Kategorie: Wissenswertes

Gesunder Reiter gesundes Pferd- Fitnesstraining für Reiter

Gesunder Reiter, gesundes Pferd durch einen optimalen Sitz
Gesunder Reiter, gesundes Pferd

Als ich neulich Mitschriften von der FN- Bildungskonferenz 2018 in Neustadt/ Dosse abheften wollte, bin ich auf eine schön aufgemachte Broschüre gestoßen. Und zwar auf eine Zusammenfassung des Jubiläumskongresses „Gesundheit für Reiter und Pferd“. Anlässlich des 10 jährigen Bestehens der Akademie des Pferdes fand der 2008 in Warendorf statt.

Als ich darin blätterte, habe ich Überraschendes entdeckt: Ich stolperte über einen Artikel, in dem Matthias Bojer von der Sporthochschule Köln fragt: „Wie wichtig ist eigentlich die Fitness des Reiters?“ Ein Thema, womit sich ReitClever vorrangig beschäftigt.

In seinem Vortrag definiert er Fitness als Ausdauerleistungsfähigkeit, Kraft, Schnelligkeit, Flexibilität und Koordinationsfähigkeit. Wobei in meinen Augen bei Reitern Koordination und Flexibilität vor Schnelligkeit, Ausdauerfähigkeit und Kraft stehen sollte.

Dementsprechend steht das in Mode gekommene Wort „Fitness“ für den sportwissenschaftlichen Begriff der Kondition. Er sagt, dass nur ein trainierter Reiter ein gutes Reitgefühl erfahren wird. Weiterhin betont er die Notwendigkeit eines reitspezifischen Ausgleichstrainings.

„Jeder Reiter benötigt je nach Disziplin eine bestimmte muskuläre Fitness und Ausdauerfähigkeit.“

Matthias Bojer

Weiterhin sprach Susanne von Dietze ( Autorin „Balance in der Bewegung“) über das Bewegungslernen im Reitsport.

Für sie sind Sitz und Einwirkung als Lerninhalt nur theoretisch getrennt.

Wenn dem Reiter die notwendige Kontrolle über seinen Sitz fehlt, muss er das über Krafteinwirkung kompensieren. Besser ausgedrückt: fehlt es dem Reiter an Stabilität und Koordination muss er das durch unökonomische Bewegungen kompensieren. Oder das Pferd mit viel Kraftanstrengung reiten.

Um ökonomisch treiben zu können, muss man den eigenen Schwerpunkt über den des Pferdes bringen können. Und zwar in jeder Phase der Bewegung. Dann ist der Druck des treibenden Unterschenkels nur leicht nötig. Kurzum bedeuten ein klopfender Unterschenkel und ein langsames Pferd, dass es dem Reiter an Balance fehlt.

Kurz gesagt war es spannend in diesem Heft zu blättern.

Weiterhin ist es für mich erstaunlich, dass die Themen, die ich seit Anfang des Jahres bei ReitClever.de behandle, schon 2008 diskutiert wurden. Aber sie sind heute genauso gültig wie damals.

Denn die meisten Späteinsteiger lernen anders reiten als früher. Sie haben ganz andere Bewegungsgrundlagen als beispielsweise Kinder. Zwar haben sie ein gutes Bewusstsein für Harmonie und Gesundheit von Reiter und Pferd. Aber sie haben in ihrem Körpergedächtnis oft Rückenprobleme oder Schmerzen gespeichert.

Auch wissen sie bewusst und unbewusst ganz genau, was mit ihrem Körper passiert, wenn sie vom Pferd fallen. Beides beeinflusst die Fähigkeit, der Pferdebewegung zu vertrauen und mitzugehen enorm.

„Der Reiter, der in der Bewegung des Pferde mitschwingt, verlagert sein Gewicht gemeinsam mit dem Pferd und bewegt sich harmonisch und rückenfreundlich.“

Susanne Dietze

Deshalb gilt es von Anfang an, die für Hüften und Becken richtigen Muskeln flexibel und andere kräftig genug zu halten.

Welche das sind und wie man das macht erfahrt Ihr auf der Seite Fitnesscheck für Reiter.

Und es lohnt sich, von Anfang an in einen guten Unterricht zu investieren.

„Die Korrektur eingefahrener falscher Bewegungsmuster und Kompensationen ist weitaus schwieriger als das Erlernen korrekter Bewegungsmuster. „

Susanne Dietze

Unabhängig vom Ausbildungsstand ist es für jeden Reiter wichtig, über dem Schwerpunkt zu bleiben und mit der Pferdebewegung mit zu gehen. Nur so kann er fein einwirken.

Dann funktioniert gesunder Reiter gesundes Pferd.

Daher wird es am 05.10.19 den Tag des Cleveren Reiters zum Thema Sitzschulung geben. Das Angebot richtet sich an Einsteiger und Fortgeschrittene, Ausbilder und Turniersportler.

Bei der geballten Ladung Fachwissen stellen sich 5 verschiedene Ausbilder vor und erzählen über Ihr Konzept, Harmonie zwischen Reiter und Pferd zu erreichen.

Der Kartenverkauf für den Tag läuft noch bis zum 31.08.19 zum vergünstigten Preis von
95€ inklusive Verpflegung und Getränke.

Und wer seinen Rücken noch besser locker und gleichzeitig stabil bekommen möchte, kann schauen, ob die Spiraldynamik® für Reiter etwas für ihn ist.

Beides hilft. Gesunder Reiter gesundes Pferd 🙂

Bis dahin,

Corinna von ReitClever.

Stabilität und Lockerheit- Tipps für einen besseren Sitz, Teil 2

Stabilität und Lockerheit ist beides wuchtig für den Sitz des Reiters
Stabilität und Lockerheit an der Ostsee

Letzte Woche war ich ein paar Tage an der Ostsee. Wir hatten Glück mit der Unterkunft, dem Wetter und dem Landstrich, den wir für unseren Besuch ausgewählt haben.

Die Ostsee ist für mich immer ein Ort des Auftankens und der Ruhe.

Oft bin ich sehr schnell unterwegs, um alles, was ich mir vorgenommen habe, zu schaffen. Deshalb ist der Tag der Abreise meist bis zur letzten Minute mit Aktivität gefühlt. Ich möchte ALLES erledigen, was ich wichtig finde.

Auf dem Weg zum Reiseziel muss ich mich disziplinieren, um in den Modus „der Weg ist das Ziel“ zu kommen. Meist kann es mir gar nicht schnell genug gehen, anzukommen.

Dagegen verläuft die Rücktour deutlich entspannter. Dann bin ich voll schöner Erlebnisse, tiefer Atemzüge und denke über das nach, was ich erlebt habe.

Kommt Ihnen das bekannt vor?

So ging es mir früher auch, wenn ich nach der Arbeit so schnell ich konnte zum Pferd gefahren bin. Wenn man unter Volldampf zum Ziel unterwegs ist, leidet der Blick für das Wesentliche. Angespannt und unter Zeitdruck geht das Gefühl für die Lockerheit verloren. Locker kann man allerdings nur sein, wenn man an wesentlichen Stellen stabil ist.

Dabei wäre es wichtig, sich auf die kommende Reiteinheit/ den Urlaub/ Abend mit Freunden einzustimmen. Denn das Muskelsystem, was das Gehirn unter Stress aktiviert, ist das, was einen guten und entspannten Sitz verhindert. Das Zwerchfell ist angespannt, Hüftbeuger und Wadenmuskeln sind aktiv, um uns vor einem potentiellen Feind davon laufen zu lassen. So sieht es der Überlebensbezirk unseres Stammhirnes aus der Zeit vor, als wir noch vor Säbelzahntigern davon gelaufen sind.

Deshalb ist eine gute Idee, den Weg zum Ziel zu nutzen. Schon auf dem Hinweg zum Pferd kann man durchatmen. Um später ein langes Bein und ein lockeres Becken zu haben.

Zu einer guten Vorbereitung gehört auch, die Bauchmuskeln zu aktivieren. Sie sind unsere Gleichgewichtszentale. Außerdem ermöglichen sie den tiefen Sitz des Reiters.

Nur mit ihnen kann ich mein Becken zum Treiben und dirigieren benutzen.

Spannenderweise erhöht sich die Stabilität des Oberkörpers sofort, wenn ich mit aktiven  Bauchmuskeln unterwegs bin. Nur mit stabiler Körpermitte kann unser Gehirn die Extremitäten auf locker schalten. Diese Steuerung braucht man, um beispielsweise Ellenbogen und Hände weich der Bewegung des Pferdemauls folgen zu lassen.

Also wäre es eine gute Idee, das auf dem Weg zur Arbeit, zum Urlaubsort oder zum Pferd Stabilität und Lockerheit zu üben.

Zum Ersten, wie man entspannt: Alle Viere von sich strecken und nachfühlen, wie es ist, wenn die Spannung aus dem Schultergürtel und den Hüften entweicht. Zum Zweiten ein paar Bauchmuskelanspannungen.

Besonders gut geht das, wenn sie an der Ostsee oder am Badesee sind. So kommen Sie unauffällig der guten Bikinifigur näher. Und sie tun etwas für einen guten Sitz auf dem Pferd. Übrigens bekommen Sie weitere Ideen unter 5 Übungen für einen guten Sitz oder 5 Übungen für entspanntes Reiten.

Einen schönen Urlaub wünsche ich und viel Erfolg bei der richtigen Stabilität und Lockerheit für den Reitsitz!

PS: Das ist der zweite Teil der Serie „Tipps für einen besseren Sitz“. Zum ersten Teil, Losgelassenheit des Reiters kommen Sie, wenn Sie auf den blauen Link klicken.

Auch das MAgazon der persönlichen Mitglieder der FN nimmt in der aktuellen Ausgabe das Thema Tipps für einen besseren Sitz auf.

Tipps für einen besseren Sitz, Teil 1, Losgelassenheit des Reiters

Sitzschulung scheint derzeit ein beliebtes Thema zu sein. Zum Beispiel machen 10 Tipps für einen besseren Sitz den Anfang in einer Serie über besseres Reiten in der aktuellen Ausgabe des Magazins der Persönlichen Mitglieder der FN.

Schön aufgemacht geht es in dem Artikel um Aufwärmen, Nutzen der Lösungsphase, Sitzschulung an der Longe und Ausatmen. Ebenso wird Ausgleichssport und ein regelmäßiger Wechsel vom Dressursitz zum leichten Sitz empfohlen, um Gleichgewicht und Losgelassenheit zu fordern.

Beides stellt die Basis für einen guten Sitz dar.

Einerseits wird die Losgelassenheit von Reiter und Pferd durch das sogenannte Überstreichen überprüft. Beide können sich nur loslassen und zügelunabhängig reagieren vorgeben, wenn sie sich sicher fühlen.

Für viele Reiter scheint sich Sicher fühlen auf dem Pferd auch ein großes Thema zu sein,

Gefühlte Sicherheit hängt von vielen Faktoren ab. Zum Einen braucht man ein gut ausgeprägtes Gleichgewicht. Das ist normalerweise als Automatismus abrufbar. So sorgt es dafür, dass bei einer potentiellen Sturzgefahr vor allem der Kopf geschützt wird. Denn der ist unsere wichtigste Schaltzentrale.

In der Realität sieht es oft anders aus. Bestimmte Muskeln sind bei Reitern gerne zu schwach und andere zu wenig elastisch. Wenn die Bauchmuskeln schwach sind hat das Auswirkungen auf die Beckenposition und die Tiefe des Sitzes. Zum Anderen spielen sie eine wichtige Rolle beim Gleichgewicht. Sind sie zu schwach, wird es mit dem Gleichgewicht schwierig.

Interessanterweise weiß das Gehirn, in welchem Zustand sich der eigene Körper befindet.

Es weiß, wenn Muskeln schwach und das eigene Gleichgewicht wenig ausgeprägt ist. Daher funkt es sofort Alarm, wenn das Pferd unerwartete Bewegungen macht. Dann werden sogenannte Überlebensprogramme aktiviert. Statt der willkürlichen und schön gesteuerten Reitfigur übernimmt das reflexartige Reagieren die Steuerung. Unbewusst tut man dabei sogar Dinge, die eine Fluchtreaktion des Pferdes noch begünstigen. Gefühlt ist das alles Andere als ein sicherer Zustand. Weder für den Reiter noch für das Pferd.

Jeder Reiter kennt die Schrecksituationen in denen er mehr oder weniger gut reagiert. Je nach Vorerfahrung und reiterlichem Können steckt er sie mehr oder weniger gut weg. Wenn Sie häufiger das Gefühl haben, dass Sie sich aus Unsicherheit (am Zügel) festhalten ist, es sinnvoll neue Wege auszuprobieren. Dementsprechend heißt es in dem PM- Artikel 10 Tipps für besseres Reiten am Ende „Ursache finden und nicht Symptome kurieren- ein Sitzproblem liegt meist nicht dort, wo es zu sehen ist“.

Also fragen Sie sich, wenn Sie zu mangelnder Losgelassenheit auf dem Pferd neigen, wo die Ursache liegen könnte.

Manchmal liegt sie in der Vorgeschichte. Manchmal an den körperlichen Fähigkeiten. Woran es da fehlt kann man zum Beispiel unter bei den 5 Tests für gutes Reiten herausfinden.

Meistens liegt mangelnde Losgelassenheit am mangelnden Vertrauen.Vertrauen in sich und seine Fähigkeiten kann man lernen. Auch wenn es auf dem Pferd mal schief gegangen ist und man deshalb verspannt reitet. Wenn man hinter die Ursachen blickt und Funktionszusammenhänge erkennt, kann man solche Mechanismen verändern. Dann kann man üben, sich in einen Zustand zu bringen, in dem man wieder entspannt und koordiniert reagieren kann.

Tipps für mehr Losgelassenheit auf dem Pferd gibt es auf der Seite angstfrei Reiten und unter „Kleiner Schreck na und? Entspannen, weiter reiten„.

Viel Spaß beim nächsten Ausritt und bleiben Sie entspannt!

PS: Dieser Artikel ist der erste Teil einer Miniserie über den Sitz des Reiters, die in den nächsten Wochen fortgeführt wird.

Nach Regen folgt wieder Sonnenschein

Blickrichtung wechseln: nach Regen folgt wieder Sonnenschein
Nach Regen folgt wieder Sonnenschein

Kennst Du das Gefühl, egal, was Du machst, es verändert sich einfach nichts? Obwohl Du Dir alle Mühe der Welt gibst, ist Dein Pferd von Deinem Ziel weit entfernt?

Zum Beispiel ist das Pferd gesundheitlich gehandicapt, aber Du hast irgendwie keine Idee, wie Du den Zustand zum Positiven wendest? Du siehst seine (und Deine!) Muskulatur an und hast das Gefühl, dass sich nichts verändert, obwohl Du JEDEN Tag am Problem XY dran bist?

Natürlich kennt jeder die frustrierenden Schlechte- Laune- Phasen, in denen man vor lauter „Will ich nicht und kann ich nicht“ nicht sieht, wie sehr man den eigenen Negativfluss unterhält.

Dann wird es Zeit, den Standpunkt zu wechseln und etwas GANZ ANDERES zu machen.

Nimm´ Dir eine Woche frei und lass das Pferd auf der Wiese laufen. Triff Dich mit Freunden und tue Dinge, die Du schon lange nicht mehr gemacht hast. Vor allem erlaube Dir zu lachen und triff am besten Leute, die Du lange nicht mehr gesehen hast und anderen Input geben.

Ich hatte gestern so einen Abend. Ich war zu einen Geburtstagsparty eines alten Bekannten, bei dem ich früher oft war. Dort saßen Leute, die ich lange nicht mehr gesehen hatte. Auch in ihr Leben hat sich verändert. Aber sie haben noch dasselbe Lachen im Gesicht wie damals.

Wie gut es tut, sich auf alte Geschichten einzulassen und aus seinem momentanen Frust heraus zu kommen. Nach Regen folgt wieder Sonnenschein. Ein Spruch den ich in der aktuellen Klimasituation gerne umkehren würde. Ich freue ich mich aus tiefstem Herzen, wenn es regnet!

„Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.“


Albert Einstein  

Tatsächlich benehmen wir uns so, wenn wir uns in einer gefühlten Einbahnstraße bewegen.

Wenn man sich in eine andere Perspektive begibt, kommt man auf andere Gedanken. Letzten Sonntag hatte ich so einen AHA-Tag bei Claudia Benedela vom La Yarda Reitpferdetraining. Praktisch zeigte sie, was man tun kann, wenn die Muskulatur des Pferde vom Ideal abweicht.

Denn mein Herzenspferd, mit dem ich früher gut und gerne dressurmäßig geritten bin, ist 24 und hat seit einem guten Jahr diagnostiziertes Cushing.  Jedes Mal, wenn ich mir  ihren Rücken bewusst angesehen habe, bekam ich schlechte Laune. Er war früher wesentlich besser bemuskelt. Auch meldete sich schlechtes Gewissen, weil ich vor dem eigenen Hof mit Kind mehr Zeit für die Arbeit mit den Pferden hatte.

Zugegebenerweise macht mich das schon lange unzufrieden.

Aber jeden Tag auf das Problem schauen und genervt sein, bringt nichts.

Besser ist es mit einem Lachen im Gesicht und neuen Ideen zu verändern. Dazu braucht man die Fähigkeit, einen Schritt zurück zu gehen und sich zu fragen, was man erreichen möchte. Wo der Hase im Pfeffer liegt und was man bereit ist zu verändern.

Erst wenn man Dinge ausprobiert, kann man sehen, ob sie einen auf einen anderen Weg bringen. Und ob das Ergebnis ein Anderes wird. Dann sehe ich auch die Augen meines Pferdes, wenn es meine Freude und Zufriedenheit spürt.

Wenn es das Gefühl hat, wieder richtig zu sein und etwas richtig zu machen.

Dann hüpft mein Herz und ich weiß wieder, wofür ich das alles tue.

Folgerichtig FÜR mein Pferd und damit auch für mich.

Sobald man auf einem besseren Weg ist stellen sich Erfolgserlebnisse ein. Die einen motivieren, weiter zu machen. Weil sich bei Erfolg automatisch die Laune bessert.

Falls Dir der Artikel gefallen hat: Weitere Anregungen, den Blickwinkel zu verändern findest Du auf der Seite Mental stark.

Oder Du schaust mal im Mentaltest für Reiter, wie es um Deine Mentale Stärke wirklich steht:

Also: Viel Spaß beim Richtung wechseln!

Fit fürs Pferd? Umdenken kann eine Lösung sein!

Umdenken kann eine Lösung sein: Beidhändigkeit des Reiters
Beidhändigkeit des Reiters

Neulich bei mir in der Küche: Eine Reiterin der alten Schule, die seit einiger Zeit ein junges, begabtes, aber elektrisches Pferd hat, und ich sitzen auf einen Kaffee zusammen.

Beim Gespräch erzählt sie, dass ihr linkes Knie beim Aufsteigen große Probleme macht. Es hat mehrere Traumen und Menikusschäden hinter sich. Auf unebenem Untergrund sackt es manchmal weg und ist muskulär wenig stabil.
Dadurch entwickelt sie langsam Angstgefühle dabei.

Wenn das Gehirn Muskeln abschaltet, um Schaden von einem Gelenk abzuwenden, redet man in der Medizin von Schmerzhemmung.

Als ich sie frage, warum sie nicht mit dem rechten Bein aufsteigt, ist sie sekundenlang still. Sie schaut mich mit großen Augen an.

„Das ist ja die Lösung!“ sagt sie. „Von rechts aufsteigen“ mit einem seligen Lächeln“. Auf den Gedanken war sie selbst nicht gekommen.

Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht.

Umdenken kann eine Lösung sein. Wir „alten Reiter“. die noch von Reitlehrern der Kavalleriezeit ausgebildet wurden, sind nun mal von links aufgestiegen! IMMER!

Von Beginn an wurden die althergebrachten Herangehensweisen automatisiert. So kommt man gar nicht auf den Gedanken, sie in Frage zu stellen.

Als ich 2002 die Reittherapieausbildung gemacht habe, begann sich gerade ein Fokus auf gesund erhaltene Handarbeit von Pferden herauszubilden. Da Patienten vielfältige Einschränkungen haben muss ein Therapiepferd von rechts und von links zu dirigieren sein.

Inzwischen wissen Reiter viel mehr über Biomechanik und Gehirntätigkeit von Pferden.

Insofern ist es gut für die Geraderichtung des Pferdes, wenn man von links UND von rechts arbeitet und aufsteigt. Für die Wirbelsäule des Pferdes ist es wegen der hohen Rotationsbelastung beim Aufsteigen sogar eine gute Idee. Eine noch Bessere ist es, eine Aufstiegshilfe zu benutzen. An die das Pferd dann von rechts und von links herantreten lernt.

Auch für den Reiter lohnt es sich, auf „Beidhändigkeit“ zu achten.

Wie viele Reiter putzen ihr Pferd immer mit derselben Hand?

Wenn Striegel und Kardätsche in der jeweils anderen Hand liegen, ist es erstmal komisch.

Daher gilt: Umdenken kann eine Lösung sein. Irgendwann haben wir alle mal das eine oder andere Wehwehchen. Von dem wir glauben, dass es uns nur bedingt einschränkt .Aber genauso wie das Pferdegehirn ist unser Gehirn ist ein Meister im Schaffen von Kompensationsmechanismen.

Daher ist es gut, ein lädiertes Gelenk eine Weile zu entlasten und übergansweise mit der anderen Seite zu hantieren. So kann das Gelenk heilen.

Wenn man Dinge immer gleich macht, wird die eigene Schiefe immer größer.

Daher ist es sinnvoll, bewusst die schwächere Seite für ungewohnte Dinge einzusetzen.

Dann hat das Gehirn zu tun. Es muss umdenken und neue Wege finden. Dementsprechend müssen auch andere Muskeln arbeiten und man trainiert sie gleich dabei.

Und „Rücken“ entsteht vor allen Dingen durch ungleichmäßige Belastung. Beim Menschen und beim Pferd.

Also entwickeln Sie Ideen für neue Herangehensweisen. Für Ihre Gesundheit und die Ihres Pferdes.

Umdenken kann eine Lösung sein. Sowohl für das Lösen bestehender Probleme als auch dafür, dass erst gar keins entsteht.

Trauer und Angst beim Reiten liegen oft eng beieinander

Unverarbeitete Trauer kann auch zur Angst beim Reiten führen
Angst beim Reiten

Interessanterweise erlebe ich in letzter Zeit öfter Reiterinnen, die nach Jahren auf einmal Angst beim Reiten entwickeln. Meist können Sie sich das kaum erklären, weil sie eigentlich schon seit 20 oder 30 Jahren mit Pferden zu tun haben.

Wenn wir uns dann gezielt mir der Vorgeschichte beschäftigen, gibt es oft spannende Parallelen. Indem ich Zeitschienen und eventuelle Geschehnisse erfrage, die zu der momentanen Angst geführt haben können, ergibt sich ein Gesamtbild der Situation. Diese Befragung  ist Bestandteil jeder kinesiologischen Beratung, um alle Aspekte zu erfassen.

In einigen Fällen berichteten die Reiterinnen, dass sie über viele Jahre ein Pferd hatten, mit dem sie eng verbunden waren. Mit dem sie alles machen konnten und eine große Vertrauensbasis bestand.

Meist ist der Seelenverwandte irgendwann verstorben und die Schreckmomente entstehen Monate oder Jahre später beim neuen Pferd. Denn es hat einen anderen Charakter. Oft ist es einfach jünger, reaktionsschneller und eben ANDERS.

Lösen kann man Situation, indem man sich eingesteht, dass Pferd Nummer eins nicht mehr da ist. Meist braucht es Zeit, sich der Trauer zu stellen. Es ist schwer, der Tatsache aktiv ins Gesicht zu blicken und zu zulassen dass diese Zeit mit dem verstorbenen Pferd nun vorbei ist.

In dem Moment, wo ich das schreibe, kommen mir die Tränen. Denn auch ich muss mich der Tatsache stellen, dass meine Pferde nicht unsterblich sind. Mein Seelenpferd Flori habe ich seit 19 Jahren. Inzwischen ist sie 24 und hat seit einem Jahr diagnostiziertes Cushing.

Trauerverarbeitung läuft in verschiedenen Phasen ab.

Erst wenn man alle in der richtigen Reihenfolge durch hat und sich den Verlust eingesteht, kann man ihn verdauen. Dann hat man die Möglichkeit, dem neuen Pferd, wie es auch immer zu einem gekommen ist, eine Chance zu geben.

Wenn man die Trauer einfach wegdrückt, entstehen Kompensationen. Die in Angst beim Reiten münden können. Meist sucht man zu schnell einen Ersatz für den verstorbenen Partner, Aus Angst vor dem Loch, das auf einmal im eigenen Leben herrscht.

Aber das Herz ist noch nicht so weit . Und oft nimmt man dem NEUEN unbewusst übel, dass er so anders ist als der ALTE. Unverarbeitete Trauer endet oft in Ärger oder Wut.

So schaukelt sich eine Abwehr-  und Angstspirale hoch.

Der Neue kann doch nicht dafür. Er ist es wert, eine Chance zu bekommen. Das gelingt aber erst, wenn man mit dem Verlust des Alten fertig geworden ist.

Wenn man nicht mehr vergleicht. Sondern sich auf die neue Herausforderungen einlässt. Das braucht Zeit. Und ein Verständnis dafür, was kaputt gegangen ist. Was man nicht so einfach ersetzen kann.

Manchmal hilft dabei professionelle Unterstützung. Sowohl in Form eines verständnisvollen Reitlehrers. Als auch in Form von emotionaler Verarbeitung. Oft müssen Sie sich auch selber aktiv entspannen. Dann kommen Sie wieder zum angstfreien Reiten.

Geben Sie sich die Zeit. Mit Geduld und Empathie. Für sich selbst.

Für das Pferd. Das Alte und das Neue….

Und dann ruft auf einmal der nächste Ausritt!

Wenn Sie Verständnis und Zeit für sich und Situation aufbringen geht es. Sie werden sehen!

Basispass Pferdekunde wird Pferdeführerschein Umgang.

Basispass Pferdekunde wird zum Pferdeführerschein Umgang
Basispass Pferdekunde wird zum Pferdeführerschein Umgang

Die FN hat sich etwas Neues ausgedacht:

Mit Inkrafttreten der neuen Ausbildungs- und Prüfungs- Ordnung 2020 wird der Basispass Pferdekunde durch den Pferdeführerschein Umgang ersetzt.

Dann wird es zwei Varianten für Reiter geben: den „Pferdeführerschein Umgang“ und den „Pferdeführerschein Reiten“. Als fachliche Erweiterung wird der Pferdeführerschein Reiten den Reitpass mit Inkrafttreten der APO 2020 ersetzen.

„Es ist unsere Verantwortung als Bundesverband für Pferdesport und Pferdezucht, Qualifikationen anzubieten, die zeitgemäß sind und dem gesellschaftlichen Wandel Rechnung tragen. Dazu gehört auch die größere Sensibilität gegenüber der Nutzung von Pferden. Die neuen Führerscheine sollen für mehr Sicherheit, Unfallverhütung und Tierwohl sorgen. Sie sind maßgeschneidert für Menschen, die mit ihrem Pferd nicht nur auf einer Anlage, sondern auch im Gelände unterwegs sind. Ausreiten bringt es oft mit sich, dass man mit dem Pferd Straßen nutzen muss und damit zum Verkehrsteilnehmer wird. Das stellt besondere Anforderungen an Mensch und Pferd“, erklärt Thies Kaspareit, Leiter der FN-Abteilung Ausbildung und Wissenschaft, den Hintergrund für die Führerscheine.

Das heißt, der Pferdeführerschein Umgang ersetzt den Basispass ab 2020 als Zulassungsvoraussetzung für höhere Reitabzeichen.

Zum Beispiel für die Abzeichen ab der Klasse 5 für Reiten, Fahren, Voltigieren und Longieren. Beim Westernreiten ist er die Zulassungsvoraussetzung ab Klasse 4.


Der Pferdeführerschein Umgang besteht aus einem Vorbereitungslehrgang mit abschließender Prüfung analog dem bisherigen Basispass. Der „alte“ Basispasskurs findet vom 14.09.19 bis 28.09.19 in gewohnter Form bei uns auf dem Kinesiologiehof statt. Sie können einen Kursplatz ab sofort hier buchen.

Der „neue“ Pferdeführerschein Umgang wird dann ab Frühjahr 2020 bei uns stattfinden. Im Herbst 2019 soll es vom Landesverband Pferdesport Berlin- Brandenburg Informationsveranstaltungen für interessierte Trainer geben.

Da werde ich mich dann informieren, welche inhaltlichen und formalen Änderungen wichtig werden.

Aber am Sonntag, den 14.04.19 ist erstmal die Abschlussprüfung des aktuell laufenden Kurses.

Ein Kurssystem für Reiter entsteht

Ein Kurssystem für Reiter entsteht
Dehnung des vorderen Oberschenkels

Zuerst war es eine Idee.

Wie wäre es, wenn man alle Reiter unabhängig von der Größe Ihres Geldbeutels mit Angeboten erreichen würde, mit denen sie ihr Reiten verbessern können? Und zwar egal wo sie sind. Mit und ohne Pferd. In der Pause, auf dem Weg zur Arbeit, im Stall oder abends im Wohnzimmer. Das war der Grundgedanke. Ich dachte an eine Art Kurssystem für Reiter.


Das Internet ist voll von Tipps und Anregungen. Viele sind einprägsam und gut nachzumachen. Einige sind aber eher von zweifelhafter Qualität und schwer nachzuvollziehen.

Wie also die Spreu vom Weizen trennen? Die Auswahl, welche Fortbildungstools er nutzt, trifft jeder Reiter für sich und sein Pferd alleine. Manchmal bekommt er einen Tipp von Stallkollegen oder befreundeten Reitern. Manchmal rutscht er eher zufällig auf eine Seite und weiß gar nicht so genau, wie er dorthin gekommen ist.

Ich stelle immer mehr fest, dass es eine größer werdende Gruppe von denkenden Reitern gibt.

Die nicht mehr fraglos alles hinnimmt, was der Reitlehrer vorgibt, sondern ihren eigenen Weg sucht. Da gibt es auch sicher welche, denen es gut täte, längere Zeit bei einem Reitlehrer ihrer Wahl zu bleiben und nicht, sobald es schwierig wird, zur nächsten Meinung zu springen.
Aber die Reiter, mit denen ich in den letzten Jahren zu tun hatte, haben ein erstaunliches Wissen über das, was sie tun. Über die Anatomie des Pferdes, Wirkungszusammenhänge und Technik des guten Reitens. Und mit denen macht es Spaß zu arbeiten. Für diese Interessierten schafft ReitClever.de ein Kurssystem für Reiter.
 
Wobei gutes Reiten immer im Auge des Betrachters liegt. In meinen Augen ist gut, wenn das Pferd durch die Arbeit mit dem Menschen schöner und gesünder wird. Und wenn beide an ihrer Arbeit Spaß haben und sich keiner auf Kosten des Anderen auf eine höhere Stufe stellen möchte.
 

Genau da möchte ich mit meinen Kursen ansetzen.

Als Physiotherapeutin, Kinesiologin und Reitausbilderin habe ich vor allem anatomisches und funktionelles Wissen über den menschlichen Körper und die Funktionsweise des Gehirns.
Gerade wenn Angst ins Spiel kommt und das ist häufiger, als man sich eingestehen möchte, funktionieren einfache Handlungsanweisungen wie „hör´ auf zu klemmen“, „mach das Bein lang“ nicht mehr. Das Gehirn schaltet, wenn es Gefahr wittert, in den sogenannten Überlebensmodus. Und aus dem kommt der Gehirnbesitzer nicht so leicht heraus. Erst wenn der Stress vorbei ist, kann er ans Durchatmen denken und dadurch sich und sein Pferd wieder entspannen.
 
Angstfrei reiten kann man, wenn man körperlich und geistig fit ist. Wenn man sich und seine Mechanismen kennt und fühlt, wann man gut drauf oder wann man angespannt ist. Pferde merken das sofort und reagieren darauf. Ihnen können wir nichts vormachen.

Also setzen die Angebote von ReitClever.de genau an der körperlichen und mentalen Fitness des Reiters an.

Ziel in diesem Kurssystem für Reiter ist immer der optimale Sitz des Reiters, der das Pferd fördert statt einengt. Als Einstieg in die Kursreihen dienen der Fitnesscheck für Reiter und der Mentalcheck für Reiter. In beiden Tests kann man sich einen Überblick verschaffen, wie der aktuelle Ist- Stand ist. Dann weiß man wo man für eine bessere Figur auf dem Pferd ansetzen kann.

Als Nächstes kommen die auf beide Tests aufbauenden Kurse. Passend zu den Ergebnissen kann sich jeder Clevere Reiter das Modul in dem Kurssystem für Reiter aussuchen, was zu ihm passt.
 
Also seid gespannt und bleibt dabei!

Ich freue mich jetzt schon über jeden einzelnen Schritt, den es vorwärts geht.

Und das Spannende daran ist: Je mehr ich mich in diese Richtung  bewege, desto mehr Menschen sehe ich, die auch in diese Richtung blicken.
 
Durch meine Fitness- für- Reiter- Brille entwickeln sich neue Projekte: So wird es in diesem Jahr erstmalig am 5.10.19 den Tag der Cleveren Reiter geben. Dieser Tag wird als Forum gestaltet. Mehrere Referenten werden aus ihrer Sicht über den Sitz des Reiters erzählen und ihr Ausbildungskonzept vorstellen. Denn wie sagte eine befreundete Trainerin vor kurzem so schön? „ Wenn der Sitz stimmt, kommt der Rest ganz einfach von allein.“
 
Geht es am 05.10.2019 um den Reitersitz unter biomechanischen und trainingstechnischen Gesichtspunkten, wird im nächsten Jahr am 03.10.2020 der Sitz des Reiters unter dem Einfluss von Angst beleuchtet. Psychomotorik und Stress werden da eine Rolle spielen. Auch für diesen Tag gibt es schon potenzielle Dozenten.
 
In der Vorbereitung auf das neue Projekt war ich auf der „Partner Pferd“ in Leipzig und im Februar 2019 auf der neuen „Pferdemesse Magdeburg“.  Und ich bin positiv überrascht, was sich in der Pferdeszene gerade bewegt. Es zeigten sich viele moderne Ideen, so dass ich überzeugt bin, dass es viele Menschen gibt, die sich durch überarbeitete Ansätze überzeugen lassen.

Besser ausgedrückt: nur das Konzept von ReitClever ist neu.

Es bietet ein eigenständiges Kurssystem für Reiter. Der Inhalt baut auf der Funktionsweise des Körpers auf. Denn menschliche Anatomie ist nun mal menschliche Anatomie. Auf jeden Fall soll die Form des Herangehens auch für Menschen ohne anatomische oder medizinische Ausbildung verständlich sein.
 
Deshalb entsteht noch die „Hohen Schule“. Die dort angebotenen Kurse finden auf dem Kinesiologiehof Zossen statt. Sie beinhalten anatomische relevante Grundlagen für Reiter und drauf aufbauende Trainingselemente, die fortgeschrittene Reiter weiter bringen. Dabei geht es dann zum Beispiel um BrainGym® oder Spiraldynamik® für Reiter. Aber bis das soweit ist, wird noch etwas Zeit vergehen.  

Bleibt gespannt und vor allem dabei 🙂

Bis dahin,
 
 
Corinna von ReitClever.de

Ernährung für Reiter

Setzen wir in der Ernährung für Reiter dieselben Maßstäbe an wie für unsere Pferde?
Ernährung für Reiter

Reiter sind ein spezielles Volk:

Sie erstellen Fütterungstabellen für Ihre Vierbeiner und rechnen die Grundversorgung mit Vitaminen und Mineralien bis auf die Kommastelle aus. Sie wissen über Calcium- Phosphor- Verhältnisse oder Eiweißüberschüsse Bescheid. Leicht fällt es Ihnen, nahezu wissenschaftliche Vorträge über den Fruktangehalt im Weidegras zu halten.

Sie tun alles für Ihre geliebten Pferde was geht. Durch die optimale Unterbringung im Stall Ihrer Wahl und teures Zusatzfutter für oder gegen das eine oder andere Symptom ist ihr Kontostand oft klein. Deshalb muss das eigene Essen häufig günstig vom Discounter sein. Die Berechnung ihres eigenen Energiebedarfes oder die grundlegende Versorgung mit den wichtigsten Nährstoffen wird häufig außer acht gelassen. 

Ich stelle immer wieder fest, dass es vor allem zwei Varianten in der Ernährung für Reiter gibt:

Wahllos alles, was billig ist, süß schmeckt und satt macht ohne einen Gedanken daran, wie es den Tieren, die die eingeschweißte Presswurst aus dem Kühlregal geliefert haben, wohl ergangen ist. Dass melassiertes Müsli für die Pferde Gift ist weiß jeder, Aber überzuckerte Haferflocken im eigenen Müsli oder Zuckerersatzstoffe in billigen Müsliriegeln sind für Menschen egal.

Die andere große Gruppe, möchte nicht zu viel Gewicht auf die Waage bringen und hält sich an die Low- Carb- Richtung. Das heißt für den Darm wichtige Kohlenhydrate und Ballaststoffe werden durch (meist tierische) Eiweiße ersetzt. Häufig sind es Würstchen, die zu allen Gelegenheiten verzehrt werden.

Eine besondere Spezies sind die Veganer, ob reitend oder nicht reitend. Jeder anders essende Mitmensch wird darüber belehrt, wie schädlich die Massentierhaltung für die Natur und Umwelt sind. Wie schlimm die Verhältnisse in den Massentierhaltungen sind.

Ist sie ja auch. Aber ich finde den Ton oft schwierig, mit dem Käse und Fleisch essende Menschen angefeindet werden, ob sie es hören wollen oder nicht.

Denn schauen wir mal genauer hin:

Um die durch den Verzicht auf tierische Eiweiße entstehenden Versorgungslücken zu schließen, müssen Ersatzstoffe zu sich genommen werden. Und das werden sie oft in Pillenform. Gut wenn es Plastikröhrchen sind, in denen die Brausetablette übereinander gestapelt sind. Aber meistens sind die Tablettchen einzeln in Alublistern eingeschweißt.

Auch Zwischenmahlzeiten in Form von Nüssen oder getrocknetem Obst sind oft in Miniportionen verpackt und in Alu eingeschweißt. Ich kenne Veganer, die argwöhnen, auch bei großen Feiern nicht genug zu bekommen. Ein Großteil des angebotenen Essens, was tatsächlich vegan gekocht wurde, bleibt stehen, weil man Böses vermutet. Stattdessen werden Dutzende von kleinen Tütchen geöffnet, der Inhalt verzehrt und anschließend weggeschmissen.

Ich kenne auch Vegetarier und Veganer, die gut essen, keine Mangelversorgung mit bestimmten Stoffen haben und wenig Müll produzieren. Wenig tierische Eiweißstoffe zu sich zu nehmen und schauen, WO Wurst und Käse herkommen, ist sicherlich eine gut Idee.

Wer sich wie versorgt ist eine Frage des persönlichen Geschmacks und der persönlichen Bedürfnisse.

Jeder Mensch ist anders und jedes Verdauungssystem reagiert auf andere Dinge.

Aber wir haben nur diese eine Welt. Und was hindert uns Reiter daran, unsere eigene Welt mit den Maßstäben zu messen, mit denen wir die Ernährung unserer Vierbeiner kontrollieren? Dadurch schaden wir unserer Erde so wenig wie möglich.

Als Grundregel bei Pferden gilt: Ausreichend hochwertiges Heu in der Grundversorgung.

Das Pferd hat einen gemessen an der Körpergröße sehr langen  Darm, weil es seine Energie aus Faserstoffen zieht. Deshalb brauchen sie auch langfaserige Halme, um diese Funktion zu erfüllen.

Was für eine Darmlänge hat ein Mensch?

Eine mittlere Länge, was ihn als Mischkostesser charakterisiert. Das heißt, dass er auch von Allem etwas bekommen muss, um gesund zu bleiben: Kohlenhydrate, Obst und Gemüse und Eiweiß. Das alles in unterschiedlichen Gewichtungen. Zucker ist dabei der einzige Stoff, den er nicht braucht, weil der aus Stärke selber gewonnen werden kann. Dabei werden Zucker oder Zuckerersatzstoffe nahezu jedem Fertigprodukt zugefügt, weil es dann besser schmeckt. Glukose-Fruktose- Sirup ist das Teufelszeug, was den Stoffwechsel durcheinander bringt. Der Brustansatz bei Jungen und eine dicke Fettschicht gehen auf sein Konto.

Circa fünf Meter Dünndarm gewährleisten, dass die erforderlichen Stoffe aus der Nahrung aufgenommen werden können. In dem circa 1,5 Meter langen Dickdarm wird der Speisebrei so entwässert und komprimiert, dass der unverdauliche Rest als Kot wieder ausgeschieden werden kann.

Durch Millionen von sogenannten Darmzotten im Inneren hat er eine sehr große Oberfläche, die eine Kontaktfläche mit der Außenwelt darstellt. Tonnenweise Nahrung und Zehntausende Liter Flüssigkeit reisen im Laufe eines Lebens durch den Darm. Diese bringen häufig Krankheitserreger und Giftstoffe mit, die der Darm herausfiltert, bzw. verhindert, dass sie in das Körperinnere gelangen. Das ist entscheidend darüber, ob der Darmträger gesund bleibt oder nicht.

Um uns und dem Darm zu helfen, können wir zusehen, dass unsere Ernährung für Reiter qualitativ hochwertig und so unbelastet wie möglich ist.

Gelingt das mit chemischen Zusatzstoffen, gespritztem Obst, Gemüse und Getreide aus hochgradig überdüngten Böden?  Abgesehen davon, was das für die Insektenwelt bedeutet.

Eine bessere Idee wäre, die eigene Ernährung auf Bioprodukte umzustellen. Damit entlastet man den eigenen Darm, die Umwelt und auch die in der Bioproduktion eingesetzten Tiere.

Bio ist nicht gleich Bio und schwarze Schafe gibt es auch in diesem Zweig.

Aber wenn ich als denkender Reiter denselben Sachverstand für meine Ernährung einsetze wie für die meines Pferdes, kann ich auch bessere Ergebnisse erwarten.

Auch Bio kann günstiger sein, wenn ich genau hinschaue. WAS ich in WELCHEN Mengen verzehre, wenn ich auf Fertigprodukte verzichte und selber koche. Ein paar abgewaschene Äpfel als Zwischenmahlzeit machen bestimmt genauso satt, wie in Alu eingeschweißte gefriergetrocknete Apfelringe, die schon in der Herstellung viel Energie kosten.

Milchprodukte werden gerne als gesund beschrieben und als Zwischenmahlzeit gegessen. Gerade bei Joghurts gilt: Je kleiner und portionierter, desto mehr Abfall. Wählen Sie dort das Mehrwegglas, was man  gespült als Pfandglas zurückgeben kann. Ein 500 Gramm Glas in Bioqualität kostet umgerechnet nicht mehr als 8 Fruchtzwerge, die meist noch völlig überzuckert sind.

Ob Milchprodukte wirklich gesund sind, möchte ich an dieser Stelle nicht diskutieren.

Von Klein auf wurde uns das von unseren Eltern und Großeltern beigebracht. Es gibt Ernährungsexperten, die für die steigende Anzahl von chronischen Darmerkrankungen Milchprodukte verantwortlich machen. Kanada hat Milchprodukte gerade aus der aktuellen Ernährungspyramide, die nun als Teller abgebildet ist, gestrichen.

Aber auf jeden Fall geht es den Milchkühen schlechter als unseren Wohlstandspferden. Sie werden nach der Geburt von ihren Müttern getrennt, wachsen ohne Muttermilch auf, weil die für uns gebraucht wird.  Und wenn die Milchkuh so ausgemolken ist, dass sie auf eigenen Beinen kaum noch stehen kann, wird sie zum Schlachter gebracht.

Wollen Sie das unterstützen?

Ist es ein Leben und ein Ende, das Sie auch Ihrem  Pferd wünschen würden?

Wir Reiter messen oft mit zweierlei Maß.

Oft unbewusst. Aber die Maßstäbe, die wir für unseren Pferde ansetzen, lassen wir noch nicht einmal für uns selbst gelten.

Also wachen Sie auf: Schauen Sie sich mit offenen Augen um und gucken, wie Sie Ihre Welt ein bisschen besser machen können.

Falls Sie das wollen, bekommen Sie noch einen Joker dazu: Wenn Sie sich selber besser ernähren, wird sich Ihr Darm entspannen. Dadurch werden Sie lockerer im Becken und Rückenbereich und sitzen elastischer auf dem Pferd.

So hilft Ihre verbesserte Ernährung für Reiter auch Ihrem Pferd!

Und wenn Sie Lust auf noch mehr Ideen haben, wie Sie es leichter für sich und Ihr Pferd machen können: Schauen Sie sich das kostenlose 21 Tage Programm für Reiter an. Wenn Sie auf den unterstrichenen Link klicken, bekommen Sie Drei Wochen lang täglich eine Email, in der es um Ernährung, körperliche und mentale Fitness für Reiter geht.