Reiten und Entspannung – Newsletter August 2020

Etwas Anderes machen ist ein Weg zu Reiten und Entspannung
Mit dem Kanu alleine auf der schwarzen Elster

Na, gut erholt aus dem Urlaub gekommen? Hattest Du auch Zeit für Reiten und Entspannung eingeplant?

“Die Kunst des Ausruhens ist ein Teil der Kunst des Arbeitens”

John Steinbeck

habe ich kürzlich gelesen.

Und da ist etwas dran. Gehirn und Körper brauchen Zeiten, in denen nichts passiert, um Eindrücke zu verdauen und sich zu regenerieren.

Nur so kann Erlebtes verarbeitet und Kraft für neue Herausforderungen gesammelt werden. Auch werden auf diesem Wege Dinge verarbeitet, die vielleicht nicht so liefen. Dadurch kommt man in die Lage zu überlegen, wie man sie besser macht.

Ein Aspekt, der gerade auf dem Pferd wichtig ist, Wenn es grade nicht gut läuft reagiert man oft mit Druck und Zug, Dabei ist es genau das, was die Situation schlimmer macht.

Wohl dem, der sich dann zurücknehmen und durchatmen kann. Der kommt dann auf den Weg von Reiten und Entspannung.

Wir haben unseren Urlaub genutzt und unseren Tierbestand aufgestockt.

Ende April wurde unser schwarzes Schaf vom Wolf gerissen. Deshalb haben wir von guten Bekannten aus dem Oderbruch zwei junge Schafe und eine zweijähriges Weibchen geholt.

Die waren in den ersten Tagen natürlich nicht so entspannt. Erstens weil sie in einer neuen Umgebung waren. Zweitens weil sie auf einmal ohne Mama waren. Und drittens weil ihr Auslauf nun in der Nähe von Pferden ist. Oft genug habe ich Fragezeichen in den Augen des neuen erwachsenen Schafes gesehen, weil unsere “alten” Schafe sich gerne und dicht bei den Pferden aufhalten. Sie fressen auch aus deren Eimern mit.

Zwar hat es etwas gedauert, aber nun bleibt die Schafgruppe zusammen. Sowohl bleiben die neuen Schafe näher bei den Pferden. Genauso verlassen auch ab und an die alten Schafe ihre geliebten Pferde, um bei ihren neuen Kumpels zu bleiben.

Warum ich das alles schreibe?

Weil der Übergang von Neuem zu Gewohntem fließend verläuft.

Alles, was uns im ersten Moment komisch vorkommt oder einen Schreck einflösst, kann nach einiger Zeit normal werden. Egal ob es sich um das neue Pferd, den neuen Sattel, einen Ausritt in ungewohntes Gelände oder die erste Springgymnastik handelt. Alles, was man innerlich erstmal mit einem großen Auge bestaunt, kann sich bald ganz gut anfühlen.

Wenn es sich gut anfühlt ist das der erste Schritt zur Akzeptanz.

Falls man aber dabei einen großen Schreck bekommt oder sich weh tut, kann die ganze Aktion innerlich mit einem Fragezeichen versehen werden. Oder auch mit einem großen Ausrufezeichen. Denn das Gehirn hat eine sehr gute Erinnerungsfähigkeit, wenn es darum geht, den Körper vor Gefahr oder Schaden zu schützen.

Dann schaltet es schnell Ausweichprogramme oder Vermeidungsstrategien.

Genauso ist es mir in unserem zweiten Teil des Urlaubs gegangen.

Nachdem die Eingewöhnung der Schafe erfolgreich verlaufen war, sind wir an die Schwarze Elster gefahren. Wir wollten paddeln gehen. Dazu hatten wir nicht immer Glück mit dem Wetter.

Auch fand mein im April operiertes Knie das tiefe Sitzen mit gebeugtem Knie suboptimal. Es hat zwar gut mitgemacht, begann aber nach einer Weile weh zu tun. Das Gehirn reagierte und durch Ausweichbewegungen fing auch mein Rücken an zu verspannen. Zu allem Überfluss wurden wir am zweiten Tag nass. Auf dem Hinweg nieselte es schon die ganze Zeit, aber auf dem Rückweg regnete es in Strömen. Wir wurden richtig nass- und kalt.

Schon als mein Körper das Kanu am dritten Tag sah, antwortete er. Er wollte keine Schmerzen mehr haben, geschweige dann das schwere Ding vom Auto ins Wasser tragen. Schlechte Laune und das volle Ablehnungsprogramm waren die Folge.

Daran änderte kaum, dass die dritte Tour eigentlich die Schönste war. Wir paddelten an Bad Liebenwerda vorbei, sahen Schwäne, Enten und bieberähnliche Tiere. Pause machten wir in der Sonne an einem Wehr.

Das war unsere letzte Tour- die positiven Eindrücke überwiegen hoffentlich. Ich bin gespannt, wie es das nächste Mal beim Paddeln wird.

Genauso läuft das ab, wenn man sich auf dem Pferd mal richtig erschreckt oder weh getan hat.

Die Erinnerung daran bleibt im Gehirn gespeichert. Und wenn man sich damit nicht auseinander setzt oder sich aktiv entspannt, wird es mit Reiten und Entspannung schwierig. Das Unterbewusstsein wird dieses Ziel torpedieren.

Deshalb findet am 03.10.2020 der Tag der Cleveren Reiter zum Thema Reiten trotz Angst statt. Theoretisch und praktisch geht es um Hintergründe und Techniken, mit denen man wieder zum angstfreien Reiten kommen kann. Ich werde über die Mechanismen und Hintergründe der Angst sprechen und einige Techniken aus der Kinesiologie vorstellen.

Beate Petrick wird sich mit der Psychomotorik von Reiter und Pferd beschäftigen.

Wenn alles klappt erwarten wir einen tollen Vortrag über die Kombination von Hypnose und EFT für Reiter. Auf die zu erwartende praktische Demo dazu freue ich mich ganz besonders.

Weil ich dazu eigentlich eine gute Bekannte einladen wollte, habe ich im Juli einen Artikel über EFT und Reiten geschrieben. Leider wohnt sie zu weit weg. Wer wissen möchte, was EFT eigentlich ist. kann auf den Link klicken.

Für den Tag der Cleveren Reiter gibt es bis zum 31.08.2020 im Shop noch vergünstigte Karten zum Preis zum 95€ inklusive Essen und Getränke. Wenn Ihr dabei sein wollt, einfach auf den Link klicken.

Weiterhin musste ich mich im Juli mit der Frage auseinander setzen, ob ich im kommenden Jahr wieder auf Messen gehen möchte. Zur Zeit bin ich dazu noch gespalten.

Egal wie Corona sich in nächster Zeit entwickelt: Dezember und Januar werden nicht meine bevorzugten Messezeiten sein.

Momentan denke ich über die Pferdemesse in Magdeburg nach, die allerdings im Februar liegt. Also auch noch in der Winterzeit. Deshalb findet sie wohl überwiegend drinnen satt. Eher anfreunden könnte ich mich mit der Nordpferd im April. Die hat Stände draußen.

Mal sehen…

Wer mir bei der Entscheidungsfindung noch helfen möchte. Unter “Corona und eine Messebesuch” findet sich eine Umfrage dazu.

Der Großteil der Teilnehmer würde aktuell nicht auf eine Indoormesse gehen.

Wenn die Lage sich beruhigt, schon eher. Daher warten die meisten aber verständlicherweise noch ab. Ich auch.

Das war es von mir. Die größte Herausforderung wird sein. die Entspannung der paar Urlaubstage in der Lausitz auch in meinen Alltag zu retten. Damit das Arbeiten auch weiterhin mit Energie beladen bleibt.

Corinna von ReitClever

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