Die gute alte Lieblingsjeans – Neues von ReitClever Juli 2026
Manchmal braucht es keine neue Technik. Sondern etwas, das einfach sitzt.

Sicherlich hast du auch diese eine alte Lieblingsjeans, die einfach sitzt. Sie sieht wahrscheinlich nicht mehr top aus. Aber sie macht etwas sehr Kostbares: Du ziehst sie an – und du fühlst dich wohl. Du musst nicht überlegen, nicht zupfen, nichts zurechtrücken: und dein Körper wird ruhig.
Du spürst einfach: Damit komme ich gut durch den Tag. Darauf kann ich mich verlassen.
Genau so fühlen sich verlässliche Freundinnen an. Menschen (und Orte), die man fragen kann – auch dann, wenn man gerade sortiert, umstrukturiert oder irgendwie unzufrieden ist. Wenn man nicht „noch mehr Input“ braucht, sondern einen Rahmen, der sagt: Komm. Wir kriegen das klar.
Genau das ist mir vor kurzem mit einer guten Freundin passiert.
Vielleicht hast du dich in den letzten Wochen schon gefragt, warum es bei mir 2 Webseiten gibt. Eine fürs Reiten und eine fürs Nervensystem. Und wo Nervensystem draufsteht ist auch irgendwie Reiten drin,…
Diese Umordnung ist einem langen Gedankenspiel geschuldet. Im Herbst letzten Jahres wollte ich genau das für „normale“ Menschen aufbauen, was mir mit ReitClever für Reiter gelungen ist. Ein Ort, für „besser Reiten“ und „gesund reiten“, ohne unbedingt reiten zu müssen. DenkClever soll der Ort werden für Menschen, die sich verändern möchten oder gesundheitliche Probleme haben. Sie nutzen die Magie ihres Nervensystems, um elementare Prozesse anzustoßen.
Im Reitunterricht merke ich schon lange, dass sich ganz schnell etwas verändert, wenn ich das Nervensystem miteinbeziehe. Das wollte ich in die Seite miteinbringen. Aber ich war mit dem Ergebnis nie ganz zufrieden- es hat nicht gepasst. Reittoolsauf einer „Physiotherapie“- Seite…
Und die Freundin, die auch Trainerin ist, sagte einfach: „Es ist wie beim Jeans kaufen, Wenn du eine Hose 3x anziehen und an ihr rumnesteln musst, bis sie bequem ist, wird sie zuhause ungetragen im Schrank landen. Du musst sie anziehen und dich wohlfühlen, weil sie überall einfach passt.“
Und sie hat Recht: ReitClever ist mein Baby- da musste ich eine Lösung finden, die einfach sitzt.
Ein kleiner Loop – aber diesmal mit einer klaren Entscheidung
Endlich hat es sich bei mir wieder gedreht. Nicht aus einer Veränderungslaune heraus – sondern eher, weil ich eine klare Entscheidung brauchte.
Reitclever ist wieder mein sichtbares Dach für alles rund ums Reiten.
Und zwar nicht nur für Mittelpositur und Technik – sondern für Reiten mit Körper, Nervensystem und Pferdeverstand. Dort gibt es jetzt auch eine Schiene für Ausbilder, die ihre Reitschüler besser erreichen, wenn sie das Nervensystem miteinbeziehen.
Denkclever behält die komplette Neuro-Schiene. Als ruhiger Ort und Methodendach – für Themen, die nicht direkt mit Reiten zu tun haben: Steuerungsfragen, neurologische Themen, einschneidende Erlebnisse, Veränderungswillen, innere Stabilität.
Oder anders gesagt: Reitclever ist die Lieblingsjeans für Reitthemen. Denkclever ist der ruhige, verlässliche Hintergrund, wenn das Leben mehr Beachtung und Raum braucht.
Was bedeutet die Lieblingsjeansmetapher für Reitclever jetzt – in einem Satz?
Reitclever verbindet Sitz, Nervensystem und Pferdewohl – damit Reiten leichter, sicherer und fairer wird. Ich habe die Website nun einfacher sortiert: Wenige Türen. Dahinter klare Wege.
Der wichtigste Punkt ist: Die Seite „Besser reiten“ wird die zentrale Orientierungsseite. Von dort gehen die Wege auf – klar, einfach, ohne Überladen.
1) Gesund reiten – wenn dein Körper (Hüfte/Rücken/Knie/Nacken, Beweglichkeit, Stabilität, Sitz) gerade das bestimmende Thema ist.
2) Locker reiten – wenn dein System bremst: Schutzspannung, Unsicherheit, Sicherheitsmodus, Atmung, Kopfkino („ich weiß es, aber ich kann es nicht umsetzen“).
3) PferdeLiebe / Fair reiten – Verbindung, feine Hilfen, pferdegerechtes Training, Fairness als angewandter Tierschutz.
Kleiner Impuls für dich: 60 Sekunden „Lieblingsjeans-Check“ vor dem Aufsteigen
Stell dich neben dein Pferd, eine Hand kurz an den Widerrist oder an den Sattel (einfach als Kontaktpunkt) – und mache drei Dinge.
- Ausatmen. Einmal länger aus, als du einatmest.
- Körper scannen. Wo hältst du gerade fest? (Kiefer, Zunge, Nacken, Schultern, Hände, Bauch, Oberschenkel?)
Gerade Kiefer und Zunge sind oft kleine Frühwarnsysteme: Wenn sie fest werden, sucht dein Körper Stabilität über Spannung. Wenn sie weicher werden, darf oft auch die Halswirbelsäule ein bisschen mehr loslassen.
- Eine Frage stellen: „Was wäre heute die passende Jeans, die einfach sitzt?“
Vielleicht ist es: nur Schritt. Oder nur Übergänge. Ein klarer Anfang und dann Pause. Oder eine einzige Sache, die du wirklich spürst. Vielleicht ein entspannter Bummel im Schritt um die Weiden.
Das ist kein „Trick“. Es ist ein kleiner Moment, der dein System daran erinnert: Ich muss nicht alles auf einmal lösen. Ich darf erst ankommen.
Apropos Kiefer
Ich bin selbst gerade in physiotherapeutischer Behandlung, weil ich anscheinend nachts mit den Zähnen knirsche. Vor kurzem habe ich mich tagsüber sehr geärgert und am nächsten Morgen kaum den Mund geöffnet bekommen, weil ich nachts so stark mit den Zähnen gepresst habe.
Und die wirklich gute Therapeutin (es hat eine Weile gedauert, bis ich sie gefunden habe) hat mir zwei Aufgaben gegeben, die eigentlich gut machbar sind.
- Ich soll meinen Unterkiefer hängen lassen. Und den Mund in Zeitlupe öffnen, ohne ihn aktiv aufzureißen.
Aber ich kam mir die ersten Tage vor, wie ein motorischer Analphabet. Was so einfach aussieht, ist bei mir mit viel Muskelspannung an Kiefer, Stirn und Nacken verbunden. So dauerte es eine ganze Weile, bis ich sortiert hatte, wo und vor allem WIE ich loslassen muss.
2. Die Beißschiene, die mir mein Zahnarzt für nachts verordnet hat, entspannt nicht wirklich- meine Muskeln haben dann wohl einen extra Grund festzuhalten und mein Mund geht morgens schlechter auf, als wenn ich ohne Schiene schlafe.
Wie immer, muss man ausprobieren, ob das Mittel der Wahl wirklich das Geeignete ist.
Wie Du vielleicht auch bei deinem Pferd gemerkt hat: es läuft nicht immer mit dem Gebiss am besten, das du für das Beste hält. Auch für dein Pferd muss das Gebiss gut sitzen und passen wie eine Lieblingsjeans, damit es beginnen kann, zu kauen. Das sichtbare Anzeichen dafür, dass es locker wird.
Vielleicht sollte ich auch beginnen, so lange zu kauen, bis ich Schaum vor dem Mund habe 😉
Das übe ich mal in den Tagen an der Ostsee, die mir im Urlaub die liebsten sind.
Hast du auch so eine Lieblingsjeans?
Eine Freundin, ein Ort, dein Pferd? Etwas, was dich erdet und wieder auf Kurs bringt?
Dann sage ihr heute genau das. Das mag sich auf den ersten Laut nicht wie ein Kompliment anhören, aber die Qualität einer Lieblingsjeans ist einfach unbezahlbar. Wie deine Freundschaft zu diesem besonderen Menschen auch.
Und wenn du magst: Antworte mir auf diesen Newsletter einfach mit einem Wort: „Lieblingsjeans“ (und wenn du willst, mit einem Satz dazu, was es bei dir ist).
Liebe Grüße und einen allzeit entspannten Kiefer wünsche ich,
Corinna
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