Schlagwort: Reaktionsfähigkeit des Rumpfes

Was haben American Football und Reiten gemeinsam?

Was haben American Football und Reiten gemeinsam? Dass man bei beiden Sportarten einen Helm tragen muss?
Was haben American Football und Reiten gemeinsam?https://www.horizont.net/news/media/23/Super-Bowl-229971.jpeg

Die ungewöhnliche Frage „Was haben American Football und Reiten gemeinsam?“ beantwortete ich mir gestern, als ich begann, neue Übungen in mein Programm zu übernehmen. Bei meiner letzten Fortbildung erzählte mir ein ehemaliger internationaler Springreiter, dass er momentan ein Buch liest, was ihn sehr fasziniert: „Die TB 12 Methode“ von Tom Brady. Davon hatte ich noch nie gehört. Da Football eher weniger zu den Sportarten gehört, die mich interessieren und die ich aktiv verfolge, liegt das wahrscheinlich daran.

Aber was er darüber erzählte fand ich spannend.

Nämlich dass Tom Brady als erfolgreichster Quaterback der NFL sich bis zu ernstzunehmenden Problemen im Wurfarm niemals die Frage gestellt hatte, warum sich die meisten Sportler irgendwann verletzen. An diesem Punkt kommen sie in einen Kreislauf von Verletzung- Reha- Training- Wettkampf, der bei jedem neuen Bruch oder Bänderriss von vorne beginnt. Am Ende hören sie auf Grund Ihrer Verletzungen auf, als Sportler aktiv zu sein.

Das änderte sich, als er begann, mit einen Therapeuten zusammen zu arbeiten. Der machte Vieles anders, weil er in traditioneller chinesischer Medizin ausgebildet war. Flexibilität trat in den Vordergrund durch den Einsatz von Techniken, die dem Gehirn erlauben, Muskeln lang zu stellen und trotzdem auf Krafteinwirkungen des Gegners zu reagieren. Natürlich ist Ausdauer- und Krafttraining damit nicht vom Tisch. Doch werden die Muskeln im herkömmlichen Training eher immer kürzer und verspannter.

Nach Bradys Auffassung geht es weniger um Maximalkraft und Marathonqualitäten als um Sprintfähigkeit und Beweglichkeit. Denn als Quaterback muss man schnell reagieren können. Man muss sich das Ei zu schnappen und quirlig genug sein, um den Fängern zu entkommen. Wenn das nicht gelingt, muss der Körper Kräfte absorbieren können, die blitzartig einwirken. Darauf kann man sich schlecht vorbereiten, da man nie weiß, von wo der Gegner kommt, bzw. in welche Richtung er einen zerrt oder festhält. Dabei ist die Elastizität von Weichteilen gefragt, um Knochen und Gelenke zu schützen.

Tom Brady spielt seit über 20 Jahren in der Profiliga und ist mit 44 immer noch erfolgreich.

Da finde ich die Gemeinsamkeit zum Reiten: Wir haben es weniger mit einem Gegner als einem Partner zu tun.

Der hält uns auch eher selten fest :-). Trotzdem ist es so, dass sich die Bewegungsabläufe des Pferdes oft anders gestalten, als wir geplant haben. Wenn es wegspringt, unvermittelt dreht oder sich beim Sprung über den Baumstamm überspringt, wirken ganz andere Kräfte auf uns ein, als wir uns vorgestellt haben. Das nehmen wir häufig als Rucken wahr, was hinterher als blauer Fleck, Zerrung oder Muskelkater fühlbar bleibt. Wenn es gut geht, bleiben wir oben. Wenn es dagegen schlecht läuft und unser Gleichgewichtssystem zu spät reagiert, fällt man runter und tut sich weh. Auch beim Sturz können flexibel reagierende Muskeln eine Menge verhindern.

Daher ist es für Reiter und Footballer wichtig, den eigenen Rumpf zu trainieren. Und zwar am besten mit elastischen Widerständen für Reaktionsgeschwindigkeit anstatt mit hohen Gewichten für starke Verkürzung und die Entwicklung von Maximalkraft. Das schont die Gelenke und bereitet auf unvorhersehbare Bewegungen vor.

Nur wenn der Rumpf in sich stabil ist, können Arme und Beine auf dem Pferd locker gelassen werden. Dann kann man mit Minimalkraft treiben oder eine weiche Handeinwirkung bekommen. Nur wenn Rotationskräfte neutralisiert werden, die durch den Schwung des Pferdes entstehen, kann man so sitzen, dass es aussieht als tue man nichts.

Entscheidend für Reiter ist dabei die Beweglichkeit in der Mittelpositur. Wie man die bekommt, ist Inhalt meines neuen Kurses „Wie komme ich zu einer lockeren Mittelpositur“ am 30.04.2022. Für Kurzentschlossene, die eher am Rücken ansetzen wollen, läuft am 26.02.2022 „Spiraldynamik® für Reiter“. Für beide Kurse gibt es noch Tickets, die Ihr unter dem blauen Link abrufen könnt.

Ein gutes Körpergefühl beim Locker werden wünsche ich Euch,

Corinna von ReitClever

#gesundReiter

#MEHRWissenfuerReiter

#lockereMittelpositur