Schlagwort: Ausreiten und Angst

Wie gut kannst Du Deine eigene Körperspannung kontrollieren?

Tempo des Pferdes Körperspannung kontrollieren ist das Geheimnis eines harmonischen Ritts
Wie gut kannst Du Deine Körperspannung kontrollieren?

Das musst Du wissen, wenn Du Dich und Dein Pferd kontrollieren und koordinieren möchtest. Allerdings gelingt das Körperspannung Kontrollieren selten so weich und dynamisch, wie wir uns das gerne vorstellen.

Das Pferd ist ein Fluchttier. Wir sind das auch, jedenfalls manchmal.

Wie beim Pferd ist auch beim Menschen die entscheidende Schaltstelle für koordiniertes oder reflexartiges Bewegen die sogenannte Amygdala. Das ist eine köpereigene Alarmanlage, die in der Nähe des Stammhirnes sitzt. Das ist entwicklungsgeschichtlich der älteste Teil unseres Gehirns, der alle lebenswichtigen Funktionen steuert.

Dumm ist nur, dass alle Reize, die aus der Peripherie des Körpers zum Gehirn gesendet werden, an der Amygdala vorbei müssen. Denn die entscheidet in Bruchteilen von Sekunden, ob eine Bedrohung für den Körper bevorstehen könnte. Wenn sie das meint, wird anstelle einer koordinierten Bewegung eine automatische Überlebensreaktion auf den eingehenden Reiz geschaltet.

Diese Reaktionskette war zu Zeiten des Säbelzahntigers sehr sinnvoll.

Ehe man zu lange überlegt hat und gefressen wurde, bot ein schnelles Weglaufen oder ein Angriff die größere Chance aufs Überleben. Dieses Überbleibsel der Schutzreaktionen kommt auch heute noch regelmäßig in Gang.

In unserer modernen Welt sogar viel häufiger durch unbewusst ausgelöste Stressmomente als durch tatsächlich wahrgenommene Gefahr.

D.h. auf deutsch, dass man in so einer Stressreaktion seine Körperspannung nicht bewusst kontrollieren kann. Wenn ein Überlebensprogramm aktiv ist, sind alle Systeme wach, die schnelles Davonlaufen ermöglichen. Das ist immer mit einer hohen Anspannung der körpereigenen Muskulatur verbunden. Leider ist das genau die, die ein weiches Mitgehen mit der Pferdebewegung erschwert und damit ein entspannt laufendes Pferd verhindert.

Deshalb ist es eine gute Idee, an der eigenen Reizaufnahme im Körper anzusetzen.

Wenn beispielsweise die Signale über Kräfte und Untergrund, die auf uns einwirken, schnell aufgenommen und an der richtigen Stelle im Gehirn einsortiert werden können, kann das Gehirn besser vorhersehen, worauf der Körper reagieren muss.

Wenn man dagegen im Dunkeln schlecht sieht oder Entfernungen schwer abschätzen kann, wird das Gehirn einen Ausritt durch den teilweise dämmrigen Wald als Gefahr einschätzen.

In der Folge setzt es den Körper unter eine reaktive Schutzspannung, weil es nicht vorhersagen kann, was möglicherweise als nächstes passiert.

Diese innere Alarmbereitschaft wird von manchen Menschen auch als Angstgefühl wahrgenommen.

Besonders, wenn das Gehirn weiß, dass unsere körperliche Situation ein Oben bleiben auf dem Pferd nicht packen könnte. Beispielsweise weil unsere Bauchmuskeln schwach oder unsere Reaktionen fürs Gleichgewichts zu langsam sind, um mit der Pferdebewegung mitzukommen.

Deshalb wird ein Ausritt in den Wald oft von einem Kribbeln im Bauch begleitet. Kombiniert mit der Tatsache, dass die Pferde im Gelände oft fröhlicher unterwegs sind, kann das mit einem verspannten Sitz einhergehen, der das Pferd wahrscheinlich eher verunsichert und antreibt als beruhigt.

Je besser wir uns also orientieren und koordinieren können, desto besser können wir unsere Körperspannung kontrollieren. Und eine fein abgestimmte Körperhaltung ermöglicht einen feinen Ritt.

Also ist es eine gute Idee, wenn man zu Ängsten und Verspannungen auf dem Pferd neigt, an der eigenen Sehfähigkeit anzusetzen.

Auch die Körperwahrnehmung und Gleichgewichtsreaktionen kann man trainieren. Ebenso kann man seine Reaktionsfähigkeit so verändern, dass man bei jedem Schreck nicht sofort in den Überlebensmodus rutscht.

Die ganzen Zusammenhänge, wie man seine Reizverarbeitung verbessern und damit locker auf dem Pferd sitzen kann, erkläre ich in meinem Kurs Einfach besser Reiten mit Köpfchen am 04.12.21.

Am 20.11.21 geht es in “Einfach besser Reiten trotz Angst” darum, das Erschrecken zu kontrollieren und auf dem Pferd wieder zu entspannen. Für weitere Informationen, klicke auf die blauen Links. Wenn Dir Zossen bei Berlin zu weit ist, kannst Du den Kurs auch im Onlineformat durchführen.

Dann gelingt das auch mit dem weichen Mitgehen auf dem Pferd und dem entspannten Galopp!

Viel Spaß beim nächsten Ritt durch den Wald

wünscht Corinna von ReitClever.