Volle Pulle Leben, Newsletter ReitClever Januar 2022

Volle Pulle Leben
Es ist vollbracht!

Volle Pulle Leben, das war der Werbeslogan einer Berliner Getränkefirma. Ich erinnere mich so gut daran, weil in dem Fernsehspot der 90er Jahre eine Voltigiermannschaft zu sehen war. Er brachte gute Laune und vor allem Lebensfreude rüber.

Was sich alles in unserem Hirn einprägt, obwohl der Inhalt vielleicht gar nicht so wichtig ist.

Mein Sohn sagte vor einiger Zeit zu mir, wenn ich ihm bei Autofahrten mit dem Hinweis auf Pferde oder Kühe am Straßenrand die Zeit verkürzen wollte: „Du siehst immer nur Pferde“. Das tue ich übrigens heute noch: sowohl Tiere am Wegesrand erwähnen, als auch jeden Pferdeschweif entdecken, der sich im entfernten Blickwinkel erhaschen lässt. Dass ihm das auffällt, liegt wahrscheinlich daran, dass Pferde für ihn lange nicht die Bedeutung haben wie für mich.

Kennst Du das, dass sich scheinbar völlig unwichtige Erinnerungsschnipsel lebenslang einprägen, obwohl sie gar keinen erkennbaren Bezug zu irgendetwas haben?

Manchmal denkt man sich, hätte ich mir doch den Vorsatz, die Steuererklärung früher zu machen, besser eingeprägt oder die Tücken des sich scheinbar jedes Jahr ändernden Formular gemerkt!

Eine Erklärung dafür ist, dass Erinnerungen mit einem Geruch oder einer bestimmten Emotion zusammengespeichert wird. Wenn man dann Jahre später dasselbe riecht, sieht man Bilder vor seinem inneren Auge, an die man schon sehr lange nicht mehr gesehen hat. Umkehren kann man diesen Prozess auch. Entweder baut man sich eine Eselsbrücke, wenn man sich irgendetwas nicht merken kann und verknüpft sie mit einem inneren Bild oder einem Geruch. Oder man baut sich eine gute plastische Vision mit Bildern, Gerüchen und Gefühlen, dass man gar nicht anders kann, als sein Ziel zu verfolgen.

Wie ist es mit Deinen Zielen für dieses Jahr?

Hast Du sie noch im Fokus oder musst Du schon in Deiner Erinnerung kramen, was Du Dir vor knapp einem Monat vorgenommen hast?

Mein Ziel für 2022 heißt Konsolidierung und Bekanntheit steigern. Zumindest gilt das für ReitClever. Privat gibt es noch ein paar andere Baustellen, die sich interessanterweise mit dem Fortkommen von ReitClever verknüpft haben. Je besser es dort läuft, desto besser geht es mir.

Das ist auch klar, denn das Projekt ReitClever ist mein Baby! Gerade letzte Woche habe ich erzählt, wie mich ein Buch förmlich angesprungen hat, als ich ein Geburtstagsgeschenk für eine Freundin suchte. „Das ist Deins!“ sagte es ganz deutlich, als ich darin geblättert habe.

Den Rest kennt ihr: Das Ergebnis seht ihr in Form der Webseite und des Kursangebotes, welche ich seitdem kontinuierlich weiter entwickle.

Was ist Dein Ziel, wofür brennst Du?

Eine neue Ausbildungsstufe mit Deinem Pferd, endlich schmerzfrei oder angstfrei reiten oder ein stabiles Plus auf allen Konten? Dass finanzieller Spielraum eine große Bedeutung hat, merkt man, wenn nach einer hohen Rechnung noch viel Monat am Ende des Geldes übrig ist. Der Trick, den ich in diesem Zusammenhang vor kurzem gelesen habe, heißt: „Bezahle zuerst Dich selber“. Wie viele Rechnungen bezahlst Du im Laufe eines Monats? Wie viele Möhren bekommt Dein Pferd und wie viele der im Monat gekauften Äpfel landen auf Deinem Teller?

Wenn man es schafft, am Anfang jedes Monats einen Teil seines Einkommens auf ein Extrakonto zu packen, wächst dieses Konto stetig an. Irgendwann hat man ein schönes Sümmchen zusammen, was man als finanzielle Absicherung oder für sich selbst verwenden kann. Erstaunlicherweise kommt man mit dem restlichen Geld trotzdem über den Monat.

Die Erkenntnis, die Vorgehensweise zu verändern und erst sich selbst und dann alle anderen wie Hufschmied, Bäcker, Fleischer, Versicherung etc…. zu bezahlen, war mir neu. Aber es funktioniert, weil am Monatsende meist nicht mehr viel übrig ist. Ob ich vorher etwas beiseite gelegt habe oder später etwas beiseite legen will spielt dabei keine Rolle. Das Ergebnis auf diesem Konto ist gleich- nur das neue Konto wächst!

Warum ich das im Zusammenhang „volle Pulle Leben“ schreibe?

Weil das Wissen, ob ich jeden Monat am Existenzminimum herumknapse oder mir trotz Pferd noch etwas Anderes leisten kann, entscheidend für den Selbstwert ist. Wenn man oft spürt, dass für dies und das kein Geld da ist, wird man unzufrieden. Aber wenn man in der Lage ist, für sich und andere zu sorgen und trotzdem etwas übrig bleibt, wird man stolz auf sich und seine Leistung. Man geht mit einem anderen Selbstbewusstsein durchs Leben und kann auch den Moment genießen, weil man nicht darüber nachdenken muss, wie man über den Rest des Monats kommt. Und Situationen auszukosten gehört zu einem guten Lebensgefühl dazu.

Hoffentlich ist Geld für Euch kein Thema. Doch viele Reiter haben Geldprobleme und bei Beratungen merke ich oft, dass das Gefühl des inneren Reichtums eine Betrachtung lohnt. Zum einen wird das in der Kindheit durch das Umfeld angelegt und zum anderen steht man innerlich mehr unter Druck, wenn man das Gefühl hat, für andere fast alles geben zu müssen.

Dann möchte man von dem Goldesel auch etwas haben und schraubt unbewusst die Anforderungen höher: „Wenn ich soviel für Dich bezahlen muss, dann erwarte ich von Dir, dass… „ ist häufiger ein Anspruch im stillen Kämmerlein des Hinterkopfes. Oft habe ich das Gefühl, dass die Klienten, die mit Angst und Leistungsproblemen zu mir kommen, ein Selbstwertthema im Handgepäck haben. Viele Menschen stehen innerlich unter einem starken Druck, den finanzieller Spielraum etwas lösen kann.

Total schön war in diesem Zusammenhang mein Start in das neue Jahr.

Zum erfolgreich sein gehört auch Lernen. Dann kann man volle Pulle Leben!
Wissen sammeln und dann volle Pulle Leben

In der zweiten Januarwoche fand das dritte Modul vom Neuro-Rider® vor Ort in Wachtberg statt. Auf Grund der aktuellen Situation waren wir nur zu zehnt und hatten das Hotel fast für uns alleine. Das war ganz besonders und lud förmlich dazu ein, die Zeit zu genießen. Auch die Anderen wieder sehen und das Gefühl, Kreise schließen zu können, rundete das Erleben dieser Tage ab. Nachlesen könnt Ihr meine Eindrücke unter dem Link Wenn sich der Nebel lichtet.

Das Wissen hat natürlich auch mit mir etwas gemacht. Angespornt vom gemeinsamen Tun turne ich jetzt wieder regelmäßig morgens. Wir haben in Wachtberg als Test für das Wirken einer Technik Wandsitz gegen die Uhr gemacht: Oberköper an die Wand lehnen, Füße eine Oberschenkelbreite weg von der Wand aufstellen und dann in die 90/90 Grad Position rutschen. Die Zeit wird genommen, wenn man unten angekommen ist und wenn man wieder hoch kommt. Die Beste unseres Kurses schaffte spontan 4 Minuten- ich habe bei weniger als einer Minute aufgehört.

Ich habe selten das Gefühl, es mir so richtig geben zu wollen und entschuldigte mich doch bei mir selber: „Meine Knie- beide operiert“. Gefuchst hat es mich nicht, dass ich die Erste war, die aufgehört hat. Damit kann ich leben. Aber meinen eigenen Zustand wollte ich verbessern!

Meine Knie fühlen sich deutlich besser an, seitdem ich wieder regelmäßig turne. Dieses Gefühl, wenn man erst trainiert, schwitzt und sich dann kalt wäscht! Dabei habe ich nicht nur den Benefit, etwas für die Umwelt zu tun, indem ich kein heißes Wasser benutze, sondern es prickelt so schön. Man fühlt sich überall dort besonders wach, wo man die Kälte gespürt hat. Anders ausgedrückt: volle Pulle Leben auch im eigenen Körper! Und den Wandsitz schaffe ich jetzt doppelt so lange 😉

Natürlich bin ich auch dabei, das neue Wissen in meine Programme einzuarbeiten.

Besser reiten trotz Hüfte hat ein Facelifting und drei neue Kapitel erhalten. Dass es so lange gedauert hat, war ganz gut. Mit diesem neuen Inhalt fühle ich mich bereit, das Programm als Buch zu veröffentlichen. Der Umschlag wird gerade angepasst, der Text Korrektur gelesen.

Dann geht es in den Druck!

Wahrscheinlich rechtzeitig zur Messe “Partner Pferd” im April, wenn die stattfinden darf.

Geflasht durch mein eigenes Erleben erweitere ich gerade Einfach besser Reiten trotz Knie. Der Kurs Stabilität und Sehen stößt auf großes Interesse und wird am 12.02.2022 als Präsenzkurs laufen, ehe ich ihn auch als Homeprogramm veröffentliche.

Also habe ich noch ein bisschen zu tun, bis es am 05.03.2022 mit einem neuen Kurs Pferdeführerschein Umgang weitergeht.

Aber ich freue mich drauf!

Bis bald und schöne Tage wünscht,

Corinna von ReitClever

#gesundesWissenfüerReiter

#VollePulleLeben

#eigeneZiele

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