So war der Tag der Cleveren Reiter 2021 am 02.10.2021

Das war der Tag der Cleveren Reiter 2021

Wie schon in den letzten beiden Jahren passte alles zusammen: Wir hatten nette und wissbegierige Teilnehmer, die eine gute Stimmung verbreiteten. Das Essen war lecker und das Wetter machte mit, so dass wir uns in den Pausen in der Sonne wärmen und dabei plaudern konnten.

Ich bin jedes Mal wieder beeindruckt, dass die Vorträge zueinander passen und sich toll ergänzen. Das klappt, obwohl sich die Dozenten nur teilweise kennen. Natürlich unterhalten wir uns im Vorfeld und jeder kennt legt sich in die eine oder andere Richtung des Themas fest. Trotzdem ist es magisch, wie weich beim Tag der Cleveren Reiter 2021 alles ineinander überging.

Zugegebenweise sitzen die Dozenten mit im Raum und hören die Vorträge der anderen Redner. Trotzdem oder gerade deswegen hat es bis jetzt immer gepasst und das freut mich. Denn die Idee dieses Tages war von Anfang an, hochkarätiges Wissen unter die Reiter zu bringen, was man auch anwenden kann. Der Fokus der Vorträge liegt immer auf Ansätzen, die leicht zu verstehen und auch nachzuvollziehen sind. Nur so kann echter Wissenszuwachs entstehen, der dann auch auf dem Pferd genutzt werden kann . Dennoch freut es mich in jedem Jahr von Neuem, dass es so klappt.

Beim Tag der Cleveren Reiter 2021 ging es um “Einfach besser Reiten mit Köpfchen”.

Tag der Cleveren Reiter 2021

Ehrlich gesagt ist das mein Hautthema zu Zeit. Die Ausbildung zum Neuro-Rider® Trainer macht sich bemerkbar 🙂 Neurologisch orientiert bin ich als Physiotherapeutin schon lange. Deshalb hat mich der Titel des Kurses wohl auch so angesprungen, als ich das erste Mal davon gehört habe.

Meine Intuition hat mich nicht getrogen: Kein anderes fachliches Thema hat mich seit meiner Ausbildung und später dann in der Kinesiologie so beeindruckt und auch beeinflusst. Durch das Wissen bewerte ich nun Vieles anders und nehme auch mich und meinen Körper anders wahr.

Das ist auch das Hauptthema beim Reiten: Sich selber besser spüren und wahrnehmen können.

Sich selber besser spüren können

Vor allem ist wichtig, was von wo und in welcher Dosierung auf den Körper einwirkt. Funktioniert das, kann das Gehirn eine Vorhersage treffen, was passieren wird. Damit kann es entsprechend reagieren.

Bekommt das Gehirn gute Informationen und bewertet es die aktuelle Situation als sicher, gibt es entsprechende Beweglichkeiten frei. Als Ergebnis sitzt man locker auf dem Pferd und kann geschmeidig mit der Bewegung mitgehen. Anderenfalls wittert das Gehirn Gefahr und schützt uns davor mit unbewusster Anspannung und Tunnelblick.

Kurz gesagt war das der Inhalt des theoretischen Vortrags von Corinna Jungblut- Pohl. Dabei erläuterte sie die Aufgaben und Steuerungsfunktionen des menschlichen Nervensystems. Im Anschluss erklärte Marlies Schubarth, wie es das geht und wie das Nervensystem eigentlich funktioniert. Anders ausgedrückt Funktionelle Neuroanatomie für Einsteiger und Reiter 😉

Wichtig ist das, um zu verstehen, warum man erst die Sensorik und dann die Wahrnehmung der Gelenk- und Muskelrezeptoren anregen sollte. Im Idealfall bevor man sich um die eigene Sehfähigkeit kümmert. Denn alle diese Bereiche sind wichtig, um ein gutes Gleichgewicht zu steuern.

All das haben wir im praktischen Teil erarbeitet und alle Teilnehmer konnten spüren, was diese Übungen bewirken.

Beispielsweise hatten ganz unscheinbar aussehende Ausstreichungen zur Folge, dass man sich im Anschluss besser drehen oder auf einem Bein stehen konnte.

Gigantisch, was diese Techniken an Potential bieten! Welche enormen Verbesserungen in Gleichgewicht und Koordination diese Übungen bewirken, habe ich vorletzte Woche praktisch mit ein paar geübten Reiterinnen auf dem Pferd ausprobiert. Die Verbesserungen waren deutlich!

Den Abschluss des Tag der Cleveren Reiter 2021 bildete dann die Pferdetrainerin Beate Petrick. Passend zum Thema referierte sie über  Rechts- und Linkshirnigkeit von Pferden. Denn das erklärt die eklatanten Unterschiede im Verhalten und in der Lernbereitschaft von Pferden. Berücksichtigt an dieses wertvolle Wissen, bekommt man in der Arbeit ein zufriedenes, motiviertes Pferd.

Das ist unser aller Ziel! Zufrieden und satt waren dann auch alle Beteiligten am Ende des Tages. Viel Input, neues Verständnis für viele Zusammenhänge und ein nettes Miteinander verschafften uns allen ein gutes Gefühl.

Und um mit Freude aufs Pferd zu steigen, gibt es auch im nächsten Jahr einen Tag der Cleveren Reiter. Der wird als Thema “Reiten mit Hirn und Herz” haben.

Ich freue mich jetzt schon auf den ersten Samstag im Oktober,

Corinna von ReitClever.

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