Stabilität und Lockerheit- Tipps für einen besseren Sitz, Teil 2

Stabilität und Lockerheit ist beides wuchtig für den Sitz des Reiters
Stabilität und Lockerheit an der Ostsee

Letzte Woche war ich ein paar Tage an der Ostsee. Wir hatten Glück mit der Unterkunft, dem Wetter und dem Landstrich, den wir für unseren Besuch ausgewählt haben.

Die Ostsee ist für mich immer ein Ort des Auftankens und der Ruhe.

Oft bin ich sehr schnell unterwegs, um alles, was ich mir vorgenommen habe, zu schaffen. Deshalb ist der Tag der Abreise meist bis zur letzten Minute mit Aktivität gefühlt. Ich möchte ALLES erledigen, was ich wichtig finde.

Auf dem Weg zum Reiseziel muss ich mich disziplinieren, um in den Modus „der Weg ist das Ziel“ zu kommen. Meist kann es mir gar nicht schnell genug gehen, anzukommen.

Dagegen verläuft die Rücktour deutlich entspannter. Dann bin ich voll schöner Erlebnisse, tiefer Atemzüge und denke über das nach, was ich erlebt habe.

Kommt Ihnen das bekannt vor?

So ging es mir früher auch, wenn ich nach der Arbeit so schnell ich konnte zum Pferd gefahren bin. Wenn man unter Volldampf zum Ziel unterwegs ist, leidet der Blick für das Wesentliche. Angespannt und unter Zeitdruck geht das Gefühl für die Lockerheit verloren. Locker kann man allerdings nur sein, wenn man an wesentlichen Stellen stabil ist.

Dabei wäre es wichtig, sich auf die kommende Reiteinheit/ den Urlaub/ Abend mit Freunden einzustimmen. Denn das Muskelsystem, was das Gehirn unter Stress aktiviert, ist das, was einen guten und entspannten Sitz verhindert. Das Zwerchfell ist angespannt, Hüftbeuger und Wadenmuskeln sind aktiv, um uns vor einem potentiellen Feind davon laufen zu lassen. So sieht es der Überlebensbezirk unseres Stammhirnes aus der Zeit vor, als wir noch vor Säbelzahntigern davon gelaufen sind.

Deshalb ist eine gute Idee, den Weg zum Ziel zu nutzen. Schon auf dem Hinweg zum Pferd kann man durchatmen. Um später ein langes Bein und ein lockeres Becken zu haben.

Zu einer guten Vorbereitung gehört auch, die Bauchmuskeln zu aktivieren. Sie sind unsere Gleichgewichtszentale. Außerdem ermöglichen sie den tiefen Sitz des Reiters.

Nur mit ihnen kann ich mein Becken zum Treiben und dirigieren benutzen.

Spannenderweise erhöht sich die Stabilität des Oberkörpers sofort, wenn ich mit aktiven  Bauchmuskeln unterwegs bin. Nur mit stabiler Körpermitte kann unser Gehirn die Extremitäten auf locker schalten. Diese Steuerung braucht man, um beispielsweise Ellenbogen und Hände weich der Bewegung des Pferdemauls folgen zu lassen.

Also wäre es eine gute Idee, das auf dem Weg zur Arbeit, zum Urlaubsort oder zum Pferd Stabilität und Lockerheit zu üben.

Zum Ersten, wie man entspannt: Alle Viere von sich strecken und nachfühlen, wie es ist, wenn die Spannung aus dem Schultergürtel und den Hüften entweicht. Zum Zweiten ein paar Bauchmuskelanspannungen.

Besonders gut geht das, wenn sie an der Ostsee oder am Badesee sind. So kommen Sie unauffällig der guten Bikinifigur näher. Und sie tun etwas für einen guten Sitz auf dem Pferd. Übrigens bekommen Sie weitere Ideen unter 5 Übungen für einen guten Sitz oder 5 Übungen für entspanntes Reiten.

Einen schönen Urlaub wünsche ich und viel Erfolg bei der richtigen Stabilität und Lockerheit für den Reitsitz!

PS: Das ist der zweite Teil der Serie „Tipps für einen besseren Sitz“. Zum ersten Teil, Losgelassenheit des Reiters kommen Sie, wenn Sie auf den blauen Link klicken.

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