Gibt´s Neues?

Die Kunst des Loslassens, Neues von ReitClever, November 2021

Die Kunst des Loslassens
Die Kunst des Loslassen

Neulich bekam ich in einem Newsletter die Frage gestellt, was ich in Zukunft nicht mehr tun möchte.

Diese Frage scheint für das Bewusstsein wesentlicher zu sein als das, was man eigentlich plant. Denn mit dem Fokus aufs Loslassen schaut man auf das, was wichtig ist. Je mehr Prozesse man im Blick hat, desto eher läuft man Gefahr, sich zu verzetteln.

Nach ein bis zwei Tagen unbewussten Durchlaufenlassens erschien mir diese Frage beantwortet. Da ich der Typ bin, dem eher schnell langweilig wird, habe ich mich beruflich immer wieder verändert. Jede neue Richtung wurde mit der passenden Fortbildung untermauert. Dieses neue Wissen habe ich auch immer begeistert in meine derzeitige Schiene eingebaut. Und das tue ich auch heute noch.

Aber manchmal entwickelt es sich anders als gedacht.

So habe ich Ende 2018 die Reitlehrertätigkeit auf dem eigenen Hof eingestellt. Abgesehen davon, dass es im Laufe der Jahre nicht leichter wurde, regelmäßig genug Kursteilnehmer auf einen Hof 25 km südlich von Berlin zu bekommen, haben meine Pferde inzwischen ein Alter erreicht, in dem sie keine mehr Kurse mehr laufen müssen. Stattdessen ist das Kursangebot von ReitClever für mentales Training und körperliche Fitness für Reiter entstanden. Obwohl man mit so einer Aktion alte Zöpfe abschneidet, bleiben oft noch Fransen hängen, die einen bewusst oder unterbewusst weiter beschäftigen.

Beispielsweise ist ein wesentlicher Baustein meiner Arbeit die Kinesiologie. Ich liebe es, mit den Techniken schnelle und nachhaltige Veränderung zu erzielen. Darüber hinaus habe ich während der Ausbildung für mich viel gelernt, was mich heute noch weiter bringt. Trotzdem ist es an der Zeit, diese Schiene zu überprüfen.

Dabei ist die Kunst des Loslassens gefragt:

Unter dem Label “Kinesiologiehof” biete ich seit Jahren ganzheitliche Gesundheitsberatungen an. Viele schöne Momente konnte ich in dieser Zeit erleben. Ob es an der Tatsache liegt, dass der Hof weiter weg von Berlin liegt oder daran, dass die meisten Klienten für einen Termin oft weit fahren müssen, kann ich nicht beurteilen. In Berlin leben mehr Menschen als bei uns und die Nachfrage nach alternativen Gesundheitsangeboten scheint dort größer zu sein.

Auf jeden Fall hat sich die Kinesiologieschiene nicht so etabliert, wie ich es mir vorgestellt habe. Trotzdem ist ein gewisser Aufwand vorhanden, weil Webseite, Kundendaten und auch die Buchhaltung gepflegt werden müssen.

Aus diesem Grunde habe ich mich entschlossen, die Gesundheitsberatung zum Jahresende einzustellen. Sie fordert mehr Aufmerksamkeit als ich dachte. Besser gesagt hat sie vielleicht auch deshalb nicht so viel Anteil an meinem Gesamtkonzept, weil mein Fokus eher auf ReitClever steht.

Daher wird die Webseite “Kinesiologiehof” zum 31.12.2021 vom Netz gehen.

Aktuelle Informationen findet Ihr wie gewohnt auf ReitClever.de und Zossenhof.de. Wenn Ihr Interesse an Einzelterminen habt, weil Ihr das Gefühl habt, mit Euer Angst oder einem körperlichen Thema nicht weiter zu kommen, ist das selbstverständlich weiterhin möglich. Schreibt mir einfach eine Mail und dann finden wir einen Weg. Denn auch viele Elemente, die ich aktuell in der Neuro-Rider® Ausbildung lerne, lassen sich gut bei einem aktuelles Problem einsetzen.

ReitClever begeistert mich immer noch so wie am ersten Tag.

Ich bin im Zuge dieser Tätigkeit in vielen Bereichen gewachsen und tue es immer noch. Ich als absoluter Wenig-Technik-Fan habe die Webseite und alles was dazu gehört, komplett alleine aufgebaut. Auch mit dem Smartphone nutze ich auf einmal Apps und erstelle dort Fotos und Videos, die ich für die Wissensvermittlung verwende.

So bringt die Kunst des Loslassens auch hier einen klaren Fokus auf das, was ich wirklich möchte. Mein Ziel ist es, hochwertiges Wissen unter die Reiter bringen. Wo es in dem Format #MEHRWissenfürReiter passt, kann ich auch weiter kinesiologisch arbeiten und werde in Zukunft auch das Neuro-Rider® Konzept mit einsetzen.

Auch im Zuge des Klimawandels ist es nicht sinnvoll, regelmäßig einen 150 Quadratmeter-Raum für zwei Personen zu heizen, die dann 1,5 Stunden darin arbeiten. Wenn Ressourcen und Energie verbraucht werden, dann sollte das für eine vertretbare Anzahl Menschen sein, die idealerweise in einer Gruppe davon profitieren.

Damit ist klar: Meine Energie geht im kommenden Jahr vor allem auf ReitClever. Und zwar mit Vollgas, denn ich habe neue Projekte im Kopf 🙂

Worauf möchtest Du Dich im kommenden Jahr fokussieren?

Wie übst Du die Kunst des Loslassens?

Frage Dich mal in einer ruhigen Minute, auf wie vielen Gleisen Du tagtäglich fährst. Und wie viel Energie Du brauchst, um den Tag gut zu überstehen. Vielleicht ist es auch für Dich an der Zeit, sich für die eine oder andere Richtung zu entscheiden. Du wirst staunen, wie viel Energie es freisetzt, bestimmte Dinge nicht mehr zu tun.

Am Anfang ist es ungewohnt. Aber im Ergebnis führt die Kunst des Loslassens zu einer neuen Klarheit.

Genau wie beim Reiten kostet es zuerst mehr Konzentration und Energie, die Hände weich zu führen. Möchte man sich doch intuitiv am Zügel festhalten, wenn es holprig wird. Eine weiche Handeinwirkung kann man nur erreichen, wenn man im Oberkörper so stabil ist, dass man sich in jeder Phase der Bewegung ausbalancieren kann. Nur dann kann man Nachgeben und erreicht eine weiche Zügelführung.

Also beruht die Kunst des Loslassens auf der eigenen Balance.

Und Gleichgewicht ist in allen Lebenslagen wichtig. Wie man zu einer guten Balance kommt, hatten wir beim Tag der Cleveren Reiter 2021 als Teil des Themas Einfach besser Reiten mit Köpfchen . Dazu habe ich sowohl einen Artikel (unter dem blauen Link) geschrieben, als auch neue Fotos auf die Impressions- Seite gestellt.

Praktisch habe ich das vor kurzem mit und auf dem Pferd mit einer netten kleinen Stallgemeinschaft erarbeitet. Nach der Theorie zum Reiten mit Köpfchen gab es jede Menge Übungen auf dem Trockenen. Die verbesserten im Anschluss die Balance auf dem Pferd deutlich.

Toll ist, wenn man dann den Reiter auf dem Pferd sieht und schauen kann, wo es hakt. Nach den korrigierenden Übungen läuft es sofort besser. Das mag nicht immer so sein, aber bei den Pferd-Reiter Paaren hat es so gut geklappt, dass wir alle nur noch gestrahlt haben. Einen kleinen Bericht mit Fotos findet Ihr unter dem Link.

Weil feine Bewegungssteuerung in allen Bereichen des Lebens und beim Reiten eine große Rolle spielt, wird im nächsten Jahr der Tag der Cleveren Reiter am 01.10.2022 das Thema “Reiten mit Hirn und Herz” haben. Denn vor allem das Fühlen ermöglicht die Kunst des Loslassens und lässt uns weich auf dem Pferd agieren.

Die Karten dafür gibt es bis zum 30.06.2022 als Early- Bird- Ticket zum Preis von 95€.

Damit der Input von ReitClever auch tatsächlich hochwertig bleibt, war ich am 10.11.21 im Reitsportpark Dallgow.

Rolf Petruschke referierte dort sehr kurzweilig über das Thema “Wenig Aufwand, viele Möglichkeiten – Grundlagen mit Stangen und Pylonen erarbeiten”.

Dabei achtet er immer auf Pferd und Reiter im Zusammenspiel und honoriert sofort, wenn der Reiter nachgibt und das Pferd gut mitmacht. Vor allem Lockerheit steht bei ihm im Fokus. Man lernt als Zuschauer durch Sehen und Hören und sieht als Ergebnis schöne Ritte mit motivierten Pferden.

Das macht Spaß! Falls er in Zukunft bei Euch in der Nähe ist: Für mich ist eine Veranstaltung mit Rolf Petruschke ein klarer Tipp!

Apropos Tipp:

Unsere Praxisweihnachtsfeier fand in diesem Jahr schon Anfang November statt. Da sie im letzten Jahr ausfiel, wollten wir eigentlich im Frühsommer mit einem Hausboot über die Spree fahren. Nun wurde daraus ein sehr früher Start in die Weihnachtssaison.

Aber dafür war er umso netter. Ein kleines gemütliches Hausbootfloß mit Panoramablick schipperte mit uns nach Köpenick und wieder zurück. Die Einrichtung an Bord war gemütlich mit allerhand dezentem Weihnachtsschmuck, Kissen und Sitzecken zum Abschalten. Dazu ein fabelhaftes Essen und Wichtelgeschenke nach kollektivem Würfeln. Als alle ihr Geschenk hatten, konnte das Schmuckstück 15 Minuten lang mit einer Sechs wieder abgejagt werden. Und ich habe meinen Favoriten tatsächlich in der aller letzten Sekunde erwürfelt. Das war ein Spaß! Das Ganze hat uns allen so gut gefallen, dass ich die Firma Hauptstadtfloss aus vollem Herzen empfehlen kann.

Nun kann Weihnachten kommen.

Darauf freue ich mich sehr und wollte mich eigentlich mit Freundinnen aus der Kinesiologieausbildung auf einem Weihnachtsmarkt treffen. Im Moment ist das leider wenig vernünftig. Obwohl das im letzten Jahr nicht möglich war, ist so ein Besuch für mich eine Art Tradition geworden.

Gerade wenn ich alleine auf einem Weihnachtsmarkt unterwegs bin, komme ich gut zum Nachdenken und Loslassen. Denn der Zeitpunkt markiert für mich das Ende der Schaffenszeit und den Beginn des Jahresausklanges mit Freunden und Familie.  Danach ist Zeit für neue Ideen und Vorsätze.

Mal sehen wie ich in diesem Jahr diesen Punkt Jahr markieren kann.


Trotzalledem viel Spaß beim Glühwein trinken!

Den haltet ihr besser gut fest und lasst die Tasse erst los, wenn sie leer ist 🙂

Corinna von ReitClever

Alles neu macht die Sicht- siehst Du noch oder fühlst Du schon?

Alles neu macht die Sicht
Alles neu macht die Sicht
Gleichgewicht ist entscheidend bei der Frage, wie Reiten geht
Wenige Minuten liegen zwischen diesen beiden Bildern

Jeder Mensch sieht, fühlt und lernt dabei!

Insbesondere für Reiter hat dieser Zusammenhang eine besondere Bedeutung. Denn je mehr wir fühlen und sehen, desto weicher können wir auf unser Pferd reagieren und einwirken.

Wieder aus der Versenkung geholtes anatomisches Wissen machte mir in letzter Zeit Zusammenhänge klar, die mir vorher nicht bewusst waren. Beispielsweise kann man mit diesen Zusammenhängen die körpereigene Stabilität verbessern. Wenn man weiß, aus welchem Hirnbezirk ein bestimmter Nerv für die Augenmotorik kommt, kann mit seinen spezifischen Bewegungen die körpereigene Balance verbessern. Denn die wird in demselben Gehirnbereich geschaltet. Spannend dabei ist: je mehr man darüber weiß, desto mehr kann man wahrnehmen, was in seinem Körper passiert. Dadurch werden die Mechanismen bewusst und man kann sie steuern.

Genauso konnte ich das bei einem Kurstag beobachten, den ich im Oktober gehalten habe:

Alles neu macht die Sicht konnten die Reiterinnen und ihre Pferde am Ende lebhaft nachvollziehen. Denn sie fühlten Dinge, die sie vorher nicht wahrgenommen hatten.

Das Ergebnis war ein breites Strahlen auf den Gesichtern und zufriedene Pferde.

Die schauten erst interessiert zu und empfanden ihren Rucksack Reiter nach den Übungen als angenehmer. Dann schnaubten sie sofort ab.

Am Anfang des Tages ging es in der Theorie darum, wie Gleichgewicht eigentlich entsteht.

Stabilität und Sehen beeinflussen sich gegenseitig
Im Gleichgewicht

Besser gesagt, was in unserem Körper alles passieren muss, damit man balanciert auf dem Pferd sitzen kann. Sich klar zu machen, was unser Gehirn in jedem Moment unseres Lebens leistet, kann hilfreich sein. Gerade Reiter wollen in unterschiedlichem Tempo zwei Meter über dem Boden eine gute Figur machen. Da bekommt die Fähigkeit Sehen und Fühlen eine besondere Bedeutung. Anders ausgedrückt wird das Gehirn dem Körper nur erlauben, sich weich mit dem Pferd zu bewegen, wenn es einschätzen kann, was als nächstes geschieht.

Eigentlich geht es nur darum, sich der Mechanismen bewusst zu werden, die einen auf dem Pferd verspannen lassen. Doch ist das oft alles andere als einfach. Zum Einen resultiert Verspannung aus der Tatsache, dass man sich unsicher fühlt. Zum anderen schaltet das Gehirn sofort einen Sicherheitsmodus, wenn es Gefahr wittert. Das tut es nicht, wenn es seine Umgebung mit den Augen gut einschätzen kann. Auch nicht, wenn es weiß, dass das körpereigene Gleichgewichtssystem gut funktioniert.

Deshalb ist es sinnvoll, in der Vorbereitung genau diese Funktionen anzuschalten.

Wenn man das tut und dem Körper durch gezielte Techniken signalisiert, dass nirgendwo ein Säbelzahntiger lauert, kann man entspannen. Auch das Wieder- Durchatmen ist eine wesentliche Voraussetzung, auf dem Pferd differenziert anzuspannen und auch wieder loszulassen. All das führt dazu, dass man sein Pferd besser spürt und die Bewegung leicht durch seinen Körper durchlaufen lassen kann.

Alles neu macht die Sicht
Ganz neues Gefühl

Wenn Ihr das erstmal ohne Pferd ausprobieren wollt: das ganze Thema gibt es in praktischer Form mit etwas Theorie und vielen Übungen zum Ausprobieren am 04.12.2021 bei “Einfach besser Reiten mit Köpfchen”. Der Fokus in diesem Kurs liegt immer auf dem ausbalancierten Sitz. Denn der ist eng mit der Losgelassenheit des Reiters verbunden.

Wer mehr mit Ängsten und Verspannung zu tun hat, der ist vielleicht beidem Kurs “Einfach besser Reiten trotz Angst” am 29.01.2022 gut aufgehoben.

Weil das Thema “alles neu macht die die Sicht” für mich gerade so spannend ist, wird es im Februar kommenden Jahres zwei neue Kurse zu diesem Thema geben: “Die tollen Vier: Balance bewegen, Atmen und Sehen” laufen am 05.02.22. Etwas mehr um den Zusammenhang zwischen Gleichgewicht und Sehen geht am 19.02.22 bei “Stabilität und Sehen“.

Seid Ihr dabei?

Ich würde mich freuen, den einen oder anderen mit meiner Begeisterung für unsere Kommandozentrale anstecken zu können. Was unser Biocomputer alles möglich macht, ist echt faszinierend.

Sonnige Grüße,

Corinna von ReitClever

So war der Tag der Cleveren Reiter 2021 am 02.10.2021

Das war der Tag der Cleveren Reiter 2021

Wie schon in den letzten beiden Jahren passte alles zusammen: Wir hatten nette und wissbegierige Teilnehmer, die eine gute Stimmung verbreiteten. Das Essen war lecker und das Wetter machte mit, so dass wir uns in den Pausen in der Sonne wärmen und dabei plaudern konnten.

Ich bin jedes Mal wieder beeindruckt, dass die Vorträge zueinander passen und sich toll ergänzen. Das klappt, obwohl sich die Dozenten nur teilweise kennen. Natürlich unterhalten wir uns im Vorfeld und jeder kennt legt sich in die eine oder andere Richtung des Themas fest. Trotzdem ist es magisch, wie weich beim Tag der Cleveren Reiter 2021 alles ineinander überging.

Zugegebenweise sitzen die Dozenten mit im Raum und hören die Vorträge der anderen Redner. Trotzdem oder gerade deswegen hat es bis jetzt immer gepasst und das freut mich. Denn die Idee dieses Tages war von Anfang an, hochkarätiges Wissen unter die Reiter zu bringen, was man auch anwenden kann. Der Fokus der Vorträge liegt immer auf Ansätzen, die leicht zu verstehen und auch nachzuvollziehen sind. Nur so kann echter Wissenszuwachs entstehen, der dann auch auf dem Pferd genutzt werden kann . Dennoch freut es mich in jedem Jahr von Neuem, dass es so klappt.

Beim Tag der Cleveren Reiter 2021 ging es um “Einfach besser Reiten mit Köpfchen”.

Tag der Cleveren Reiter 2021

Ehrlich gesagt ist das mein Hautthema zu Zeit. Die Ausbildung zum Neuro-Rider® Trainer macht sich bemerkbar 🙂 Neurologisch orientiert bin ich als Physiotherapeutin schon lange. Deshalb hat mich der Titel des Kurses wohl auch so angesprungen, als ich das erste Mal davon gehört habe.

Meine Intuition hat mich nicht getrogen: Kein anderes fachliches Thema hat mich seit meiner Ausbildung und später dann in der Kinesiologie so beeindruckt und auch beeinflusst. Durch das Wissen bewerte ich nun Vieles anders und nehme auch mich und meinen Körper anders wahr.

Das ist auch das Hauptthema beim Reiten: Sich selber besser spüren und wahrnehmen können.

Sich selber besser spüren können

Vor allem ist wichtig, was von wo und in welcher Dosierung auf den Körper einwirkt. Funktioniert das, kann das Gehirn eine Vorhersage treffen, was passieren wird. Damit kann es entsprechend reagieren.

Bekommt das Gehirn gute Informationen und bewertet es die aktuelle Situation als sicher, gibt es entsprechende Beweglichkeiten frei. Als Ergebnis sitzt man locker auf dem Pferd und kann geschmeidig mit der Bewegung mitgehen. Anderenfalls wittert das Gehirn Gefahr und schützt uns davor mit unbewusster Anspannung und Tunnelblick.

Kurz gesagt war das der Inhalt des theoretischen Vortrags von Corinna Jungblut- Pohl. Dabei erläuterte sie die Aufgaben und Steuerungsfunktionen des menschlichen Nervensystems. Im Anschluss erklärte Marlies Schubarth, wie es das geht und wie das Nervensystem eigentlich funktioniert. Anders ausgedrückt Funktionelle Neuroanatomie für Einsteiger und Reiter 😉

Wichtig ist das, um zu verstehen, warum man erst die Sensorik und dann die Wahrnehmung der Gelenk- und Muskelrezeptoren anregen sollte. Im Idealfall bevor man sich um die eigene Sehfähigkeit kümmert. Denn alle diese Bereiche sind wichtig, um ein gutes Gleichgewicht zu steuern.

All das haben wir im praktischen Teil erarbeitet und alle Teilnehmer konnten spüren, was diese Übungen bewirken.

Beispielsweise hatten ganz unscheinbar aussehende Ausstreichungen zur Folge, dass man sich im Anschluss besser drehen oder auf einem Bein stehen konnte.

Gigantisch, was diese Techniken an Potential bieten! Welche enormen Verbesserungen in Gleichgewicht und Koordination diese Übungen bewirken, habe ich vorletzte Woche praktisch mit ein paar geübten Reiterinnen auf dem Pferd ausprobiert. Die Verbesserungen waren deutlich!

Den Abschluss des Tag der Cleveren Reiter 2021 bildete dann die Pferdetrainerin Beate Petrick. Passend zum Thema referierte sie über  Rechts- und Linkshirnigkeit von Pferden. Denn das erklärt die eklatanten Unterschiede im Verhalten und in der Lernbereitschaft von Pferden. Berücksichtigt an dieses wertvolle Wissen, bekommt man in der Arbeit ein zufriedenes, motiviertes Pferd.

Das ist unser aller Ziel! Zufrieden und satt waren dann auch alle Beteiligten am Ende des Tages. Viel Input, neues Verständnis für viele Zusammenhänge und ein nettes Miteinander verschafften uns allen ein gutes Gefühl.

Und um mit Freude aufs Pferd zu steigen, gibt es auch im nächsten Jahr einen Tag der Cleveren Reiter. Der wird als Thema “Reiten mit Hirn und Herz” haben.

Ich freue mich jetzt schon auf den ersten Samstag im Oktober,

Corinna von ReitClever.

Hast Du Dich eigentlich schon mal gefragt, wie Reiten geht?- NL Oktober 2021

Hats Du Dich schon mal gefragt, wie reiten geht?
Bild von Tumisu auf Pixabay

Mit der Frage, wie Reiten geht, meine ich nicht nur die Technik, dass man dem Pferd irgendwie sagen kann, wo man hin möchte.

Vielmehr fasziniert mich insgesamt, was unser Körper alles kann. Wie unser Gehirn Bewegung und Reaktionen steuert. Wie man zwei Meter über der Erde im Gleichgewicht bleibt und mit Spaß durch den Wald galoppiert- auch beim Sprung über einen Baumstamm .

Diese Frage ging mir zum ersten Mal bewusst durch den Kopf, als ich während meiner Physiotherapieausbildung in eine Reithalle kam. Die Voltikinder waren gerade beim Warmmachen.

Ich kam direkt aus in einem Kinderkrankenhaus, wo ich damals einen Teil meiner praktischen Ausbildung absolvierte. Neben den Babies auf den Normalstationen, die häufig Atemwegsinfekte hatten, waren vor allem die Kinder mit Bewegungsauffälligkeiten in unserem Fokus. Sie hatten leichte bis schwere Entwicklungsverzögerungen und auf einer Station gab es dort auch mehrfach behinderte Kindern aller Altersklassen.

Als ich damals nach mehreren Wochen in dieser Kinderklinik in die Reithalle kam und die Kinder rennen, Fangen spielen oder Handstand um die Wette machen sah, war ich kurzzeitig geschockt.

Was die alles konnten! Mit welcher Leichtigkeit sie sich am Holzpferd und auf dem galoppierenden Pferd bewegten. Das stand im krassen Gegensatz zu dem, was ich jeden Tag in der Klinik sah und fühlte, wenn ich mit den Kindern arbeitete.

Es dauerte einen Moment, bis ich realisierte, dass das die Normalität war.

Kinder rennen und bewegen sich anstatt im Rollstuhl zur Therapie zu kommen.

Solche Momente hatte ich in den folgenden Jahren immer wieder. Da ich häufig mit neurologischen Patienten arbeitete, wurde mir bewusst, was alles geht, ohne dass wir nachdenken müssen.

Zum Beispiel ist der einfache Vorgang Kaffee in einer Kaffeemaschinekochen komplexer als es aussieht. Die Schritte bauen so aufeinander auf, dass Menschen mit einer Verarbeitungsstörung nicht wissen, dass das Kaffeepulver in eine Filtertüte gehört und die in einen dafür vorgesehenen Behälter. Wenn man Wasser in die Kanne kippt und Kaffeepulver in den Wassertank, gibt es als Belohnung keinen aromatischen Geruch, der begleitet vom Geblubber des Wassers durch den Raum zieht.

Aus diesem Grunde müsste man sich und seinen Körper eigentlich jeden Tag lobpreisen. Denn wenn alles gut funktioniert können wir auf ein Wunderwerk an Funktionen zurückgreifen. Das Meiste davon läuft ganz unbewusst ab. Leider wird einem das meist erst bewusst, wenn etwas ausgefallen oder verletzt ist. Dann klappen eingespielte Bewegungsabläufe nicht mehr. Beispielsweise wird einem die Leistungsfähigkeit unserer körpereigenen Reizweiterleitung erst schmerzlich bewusst, wenn man einen eingewachsenen Zehennagel hat und fühlt, wie häufig man sich stößt.

Unter diesem Aspekt ist es für mich auch ein Wunder, wie Reiten geht.

Vor allem, dass sich zwei so hoch komplexe Lebewesen auf einen gemeinsamen Rhythmus einigen können. Dabei gelingt es einem geübten Reiter meist schnell, dabei eine gute Figur zu machen. Besser gesagt kann er seinen Körper den Bewegungen des Pferdes so anpassen, dass der gemeinsame Ritt schön aussieht.

Das ist der Idealfall, den wir alle anstreben. Und wie leicht man dahin kommen kann, ist mir gestern bei einem Trainingstag mit sechs langjährige Reiterinnen und Ihren Pferden aufgefallen. Drei davon arbeiten selber als Reitlehrerin und können auf eine breite Erfahrung zurückgreifen.

Nach einer kurzen theoretischen und längeren praktischen Einführung zum Thema “Einfach besser Reiten mit Balance” ging es dann nachmittags aufs Pferd. Ich hatte ein paar Geräte aus meiner Neuro-Rider Ausbildung mitgebracht und brannte darauf, sie auszuprobieren.

Gleichgewicht ist ein wesentlicher Faktor bei der Frage, wie Reiten geht
Gleichgewicht testen

Zuerst beobachtete ich die Damen auf ihren Pferden, ließ sie absteigen und ein bis zwei Übungen für den Körperteil machen, den ich als Ursache für das Sitzthema ausgemacht hatte.

Zu unser aller Begeisterung funktionierte das bei allen Paaren. Den richtigen Körperteil mobilisieren oder stabilisieren ist das Geheimnis, wie Reiten geht. Das ist die Voraussetzung für einen lockeren, ausbalancierten Sitz. Wenn wir die richtige Stelle gefunden hatten, zog ein Strahlen über das Gewicht: “Das fühlt sich jetzt so locker an” hörte ich gestern mehrfach. Auch die Pferde kommentierten den veränderten Sitz sofort mit Abschnauben und fleißigerem Vorwärtsgehen.

Das ist die Basis, um zusammen zu einem harmonischen Miteinander zu kommen.

Weil das so gut geklappt hat, treffen wir uns in Zukunft nun regelmäßig. Dann kann ich das Wissen aus dem Neuro-Rider® vertiefen und mein Auge schulen. Im Gegenzug erfahren die Schüler, wie man mit wenigen Stellschrauben den Sitz verbessern kann. Im Idealfall sind dann alle Beteiligten zufrieden.

So macht Arbeiten Spaß.

An solchen Tagen wie gestern wird mir klar, wie sehr ich meinen Job liebe. Aber auch, wie viel Erfahrung ich im Laufe meiner Physiotherapiezeit gesammelt habe. Wegen der Physiotherapie habe ich ehrlich gesagt die Neuro-Rider®-Ausbildung begonnen.

Der Weg und die Techniken sind mir zum großen Teil aus meiner therapeutischen Arbeit bekannt. Aber mit wenigen Ansatzpunkten große Erfolge zu erzielen, dass kenne ich bisher nur aus der Kinesiologie.

Auch meine Patienten profitieren von den Modulen. Seit Monaten probiere ich alle Übungen mit Ihnen zusammen aus. Auch dort mit durchschlagenem Erfolg, weil sie im Anschluss besser und sicherer laufen können. Dabei erfahre ich, wo welche Techniken wirken. Am Ende gibt es oft wieder ein Staunen darüber, was unser Körper kann und wie das unser Gehirn möglich macht.

Deshalb war mein Oktober so abwechslungsreich wie momentan die Blätter an den Bäumen.

Der Tag der Cleveren Reiter 2021 beschäftigte sich auch mit der Frage, wie Reiten geht
Der Tag der Cleveren Reiter am 02.10.2021

Begonnen hat er mit einem tollen Tag der Cleveren Reiter. Natürlich ging es auch dort um das Thema “Reiten mit Köpfchen”. Wissbegierige Teilnehmer, Vorträge, die gut zueinander passten und leckeres Essen in den Pausen sorgten für eine gute Stimmung.

Es kam zu einem wunderbaren Austausch und vielen AHA- Momenten. Da mich das Thema so fasziniert und es wichtig ist, um zu einem guten Miteinander mit dem Pferd zu finden, wird das Thema im nächsten Jahr “Reiten mit Herz und Hirn” heißen.

Auch auf die Gefahr hin, dass ich Euch jetzt langweile: ich habe im Zuge dieser Vorbereitungen zwei neue Kurse entwickelt. Denn je mehr man die Zusammenhänge versteht, desto besser kann man an den wesentlichen Schaltstellen ansetzen. Deshalb wird es am 05.02.2022 den Kurs “Die tollen Vier: Balance bewegen, Atmen und Sehen” geben. Alle diese vier Fähigkeiten beeinflussen sich gegenseitig.

Genauso ist unser Sehen dafür verantwortlich, wie stabil oder instabil der Körper auf Anforderungen reagieren kann. Deshalb gibt es dann am 19.02.2022 den Kurs “Stabilität und Sehen”. Wenn Du Lust hast, mehr zu erfahren, klicke auf de blauen Link.

Erstmal geht es weiter wir geplant: Kommenden Samstag läuft der altbewährte Kurs “Spiraldynamik® für Reiter”, vor allem an der Core-Stabilität des Oberkörpers ansetzt.

Am 20.11.21 geht es um “Einfach besser Reiten trotz Angst”. Auch beim Angstgeschehen ist die Hauptfrage, wie unser Gehirn eine Situationen einschätzt. Je besser wir Herr unserer Sinne und Fähigkeiten sind, desto größer ist die Chance, dass wir bewusst auf eine Herausforderung reagieren können anstatt in einen verspannten Schreckmodus zu verfallen. Neben den Hintergründen zu unserem Angsterleben wird es viele praktische Ansätze geben, mit denen Ihr Eure Verspannung in den Griff bekommt.

Vielleicht habt Ihr ja Lust bekommen, zu überlegen, wie Reiten wirklich geht. Und mit dem entsprechenden Input zu fühlen, wie es bei Euch so läuft. Das würde mich freuen!

Genießt vor allem erstmal die Zeit und die tolle Stimmung des bunten Herbstwaldes!

Corinna von ReitClever

Wie gut kannst Du Deine eigene Körperspannung kontrollieren?

Tempo des Pferdes Körperspannung kontrollieren ist das Geheimnis eines harmonischen Ritts
Wie gut kannst Du Deine Körperspannung kontrollieren?

Das musst Du wissen, wenn Du Dich und Dein Pferd kontrollieren und koordinieren möchtest. Allerdings gelingt das Körperspannung Kontrollieren selten so weich und dynamisch, wie wir uns das gerne vorstellen.

Das Pferd ist ein Fluchttier. Wir sind das auch, jedenfalls manchmal.

Wie beim Pferd ist auch beim Menschen die entscheidende Schaltstelle für koordiniertes oder reflexartiges Bewegen die sogenannte Amygdala. Das ist eine köpereigene Alarmanlage, die in der Nähe des Stammhirnes sitzt. Das ist entwicklungsgeschichtlich der älteste Teil unseres Gehirns, der alle lebenswichtigen Funktionen steuert.

Dumm ist nur, dass alle Reize, die aus der Peripherie des Körpers zum Gehirn gesendet werden, an der Amygdala vorbei müssen. Denn die entscheidet in Bruchteilen von Sekunden, ob eine Bedrohung für den Körper bevorstehen könnte. Wenn sie das meint, wird anstelle einer koordinierten Bewegung eine automatische Überlebensreaktion auf den eingehenden Reiz geschaltet.

Diese Reaktionskette war zu Zeiten des Säbelzahntigers sehr sinnvoll.

Ehe man zu lange überlegt hat und gefressen wurde, bot ein schnelles Weglaufen oder ein Angriff die größere Chance aufs Überleben. Dieses Überbleibsel der Schutzreaktionen kommt auch heute noch regelmäßig in Gang.

In unserer modernen Welt sogar viel häufiger durch unbewusst ausgelöste Stressmomente als durch tatsächlich wahrgenommene Gefahr.

D.h. auf deutsch, dass man in so einer Stressreaktion seine Körperspannung nicht bewusst kontrollieren kann. Wenn ein Überlebensprogramm aktiv ist, sind alle Systeme wach, die schnelles Davonlaufen ermöglichen. Das ist immer mit einer hohen Anspannung der körpereigenen Muskulatur verbunden. Leider ist das genau die, die ein weiches Mitgehen mit der Pferdebewegung erschwert und damit ein entspannt laufendes Pferd verhindert.

Deshalb ist es eine gute Idee, an der eigenen Reizaufnahme im Körper anzusetzen.

Wenn beispielsweise die Signale über Kräfte und Untergrund, die auf uns einwirken, schnell aufgenommen und an der richtigen Stelle im Gehirn einsortiert werden können, kann das Gehirn besser vorhersehen, worauf der Körper reagieren muss.

Wenn man dagegen im Dunkeln schlecht sieht oder Entfernungen schwer abschätzen kann, wird das Gehirn einen Ausritt durch den teilweise dämmrigen Wald als Gefahr einschätzen.

In der Folge setzt es den Körper unter eine reaktive Schutzspannung, weil es nicht vorhersagen kann, was möglicherweise als nächstes passiert.

Diese innere Alarmbereitschaft wird von manchen Menschen auch als Angstgefühl wahrgenommen.

Besonders, wenn das Gehirn weiß, dass unsere körperliche Situation ein Oben bleiben auf dem Pferd nicht packen könnte. Beispielsweise weil unsere Bauchmuskeln schwach oder unsere Reaktionen fürs Gleichgewichts zu langsam sind, um mit der Pferdebewegung mitzukommen.

Deshalb wird ein Ausritt in den Wald oft von einem Kribbeln im Bauch begleitet. Kombiniert mit der Tatsache, dass die Pferde im Gelände oft fröhlicher unterwegs sind, kann das mit einem verspannten Sitz einhergehen, der das Pferd wahrscheinlich eher verunsichert und antreibt als beruhigt.

Je besser wir uns also orientieren und koordinieren können, desto besser können wir unsere Körperspannung kontrollieren. Und eine fein abgestimmte Körperhaltung ermöglicht einen feinen Ritt.

Also ist es eine gute Idee, wenn man zu Ängsten und Verspannungen auf dem Pferd neigt, an der eigenen Sehfähigkeit anzusetzen.

Auch die Körperwahrnehmung und Gleichgewichtsreaktionen kann man trainieren. Ebenso kann man seine Reaktionsfähigkeit so verändern, dass man bei jedem Schreck nicht sofort in den Überlebensmodus rutscht.

Die ganzen Zusammenhänge, wie man seine Reizverarbeitung verbessern und damit locker auf dem Pferd sitzen kann, erkläre ich in meinem Kurs Einfach besser Reiten mit Köpfchen am 04.12.21.

Am 20.11.21 geht es in “Einfach besser Reiten trotz Angst” darum, das Erschrecken zu kontrollieren und auf dem Pferd wieder zu entspannen. Für weitere Informationen, klicke auf die blauen Links. Wenn Dir Zossen bei Berlin zu weit ist, kannst Du den Kurs auch im Onlineformat durchführen.

Dann gelingt das auch mit dem weichen Mitgehen auf dem Pferd und dem entspannten Galopp!

Viel Spaß beim nächsten Ritt durch den Wald

wünscht Corinna von ReitClever.

Gutes Training beginnt am Rumpf- oder Core-Training

Rumpf ist Trumpf
Spiraldynamik für Reiter

Das Core- Training ist zur Zeit in vielen Mündern. Denn der Rumpf ist Trumpf. Deshalb hat selbst die FN kürzlich in einer Ausgabe ihrer persönlichen Mitgliederzeitung auf das Core- Training beim Pferd verwiesen.

Was ist nun dran an dem Hype?

“Das Core steht für Kern bzw. die Mitte und umfasst damit deinen gesamten Rumpf. Das heißt, dass du beim Core- Training den Fokus auf deine Körpermitte legst. Die Core-Muskulatur liegt zwischen Zwerchfell und Hüfte. Dazu zählen die geraden und seitlichen Bauchmuskeln, der untere Rücken und die Hüftbeugende und streckende Muskulatur. Als Mittelpunkt deines Körpers, verbindet der Core Ober– und Unterkörper miteinander. Für Sportler ist das Core-Training eine gute Ergänzung, weil durch eine starke Rumpfmuskulatur die Kraftübertragung über die Muskelkette verbessert wird.

Der Begriff Core- Stabilität bezieht sich darauf, wie gut deine Körpermitte einem Ungleichgewicht standhalten kann. Starke Core Muskeln wirken wie ein Schutzschild. Davon profitierst du sowohl im Alltag, wenn du mal dein Gleichgewicht verlierst, als auch beim Training, indem du bei Übungen und komplexen Bewegungen stabil bleibst. Aus diesem Grund empfiehlt es sich für jeden, Core zu trainieren und die entsprechenden Muskeln zu kräftigen.”

Quelle: https://www.foodspring.de

Auch Reiter profitieren in besonderem Maße von einer stabilen Körpermitte.

Besser gesagt muss der Oberkörper auf dem Pferd stabil sein, um das Bein lang lassen und mit der Hand mitgehen zu können. D.h. um auf dem Pferd im Gleichgewicht zu bleiben, muss man sich mit seinem eigenen Schwerpunkt über dem Schwerpunkt des Pferdes stabilisieren können. Denn die Bewegungszentrale für Stabilität und Gleichgewicht liegt in unserem Schwerpunkt. Das ist der Bereich um den Bauchnabel herum. Und zwar nicht nur oberflächlich, sondern auch tief. Dort liegen beispielsweise die tiefen Bauchmuskeln, die eine enge Funktionsbeziehung zur Lendenwirbelsäule haben.

Anders gesagt: hast Du Rücken trainiere den Bauch!

Allerdings nicht mit den gerne angeführten Sit- Ups, die gut ausgeführt im besten Falle die oberflächlichen Bauchmuskeln ansprechen. Besser für eine Entlastung des Rückens und verbesserte Körperstabilität wirken die tiefen Bauchmuskeln.

Wenn man die trainiert, erreicht man eine sofortige Entspannung der Hüftbeugemuskulatur. Der in diesem Zusammenhang gern erwähnte Psoas- Muskel ist derjenige, der beim Reiten die Knie hoch und die Lendenwirbelsäule ins Hohlkreuz zieht. Wenn der Psoas arbeitet, ist kein tiefer Sitz im Pferd möglich, sondern man sitzt tendenziell auf dem Schambein und über dem Pferd

Weiterhin sorgst Du mit einem stabilen Rumpf für eine bessere Koordination. Denn Arme und Beine können nur selektiv angesteuert werden, wenn sie keine Schutzspannung für den Oberkörper aufbauen müssen. Damit beugst Du auch Verletzungen vor, da Du Dich mit einem stabilen Rumpf gut abfangen kannst, wenn Du stolperst. Außerdem sehen Dein Ritt schöner aus, wenn Du wie eine Königin mit locker aufgerichtetem Oberköper auf dem Pferd thronst. Dann hast Du einen Joker in der Hand, denn beim Reiten zählt vor allem Lockerheit und Koordination.

Besonders gut für einen stabilen Core wirken die Übungen aus der Spiraldynamik®. Das ist ein Übungskonzept aus der Schweiz, was ein Arzt und eine Physiotherapeutin entwickelt haben, um den Rücken zu entlasten.

Ich bin ein Fan von diesem Konzept, weil man es überall ausführen kann und nicht auf Trainingsgeräte angewiesen ist. Außerdem wird dem Fühlen eine große Bedeutung beigemessen. Das ist die zweite Kernkompetenz, die ein Reiter für eine gute Figur auf dem Pferd haben muss.

Also, kümmere Dich um Deinen Rumpf, wenn Du Deinen Reitstil verbessern möchtest.

Das kannst Du in einem Fitnessstudio Deiner Wahl machen oder Du erfährst, warum es speziell für einen Reiter wichtig ist, die richtigen Muskeln zu benutzen. Das kannst Du beispielsweise beim nächsten Kurs Spiraldynamik für Reiter am 06.11.2021 tun. Dort trainieren wir alle Muskeln, die einen tiefen Sitz auf dem Pferd entscheidend sind.

Viel Spaß beim Training wünscht

Corinna von ReitClever

Gute Lernbedingungen sind entscheidend für eine gute Performance

Gute Lernbedingungen beim Pferdeführerschein Umgang
Alle passen auf 🙂

Vorletzte Woche bin ich von einer Fortbildung aus Bonn Wachtberg zurück gekommen. Das Hotel war sehr gut, der Ausblick toll und auch in unmittelbarer Nachbarschaft gab es Pferde. So waren eigentlich gute Lernbedingungen gegeben, weil auch der gewohnte Pferdegeruch mit einem kleinen Fußmarsch zu erreichen war (Mehr darüber in Guten Morgen aus Wachtberg).

Ein Spaziergang bergauf und bergab sorgt tatsächlich für eine gute Sauerstoffversorgung. Denn bei einem leichten aeroben Training wird dem Körper Sauerstoff zur Verfügung gestellt. Durch die entstehende CO2 Anreicherung im Blut werden die Gefäße weit gestellt, dass der Sauerstoff das Gewebe auch erreichen kann. Wenn man dann noch abwechslungsreich frühstückt, hat das Gehirn genügend Glukose zur Verfügung für seine Leistungsfähigkeit zur Verfügung. So kann es gut arbeiten.

Zur Info: Unser leistungsfähiger Biocomputer beträgt nur ungefähr 2% unseres gesamten Körpergewichts. Er braucht aber 25% des Haushaltes an Zucker und 20% des Sauerstoffs, der dem Körper zur Verfügung steht. Also ist ein Tipp, sich vor dem Lernen ein bisschen zu bewegen und ausgewogen zu frühstücken. Vor allem Obst und Kohlenhydrate stellen kurz- und langfristig genügend Bausteine bereit, um eine ausreichende Glukoseversorgung sicher zu stellen.

Anders ausgedrückt ist es für gute Lernbedingungen sinnvoll, neuronale Grundbedürfnisse zu kennen.

Sauerstoff und Glukose fungieren als Treibstoff, damit die Nervenzellen Signale weiter leiten können. Weiterhin müssen sie eine entsprechende Aktivierung erhalten, um senden können. Fehlt einer dieser Faktoren, wird es schwierig, neuronalen Zuwachs, sprich ein Verbesserung des aktuellen Zustands zu erreichen. Beides gilt sowohl für motorische als auch für kognitive Fähigkeiten.

In meinen Augen gehören aber auch die äußeren Rahmenbedingungen dazu. Das Gehirn funktioniert nach einem ausgesprochenen Hierarchiesystem. Es kann nur lernen, wenn es sich sicher fühlt.

Kennt Ihr die Bedürfnispyramide nach Maslow?

Darin kategorisierte der US- amerikanischer  Psychologe Abraham Harold Maslow menschliche Grundbedürfnisse. Um sich weiter zu entwickeln, bzw. eine höhere Stufe angehen zu können, müssen die darunter liegenden Ebenen satt sein. Deshalb ordnete er die Hauptmotivationen in 5 größere Kategorien ein. Dabei beginnt er mit den grundlegenden und endet bei den hoch entwickelten humanen Bedürfnissen.

Zuerst geht es um die physiologischen Bedürfnisse wie Hunger, Durst, Toilettengang und Schlaf. Nur wenn die kein Thema mehr sind, kann sich der Körper mit der nächst höheren Stufe rund um Sicherheit auseinander setzen. Genauer gesagt sind das die häusliche und Arbeitsumgebung, eine ausreichende Versorgung mit Geld und Planungssicherheit für die Zukunft. Diese und auch die nächsten beiden Kategorien sind ausgesprochene Defizit- oder Mangelbedürfnisse. D.h. solange ein Bedürfnis dieser Art unbefriedigt ist, aktiviert und beeinflusst es unser Denken und Handeln.

Wenn ich also aufs Klo muss, kann ich schlecht lernen. Auch wenn mein Konto so leer ist, dass ich nicht weiß, wie ich die nächste Miete bezahlen soll, kann ich nicht davon ausgehen, eine neue Fremdsprache schnell und mit allen Feinheiten erfassen zu können.

Auf der nächsten Ebene stehen individuelle Anliegen wie Zugehörigkeit und Individualität.

Hier spielt die Gruppe, das Umfeld und der eigene Status eine große Rolle. Wenn man das für sich eingeordnet hat, geht es um soziale Bedürfnisse wie Freundschaft, Familie und Liebe.

Erst wenn man sich hier erfolgreich positioniert hat, bzw. seine Mitte in seinem persönlichen Umfeld gefunden hat, kann man sich um die Spitze der Pyramide kümmern. Anders gesagt gelten diese als Wachstumsbedürfnisse und unstillbare Bedürfnisse, da die Suche nach Sinn, Lebensinhalt und Wissen eigentlich nie endet.

Wenn Ihr also manchmal Schwierigkeiten habt, Neues aufzunehmen oder abzuspeichern, schaut mal, auf welche Ebene der Bedürfnispyramide Ihr gerade steht. Es lohnt sich, die eigene Position zu analysieren und zu schauen, wo vielleicht noch Motivationen liegen, die beachtet werden wollen. Dann gibt es womöglich auf einmal einen Schub in die persönliche Entwicklung, mit dem man gar nicht gerechnet hat.

Der Zusammenhang zu unserem Seminar ist mir eigentlich erst klar geworden, als ich in den letzten Tagen davon erzählt habe. Denn im Kurs herrschte ein hoher Wissenstand, viel Neugier und eine gute Stimmung. Auch waren tolle Reiter dabei, die alle das Ziel hatten, das Wissen aus dem Kurs auch anwenden zu wollen. Trotzdem bestand für mich irgendwie eine kaum zu fassende Unzufriedenheit.

Wechselnde Terminansagen und Kursorte trugen wenig zu einer Planungssicherheit bei. Auch die Ansage, “Bringt Euch Essen und Trinken mit”, führte bei mir eigentlich zu dem Gedanken: “Wir sind in einem 3 Sterne Tagungshotel, dort wird es doch eine Versorgung geben? Da kann ich doch nicht mein eigenes Zeug mitbringen.”

Doch, hätte ich gekonnt und sogar gesollt.

Denn die Verpflegung der Teilnehmer durch das Hotel wurde im Vorfeld abgelehnt. Das führte zu der Situation, dass die Kursteilnehmer sich in den Pausen ihren Kaffee suchen mussten. Sie wurden darauf hingewiesen, dass das im Nachbarraum befindliche Frühstücksbuffet dazu nicht gedacht ist. Außerhalb des Frühstücks zu sich genommene Getränke mussten extra bezahlt werden.

Das kann ich aus Sicht der Hotels absolut nachvollziehen. Wenn ich Gäste habe, die ein Frühstück bezahlen, bekommen sie ein Frühstück. Was dann innerhalb der Kurszeiten passiert, die jemand Anderes gebucht hat, obliegt das der Verantwortung desjenigen, der den Raum gemietet hat.

Doch gehe ich eigentlich davon aus, wenn ich ein höherpreisiges Seminar buche, dass ich mich nicht selbst um Getränke kümmern muss. Ein paar Flaschen Wasser und Apelschorle, eine Kanne Kaffee und Tee, vielleicht ein paar Kekse machen keinen großen Unterschied in der Abrechnung aus. Dafür sorgt das aber zu einer gewissen Zufriedenheit der Teilnehmer. Denn dann können sie sich um Lernen und Verstehen kümmern und nicht um physiologische Grundbedürfnisse.

So gesehen hätte vielleicht der Rohertrag des Seminars etwas gelitten. Aber ich behaupte mal, der Nettogewinn wäre größer gewesen. Klare Terminansagen, bestätigte Kursorte und eine angemessene Versorgung sorgen für Zufriedenheit. Sie stellen für mich elementare Bedingungen dar, die nur gute Lernbedingungen schaffen, wenn sie erfüllt sind.

Ehrlich gesagt hatte ich mich bis jetzt noch nie gefragt, warum ich meine Kurse so aufbaue.

Gute Lernbedingungen beim Kurs Pferdeführerschein Umgang
Septemberkurs Pferdeführerschein Umgang

Es gehört für mich einfach dazu. Aber nun habe ich es verstanden und werde dabei bleiben, Kursteilnehmern Pausengetränke und Kekse zur Verfügung zu stellen. Das kostet nicht viel, bringt aber um so mehr. Genauso arbeiten Pferde viel besser, wenn sie in einer guten Herdenstruktur leben dürfen und regelmäßig genug Futter bekommen. Sonst darf ich mich über Stress und Unaufmerksamkeit in der Ausbildung nicht wundern.

Genau darüber haben wir letzte Woche beim zu Ende gegangenen Pferdeführerschein gesprochen. Es ging um die Bedingungen, die ein Pferd gesund halten. Auch darum, wie Pferde unterm Reiter gesund bleiben und welche Krankheiten es gibt. Darüber hinaus, wie man sich selbst verhält, um seinem Pferd ein verlässlicher Partner zu sein.

Die Gruppe war toll und sehr homogen. Sie hat vom ersten Moment an gut zusammen gearbeitet und eine positive Stimmung erzeugt. So hatten wir drei schöne Samstage und letzte Woche eine erfolgreiche Abschlussprüfung. Die war eigentlich nur Formsache, weil alle Teilnehmer sehr sicher waren. Nun gibt es sieben neue Pferdeführerschein Umgang Inhaber!

Genauso schön wird hoffentlich der Tag der Cleveren Reiter am Samstag.

Wir haben das Oberthema “Reiten mit Köpfchen”. Dabei wird es selbstverständlich Anregungen und Übungen aus dem Neuro-Athletik- Training geben. Das Ganze soll zeigen, wie man mit wenig Aufwand Koordination und Leichtigkeit auf dem Pferd verbessern kann.

Eine langjährige Kollegin und Freundin von mir kommt aus der Physiotherapie und wird mit uns ein paar neuroanatomische Grundlagen erarbeiten. Mit von der Partie ist wieder Beate Petrick, die uns erzählen wird, dass es auch rechts- und linkshirnige Pferde gibt. Wenn man das im Training berücksichtigt, kann man auch gute Lernbedingungen für Pferde schaffen.

Unter dem Link gibt es noch Tickets für kurz Entschlossene: Warmes Essen, Getränke und Kuchen sind im Kurspreis inbegriffen. Dann schafft Ihr das auch mit der guten Lernperformance :-).

Dass man mit diesen Übungen besser in Balance reitet, konnten die Teilnehmer des VFD Reiterlagers in Schünow fühlen. Dort war ich Anfang September zu einem schönen Seminartag. Wenn Ihr mehr lesen wollt, klickt auf den blauen Link.

Bis bald, ich freu´ mich auf Euch!

Corinna von ReitClever

Neuer Input oder Koordination und Gleichgewicht für Reiter

Tools, die es schaffen, mehr Koordination und Gleichgewicht für Reiter zu erreichen.
Neue Tools

Das war ein ganz schöner Overload in der letzten Woche. Denn ich habe in Bonn Wachtberg ein Fortbildungs- Modul abgeschlossen, um mehr über Koordination und Gleichgewicht für Reiter zu erfahren.

Das ist mir gelungen. Die drei Tage stellten eine sehr gute Ergänzung zu meinen bisherigen Kursen dar. Auch neue Fertigkeiten gab es mit auf den Weg.

Zuallererst muss man verstehen, wie die einzelnen Gehirnanteile zusammen arbeiten, die für die Steuerung von Bewegung verantwortlich sind. Dabei ist es egal, ob es sich um Reiten, Fahrrad fahren oder Treppen steigen handelt. Es kommt auf die Aufnahme und Verarbeitung der Reize an. Dazu muss das Gehirn gut vernetzt sein und schnell zwischen allen beteiligten Anteilen hin und her schalten können. Dann ergibt es als Ergebnis eine schöne, weiche und koordinierte Bewegung. Oder es fällt uns auf einmal ganz leicht, tief im Pferd zu sitzen.

Allerdings kann bei diesem Prozess auch eine ganze Menge schief gehen. Um herauszufinden, wie gut diese Verschaltung funktioniert, haben wir viele Tests ausprobiert. Diese Überprüfung zeigt einem, in welchem beteiligten System das Problem sitzt. Besser gesagt, welche Übungen helfen könnten, Koordination und Gleichgewicht zu verbessern. Dadurch kann man das angestrebte Ziel eines lockeren und ausbalancierten Sitzes auch erreichen.

Testen und Re- testen ist das Prinzip, aus dem Erfolg entsteht.

Das ist auch der erklärte Weg durch den Wissensdschungel: Finde heraus, was der Reiter für ein Ziel hat, wo er hinmöchte und was ihm auf dem Weg dorthin fehlt. Dann zeige ihm die richtigen Übungen und teste nach, ob die Ausgewählten die Richtigen für den Weg zum Ziel sind.

Bis dahin war das Ganze für mich nichts Neues. Denn genau so arbeiten gute Physiotherapeuten. Besser gesagt kann man in der Arbeit mit Menschen nur etwas erreichen, wenn man weiß, wo sein Ziel ist. Dazu gehört, dass man sich einen Überblick darüber verschafft, was einem dabei im Wege stehen könnte. Auch im Mentaltraining ist das seit vielen Jahren eine gängige Praxis.

Neu hingegen sind die Tools und die Grundlagen auf denen das Üben basiert. Das Neuro-Athletik-Training bewährt sich seit einigen Jahren und das zurecht. Die Techniken basieren auf der menschlichen Neurologie und setzen am zentralen Nervensystem an. Deshalb bietet das Trainingsprogramm ein enormes Potential für Koordination und Gleichgewicht. Das sind die Hauptfähigkeiten, die Reiter brauchen, um leicht mit der Pferdebewegung mitkommen zu können.

Anders gesagt: wir sind unser Gehirn und unser Gehirn sind wir!

Alles was wir je in unserem Leben erlebt und gelernt haben, ist in unserem Nervensystem gespeichert. Dabei gibt es sowohl Erfahrungen, die einen bei unserem Ziel unterstützen und welche, die eher blockieren.

Aus der Kinesiologie und ähnlichen Ansätzen weiß man schon lange, dass frühere Erfahrungen einen das ganze Leben prägen. Und das ist auch beim Lernen so. Wenn man eine neue Sportart mit viel Stress und überbordenden Eindrücken lernt, wird man sie vielleicht nie besonders gut können oder gerne ausführen. Auch wenn man einen Unfall erlitten hat oder Verletzungen nicht besonders gut rehabilitiert wurden, werden Spuren zurück bleiben.

Und genau an dieser Stelle wird es spannend: Mit den Tests auf dem Kurs kann man herausfinden, welches Gelenk und welche Fähigkeit in Mitleidenschaft gezogen wurde, wenn es zu einer Dysfunktion gekommen ist.

Es gibt drei große Systeme in unserem Körper, die für eine gute Leistungsfähigkeit entscheidend sind:

Das sensorische System, das Feedback aus dem Körper an das Gehirn sendet. Das spielt in der Gesamtperformance eine kleinere Rolle, als man gemeinhin annimmt. Aber es ist wichtig und darf nicht unterschätzt werden. Wenn das Gehirn keine genaue Lagemeldung aus dem Körper empfängt, kann es seine Bewegungssysteme nicht auf eine Erfolgsspur schicken.

Als zweitwichtigstes System rangiert das vestibuläre System oder auch das Gleichgewichtssystem. Es ist eng mit den Funktionen des Innenohrs und der Augen verbunden. Wenn das System nicht intakt ist oder verbesserungswürdige Anweisungen an das Gehirn sendet, können Gleichgewichtsschwierigkeiten oder Schwindelgefühle auftreten. Wie der Name schon sagt liegt hier viel Potential, Koordination und Gleichgewicht auf dem Pferd zu verbessern.

Das dritte und zahlenmäßig überlegende System im Bereich der Bewegungssteuerung ist tatsächlich unser visuelles System. Dazu muss man verstehen, dass das Auge primär ein Sinnesorgan ist. Besser gesagt nimmt es Licht und Bewegungen über Rezeptoren in der Netzhaut auf. Diese senden Nervensignale in alle Bereiche des Gehirns, die für Koordination und Bewegung entscheidend sind. Dort werden die einlaufenden Informationen verarbeitet und abgeglichen. Daraufhin erfolgt die Bewegung. Die wird dann während der Ausführung nachjustiert und fein gesteuert.

Alles in allem ist das ein schnell ablaufender und faszinierender Prozess, der uns rund und leicht bewegen lässt.

Hakt es dagegen irgendwo in diesen Systemen und in der Gesamtverarbeitung steht unser Gehirn auf der Bremse. Dann wird die Bewegung hart und klein ausgeführt. Als Resultat ist unser Sitz eher fest und sieht verspannt aus.

Insgesamt hat sich die Teilnahme für mich gelohnt.

Overload an Wissen
Spannender Kurs mit viel Input

Mein Wissen in Bezug auf Koordination für Reiter hat sich deutlich erweitert. Ich kann nun andere Zusammenhänge sehen und habe erfahren, wie unsere körpereigenen Navigationssysteme zusammen spielen.

Das Interessante an diesem Seminar war die Kombination aus digitalen Inhalten und dem Modul im Präsenzformat. Neudeutsch nennt man das Hybridseminar. Leider kam es dabei zu Überschneidungen: Manches hörten wir mehrfach und Anderes kam zu kurz . Auch komplett neu in den Kurs aufgenommene Inhalte wurden in der letzten Phase des Kurses einfach zu schnell an großenteils überladene Köpfe adressiert.

Das ist ein bisschen schade. Denn insgesamt war es ein guter Kurs! Wir bekamen viele theoretische Hintergründe zu allen Aspekten, die für Koordination und Gleichgewicht auf dem Pferd wichtig sind. Auch hatten wir Zeit zu üben, die neuen Tools und Tests auszuprobieren.

Weiterhin waren die Kursteilnehmer spannend: Es waren erstaunlich viele Physiotherapeuten darunter genauso wie gute und erfolgreiche Reiter. So hatten wir morgens und abends eine ganze Menge Gesprächsstoff. Dazwischen rauchte uns allen der Kopf.

Also freue ich mich sehr, das Erlernte für mich zu sortieren und auch praktisch anzuwenden. Ehe ich alles drauf habe, wird bestimmt noch Zeit vergehen.

Doch eine ganze Menge aus dem Kurs wird beim Tag der Cleveren Reiter am 02.10.2021 zu sehen und zu hören sein. Beim Thema Einfach besser reiten mit Köpfchen geht es vor allem um die Grundfertigkeiten für Gleichgewicht und Koordination. Es wird ein bisschen Theorie zum Thema aber viel mehr praktische Übungen geben, mit denen man ansetzen kann, die Bewegungssteuerung zu verbessern. Dann klappt das auch mit dem eleganten Sitz auf dem Pferd.

Wer jetzt spontan Lust hat mitzumachen: es gibt noch Karten unter dem Link.

Wer da keine Zeit hat oder tiefer einsteigen möchte: Am 04.12.21 gibt es den Kurs Einfach besser reiten mit Köpfchen. Da werden wir uns den ganzen Tag mit Input und Output für einen ausbalancierten Sitz auf dem Pferd beschäftigen. Zu den Übungen gibt es dann entsprechende theoretische Erklärungen und ein ausführliches Skript, dass Ihr die Übungen zuhause selber machen könnt.

Einen allzeit lockeren Ritt wünscht,

Corinna von ReitClever

Guten Morgen aus Wachtberg

Guten Morgen aus Wachtberg
Guten Morgen aus Wachtberg

Gestern bin ich mit dem ICE quer durch Deutschland gefahren, um in die Nähe von Bonn zu kommen.

Ganz andere Gegend hier: etwas bergig, grüne Wiesen und kleine Wälder. Das Hotel in dem der Kurs stattfindet, liegt oben auf einem Berg. Vom Frühstücksraum und meinem Zimmer aus kann ich Pferde sehen: wie passend :-).

Das Frühstück war abwechslungsreich, mit frischem Obst und Gemüse und selbst gemachter Himbeermarmelade! Die war sehr lecker…

So sind die Vorsaussetzungen gut, mich in eine positive Lernbereitschaft zu versetzen: mein Stoffwechsel kann nun genügend Glukose produzieren, damit das Gehirn arbeiten und speichern kann.

Danach verhalft mir ein Spaziergang durch den Ort zu einem guten Morgen aus Wachtberg.

Da das Hotel oben auf dem Berg liegt, geht es erstmal runter. Vorbei an vielen Einfamilienhäusern geht es Richtung alter Dorfkern und Hauptstraße. Zwischendrin findet man auch ein paar alte Fachwerkhäuser. Irgendwann stand ich vor einem gut ausgestatteten Reitsportladen. Schon komisch, wie sich manchmal alles fügt. Da ich mit dem Zug zurück fahre habe ich nichts gekauft. Nur geschaut.

Um wieder zurück zu kommen, musste ich die ganze Strecke wieder hinauf.

Das war dann der Anteil im vorbereitenden Training, der für eine gute Sauerstoffversorgung ausreichen sollte. Aerobes Training bringt Sauerstoff in die Zellen, weil die leicht verstärkte CO2 Versorgung die Gefäße weit stellt. Das habe ich in der Vorbereitung gelernt.

Kurzer Locationcheck – nun bin ich vorbereitet für den neuen neuro-athletischen Input .

Ich bin gespannt und werde berichten! Ganz bestimmt wird es Inhalte daraus beim kommenden Tag der Cleveren Reiter am 02.10.21 geben. Denn das Thema heißt “Einfach besser reiten mit Köpfchen”. Karten gibt es unter dem Link.

Und hier ein paar Bilder von meinem guten Morgen aus Wachtberg:

Corinna von Reitclever

Ein schöner Tag im VfD Reiterlager Schünow

Ein schöner Tag beim VfD Reiterlager Schünow

Auf Regen folgt bekanntlich Sonnenschein.

So war das auch in der letzten Woche: Nach nassen und kalten Tagen, die für unsere Wiesen eine Wohltat waren, wurde das Wetter ab Mittwoch tatsächlich immer besser.

Das war gut für das geplante VfD Reiterlager Schünow auf dem Kayserhof bei Zossen. Am Freitag war es so warm, dass wir uns im T-Shirt bewegen konnten.

Das war hilfreich, denn wir hatten ein volles Programm. Einfach besser Reiten mit Balance stand auf dem Tagesplan.

Also beschäftigten wir uns vormittags mit theoretischen Hintergründen. Beispielsweise in welchen Situationen Gleichgewicht auf dem Pferd wichtig wird und wie es überhaupt gesteuert wird. Es gibt jede Menge Gründe, wann und warum es auf dem Pferd nicht so locker zugeht, wie man sich das eigentlich vorgestellt hat.

Denn die eigene körperliche und mentale Verfassung entscheidet darüber, wie angespannt man auf dem Pferd sitzt. Da das Gehirn sich bei den sogenannten Gleichgewichtsreaktionen neben den Informationen aus dem eigenen Körper vor allem auf die Augen verlässt, hat das eigene Sehen eine zentrale Bedeutung. Auch wenn die Informationen aus den Sinnesorganen nicht so gut verarbeitet oder Kopf- und Augenbewegungen verbesserungswürdig synchronisiert werden, hat das zur Folge, dass man verspannt.

Falls das Gehirn nicht mehr durchblickt, schaltet es einen Schutzmodus, der nicht viele Bewegungen mehr zulässt. Dieser sogenannte Überlebensmodus ist ein Überbleibsel aus den Zeiten, wo wir noch vor dem Säbelzahntiger davon gerannt sind. Er ist auch heute noch wichtig. Allerdings kommt er oft unbewusst zum Zuge, wenn wir ihn eigentlich gar nicht gebrauchen können. Deshalb ist es wichtig, diesen Verspannungszustand zu erkennen und bewusst zu lösen.

Dafür kann man das Pferd von hinten aufzäumen und an der Reizverarbeitung ansetzen.

Gute Stimmung beim VfD Reiterlager Schünow
Entspannung durch Dehnung

Das kann man, indem man sich innerlich in einen guten Zustand versetzt. Also erstmal beim Pferd ankommen und durchatmen, wenn man einen stressigen Tag hatte. Weiterhin ist eine gezielte Vorbereitung hilfreich, damit man schon in einer entspannten Verfassung aufs Pferd steigt.

Dazu gehören zum einen ein paar Lockerungsübungen. Zum anderen kann man die eigene Sensibilität anregen und die Augenfunktionen aufwecken. Wenn man das sogar noch mit bestimmen Köperbewegungen verbindet, bekommt man später auf dem Pferd bessere Ergebnisse.

Das konnten die Reiter dann auf ihren mitgebrachten Pferden fühlen.

Wir machten vor den praktischen Übungen eine Reiteinheit, um den tatsächlichen Ist – Zustand zu erfühlen.

Dann setzten sich alle nach den Übungen wieder aufs Pferd und konnten einen großen Unterschied feststellen. Nicht nur, weil wir vorher ein paar grundsätzliche Dinge geklärt hatten. Zum Beispiel, das man sich auf dem Pferd nur gut ausbalancieren kann, wenn man sich wie auf festem Boden über die Füße sortiert und aufrichtet. Im Entlastungssitz kommt es manchmal vor, dass man das Pferd zu stark entlasten möchte und dann vornüber fällt. Oder die Schenkel rutschen zu weit nach hinten, weil der Körper das Gewicht, was einen nach vorne zieht, mit Gewichten nach hinten ausbalancieren möchte. So entstehen viele Sitzfehler eigentlich aus dem Wunsch heraus, es besonders gut machen zu wollen.

Insgesamt waren es nur positive Veränderungen, die wir in der abschließenden Reiteinheit zu sehen bekamen.

Das freut mich sehr, denn es war insgesamt ein toller Tag im VfD Reiterlager Schünow. Nette Leute, nette Pferde und ein stimmungsvolles Ambiente.

So macht Arbeiten Spaß!

Ich denke, dass wir alle voneinander lernen konnten und das eine oder andere AHA Erlebnis hatten.

Aktuelle Kurstermine

Wer jetzt Lust bekommen hat, mehr zu erfahren: Auf Anfrage komme ich zu solchen Kurstagen auch auf Deine Anlage. Das Thema des Tages kann ich flexibel gestalten und wird von den Teilnehmern im Vorfeld bestimmt.

Zum Thema Einfach besser Reiten gibt es auf meiner Webseite mehrere Angebote. So laufen im Herbst noch einige Präsenzkurse. Die findet Ihr auf dem Bild links und im Onlineshop.

Wem es mehr um Stabilität und eine gesunde Aufrichtung des Körpers geht, der bekommt positiven Input zu diesem Thema bei Spiraldynamik für Reiter am 06.11.21.

Richtig viel Input gibt es am 02.10.2021 beim Tag der Cleveren Reiter. Dort geht es um Einfach besser Reiten mit Köpfchen und wie man genau an den Schaltstellen ansetzen kann, die für lockeres Reiten entscheidend sind. In vier Vorträgen von Fachleuten aus der Region geht es um ein effektives Training für Pferd und Reiter, was Spaß macht und Lockerheit im Fokus hat. Tickets gibt es unter dem blauen Link.

Hier gibt es noch ein paar Bilder vom VfD Reiterlager Schünow:

So war das ein rundum gelungener Tag!

Liebe Grüße und vielleicht bis bald,

Corinna von ReitClever