Nachhaltigkeit in der Wissensvermittlung auch in der Pferdewelt

Sicherheit, Vertrauen und Unfallverhütung sind die Themen eines Basispasskurses. Dabei kommt es auf Nachhaltigkeit in der Wissensvermittlung an.
Nachhaltigkeit in der Wissensvermittlung

War das ein September! Von Tagen mit beinahe 30 Grad und Badewetter bis hin zu Herbststürmen und Dauerregen gab er alles. Nun regnet es endlich lang anhaltend. Ein Aufatmen für Wiesen und Wälder nach den beiden letzten trockenen Sommern.

Dabei bleibt zu hoffen, dass sich die Wiesen von der brandenburgischen Graukresseflut erholen können. Jetzt heißt es noch einmal Graukresse rupfen soweit das Auge reicht. Das geht bei nassem Boden leichter. Also wird das im Oktober ein Punkt auf der Tagesordnung sein.


Auch sonst hatten wir einen bunten September.

Der diesjährige Basispasskurs war genauso abwechslungsreich wie das Wetter. Denn vom Schwitzen in der Sonne bis zur klitschnassen Kleidung auf der Dreiecksbahn haben wir alles erlebt. Eigentlich hatten wir meistens Spaß.

Ich finde es immer faszinierend, wie es manchmal fast wie von alleine läuft. Wenn eine Gruppe von interessierten Pferdefans zusammen kommt, die sich nach kurzer Zeit gut versteht. Dann funktioniert der fachliche Austausch. Als Kursleiter schiebt man manche Themen nur an und lässt laufen.

Außerdem kann der Lehrgangsleiter bestimmen, über welche Themen in welcher Gewichtung
gesprochen wird. Die FN gibt Inhalte und Prüfungswissen vor. Natürlich geht es vor allem um Unfallverhütung und Sicherheit. Aber auch zum großen Teil um die Gesunderhaltung des Pferdes. Denn nur wenn man die Bedürfnisse von Pferden kennt, kann man entscheiden, welche Haltungsform die Beste ist. Weiterhin, ob es in dem Stall, wo man sich aufhält, rund läuft. Oder ob es dort womöglich Abläufe und Umstände gibt, die weniger artgerecht für das Pferd sind. Je mehr man über sich und Pferdetypen weiß, desto eher kann man im Vorfeld überlegen, welches Pferd das Richtige sein könnte. Wenn man all das vorher überlegt und sich mit offenen Augen umschaut, bleibt einem manche Überraschung erspart.

So ist jeder Kurs anders hängt von den vorherrschenden örtlichen Gegebenheiten ab.

Mir machen diese Kurse viel Spaß. In diesem Durchgang habe ich zum ersten Mal Themen an die Kursteilnehmer verteilt. Daraufhin hat jeder ein paar Minuten über eine Giftpflanze seiner Wahl referiert. Haben sie richtig gut gemacht.

Ob das Ganze dann zu einem „bestanden“ reicht, entscheidet sich am Freitag. Dann haben wir Konstanze Dassler vom Landesverband Berlin Brandenburg als Richterin für die Abschlussprüfung da. Doch wir sind alle optimistisch. Eindrücke von dem Kurs gibt es auf der Bilderseite vom Kinesiologiehof.

Obwohl das die letzte Basispassprüfung sein wird, überwiegt die Freude.

Denn es ist erst der zweite Kurs dieser Art bei uns auf dem Hof. Und gleich der Letzte. Da die FN in der APO 2020 manche Kursstrukturen überarbeitet hat, werden sich vielleicht Inhalte verändern. Dementsprechend gibt es dann ab 14.03.2020 die Kurse zum „Pferdeführerschein Umgang“. Auch das ist für mich ein Zeichen dafür, dass sich die Nachhaltigkeit in der Wissensvermittlung positiv verändert. Darüber gab es  im September zwei Blogartikel: Zum Einen geht es um nachhaltiges Wissen und zum Anderen um Klimaschutz und nachhaltiges Verhalten.

Auch habe ich den Eindruck, dass sich das Interesse der Reiter zu mehr Nachhaltigkeit in der Wissensvermittlung verändert. In den Kursen von 2019 konnte ich ein deutliches Interesse an theoretischen Inhalten wahrnehmen. Die Reitkurse bestehen immer aus einer Mischung aus Theorie und Praxis. Anfangs hätte ich mich gar nicht getraut, so viele anatomische Grundlagen in die Kurse mit aufzunehmen. Aber die Fragen und Reaktionen der Kursteilnehmer fordern genau das: Gute theoretische Grundlagen ermöglichen, praktisches Wissen anschließend besser aufzunehmen. So kann man beispielsweise sein Becken und die Kontaktpunkte zum Pferd besser fühlen, wenn man weiß, wo sie liegen und welche Funktion sie haben.

Daraus ist der Tag des Cleveren Reiter entstanden.

Der hat am 05.10.19 Premiere. Alle Referenten werden in ihrem Vortrag anatomische und theoretische Grundlagen legen. Aber sie werden auch eine Menge praktische Anleitungen geben. Denn nur wenn man sich in seinem Körper gut auskennt, kann man die richtige Muskeln ansteuern. Und beim Reiten geht es vor allem um muskuläre Steuerung. Koordination heißt das Zauberwort und ist in meinen Augen die wichtigste motorische Fähigkeit beim Reiten.

Nur wenn ich mich im Gleichgewicht befinde, kann ich auf die wechselnden Anforderungen eines bewegten Pferdes reagieren. Und das bewegt sich nicht immer so, wie wir es erwarten. Also müssen wir schnell reagieren. Außerdem müssen wir wissen, wo die Muskeln liegen, die für ein gutes Gleichgewicht und unsere Schwerpunktverlagerung angesteuert werden müssen. Nur wenn ich in der Lage bin, meinen Schwerpunkt über den des Pferdes zu bringen, kann ich ökonomisch treiben. Das hat Susanne von Dietze beim Jubiläumskongress der Akadamie des Pferdes 2008 in Warendorf schön beschrieben. Zum ganzen Artikel über die „Gesundheit von Reiter und Pferd“ geht es hier (zum Lesen auf den blauen Link klicken).

Alle am kommenden Samstag beteiligten Ausbilder aus Berlin und Brandenburg referieren über ihr Spezialthema.

Dabei geben sie Tipps aus der Praxis. Um die Anregungen auch fühlbar zu machen, haben wir Ferdinand dabei. Er wird die Sitzschulung zum Anfassen als Holzpferd geduldig tragen.

Wir hatten immer wieder Anfragen, wie man sich den Tag der Cleveren Reiter vorstellen kann. Es ist ein Tag von Reitern für Reiter, die Ihr langjähriges Wissen über Pferde und Reiter und deren Ausbildung teilen. Auch wenn der Tag ohne Pferdebeteilugung stattfindet, wird es viel praktischen Input zum Nachvollziehen geben. Denn Vieles, was einen guten Reiter ausmacht, kann und muss man erstmal ohne Pferd beherrschen.

Wer also kurz entschlossen Lust hat, bei der Premiere der geballten Ladung Fachwissen dabei zu sein und von einer Nachhaltigkeit in der Wissensvermittlung zu profitieren, kann das tun. Der Ticketverkauf ist noch bis zum 04.10.19 möglich.

Fotos von dem Tag wird es bestimmt geben. Die werden dann auch veröffentlicht.

Wer sich erstmal im kleineren Rahmen um die Fähigkeiten eines guten Reiters kümmern möchte, kann das bei der Funktionsgymnastik für Reiter am 09.11.19 und am 23.11.19  tun. Da es dann schon kühler sein wird, werden wir uns dabei ordentlich warm turnen.

Also bleibt es weiter abwechslungsreich.

Wer einfach nur so Lust hat, etwas für sich zu tun, kann mal schauen, wie fit fürs Pferd er eigentlich ist. Nach einer aktuellen Bestandsaufnahme erklärt sich manches Phänomen auf dem Pferderücken von alleine. Danach weiß man dann, wo man anpacken kann, um es besser laufen zu lassen.

Bis dahin und einen schönen goldenen Oktober wünscht Corinna von ReitClever.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.