Der Oktober 2019 war bunt- oder alt Bewährtes neu verpackt!

Das Herz erwärmende Feedback für den Tag der Cleveren Reiter

Wenn bei Sonnenschein und blauem Himmel gelbe und rote Blätter an den Bäumen sind, nennt man den Oktober golden. Allerdings mussten wir auf diese besonderen Tag warten, denn die ersten Oktobertage brachten richtig viel Regen.

Gut für die Wiesen und Wälder. Aber schlecht für so manche Pferdepaddocks, die teilweise durchmatschten. Deshalb fanden es unsere Pferde bei den ersten kühlen Frostnächten gut, seit März mal wieder in unserem Stall zu übernachten.

Eher bunt war der Oktober für mich und meine Kursplanung.

Denn am 04.10.19 war die Abschlussprüfung des Herbstkurses Basispass Pferdekunde. Die Prüferin zeigte sich angetan vom Wissensstand der Prüflinge und ließ sich Vieles ganz genau erklären. Nach dem Vorstellen der Pferde auf der Dreiecksbahn ging es zu den Stationsprüfungen: Anatomie, Putzen und Trensen am Pferd. Im Stall dann Haltung und Fütterung.

Weiterhin bot sich Ferdinand im Bullenstall an, um sich satteln zu lassen. Ein weiteres Thema waren typische Pferdekrankheiten, deren Anzeichen die Prüflinge erklären sollten. Bilder von dem Tag und vom Oktober findet Ihr unter dem Link Impressionen.

So verging der Nachmittag schnell. Alle Teilnehmer haben sicher bestanden und dürfen jetzt mit Stolz die Abzeichennadel für den Basispass tragen.

Der wird ab 2020 nach Inkrafttreten der neuen APO Pferdeführerschein Umgang heißen. Vom Inhalt ändert sich wenig: Alt Bewährtes neu verpackt.

Genauso kurzweilig verlief der Tag der Cleveren Reiter am 05.10.19.

Acht Stunden sorgten für eine Menge Input für die Teilnehmer. Und die hörten aufmerksam zu.

Im Vorfeld habe ich darüber nachgedacht, ob es nicht zu anstrengend werden würde: Vier Vorträge zum Thema Sitzschulung und Gesundes Reiten für Mensch und Pferd standen auf der Tagesordnung. Aber wenn man neue Inhalte mit vorhandenem Wissen verbinden kann, ist man gedanklich dabei. Alt Bewährtes neu verpackt galt auch für die Quintessenz der qualitativ hochwertigen Vorträge.

Daher war ich positiv überrascht, wie schnell die Zeit verging. Denn 4 x 1,5 Stunden können  lang werden. Doch der Inhalt der Premiere war augenscheinlich gut ausgesucht. Außerdem waren die Cleveren Reiter motiviert und aufnahmefähig. Darüber hinaus haben wir uns bemüht, in jedem Abschnitt praktische Übungen und Elemente für Selbsterfahrung unterzubringen.

Als Nicole Puhlmann, Beate Petrick und ich uns am Ende über den Tag unterhielten, waren wir alle überrascht, wie schnell die Zeit vergangen ist. Nichtsdestoweniger darüber, wie konzentriert und aufmerksam die Zuhörer alles aufgenommen haben.

Anregungen für eine bessere Kommunikation auf dem Pferd bekamen sie in voller Bandbreite. So war das schön zu sehen und anzuhören. Genauso schön liest sich die Bewertung der Teilnehmer, die sie auf der Feedbackwand gelassen haben (Siehe Beitragsbild). Richtig warm wurde mir ums Herz, als ich das dort und bei Facebook gelesen habe.

Augenscheinlich haben wir alles richtig gemacht.

Leckeres Essen draußen unter der überdachten Remise, um durchzuatmen und wieder aufnahmebereit zu werden. Die gemütliche Atmosphäre lud zu interessanten Gesprächen ein.

Selbstverständlich haben wir Ausbilder uns im Vorfeld genau abgesprochen, wer was erzählt. Trotzdem war  überraschend, wie gut die Vorträge zueinander gepasst haben. Teilweise hat Nicole Puhlmann im Plauderton genau das hervorgehoben, was Beate Petrick und ich im theoretischen Teil vorbereitet hatten. So blieb der wesentliche Inhalt hängen.

Damit ist die Premiere gelungen. Alt Bewährtes neu verpackt. Natürlich freut mich das total! Daher wird es am 03.10.2020 den zweiten Tag der Cleveren Reiter geben. Dann geht es um das Thema angstfreies Reiten.

Das Konzept hat sich bewährt:

Es wird mit drei oder vier Ausbildern wieder eine geballte Ladung Fachwissen geben.

Ein Thema in vier Vorträgen, das ist nachhaltiger Input. Wenn man versierten Trainern zuhören kann, die sich auf dieses Thema spezialisiert haben.

Aus diesem Grund  war ich am 26.10.19 auf Gut Hanum  bei Dr. Kristina Gerber. Dort gab es einen Sitzschulungstag mit Julica Valentiner aus Hamburg. Sie hat sich auf das Körpergedächtnis spezialisiert. In ihrem Konzept Sitz- Kunst zeigt sie Techniken, um ungünstige Erfahrungen aus dem Körpergedächtnis zu lösen. So kann man danach locker und befreit aufs Pferd steigen und kommt auf ganz andere Art zum Schwingen. Sehr spannend zu sehen und zu fühlen. Wer Lust hat, mehr darüber zu lesen, kann das unter Ruhezeit ist Fortbildungszeit tun. Denn Julica  wird am 03.10.20 wahrscheinlich auch ein Teil des Ausbilderteams sein Ich freue mich schon!

Last but not least war in den Herbstferien wieder Ponycampzeit.

Üben für den Reiterpass. Gut ausgebildete Ponies auf einem großen, gut angelegten Geländeplatz.

Was passt besser zum Herbst als ein frischer Galopp auf einer Wiese geschmückt von strahlenden Pony- und Kinderaugen?

Das Wetter war auch hier gemischt. Üben auf dem Geländeplatz im strömenden Regen. Dafür die Prüfung mit Sonnenschein und nahezu Altweibersommertemperaturen.

Wie schon in den Sommerferien gesehen vollbringt das Team vom Ponycamp Glau Großes. Die Herausforderung, alle Prüfungskinder mit dem richtigen Pferd zu versorgen, haben sie gemeistert. Denn es haben auch Gastkinder ihre eigenen Ponies mitgebracht.

Leider bestätigten sie in diesem Fall das Vorurteil, das man teilweise auch im Freizeitbereich sieht. Wenn mehr oder weniger ausgebildete Pferde ihre Reiter herunterbocken, ist das wenig schön zu sehen. Falls das an der ungewohnten Umgebung und dem Umstand liegt, dass die Reitpassteilnehmer auch üben müssen, sich flott von der gesamten Gruppe zu entfernen, ist das eine Erklärung. Aber auch die sorgt für Frust beim Kind.

Wenn man dagegen die Idee bekommt. dass die Ponies zu wenig ausgebildet sind, um ein guter Partner zu sein, ist das schade. Denn eigentlich sollen Kinder lernen, entspannt und selbstverständlich auf einem Tier zu agieren. Alt Bewährtes neu verpackt passt auch hier! Dagegen finde ich richtig traurig, wenn die Pferde durch falsches Reiten inzwischen Rückenschmerzen haben oder so unrund laufen, dass es zu den heftigen Reaktionen kommt.

Dann kommt es zu Tränen und letztendlich zu Angst. Auch bei den Pferden. Das kann nicht im Sinne eines verantwortungsvollen Umgangs mit dem tierischen Partner sein.

Als die Kinder dann auf den ponyhofeigenen Pferden saßen, veränderte sich alles: Der vorsichtige Sitz und die Einwirkung wurden selbstbewusster. Auch ein Strahlen machte sich auf den Gesichtern breit, wenn es gut klappte.

So kann man reiten lernen.

Wenn das Pferd die Reaktionen spiegelt und auf die richtigen Hilfen reagiert. Eher weniger wenn man sich auf sein Pony nicht verlassen kann. Das führt zu Angst. Auch bei Erwachsenen mit ähnlich wenig ausgebildeten Pferden.

Letztendlich ging alles gut aus. Es gibt jetzt 5 glückliche Besitzer des Reitabzeichens 10, sechs stolze Reitpassinhaber und 7 neue Basispassträger. Das ist mal eine Hausnummer!

Das steigert meine Motivation, weiterzumachen. Es geht nur, wenn man sich Zeit für die Grundausbildung nimmt. Bei Reiter und Pferd. Dazu eignet sich die Skala der Ausbildung. Die gibt es übrigens für Reiter und Pferd! Alt bewährtes neu verpackt. Auch wenn sie schon seit Anno Duz in Reitabzeichenprüfungen abgefragt wird. Sie hat nichts von ihrer Aktualität verloren.

Gar nichts wie die Tage im Ponycamp zeigen. Natürlich darf man sich auch Unterstützung von einem erfahrenen Ausbilder holen. Kein Einsteiger kann alles wissen. Aber er hat die Verpflichtung, sein Pferd dahin zu bringen, dass es ihn schmerzfrei tragen kann. Und das geht nur mit einer fundierten Ausbildung. Für Reiter und Pferd.

Wer jetzt auf den Gedanken kommt. daß auch ein Reiter etwas für sich tun kann, findet hier ein paar Ideen dazu (Zum Lesen auf den blauen Link klicken). Oder er holt sich ein paar Anregungen in den Kursen für Reiter.

Bis dahin,

Corinna von ReitClever.

PS: Bilder von all dem findet Ihr auf der Seite Impressionen.

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