensdekade erreicht habe, gehe ich manchmal mit anderen Augen durch die Welt.

Zum Einen beobachte ich Gleichaltrige, ob die in Aussehen und Verhalten ihrem Alter entsprechen. Zum Anderen schaue ich auf Beweglichkeit und Bewegungsqualität. Sowohl was die geistige als auch die körperliche Flexibilität angeht. In beiden Fällen bekomme ich überraschende Ergebnisse in die eine und andere Richtung.

Auch im Internet geht der Tenor oft zu „Altes Pferd, na und?“

Wie viel Liebe von älteren Tieren ausgeht, wenn sie beachtet, gepflegt und gut behandelt werden. Ohne Frage absolut richtig. Auch meine drei Damen werden älter und haben das eine oder andere Problemchen.

Was ich im Netz aber absolut vermisse, sind Angebote für das Reiten in der zweiten Lebenshälfte.

Denn genau wie Pferde haben ältere Reiter viele Vorzüge. Auch wenn sie von den Jüngeren manchmal belächelt werden.

Häufig sind sie geduldiger. Denn sie haben mehr Zeit. Die Berufs- und Karriereplanung ist abgeschlossen. Die Kinder sind aus dem Haus oder zumindest selbständig. Sie haben ein stabiles Einkommen: das Rotieren um Familie, Job und Einkommen ist meist überstanden.

Und sie sind reflektiert genug, ihren Handlungsbedarf zu entdecken. Darüber hinaus sind sie bereit, an ihren körperlichen und mentalen Baustellen zu arbeiten.

Weil Sie es wollen.

Sie wollen beim Reiten in der zweiten Lebenshälfte das Glücksgefühl des feineren Reitens erleben. Wie viele Andere auch wollen sie dabei ihrem Pferd so wenig wie möglich zur Last fallen.

Also arbeiten sie an sich.

Regelmäßig.

Mitunter täglich.

Denn sie haben gelernt, dass man mit Beharrlichkeit zum Ziel kommt. Und das gefällt mir.

Wenn ich mich mit älteren Reitern unterhalte, fällt mir oft auf, dass sie genau wissen, wo ihr Handicap liegt.

Manche wollen nicht hinschauen. Manche wissen es und übergehen es.

Aber der Großteil meiner Gesprächspartner ist interessiert daran, neue Wege zu gehen.

Und mit mehr Wissen gezielt an ihren Baustellen zu arbeiten. Das ist das Positive am Reiten in der zweiten Lebenshälfte.

Mich freut dann, wenn ich höre, dass sie jeden Morgen nach dem Aufstehen turnen. Sich dehnen, weil die Hüften ziepen. Oder ihre Mentalübungen machen.

Denn Eines kommt im fortgeschrittenen Alter auf jeden Fall dazu:

Unser Kopfkino geht schneller an. Wir haben oft genug bedrohliche Situationen erlebt. Vielleicht sogar einen Unfall live gesehen. Und daraus können Ängste entsehen.

Auch weiß unser Gehirn dass wir nicht mehr so elastisch sind. Dass wir uns im Fall der Fälle eher verletzen können. Deshalb sind wir nicht mehr so risikobereit wie jüngere Reiter.

Aber mit Köpfchen und Erfahrung können wir das eine oder andere Problem umgehen.

Und wir können unsere bisherigen Erfahrungen gezielt einsetzen, um #besserreiten zu können. Und wir sind aufgeschlossener, eventuelle Ängste anzugehen.

Beispielsweise mit einer kinesiologischen Beratung. Oder einem speziellen Übungsprogramm für Reiten mit Hüftarthrose. (Wenn das für Sie ein Thema ist, klicken sie gerne auf den blauen Link). Wer es ganz genau wissen möchte kommt kurzentschlossen zu bewegliche Hüften und elastischer Sitz am 29.02.2020 nach Zossen.

Deshalb habe ich eine Bitte: Seid zu älteren Reitern genauso nett wie zu älteren Pferden.

Sie haben dasselbe Anliegen wie die Jüngeren: die gemeinsame Zeit mit dem Pferd fröhlich und stressfrei verbringen.

Dafür sind sie bereit, Zeit und Energie zu investieren.

Und sie haben es verdient, beachtet zu werden. Denn sie beachten ihre Pferde auch mit viel Gefühl und Empathie.

Amen.

Bis bald,

Corinna von ReitClever.

„Ja, ich will!“- Gedanken zum Thema Reiten mit Angst

# ReitenmitAngst #angstfreireiten #Voneinfachzuschwer #Kursefuerreiter

Tipps und Bewältigungsstrategien gibt es im Artikel Reiten mit Angst ist häufiger
Reiten mit Angst ist häufiger als man denkt

Gestern habe ich mich mit einer motivierten Reiterin unterhalten. Sie hat ein eigenes Pferd und ist fasziniert davon, dass es auf neuen Wegen auf einmal mit weniger Krafteinsatz klappt.

Nach einer Verletzung des Pferdes hat sie die Trainerin gewechselt, weil es danach nicht mehr so lief. Vorher waren sie dressurmäßig gut unterwegs. Aber immer mit viel Körpereinsatz, weil das das Pferd so triebig war.

Nun arbeiten sie vor allem im Leichttraben, um dem Pferd wieder Freude an der Bewegung zu vermitteln. Es soll mit weniger Druck zu freiwilligem Vorwärts gebracht werden.

Springen lässt sie lieber ihre Reitbeteiligung, weil sie dabei zu Reiten mit Angst neigt.

Während unseres Gespräches fiel der Satz „Ich bin eine ambitionierte Freizeitreiterin mit wenig Talent.“

Erst musste ich lachen. Dann verstand ich, was sie mir sagen wollte.

Sie steht für viele andere motivierte Reiter. Die viel dafür tun, um sich gut auf dem Pferd anzustellen. Sie nehmen Reitstunden. Sie lesen Bücher und tauschen sich mit Anderen aus. Außerdem hören sie genau zu, was der Trainer erklärt.

Aber sie verstehen oft nicht, wie sie die Anweisungen umsetzen sollen. Besser gesagt welchen eigenen Körperteil sie wie bewegen müssen, um z.B. richtig zu stellen und zu biegen.

Weil die Anweisungen häufig sehr gute Reiter geben, die intuitiv wissen, was sie tun müssen, um das Pferd locker zu machen. Aber sie können oft schwer vermitteln, was der Reiter wo in seinem Körper tun muss, um dasselbe zu erreichen.

Dazu braucht man ein gewisses Verständnis von der Biomechanik des Reiters.

Vielmehr eine Idee davon, wann man welchen Körperteil bewegen muss, um beispielsweise die Innenstellung des Pferdes korrekt vorzubereiten.

Das kann man lernen. Niemand muss ein Physiotherapeut sein, um gut zu unterrichten. Aber in Kursen für Reiter kann man sich entsprechendes Wissen über die Anatomie und Übungen für die richtige Anspannung und Entspannung aneignen. Am 29.02.2020 geht es bei uns auf dem Hof um anatomische Voraussetzungen und funktionelle Übungen für bewegliche Hüften und einen elastischen Sitz. Dabei kann man sich genau solche Anregungen holen (Bei Interesse einfach auf den Link klicken).

Damit kann man als Lehrer anders erklären und als Reiter Anweisungen besser umsetzen.

Genauso muss man auch beim Thema Reiten mit Angst
anders herangehen.

Das Thema findet Platz in der aktuellen Ausgabe der persönlichen Mitgliederzeitung der FN. Der Artikel trägt die Überschrift „Der Angst den Kampf ansagen“.

Was ich weniger gelungen finde, denn Angst und Kampf sind reflexartige Reaktionsmuster des Körpers, die von unserem Urzeitgehirn geschaltet werden. Sobald das Gefahr wittert kann man nicht mehr aktiv agieren. Sondern nur noch um sein Leben laufen.

Vielmehr ist es wichtig, sich einzugestehen, dass man in bestimmen Situationen Angst hat. Denn als Warn- und Schutzmechanismus kann sie sowohl zu vermehrter Leistung als auch zur Leistungshemmung führen. Sitzt man erstmal zitternd und schweißgebadet auf dem Pferd, kann man nicht mehr reagieren, sondern wird durch Angst gesteuert.

Erst hinterher kann man sich fragen, was genau zu diesem Ausbruch geführt hat. Oft hatte man vorher schon ein mulmiges Gefühl im Bauch. Oder man fühlte sich nicht als Herr seiner Sinne. Oder man hat in einer ähnlichen Situation schon etwas erlebt, was nun getriggert wird.

Angst entsteht häufig aus Überforderung.

Wenn man eben nicht genau weiß, was man auf dem Pferd machen soll. Beispielsweise wenn im Springunterricht zu schnell vorgegangen wird. Um ein Gefühl für die Bewegungsabläufe zu bekommen, sollte erst mit Stangen und Cavalettis geübt werden. Erst im dritten und vierten Schritt geht es um die Höhe der Sprünge.

Lina Otto von der Ausbildungsabteilung der FN erklärt in dem Artikel „Angst im Pferdesport“, dass ein Reitlehrer methodisch vorgehen sollte. D.h. er startet mit einfachen, leichten und bekannten Übungen zu schwereren und komplexen Anforderungen. Denn ein Trainer sollte vor allen Dingen Sicherheit vermitteln. Dazu gehört auch die Auswahl des Lehrpferdes. Ein erfahrenes Springpferd gibt mehr Vertrauen als ein Jungspund, der sich ab und zu mal überspringt.

Um Sicherheit vermitteln zu können, muss ein Reitlehrer Ängste frühzeitig erkennen.

Er sollte sie ernst nehmen und Empathie beweisen. Nur dann kann er in den Anforderungen zurückgehen und dem Reiter wieder Erfolgserlebnisse schaffen. Nichtsdestoweniger schaffen Zeit für Gespräche und Feedback Vertrauen . Darüberhinaus sind Zusatzangebote wie Bewegungstraining oder Schulung des richtigen Abrollens gut für das Sicherheitsgefühl.

So kann man Reiten mit Angst sowohl körperlich als auch im Kopf begegnen.

Nur wer sich eingesteht, Angst zu haben, kann sie bewältigen. Dazu sagt Dr. Gaby Bussmann, Sportpsychologin: „Man muss bei seinen Gefühlen ankommen, um sie verändern zu können. Mit dem Akzeptieren der Gefühle kommt Ruhe ins System. Damit können Emotionen effektiv verändert und reguliert werden.“

Gedankenkontrolle (Nur positive Gedanken sind erlaubt, der innere Zweifler wird stumm geschaltet) und der Hang zum Humor können einen Ausweg aus Reiten mit Angst bedeuten. „Die Erheiterung schiebt die Angst quasi weg. Es sind gegensätzliche Gefühle.“

Also erzählt Euch vor der nächsten Springstunde oder dem geplanten Galopp übers Stoppelfeld einen guten Witz und denkt im richtigen Moment daran.

Weiterhin findet sie, dass die Körperhaltung einen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit hat.

Wer aufrecht sitzt ist motivierter und leistungsbereiter.

Genauso wichtig sind Atem- und Entspannungsübungen.

Also ist das Komplettpaket für den Reiter auch sinnvoll für Reiten mit Angst.

„D.h. es ist wichtig, sich mit den Ängsten auseinanderzusetzen und ihnen nicht aus dem Weg zu gehen. Und auch Techniken muss man erst erlernen. Man muss ausprobieren und herausfinden, welche zu einem persönlich passen. Wie bei vielen Dingen gilt also auch bei der Angstbewältigung: Übung macht den Meister.“

Mit diesem Zitat aus dem Artikel „Angst im Pferdesport“, PM Forum 02/2020 ist denke ich alles gesagt.

Schaut genau hin und überlegt wo und mit wem Ihr ansetzen wollt.

Dann seid Ihr schon auf dem Weg, Reiten mit Angst in angstfrei reiten umzukehren.

Viel Spaß und Erfolg wünsche ich Euch!

Corinna von ReitClever.

Es kommt immer anders als man denkt- Spiraldynamik® für Reiter als Kurs für Lizenzverlängerung anerkannt.

So ein schöner Tag! Spiraldynamik für Reiter ist jetzt als Kurs für Lizenzverlängerung anerkannt.
Es kommt immer anders als man denkt.

#angstfreiten

#bessersitzen

#lizenzverlaengerungenfuertrainer

Heute auf unserem sonntäglichen Familienspaziergang und Ausritt ist es mir auch passiert: Ich habe einen Schreck bekommen.

Obwohl ich auf meiner Luna saß, die immer die Artigste von Allen ist. Da mein Mann mit den beiden älteren Damen und dem Junior obendrauf an der Hand vor mir her ging, konnte ich es mir nicht verkneifen, auf ein stehengelassenes Stoppelfeld abzuwenden. Selbstverständlich hatte ich das angekündigt.

Nur fand Luna gar nicht gut, ihre Herde zu verlassen.

Als genug Sicherheitsabstand vorhanden war und ich mir sicher war, dass die beiden Anderen brav im Schritt weiter laufen, bin ich angetrabt. Luna meldete deutliche Zweifel an, ob sie wirklich in diese Richtung traben soll. Aber sie blieb brav. Nach ein paar Biegungen und Wendungen dachte ich darüber nach, anzugaloppieren.

Da durchzuckte es mich:

„Was, wenn Sie jetzt losbockt? Wenn Sie kehrt macht? Und zu den anderen rennt?“ All das hat sie noch nie gemacht. Gab überhaupt keine Veranlassung, so zu denken. Aber ich bin momentan nicht ganz beieinander und mein Unterbewusstsein weiß das.

Das zog sofort die „Knie verletzt“ Karte und erinnerte mich kurz an den Schmerz, den ich hatte, als ich kürzlich mit meinem Sohn ein paar Minuten Basketball gespielt habe. Dabei rutschte es in einer Drehbewegung weg. Und es reagierte sofort mit seinem bekannten Muster.

Natürlich konnte ich mit Luna eine Ecke traben. Sogar ein Stückchen rechts und links galoppieren, bis ich sie im Schritt wieder zu ihrer Herde ließ. Sie war zufrieden- ich auch.

Aber diese kleine Erfahrung zeigt mir wieder, dass alles zusammenhängt.

Unser Gehirn versucht IMMER, uns und unsere Nachzucht zu schützen. Nicht nur, wenn mein Sohn auf dem Pferd sitzt, bin ich vorsichtiger als sonst. Sondern auch auf den ersten Ritten nach der Schwangerschaft habe ich mich nicht wieder erkannt. Bei jeder Kleinigkeit schrie mein Unterbewusstsein: „Pass auf- das Kind braucht seine Mutter!“

Gut, das mal erlebt zu haben. Damit wird man nachsichtiger mit ängstlichen Reitern. Deshalb habe ich all diese Erfahrungen in den Kurs „Kleiner Schreck na und?“ am 01.02.2020 einfließen lassen. Dabei geht es in Theorie und Praxis hinter den Schreck und hinter die Angst. Natürlich auch um Hilfe zur Selbsthilfe. Entspannungstechniken auf dem Pferd, die helfen.

Als Kurs für Lizenzverlängerung ist er noch nicht anerkannt.

Aber wie der Zufall so will: Spiraldynamik® für Reiter ist jetzt als Kurs für Lizenzverlängerung anerkannt.

Denn eigentlich wollte ich an diesem Wochenende mit ReitClever auf der Partner Pferd in Leipzig sein. Da ich mir im Dezember das Knie verletzt habe, konnte ich nicht abschätzen, wie lange es brauchen wird, um sich zu erholen. Weil man auf einer Messe gut zu tun hat, habe ich schweren Herzens abgesagt. Und ein bisschen wehmütig die Facebookeinträge meiner Freunde gelesen, die dort waren.

Stattdessen habe ich die Zeit genutzt, mich um meine Kurse zu kümmern.

Zu meiner großen Freude hat sich für „Spiraldynamik® für Reiter“ eine ganz alte Freundin aus Schleswig Holstein angesagt. Besser gesagt bin ich mit ihr als Jugendliche zusammen geritten. Und die fragte mich, ob der Kurs als Lizenzverlängerung anerkannt ist.

Bis zu diesem Moment hatte ich noch nicht darüber nachgedacht, beim Landesverband nachzufragen. Wie schon öfter gestaltete sich die Zusammenarbeit mit dem LPBB einfach und positiv. Das Ergebnis ist, dass Spiraldynamik® für Reiter jetzt als Kurs für Lizenzverlängerung anerkannt ist 🙂

Wenn Ihr Lust habt, Euch ein bisschen in die Geheimnisse der spiraligen Verschraubungen des Köpers einweihen zu lassen, reserviert Euch den 7.03.20. Dabei gibt es jede Menge praktische Übungen, die den positiven Effekt haben, dass man danach wie von selbst gerade sitzt. Das Ganze ohne sich zu verspannen. Besser gesagt wird man an vielen Stellen locker, kann gut atmen und sitzt „tief“.

Perfekt, um gut zum reiten zu kommen.

Und Ihr bekommt zwei Lizenzpunkte für Eure Trainerscheinverlängerung.

Bis bald!

Nächstes Mal geht es um die Neuerungen des Pferdeführerscheins Umgang. Was vom Basispass Pferdekunde geblieben ist und wo er sich weiter entwickelt hat.

Corinna von ReitClever.

Wusstet Ihr, dass es eine Skala der Ausbildung für Reiter gibt?

Skala der Ausbildung für Pferde kennen viele- aber kennt Ihr auch die Skala der Ausbildung für Reiter?
Skala der Ausbildung für Reiter,
Quelle: https://gramho.com/explore-hashtag/magnetfelddecke

#MEHRwissenfuerreiter

#kursefuerreiter

#losgelassenheitfuerreiter

Sicherlich habt Ihr schon von dem Klassiker der Pferdeausbildung gehört. Die FN beschreibt in der „Grundausbildung für Reiter und Pferd“ die Skala der Ausbildung  als Fundament der klassischen Reitlehre. So bildet dieses Ausbildungssystem die Grundlage für eine harmonische Reiter- Pferd- Beziehung. Unabhängig vom sportlichen Level oder der Disziplin. Auch die EWU beruft sich auf eine ähnliche „Western Ausbildungsskala“ .

Ferner möchte die Skala der Ausbildung als ein lebendiges und modernes System verstanden werden. Denn sie baut  auf den bewährten Grundprinzipien der alten Meister auf und entwickelt sich mit neuen Erkenntnissen weiter. So sollte die Grundausbildung des Pferdes auf Wohl und Gesunderhaltung des Pferdes ausgerichtet sein.

Um das zu erreichen, ist auch der Reiter in der Pflicht-

D.h. er sollte so auf das Pferd einwirken, dass eine vertrauensvolle Zusammenarbeit möglich ist. Besser gesagt muss er ein angenehmer Rucksack für das Pferd sein. Also  es in seiner Bewegung fördern und nicht einengen.

 

Daher beschreibt die FN mit der Skala der Ausbildung für Reiter auch einen Ausbildungsweg des Reiters.

Dieser enthält Lernschritte, die aufeinander aufbauend gutes Reiten ermöglichen. Wie auch in Ausbildung des Pferdes ist der Weg nicht starr und schematisch abzuarbeiten, sondern stellt ein System dar. Insofern wollen die einzelnen Punkte ineinander greifen und zusammenwirken. Die Skala der Ausbildung für Reiter teilt reiten lernen in die Entwicklung des Sitzes und die Entwicklung der Hilfengebung ein. Beides ist eng verbunden mit der Entwicklung des Gefühls für das Pferd.

In diesem Zusammenhang geht es immer um Gleichgewicht und Losgelassenheit auf dem Pferd.

Mein letzter Artikel handelte von der inneren und äußeren Losgelassenheit des Reiters. Nicht nur muskulär sondern auch mental muss er in der Lage sein, auf dem Pferd so los-zu- lassen, dass er die Pferdebewegung zu- lässt.

Ebenso ist es immer eine gute Idee als Reiter sein Gleichgewicht zu trainieren. Denn die Anforderungen an die eigene Balance können sich auf dem Pferd manchmal sehr schnell ändern.

Wenn die Basics des Reitschülers sitzen, geht es an die Hilfengebung:

Man nimmt durch Gewicht, Schenkel und Zügel Einfluss auf das Pferd. Also sind die Hilfen die eigentliche Kommunikationsgrundlage. Um diese Hilfengebung gezielt und dosiert einsetzen zu können, muss man Wirkung und Einsatz genau kennen. Auch muss man sich in jeder Phase der Bewegung über dem Schwerpunkt des Pferdes befinden. Nur dann kann man mit seinem Körper Takt und Bewegung positiv des Pferdes beeinflussen.

Also ist es eine gute Idee, sich theoretisch und praktisch mit dem eigenen Körper auseinander zu setzen. Nur wenn ich ein Bild von der Bewegung im Kopf habe und weiß wo die dafür verantwortlichen Muskeln liegen, kann ich sie auch richtig ansteuern. Darüber hinaus muss ich auch eine Vorstellung der Pferdebewegung haben, die ich erreichen möchte.

Falls das ein Thema für Euch ist:

Genau um diese Aspekte des Sitzes und des Lernens geht in meinen Kursen Funktionsgymnastik für Reiter. Zum Einen geht es am 15.02.2020 um die Muskeln und Bewegungsmuster des unteren Rumpfes. Zum Anderen geht es am 29.02.2020 um Funktionen und Zusammenhänge des Oberkörpers. Damit eng verbunden ist eine weiche Handeinwirkung.

Im Dezember halte ich darüber einen Vortrag „Funktionelle Sitzschulung“ auf der Messe Pferd und Jagd in Hannover. Dabei geht es um Muskelfunktionen, mentale Steuerung und innere Losgelassenheit. Wenn Ihr Lust habt und auf der Pferd und Jagd sein solltet, kommt vorbei. Ich freue mich auf Besuch am Stand A 12 in Halle 26.

Wie fit Eure Muskeln für einen ausbalancierten Sitz tatsächlich sind, könnt Ihr beim Fitnesscheck für Reiter testen. Und wie mental entspannt Ihr bleibt, wenn Ihr an die nächste Herausforderung auf dem Pferd denkt, erfahrt Ihr unter Mentalcheck für Reiter.

Beides bringt Euch in die angenehme Situation, erstmal auf dem Trockenen Bestandsaufnahme zu machen. Wenn Ihr Euer persönliches Ergebnis kennt, wisst Ihr genau, wo Ihr anpacken müsst. Welche Muskeln oder mentale Fähigkeiten Ihr trainieren könnt, um zu einem ausbalancierten Sitz zu kommen.

Dann klappt das auch mit einer feineren Hilfengebung.

Ganz im Sinne der Skala der Ausbildung für Reiter.

In diesem Sinne,

Viel Spaß beim nächsten Ritt!

wünscht Corinna von ReitClever.de.

Hand in Hand zur körperlichen und geistigen Losgelassenheit

Körperliche und geistige Entspannung führen zur Losgelassenheit des Reiters und des Pferdes
Innere und äußere Losgelassenheit des Reiters

Wie war das doch gleich mit der Losgelassenheit von Reiter und Pferd?

Nur ein losgelassenes Pferd ermöglicht die Losgelassenheit des Reiters?

Oder ist das doch eher umgekehrt?

„Losgelassenheit beschreibt den Zustand, in dem ein Pferd mit schwingendem Rücken bereit ist, den Hals vorwärts abwärts zu dehnen. Es läuft in taktmäßigen Bewegungen ohne zu eilen vorwärts. Der Reiter kommt zum Treiben und zum Sitzen.“

Richtlinien für Reiten und Fahren der FN, Band 1

Dass man ein Pferd mit lösenden Übungen zur Losgelassenheit bekommt ist bekannt. Genau wie beim Reiter unterscheidet man zwischen innerer und äußerer Losgelassenheit.

Aber wie erreicht man denn die Losgelassenheit des Reiters?

In diesem Zusammenhang meint das Wort die Funktion „los- gelassen“. Dabei werden nur die Muskeln in dem notwendigen Ausmaß angespannt, die für die jeweilige Bewegung erforderlich sind. Alle anderen werden los- gelassen, also entspannt.

Nun ist es so, dass der Mensch jede Bewegung erstmal mit sogenannter Hyperaktivität erlernt: D.h. er aktiviert in der Lernphase alles, was möglich ist, um die Bewegung auszuführen. Je weiter man im motorischen Lernen vorankommt, desto mehr schafft man es, nur die Muskeln zu aktivieren, die für die Bewegung absolut notwendig sind. Besser gesagt wird auf neurologischer Ebene sämtliche Muskulatur gehemmt, die für die Bewegung nicht gebraucht wird. Nach 100 000 facher Wiederholung ist die Bewegung dann als Automatismus im Gehirn gespeichert.

Überlegen Sie mal, wie oft ein kleines Kind hinfällt und wieder aufsteht, ehe es laufen kann. Und wie krampfhaft es anfangs Dinge in seinen kleinen Fäustchen festhält.

Dementsprechend ist neurophysiologisch festhalten leichter als loslassen.

Deshalb ist Verspannung auch viel leichter als Entspannung. Gerade wenn es weh tut oder anstrengend ist. Übrigens gilt das für Mensch und Tier gleichermaßen.

Für den Reiter spielt zum Erreichen der Losgelassenheit der Sitz eine entscheidende Rolle. Nur wenn er auf dem Pferd seine Mittelstellung und seine eigene Balance gefunden hat, kann er los lassen. Und nur dann kann auch sein Pferd loslassen.

Sehr oft wird an dieser Stelle auf das körperliche Gleichgewicht verwiesen. Das ist richtig und wichtig. Genauso wichtig ist aber die geistige Verfassung. Denn ein Reiter im Stressmodus wird aus der Verspannung heraus kaum die Muskeln entspannen können, die zum weichen Mitgehen abspannen müssen.

Also gehen körperliche und geistige Losgelassenheit Hand in Hand. Genauso wie beim Pferd.

Wenn ein Reiter vom Pferd gefallen ist und sich weh getan hat, wird er danach mit angezogener Handbremse reiten. Auch Menschen, die auf dem Pferd das Gefühl haben, die Kontrolle zu verlieren, werden eher die Luft anhalten und die Zähne zusammenbeißen.

Daher beides Dinge, die ein Loslassen und lockeres Mitschwingen verhindern.

Also ist das mit der Losgelassenheit des Reiters gar nicht so einfach. Eigentlich weiß das jeder Reiter. Es gibt Tage, an denen es wie von alleine läuft. Andersherum Tage, wo man besser nicht aufs Pferd steigt. Weil man nicht aus seiner verspannten Haut kommt.

Nun wäre es eine schlechte Idee, den Kopf in den Sand zu stecken. Aufgeben und aufhören zu lernen ist selten eine gute Idee. Aber man kann sich der Verantwortung stellen und außerhalb der Reitbahn etwas für sich und sein Pferd tun.

Manchmal reicht es, sich 5-10 Minuten täglich mit dem eigenen Thema zu beschäftigen.

Und schon wird man in diesem Bereich besser. Je besser man seine Muskeln steuern kann, desto besser kann man sie entspannen. Genauso kann man lernen, sich bewusst zu entspannen.

Clever ist, das zuhause in Ruhe und ohne Pferd zu üben. Dazu gibt es zum Einen die 5 Übungsprogramme für einen besseren Sitz, für mentale Stärke oder für lockeres Weiterreiten. Wer es lieber ausführlicher mag, kann mit einfach besser reiten oder einfach mit Köpfchen reiten etwas mehr in die Tiefe gehen. Mit dem Programm einfach locker reiten kann man lernen, sich selber zur inneren Losgelassenheit zu bringen.

Dann gelingt das auch mit der Losgelassenheit des Reiters auf dem Pferd. Mit minimalem Krafteinsatz zum maximalen Erfolg.

Das ist das Ziel.

Ihres auch?

Dann legen Sie los- dafür lohnt es sich, ein bisschen zu üben finde ich.

Bis bald,

Corinna von ReitClever.

PS: Wer darüberhinaus Lust hat, mehr über die Losgelassenheit des Reiters zu lesen, kann in dem Artikel Tipps für einen besseren Sitz oder „Hand aufs Herz- Wie gut bin ich wirklich?“ tun.