Juchu, es geht wieder los! Newsletter April 2021

Trotz des aktuellen Hin und Her auf Grund der Corona Zahlen konnte der Pferdeführerschein Umgang im März stattfinden.
Üben für den Pferdeführerschein Umgang im März 2021

Kleiner Aprilscherz: Denn so sollte der Newsletter für den April eigentlich beginnen. Nach langem Hin und Her mit dem Ordnungsamt erreichten mich Mitte März außerordentlich gute Nachrichten: der NEURO-RIDER Kurs vom 30.3.-01.04.21 mit Marc Noelke in Köln wurde genehmigt!

Dann Anfang letzter Woche die Ernüchterung: Auf Grund der Inzidenzzahlen von über 110 in Köln wurde der Kurs abgesagt. Anders gesagt sollen wir uns nun die Theorie online abholen und die praktischen Übungen werden auf Mai verschoben.

Dieses Hin und Her!

Dafür kann niemand, denn die britische Virusvariante scheint auf dem Vormarsch zu sein. D.h. im Moment liegen vor allem jüngere Menschen mit dieser Mutation auf den Intensivstationen, da die Alten inzwischen alle geimpft sind. Dieses Szenario hatten Experten schon vor einigen Wochen voraus gesagt. Ich verstehe die Angst vor der Überlastung der Intensivstationen. Aber ich verstehe auch den Unmut, der sich nach den verstärkten Lockdownmaßnahmen überall entlädt.

Was mich aber tatsächlich nervt ist die Planungsunsicherheit, die dieses Hin und Her schafft.

Wenn ich weiß, ab wann es wieder losgeht, kann ich meine Pläne darauf abstimmen. Nach den Erfahrungen des letzten Jahres vertraue ich darauf, das das Nachholbedürfnis der Menschen groß sein wird. Alle jetzt verschobenen Termine oder unmögliche Buchungen werden nachgeholt.

Aber Zugticket buchen, stornieren, erneut buchen. In der Unsicherheit, dass die nun gebuchte Fahrkarte vielleicht auch wieder hinfällig wird… Hotelzimmer buchen, stornieren, neu buchen….

Wahrscheinlich sind das Luxusprobleme in dieser unruhigen Zeit.

Viele Menschen und auch Reiter haben gerade viel existenziellere Probleme, weil sie nichts machen dürfen. Keinen Reitunterricht, keine Kurse, keinen Schulbetrieb für die trotzdem hungrigen Schulpferde.

Gastronomie und Hotellerie sind auf unbestimmte Zeit geschlossen.

Konzertbesuche? In weiter Ferne, obwohl es Öffnungskonzepte gibt.

Bis jetzt hatte ich Glück, dass wir in Brandenburg leben. Im März wurde bei mir auf dem Hof der Pferdeführerschein Umgang genehmigt. Dabei hatten wir sehr motivierte und disziplinierte Teilnehmer, die auch während des praktischen Übens draußen eine Maske trugen.

Mir gefällt jedes Mal die bunte Mischung, die bei diesen Kursen zusammen kommt. Es waren zwei Mädels, eine mit viel und eine mit lange zurück liegender Reiterfahrung dabei. Dann gab es geübte Reiterinnen, die später die Reittherapeuten- oder Richterlaufbahn einschlagen wollen. Demgegenüber gab es auch absolute Einsteigerinnen, die eigentlich mit ihren halbwüchsigen Kindern ein paar spannende Tage erleben wollten. Aber die beiden 15 Jährigen fanden einen Pferdeführerschein uncool, so dass die Mütter beschlossen, sich ohne Kinder eine schöne Zeit zu machen.

Das ist ihnen auch gelungen. Denn weil sie so unbedarft herangingen und ganz genau gemacht haben, was ihnen gezeigt und erklärt wurde, ging das auch in der Prüfung gut. Sie und alle anderen haben das wirklich gut gemacht!

Sicherlich waren alle aufgeregt. Aber das Hauptaugenmerk der Prüferin liegt darauf, wie die Teilnehmer mit unserem Partner Pferd umgehen. Ob sie die Eigenarten des Fluchtieres Pferd beachten und wie sie mit dem Pferd interagieren. Selbstverständlich sieht sie, ob jemand Erfahrung hat oder ein Einsteiger ist und oft noch volle Konzentration braucht.

Auch wurde der Pferdeführerschein Umgang von der FN ganz bewusst als BASISKURS konzipiert.

Ein Einsteiger soll den richtigen Weg in den Pferdesport finden. Das gelingt mit den Kursinhalten gut.

Ich finde es auch gut, wenn man sich auf den Weg zum Pferd mit entsprechenden Hinweisen macht. Wenn man von Anfang an lernt, worauf man achten muss und wobei etwas schief gehen könnte. Denn der Umgang mit 600 Kilo Lebendgewicht sollte von Anfang an sicher gestaltet werden. Auch wären viele gesundheitliche Probleme unserer Freizeitpferde durch mehr Wissen vermeidbar.

Alles gut gelaufen!

Am Ende waren alle Teilnehmerinnen glücklich und hielten stolz ihre Urkunde in den Händen.

So konnten wir den Abend in Ruhe ausklingen lassen. Natürlich mussten wir Hände schütteln zur Gratulation auf Grund der aktuellen Situation unterlassen. Aber freuen geht auch auf Abstand!

Da sich der Kurs so schnell gefüllt hat, läuft jetzt schon die Anmeldung für den nächsten Durchgang. Auf Grund der hohen Nachfrage wird der Kurs noch einmal im Sommer und Herbst stattfinden. Sechs Plätze im Juni und zwei im September sind schon vergeben.

„Einfach besser reiten trotz Angst“ und „Einfach besser reiten mit Balance“, die für April geplant waren, die für April geplant waren, werde ich auf den 10.07.2021 und den 30.10.21 verschieben, damit es kein Hin- und Her mit Zu-und Absagen gibt.

Jedes Bundesland hat andere Corona-Regelungen.

Ob Kurse erlaubt sind und wenn ja mit wie vielen Teilnehmern ist von Region zu Region verschieden. Reitunterricht darf eigentlich überall als Einzelunterricht, aber nur in manchen Gegenden in kleinen Gruppen stattfinden. Ob der Unterricht dann überdacht in der luftigen Reithalle oder nur draußen stattfinden darf, ist von Bundesland zu Bundesland verschieden. Ich lese oft, dass Ordnungsämter in den einzelnen Landkreisen unterschiedliche Auffassungen von dem haben, was erlaubt ist. Manche Module dürfen durchgeführt werden, manche Beriebe und Reitlehrer dagegen bekommen Ärger und werden verwarnt.

Dass das insgesamt eine unschöne und schwierige Situation ist, bleibt unbestritten. Da sich viele Reitlehrer von ihren Verbänden und Regionalvertretungen schlecht vertreten fühlen, formiert sich bei Facebook gerade eine Interessengemeinschaft für Reitlehrer. Es soll darum gehen, sich untereinander zu informieren, abzustimmen und auch geschlossen als Vereinigung aufzutreten. Geeint erreicht man in Verhandlungen mit politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsträgern mehr. Denn machen wir uns nichts vor: viele Existenzen, die hauptberuflich von Pferden leben, sind aktuell gefährdet. Auch viele Schulpferde sind kurz davor, nicht mehr finanziert werden zu können.

Wer Lust hat, an der Interessengemeinschaft für Reitlehrer teilzunehmen kann mich anschreiben. Dann stelle ich den Kontakt her.

In den letzten Wochen gab es viele Beiträge, wie es vor einem Jahr war, als der erste Lockdown begann. Es war wärmer im März 2020 als jetzt und ich kann mich noch gut erinnern, wie voll es an dem Montag dieser geschichtsträchtigen Woche in der Berliner Einkaufsstraße war, in der ich arbeite. Zwei Tage später, am ersten Tag des Lockdowns war es dann gespenstisch ruhig: alle Läden zu und keine Menschen mehr an den Tischen der Cafés auf der Straße. Eigentlich konnte ich mir schon damals nicht vorstellen, dass dieser Zustand überhaupt einmal eintreten wird. Geschweige denn, dass man sich daran und das damit einhergehende Hin- und Her gewöhnt.

Und trotzdem sind wir ein Jahr später immer noch mitten drin.

Wenn ich mir die Zahlen und die häufig wechselnden Vorgaben der Politiker ansehe, habe ich leider nicht das Gefühl, dass uns dieser Zustand jemals wieder verlässt. Über das gesamte Thema habe ich einen Artikel geschrieben: Corona, Equines Herpesvirus und Klimaerwärmung- eine Selbstregulation der Natur?

Party und Feiern auf der Straße wie gerade in Israel brauchen die meisten Reiter denke ich nicht. Aber ein bisschen mehr Normalität und Planungssicherheit wäre schön. Momentan habe noch nicht einmal das Gefühl, dass es im Sommer so werden kann wie im letzten Jahr, als wieder Veranstaltungen erlaubt waren.

Denn nicht nur mein Neuro-Rider-Kurs in Köln schwankte. Auch der Pferdefachtag Oberfranken denkt über eine Terminverschiebung nach, wenn die Fallzahlen nicht runter gehen. So ist der Landkreis Hof häufig bundesweit die Nummer Eins in der Statistik. Momentan sind sie bei 381,9 ( Stand 27.03.2021, Webseite Hof.de).

Ob das bis Ende Mai so weit runter geht, dass der Pferdefachtag möglich wird?

Ich hoffe es. Denn das Organisationsteam scheint sehr gut drauf zu sein und gibt sich super viel Mühe, einen tollen Tag auf die Beine zu stellen.

In der Vorbereitung dazu habe ich ein Video mit einer Freundin gedreht: Schaut mal rein, indem Ihr auf den Link klickt. Ich finde es wirklich gelungen und freue mich auf den 28.05.2021!

Bis bald und hoffnungsvolle Grüße für entspannte Zeiten ohne viel Hin- und Her,

Corinna von Reitclever.

#MEHRWissenfuerReiter

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