Neue Lösungen entstehen in neuen Situationen

Neue Lösungen entstehen in neuen Situationen

Ganz ehrlich, Hand aufs Herz!

Wer hätte vor einem Monat gedacht, dass es uns einmal so ergehen könnte?

Dass die Welt still steht und auf neue Lösungen im Umgang mit dem großen C wartet?

Kontaktverbote nach Appellen zuhause zu bleiben.

Arbeiten geht nur, wer systemrelevant oder in Handwerksbetrieben tätig ist.

So kommt dem bekannten Virus in neuem Gewand die Aufgabe zu, die Welt zu verändern.

Denn das gab es seit dem letzten Weltkrieg noch nie. Social distancing statt nahe kommen.

Das ist das neue Anstandsgebot:

Winken statt Händeschütteln. Telefonieren, Mails oder Whats Apps statt persönlicher Treffen. Essen gehen und Reisen aufs Eis gelegt. Besser gesagt hoffentlich nur auf den Sommer verschoben.

Lange Zeit wusste ich selber nicht, wie ich mit der Corona – Lage umgehen sollte.

Wir haben es uns in der Familie angewöhnt, um 20.00 zusammen die Tagesschau zu sehen. Danach geht mein Sohn ins Bett.

Tatsächlich sind es erschreckende Bilder, die aus Spanien und Italien kommen.

Militärlaster, die Leichen in Krematorien abtransportieren. Überlastete Ärzte und Krankenschwestern aus Krankenhäusern und Intensivstationen. Dabei eindringliche Appelle der Mitarbeiter die Situation ernst zu nehmen und tatsächlich zuhause zu bleiben.

Auf der anderen Seite gibt es aus Ländern wie Südkorea und Japan andere Berichte. Die aus vergangenen Epidemien gelernt haben und gezielte Maßnahmen gegen eine Ausbreitung ergreifen. Beispielsweise in dem Artikel: „Japan geht ganz andere Wege“ .

Zugegebenerweise habe ich diese skurrile Situation lange nicht verstanden.

Wir haben in „normalen Jahren“ 8000- 10000 Grippetote pro Jahr.

Täglich sterben in Deutschland 2500 Menschen aus den unterschiedlichsten Gründen.

Die aktuellen Zahlen der tödlichen Corona- Ausgänge in Deutschland liegen weit darunter.

Deutschland hat ein gut funktionierendes und vor allem soziales Gesundheitssystem.

Jeder bekommt die Hilfe, die er braucht. Damit das so bleibt, gibt es die aktuelle Situation.

Die empfohlenen Hygienemaßnahmen sind gut. Es ist immer von Vorteil, sich regelmäßig die Hände zu waschen und manchmal auf Abstand zu gehen. Allerdings habe ich noch nie gesehen, dass in Supermärkten ein Spukschutz aufgebaut wird. Solange Warentrenner benutzt und Besucher angehalten werden, Einkaufswagen zu benutzen, gibt es noch Verbesserungspotential. Auch in meiner Physiotherapiepraxis gibt es seit dem Wochenende einen Spukschutz am Empfang. Neue Lösungen für neue Situationen.

Aber der Verlauf ist anders als anderswo:

Lange galten ältere, vorerkrankte Menschen als Risikogruppe. Nun liegen auf Deutschlands Intensivstationen deutlich jüngere Patienten.

Sie bekommen durch Corona eine beidseitig schwere Lungenentzündung. Bei der dann manchmal auch kein Beatmungsgerät mehr hilft. Es soll sich so anfühlen wie Ertrinken.

Man erstickt bei vollen Bewusstsein. Das tut man bei Grippe nicht.

Auch Kinder und junge, gesunde Leute soll es treffen. Deshalb diese ganzen Maßnahmen.

Neue Situationen bringen neue Lösungen. Viele Menschen hoffen, dass die positiven Effekte auch nach der Coronazeit anhalten. z.B. in dem lesenswerten Artikel „Wir wurden zum Ausatmen nach Hause geschickt. Diese Verlangsamung hat Folgen.“ von Sabrina Fox.

Andere machen sich Gedanken darüber, wie es mit unseren Grundrechten weiter geht:

Sie sehen mit Sorge, dass ein einzelner Mann im Gesundheitsministerium bald über weitgehende Spielräume verfügt, wenn das Infektionsschutzgesetz verschärft wird.

Insgesamt empfinde ich die Situation als positiv.

Die Informationspolitik meiner Netzwerke ist gut. Als IN – Betrieb der FN erhalten wir durch den Landesverband Pferdesport Berlin Brandenburg Mails über die aktuellen Maßgaben und Verordnungen. Auch wo man Anträge stellen kann, um sich Beiträge stunden zu lassen oder Zuschüsse zu beantragen. Auch Physio.de, ein Portal für Physiotherapeuten stellt regelmäßig Informationen zur Verfügung.

Da zur Zeit alle Reitsportverantaltungen und Messen ausfallen, hat sich ein bekannter Pferdetrainer überlegt, über Ostern eine Onlinepferdemesse zu organisieren.

Die Idee dahinter ist sehr gut: Jeder virtuelle Besucher kann entscheiden, in welcher Höhe sein Eintrittsgeld ausfällt. Das kommt zu 100% den Trainern und Experten zu Gute, die auf der Messe auftreten, bzw. Kurse geben.

Solche Angebote wird es sicherlich auch in anderen Bereichen geben.

Schön wäre, wenn dabei auch an psychisch kranke Menschen gedacht wird. Ich habe gestern im Radio ein Interview gehört, in dem es vor allem um depressive Menschen ging. Die zur Zeit noch mehr Schwierigkeiten haben, ihren Tagesablauf zu strukturieren und geregelt zu bekommen. Therapieangebote fallen aus. Auch die Medikamentenversorgung scheint schwieriger zu werden, weil der Nachschub aus Indien und China fehlt.

Vor allem fehlende persönliche Kontakte schmerzen.

Deshalb nehmt mal den Telefonhörer in die Hand oder schickt eine Nachricht an die Menschen, von denen Ihr wisst, dass sie das brauchen könnten. Jede Aufmunterung dieser Art kann helfen.

Aus diesem Grund bin ich jetzt ein Mal die Woche mit meinem alten Biolehrer verabredet. Er ist 94 und hat vor 1,5 Jahren seine Frau verloren. Seit der Schulzeit sehen wir uns regelmäßig zweimal im Jahr. Nun geht das zur Zeit nicht. Da er von meiner Praxis nur 5 Minuten zu Fuß entfernt wohnt, haben wir uns seit letzter Woche zu einem kurzen Plausch am Gartentor verabredet. Und wir freuen uns beide sehr darauf.

Irgendwie warte ich auf eine Zeit, in der auch ich mich mal langweile.

Obwohl ich mir schon lange vornehme, an Auszeiten zu denken, kommt immer wieder etwas dazwischen.

Gestern hatten wir unsere Tierärztin da: Unsere Haflingerstute Amazone kolikte seit Sonntag Abend. Weil ich Montag tagsüber in der Praxis war, hatten Mann und Kind Bewegungs- und Mashfütterdienst. Dabei hat sie sich irgendwann den Maulkorb abgemacht und doch Heu gefressen.

Jetzt geht es ihr zum Glück wieder gut. Wahrscheinlich war es Stress, der ihr auf den Magen geschlagen ist. Denn am Wochenende haben nachts Wölfe unser schwarzes Schaf gerissen.

Dass Wölfe in der Gegend sind, wissen wir schon lange.

Die Schafe schlüpfen öfter mal unter der Litze des Paddocks durch und gehen auf der großen Wiese fressen. Jetzt wurde das dem mutigsten Schaf zum Verhängnis.

Ab und an habe ich darüber nachgedacht, sie besser zu schützen.

Nun ist es für das eine Schaf zu spät. Mein Mann hat 2 neue Stromlitzen um unserem Hauspaddock gezogen, dass kein Wolf darunter durch kann. Außerdem den Schafstall befestigt, in den die Verbliebenen jetzt nachts ´reingehen müssen.

Ob wir wieder Neue dazu kaufen, überlegen wir noch. Zwei Schafe sind nicht artgerecht. Ohne Frage machen sie einen guten Job als Landschaftspfleger bei uns.

Also müssen wir uns den Vorwurf machen.

Die Wölfe haben sich völlig natürlich verhalten. Sie sorgen für sich und ihre anstehenden Jungen. Anders als wir Menschen mit Massentierhaltung, tagelangen Tiertransporten und industrieller Schlachtung sind sie niemals grausam oder töten auf Vorrat.

Demgegenüber gibt es auch nette neue Lösungen in der momentanen Zeit.

In meinem Freundeskreis gibt es einige sehr technikaffine Männer. Die jetzt in Zeiten von Homeoffice und Videokonferenzen neue Lösungen für ihre Teams finden müssen. Einer davon hat einen Videochat für uns eingerichtet. Damit wir uns sehen und miteinander plaudern können. Die Premiere lief gut und hat großen Spaß gemacht.

Vielleicht schaffen wir es, tragfähige neue Lösungen für später zu entwickeln.

Auch ich habe begonnen, meine Reitkurse auf Onlinekurse umzuschreiben.

Da es mehr Menschen gibt, die Ängste haben, als man denkt, hat „Kleiner Schreck na und?“ den Anfang gemacht. Wenn man sich die Anweisungen umdenkt, kann man den Kurs für alle Angst besetzten Situationen nutzen. Beispielsweise auch den Umgang mit dem Corona- Virus. Den Kurs kann man zuhause durchführen! Unter dem blauen Link erhaltet ihr mehr Informationen und könnt ihn Euch herunter laden.

Vor allem um innere und äußere Losgelassenheit geht es bei Locker im Sattel- Brain Gym® für Reiter“. Die kann man durch regelmäßige Übungen gut beeinflussen. Auch Stress im Alltag und schwierige Situationen im Job entspannt man damit.

So gesehen sind es total spannende Zeiten, in denen wir jetzt leben.

Also bleibt neugierig und macht das Beste daraus!

Eine Kollegin, die schon lange Textilien mit Herz selber anfertigt, näht jetzt Mundschutze. Für uns und unsere Praxis. Aber auch für andere Menschen, die sich schützen wollen.

Bis bald!

Dann hoffentlich gesund und voller neuer Ideen für neue Lösungen,

Corinna von ReitClever

#losgelassenheitfuerreiter

#gluecklichreiten

#angstfreireiten

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