Kategorie: Aktuelles

„Ja, ich will!“- Gedanken zum Thema Reiten mit Angst

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Tipps und Bewältigungsstrategien gibt es im Artikel Reiten mit Angst ist häufiger
Reiten mit Angst ist häufiger als man denkt

Gestern habe ich mich mit einer motivierten Reiterin unterhalten. Sie hat ein eigenes Pferd und ist fasziniert davon, dass es auf neuen Wegen auf einmal mit weniger Krafteinsatz klappt.

Nach einer Verletzung des Pferdes hat sie die Trainerin gewechselt, weil es danach nicht mehr so lief. Vorher waren sie dressurmäßig gut unterwegs. Aber immer mit viel Körpereinsatz, weil das das Pferd so triebig war.

Nun arbeiten sie vor allem im Leichttraben, um dem Pferd wieder Freude an der Bewegung zu vermitteln. Es soll mit weniger Druck zu freiwilligem Vorwärts gebracht werden.

Springen lässt sie lieber ihre Reitbeteiligung, weil sie dabei zu Reiten mit Angst neigt.

Während unseres Gespräches fiel der Satz „Ich bin eine ambitionierte Freizeitreiterin mit wenig Talent.“

Erst musste ich lachen. Dann verstand ich, was sie mir sagen wollte.

Sie steht für viele andere motivierte Reiter. Die viel dafür tun, um sich gut auf dem Pferd anzustellen. Sie nehmen Reitstunden. Sie lesen Bücher und tauschen sich mit Anderen aus. Außerdem hören sie genau zu, was der Trainer erklärt.

Aber sie verstehen oft nicht, wie sie die Anweisungen umsetzen sollen. Besser gesagt welchen eigenen Körperteil sie wie bewegen müssen, um z.B. richtig zu stellen und zu biegen.

Weil die Anweisungen häufig sehr gute Reiter geben, die intuitiv wissen, was sie tun müssen, um das Pferd locker zu machen. Aber sie können oft schwer vermitteln, was der Reiter wo in seinem Körper tun muss, um dasselbe zu erreichen.

Dazu braucht man ein gewisses Verständnis von der Biomechanik des Reiters.

Vielmehr eine Idee davon, wann man welchen Körperteil bewegen muss, um beispielsweise die Innenstellung des Pferdes korrekt vorzubereiten.

Das kann man lernen. Niemand muss ein Physiotherapeut sein, um gut zu unterrichten. Aber in Kursen für Reiter kann man sich entsprechendes Wissen über die Anatomie und Übungen für die richtige Anspannung und Entspannung aneignen. Am 29.02.2020 geht es bei uns auf dem Hof um anatomische Voraussetzungen und funktionelle Übungen für bewegliche Hüften und einen elastischen Sitz. Dabei kann man sich genau solche Anregungen holen (Bei Interesse einfach auf den Link klicken).

Damit kann man als Lehrer anders erklären und als Reiter Anweisungen besser umsetzen.

Genauso muss man auch beim Thema Reiten mit Angst
anders herangehen.

Das Thema findet Platz in der aktuellen Ausgabe der persönlichen Mitgliederzeitung der FN. Der Artikel trägt die Überschrift „Der Angst den Kampf ansagen“.

Was ich weniger gelungen finde, denn Angst und Kampf sind reflexartige Reaktionsmuster des Körpers, die von unserem Urzeitgehirn geschaltet werden. Sobald das Gefahr wittert kann man nicht mehr aktiv agieren. Sondern nur noch um sein Leben laufen.

Vielmehr ist es wichtig, sich einzugestehen, dass man in bestimmen Situationen Angst hat. Denn als Warn- und Schutzmechanismus kann sie sowohl zu vermehrter Leistung als auch zur Leistungshemmung führen. Sitzt man erstmal zitternd und schweißgebadet auf dem Pferd, kann man nicht mehr reagieren, sondern wird durch Angst gesteuert.

Erst hinterher kann man sich fragen, was genau zu diesem Ausbruch geführt hat. Oft hatte man vorher schon ein mulmiges Gefühl im Bauch. Oder man fühlte sich nicht als Herr seiner Sinne. Oder man hat in einer ähnlichen Situation schon etwas erlebt, was nun getriggert wird.

Angst entsteht häufig aus Überforderung.

Wenn man eben nicht genau weiß, was man auf dem Pferd machen soll. Beispielsweise wenn im Springunterricht zu schnell vorgegangen wird. Um ein Gefühl für die Bewegungsabläufe zu bekommen, sollte erst mit Stangen und Cavalettis geübt werden. Erst im dritten und vierten Schritt geht es um die Höhe der Sprünge.

Lina Otto von der Ausbildungsabteilung der FN erklärt in dem Artikel „Angst im Pferdesport“, dass ein Reitlehrer methodisch vorgehen sollte. D.h. er startet mit einfachen, leichten und bekannten Übungen zu schwereren und komplexen Anforderungen. Denn ein Trainer sollte vor allen Dingen Sicherheit vermitteln. Dazu gehört auch die Auswahl des Lehrpferdes. Ein erfahrenes Springpferd gibt mehr Vertrauen als ein Jungspund, der sich ab und zu mal überspringt.

Um Sicherheit vermitteln zu können, muss ein Reitlehrer Ängste frühzeitig erkennen.

Er sollte sie ernst nehmen und Empathie beweisen. Nur dann kann er in den Anforderungen zurückgehen und dem Reiter wieder Erfolgserlebnisse schaffen. Nichtsdestoweniger schaffen Zeit für Gespräche und Feedback Vertrauen . Darüberhinaus sind Zusatzangebote wie Bewegungstraining oder Schulung des richtigen Abrollens gut für das Sicherheitsgefühl.

So kann man Reiten mit Angst sowohl körperlich als auch im Kopf begegnen.

Nur wer sich eingesteht, Angst zu haben, kann sie bewältigen. Dazu sagt Dr. Gaby Bussmann, Sportpsychologin: „Man muss bei seinen Gefühlen ankommen, um sie verändern zu können. Mit dem Akzeptieren der Gefühle kommt Ruhe ins System. Damit können Emotionen effektiv verändert und reguliert werden.“

Gedankenkontrolle (Nur positive Gedanken sind erlaubt, der innere Zweifler wird stumm geschaltet) und der Hang zum Humor können einen Ausweg aus Reiten mit Angst bedeuten. „Die Erheiterung schiebt die Angst quasi weg. Es sind gegensätzliche Gefühle.“

Also erzählt Euch vor der nächsten Springstunde oder dem geplanten Galopp übers Stoppelfeld einen guten Witz und denkt im richtigen Moment daran.

Weiterhin findet sie, dass die Körperhaltung einen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit hat.

Wer aufrecht sitzt ist motivierter und leistungsbereiter.

Genauso wichtig sind Atem- und Entspannungsübungen.

Also ist das Komplettpaket für den Reiter auch sinnvoll für Reiten mit Angst.

„D.h. es ist wichtig, sich mit den Ängsten auseinanderzusetzen und ihnen nicht aus dem Weg zu gehen. Und auch Techniken muss man erst erlernen. Man muss ausprobieren und herausfinden, welche zu einem persönlich passen. Wie bei vielen Dingen gilt also auch bei der Angstbewältigung: Übung macht den Meister.“

Mit diesem Zitat aus dem Artikel „Angst im Pferdesport“, PM Forum 02/2020 ist denke ich alles gesagt.

Schaut genau hin und überlegt wo und mit wem Ihr ansetzen wollt.

Dann seid Ihr schon auf dem Weg, Reiten mit Angst in angstfrei reiten umzukehren.

Viel Spaß und Erfolg wünsche ich Euch!

Corinna von ReitClever.

Die neuen Pferdeführerscheine- Daten und Fakten

Die neuen Pferdeführerscheine sind da
Die neuen Pferdeführerscheine
Bild entnommen von der Seite des Pferdesportverbandes Hannover

Letzte Woche habe ich an einem Webinar teilgenommen.

Im Grunde genommen eine tolle Sache: Über 400 Teilnehmer sitzen deutschlandweit verteilt zuhause an ihrem Rechner und in Warendorf erklären Ihnen zwei Referentinnen der FN die Welt.

Besser gesagt die neue Reitabzeichenwelt nach der aktuell geltenden APO 2020.

So war es ein interessanter Abend.

Die Verantwortlichen haben sich über einen längeren Zeitraum Gedanken über die neuen Pferdeführerscheine gemacht. Dabei war Ihnen wichtig, auf den Druck, der durch die Öffentlichkeit auf die Reiter entsteht, zu reagieren.

Denn Reiter sind durch immer dichtere Besiedlungsstrukturen und die Nähe zu teilweise dicht befahrenen Straßen oft gezwungen, am Straßenverkehr teilzunehmen.

Daher gelten sie als aktive Straßenverkehrsteilnehmer. D.h. es gilt für sie die STraßen- Verkehrs-Ordnung. Beispielsweise rechts vor links oder Vorfahrt achten. Für Pferde gilt das Rechtsgebot: D.h. sie gehören auf die Straße, nicht auf den Gehweg. Und dort bewegen sie sich am rechten Rand der Straße. Und hoffen auf ein verantwortungsbewusstes Verhalten der vorbei fahrenden Autofahrer.

Deshalb beschäftigen sich die Pferdeführerscheine auch mit dem Verhalten im Straßenverkehr.

Abgesehen davon, dass unsere Vierbeiner rechtzeitig und gut an Autos und Fahrradfahrer gewöhnt werden müssen. Darüber hinaus ist das richtige und sichere Verhalten im Straßenverkehr zu üben. Beides wird ab 2020 Bestandteil der Prüfung sowohl im Pferdeführerschein Umgang als auch im Pferdeführerschein Reiten.

Ersterer löste den bisherigen Basispass, Letzter den bisherigen Reitpass ab.

Keine Sorge: Alle bis 31.12.2019 erworbenen Abzeichen behalten ihre Gültigkeit.

Keiner muss irgendetwas neu machen, neu beantragen oder umschreiben lassen.

Einzige Ausnahme: Wer das alte Reitabzeichen 5 schon besitzt (angelehnt an die Anforderungen der Dressur Klasse E und Springen Klasse E), kann sich an seinen zuständigen Landesverband wenden. Dort kann er sich auf Antrag den Pferdeführerschein Reiten ausstellen lassen, wenn er das möchte.

Damit stehen die neuen Pferdeführerscheine genau in der Mitte der Reitabzeichenleiter:

Die „kleinen“ Motivationsabzeichen Stufe 10- 8 sind vor allem für Reiteinsteiger gedacht. Mit dem RA 7 und 6 (das frühere kleine und große Hufeisen) werden Grundfähigkeiten des Reiters abgefragt und abgeprüft. Hat man diese beiden Reitabzeichen erfolgreich bestanden, darf man sich an die höheren Abzeichen wagen. Diese gelten ab RA 5 als Einstiegsvoraussetzungen in den Turniersport.

Ebenso gleichberechtigt ist der Pferdeführerschein Umgang wie der bisherige Basispass. Er ist genauso eine Grundqualifikation für interessierte Nichtreiter wie eine Zugangsvoraussetzung für die Abzeichen ab Klasse 5. Z.B. das Longierabzeichen oder Reitabzeichen.

Und warum war nun eine Umbenennung nötig?

Ob das sinnvoll ist oder nicht, ist eine viel diskutierte Frage. Ausschlaggebend dafür war sicherlich der Wunsch nach einer einheitlichen Nomenklatur. Schon seit einigen Jahren gibt es den Kutschenführerschein.

Für mich war Basispass Pferdekunde immer ein sperriges Wort. Pferdeführerschein Umgang ist nicht viel kürzer. Suggeriert aber schon im Namen, dass derjenige, der ihn vorweisen kann, Ahnung hat. Sowohl in der Theorie als auch in der Praxis. Wie bei der allgemeinen Fahrerlaubnis. Die bekommt man auch nicht geschenkt.

Insofern empfinde ich den neuen Namen eher als eine Aufwertung des Paketes. Genauso wie die Kursinhalte eine gewisses Niveau haben. Niemand bekommt den Schein umsonst. Aber wenn man ihn erarbeitet hat, kann man mit Stolz sagen, dass man ein gewisses Wissen über Pferde, den Umgang mit ihnen und ihre Gesunderhaltung hat.

Das ist doch eigentlich das, was wir alle wollen, oder?

Mit Spaß und sicher die Zeit mit unserem Partner Pferd genießen. Deshalb sind meiner Meinung nach die neuen Pferdeführerscheine ein wichtiger Schritt in diese Richtung.

Wer jetzt Lust bekommen hat, mehr zu erfahren. Auf der Seite der FN gibt mehr Informationen zum Thema. Und bei mir findet der erste Kurs vom 14.3.-03.04.20 südlich von Berlin statt.

Bis bald,

Eure Corinna

PS: Im Blog geht es beim nächsten Mal um das Thema Reiten in der zweiten Dekade. Denn als älterer Reiter hat man genauso viel Spaß am Pferd wie junge Menschen. Nur sitzen die Prioritäten oft anders. Und damit man sein Hobby wirklich genießen kann, gibt es ein paar Dinge, die man dafür tun kann.

Kursübersicht 1.Halbjahr 2020: Kurse für Reiter

Drei Schlüssel zu mehr Balance für Reiter heißt ein Kurs, in dem es um inneres und äißeres Gleichgewicht geht.

Die Kursübersicht 1.Halbjahr 2020

Liebe Leute,

einen guten Start ins neue Jahrzehnt wünsche ich Euch und natürlich auch Euren Pferden.

Ich lebe und arbeite mit meinen Pferden bei Zossen in Brandenburg, südlich von Berlin.
Durch meine Ausbildung als Physiotherapeutin und Kinesiologin mit Trainerschein Reiten habe ich mich auf Kurse für Reiter spezialisiert. Es geht in meinem Unterricht vor allem um körperliche Fitness, Mentale Stärke und angstfreies Reiten.

Die Kurse finden ohne Pferd bei mir auf dem Kinesiologiehof statt. Dort haben wir einen beheizten Veranstaltungsraum, in dem wir jedes Thema erst theoretisch erarbeiten. Im Anschluss gibt es dann praktische Übungen, die jeder mit nach Hause nehmen kann, um sich fürs Reiten zu verbessern.

Falls ein solcher Kurs für Euch interessant ist:

Hier die Kursübersicht 1.Halbjahr 2020

01.02.2020: Kleiner Schreck na und? Durchatmen und locker weiter reiten
22.02.2020: Weiche Hand und gerader Sitz
29.02.2020: Bewegliche Hüften und elastischer Sitz
07.03.2020: Spiraldynamik® für Reiter
14.03.20- 04.04.20, jeweils samstags: Pferdeführerschein Umgang
24.04.-26.04.20: Treffen und Beratung auf der Hansepferd Hamburg
16.05.2020: Die 3 Schlüssel zu mehr Balance

Am 03.10.2020 findet der Tag der Cleveren Reiter statt:

Die geballte Ladung Fachwissen von Reitern für Reiter dreht sich diesmal um das Thema „Sitz und Angst- Wege zum lockeren Reiten“

Außerdem unterrichte ich ab und zu auch auf Reitanlagen mit meinen drei Hauptthemen zu unterrichten. Dabei könnte am Vormittag die Theorie und Praxis zum ausgewählten Thema stattfinden. Nachmittags ist dann der passende Reitunterricht zum Thema möglich.

Nähere Informationen über die Kurse und den Inhalt der Kursübersicht 1.Halbjahr 2020 findet Ihr im Shop.

Ich freu mich auf Euch!

Corinna von ReitClever


P.S.: Wenn Ihr die Kursübersicht als Aushang in Eurem Stall unterbringen wollt. Herzlich gerne: Hier ist das PDF dazu: Kursübersicht 1. Halbjahr 2020.

Ein gutes 2020! Neujahrsvorsätze einmal anders. Konkret!

Neujahrsvorsätze einmal anders. Konkret! © JiSIGN – Fotolia.com

Nun ist Weihnachten vorbei. Hoffentlich konntest Du es auch genießen. Jetzt steht der Jahreswechsel vor der Tür: Zwei Tage bleiben noch für die guten Vorsätze fürs neue Jahr. 

Eigentlich eine komische Idee, an einem Tag auf einmal das Ruder herumzureißen zu wollen. Auf einmal alles anders machen, oder? Manches war doch bestimmt auch ganz gut.

Deshalb machen wir an dieser Stelle Neujahrsvorsätze einmal anders. Konkret!

Denn in der Idee der guten Vorsätze steckt etwas Sinnvolles.

Vielleicht nutzt Du die Tage bis Neujahr, um auf Dein vergangenes Jahr zurückzuschauen. Dabei fragst Du Dich möglicherweise, was gut gelaufen ist und welche Ziele Du erreicht hast.

Dabei kannst Du gleich in Dein nächstes Jahr träumen: was habt Ihr Beiden vor (Du und Dein Pferd)?

Was habt Ihr gut auf die Reihe bekommen und wo wollt Ihr noch hin?

Vielleicht kannst Du Dein Umfeld miteinbeziehen, ob es Dich bei dem einen oder anderen Ziel unterstützen kann. Oder Du kümmerst Dich endlich um den geplanten Reitlehrer, der Dich und Dein Pferd regelmäßig unterstützt.

Planung?

Wenn Du bis jetzt eher planlos mit dem Pferd rumgedümpelt bist, hast Du Dich vielleicht noch gar nicht gewundert, dass Du immer noch auf dem Level reitest, auf dem Du schon länger bist.

Wenn es Dir nun in den Sinn kommt, dass es eine gute Idee wäre, auch weiter zu kommen, dann ist es wichtig, Bestandsaufnahme zu machen. Neujahrsvorsätze einmal anders. Konkret! Wo müsstest du am Jahresende 2020 sein, um sagen zu können „das war MEIN Jahr“?

Dazu Frage 1: Was hast Du im letzten Jahr erreicht?

Das kann mit und ohne Pferd sein, im Job, in der Partnerschaft oder mit Deinen Kindern.

Frage 2: Wo möchtest Du einmal hin?

Möchtest Du ein Turnier reiten, einen größeren Ausritt unternehmen, alleine auf dem Geländeplatz galoppieren? Das können alles Ziele sein! Ein neuer Stall. Eine andere Reitweise…

Dabei solltest Du Dir das gute Gefühl ganz plastisch vorstellen, was Dich dann erwartet! Dadurch bekommst Du die Motivation, auch dort anzukommen. Als nächstes solltest du Deinen Weg dorthin planen. Sonst ist der gute Vorsatz schnell passé.

Frage 3: Was kannst Du tun, dass es auf und mit dem Pferd besser klappt?

Denn eigentlich ist es ganz einfach: Bevor das Zusammenspiel mit dem Pferd besser werden kann, müssen zuerst wir Reiter besser werden.

Wenn deine körperlichen und mentalen Fähigkeiten wachsen, besteht die Wahrscheinlichkeit, dass auch Deine Reitfähigkeiten besser werden. Dann hast Du die Chance, mit Deinem Pferd auf die nächste Ebene zu wachsen.

Frage 4: Reality-Check

Schaffst du das mit Deiner verfügbaren Zeit und Deinem Geldbeutel? Reichen deine zeitlichen und finanziellen Ressourcen, um dich voll reinknien zu können?

Wo musst du möglicherweise Prioritäten setzen? Also die unwichtigen, wenig inspirierenden Ziele abkürzen, um Deinen wirklichen Traum verfolgen zu können.

Wie wäre es, wenn du es möglich machen könntest?

Was wäre, wenn du Dich täglich um das Wachstum deiner eigenen Fähigkeiten kümmern würdest?

Du kannst das. Sogar mit relativ wenig Aufwand.

Wenn Du Dich wirklich entschließt, bei Dir selber anzufangen. Vor einiger Zeit habe ich mich hingesetzt und überlegt, was Reiter wirklich brauchen, um wachsen zu können.

Dabei bin ich zu folgenden Punkten gekommen:

Reiter müssen bereit sein, bei SICH anzufangen, anstatt den Fehler beim Pferd zu suchen.

Sie müssen wissen, welche Fähigkeiten man zu einem guten Reitstil eigentlich braucht: Beispielsweise Balance und Losgelassenheit. Ein gutes Timing, um angemessen auf die Fähigkeiten des Pferdes reagieren und ihm die entscheidenden Hilfen geben zu können.

Weiterhin braucht man mentale Stärke, um souverän und geistig losgelassen zu reagieren. Und die Fähigkeit, im entscheidenden Moment auf alle geistigen und körperlichen Fähigkeiten zurückgreifen zu können. Außerdem ist die Fähigkeit, Dein Pferd zu verstehen und zu überzeugen, die wichtigste Eigenschaften eines Reiters.

Ein Gefühl der Sicherheit und Vertrauen in Dich und Dein Pferd ist genauso entscheidend.

Wie versprochen: Neujahrsvorsätze einmal anders. Konkret!

Was dabei trifft auf Dich zu und wo hast Du eventuell noch Handlungsbedarf? Wenn Du möchstest, schreib es auf. Und verpacke es gedanklich in ein Ziel, was für Dich so attraktiv ist, daß Du es UNBEDINGT erreichen möchtest.

Kennst du die 72-Stunden-Regel?

Die besagt, dass wir wahrscheinlich nicht tun werden, was wir uns vorgenommen haben, wenn wir nicht innerhalb von 3 Tagen damit beginnen.

Falls Du eine Entscheidungshilfe brauchst, welchen Weg Du einschlagen möchtest, um DEINE EIGENEN FÄHIGKEITEN zu verbessern. Bei ReitClever gibt es Kurse genau für diese Themen: körperliche Fitness, mentale Stärke und angstfreies Reiten.

Dabei kannst Du täglich etwas für Dich und Deine Fähigkeiten tun.

Wenn Du beispielsweise einen Onlinekurs buchst. Die Kurse sind so konzipiert, dass Du Dein Ziel mit regelmäßigem Training sicher erreichen kannst.

Bei den Livekursen bei mir auf dem Hof gehen wir bei körperlichen, mentalen und angstfreien Themen theoretisch und praktisch mehr in die Tiefe.

Und wenn Du richtig clever bist, hast Du die passende Antwort auf Deine Vorsätze schon vor dem Jahreswechsel.

Denn bis zum 31.12.2019 gibt es mit dem Gutschein Advent-2019 10% auf den regulären Seminar-Preis.

Also: Neujahrsvorsätze einmal anders. Konkret!

Einen erfolgreichen Sprung ins neue Jahres wünsche ich Dir und Deinem Pferd.

Bis zum nächsten Jahr,

Corinna von ReitClever.

Schöne Weihnachten und vor allem genügend Zeit für Euch!

Weihnachten ist eine tolle Zeit. Der Zauber geht aber gerne durch Stress und Termine verloren. Nehmt Ihr genügend Zeit für Euch könnt Ihr Weihnachten und die Zeit mit den Lieben mehr genießen.
Schöne Weihnachten und genügend Zeit für Euch!

Nachdem die Vorweihnachtszeit häufig stressiger verläuft, als man wollte, ist es nun an der Zeit, zur Ruhe zu kommen.

Vielleicht waren die alljährlichen Weihnachtsfeiern gut. Aber es blieb auch weniger Zeit für die Vierbeiner. Manchmal müssen im Job noch Dinge zu Ende gebracht werden, um in die Weihnachtspause gehen zu können. Auch Weihnachtsgeschenke sind ein Thema: habe ich jetzt wirklich alles oder muss ich noch mal los?

Um all das mit Freude zu genießen, braucht Ihr auch genügend Zeit für Euch.

Deshalb habe ich mir letzte Woche eine Auszeit gegönnt. Mit dem ICE und dem Spartarif bin ich nach Leipzig gefahren und habe mir einen Tag „Weihnachtsaus“ genommen.

Den Auftakt bildete ein gemeinsamer Tee mit einer Freundin aus meiner Kinesiologiezeit. Das brachte mir Zeit zum Ankommen, Durchatmen und Ballast abwerfen.

In den knapp 90 Minuten haben wir uns die Ereignisse der letzten Wochen und Monate in Kurzform erzählt. So war das Hirn frei für den kommenden Einkaufsbummel.

Zuerst war es noch hell.

Aber das verschaffte mir die gute Laune, die ich für diesen Tag haben wollte. Denn Leipzig hat wirklich schöne Ecken. Zwar sind die Einkaufszentren modern und touristisch angehaucht. Aber sie sind auch mit vielen schönen Blickfängen und Lichtern ausgestattet. Als es dunkler wurde, war das Bild in den Straßen Leipzigs einfach schön. Die vielen Lichter. Holzbuden auf dem Weihnachtsmarkt, Kinder auf einem großen Karussell. Eine riesiger Adventskranz, der mit seinen Kerzen in den Himmel ragte.

Das war schön anzusehen und brachte mir die nötige Ruhe. Zuhause hatte ich mir überlegt, in welche Richtung die Geschenke gehen sollten. So gab es ein erstes Sondieren der Lage und Schauen in den dazu passenden Geschäften. Am Ende bekam ich tatsächlich all das, was ich mir vorgestellt hatte.

Mit einem Glühwein und Kartoffelecken genoss ich die Stimmung und den Weihnachtsmarkt. Mein November und Dezember waren ganz schön voll. Neue Eindrücke von der Pferd und Jagd in Hannover mussten eingeordnet werden. Pläne für 2020 gibt es auch schon genug.

So hat sich in den Gesprächen auf der Messe heraus kristallisiert, dass einige Reiter Bewegungsprobleme haben.

Während des Fitnesschecks sagten einige Reiter im Vorfeld schon: „Oh, meine Hüfte“. Sie wussten genau, wo ihre Baustellen liegen. Nun ist es tatsächlich so, dass Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen in der Hüfte einen guten Sitz behindern: Je fester die Hüftmuskulatur, desto weniger kann man im Becken mitschwingen und die Bewegung des Pferdes durch den Körper lassen.

Arthrose und Reiten ist ein Thema, mit dem sich viele Reiter beschäftigen.

Das Gute daran ist: man kann für eine bessere Beweglichkeit und Schmerzfreiheit eine ganze Menge tun. Was, das haben ich in dem Programm einfach besser reiten mit Hüftarthrose (bei Interesse auf den Link klicken) zusammen gefasst. Es gibt auch ein Programm einfach besser reiten mit Kniearthrose (das Blaue ist ein Link) .

So oder so. Um eine gute Figur auf dem Pferd zu machen, ist es wichtig, bei sich selbst anzufangen. Nehmt Euch genügend Zeit für Euch und nutzt sie. Auch wenn Eure Gelenke in Ordnung sind, kann man etwas an seiner körperlichen Situation verbessern.

Mit wenig Aufwand und ein paar Übungen kann man eine Menge tun, dass es dann später auf dem Pferd auch gut klappt.

Falls Ihr das ausprobieren wollt: bis zum 31.12.19 gibt es im Shop von ReitClever (auf den blauen Link klcken )einen Adventsrabatt. Wenn Ihr in der Kaufabwicklung Advent-2019 eingebt, bekommt Ihr 10% Rabatt auf alle Kurse.

Probiert es aus und schaut, wie viel Verbesserung Ihr in der Ruhe zwischen den Jahren hin bekommt. Manchmal sind es kleine Dinge, die eine große Wirkung auf dem Pferd zeigen.

Wer dazu tiefer gehende Informationen und Anregungen haben möchte, den möchte ich einladen, am 22.02.20und /oder 29.02.20 zu den Funktionsgymnastikkursen auf den Kinesiologiehof nach Zossen zu kommen.

Wir werden genügend Zeit für Euch und Eure Fragen haben. Dann gibt es theoretisches Wissen über anatomische Zusammenhänge und Trainingsaspekte. Weiterhin auch funktionelle Übungen für den oberen und unteren Rumpf.

Nun wünsche ich Euch erstmal ein schönes Weihnachtsfest. Ruhe und genügend Zeit für Euch, um aufzutanken. Schöne Begegnungen mit Freunden und Familie. Und natürlich eine tolle Zeit mit Euren Vierbeinern!

Eure Corinna von ReitClever.

Wow, waren das spannende Tage auf der Pferd und Jagd.

Eindrücke von der Pferd und Jagd 2019
Eindrücke von der Pferd und Jagd 2019

Wieder zurück von der Pferd und Jagd in Hannover und einmal gut aufgeweckt. Denn im ersten Moment war ich tatsächlich ein bisschen erschlagen von der Größe und der Vielfalt der Veranstaltung. So findet eine der größten Pferdemessen Europas nur auf einem Teil des gesamten Messegeländes der ehemaligen CEBIT statt.

Außerdem sind die Messehallen riesig, in denen es insgesamt über 900 Stände für Jäger, Reiter und Hundefreunde gab. Dazu Aktionsringe, Showringe und das Equivital Gesundheitsforum. Braucht man einen Moment, um sich zu orientieren.

Und ReitClever das erste Mal mittenmang.

So gab es vom ersten Moment an neue Eindrücke von der Pferd und Jagd in Hannover: die vielen Autos IN den Messehallen zum Aufbau. Noch viel mehr davor am Aufbautag vor den Hallen, als ich meine Sachen vor der Halle 26 auslud. Geschäftiges Treiben allerorts.

Insgesamt gesehen lag das Equivital- Gesundheitsforum am Ende der Pferdemesse. Insofern war es bei uns in der Expertenecke deutlich ruhiger als in den anderen Hallen.

Aber das verschaffte uns die Gelegenheit zu guten Gesprächen.

Es gab eine ganze Menge Reiter, die meine Einladung angenommen haben. Denn bei ReitClever am Stand gab es die Möglichkeit, zu testen, wie gut oder fit man für sein Pferd ist.

Ehrlich gesagt erwarten wir doch alle irgendwie, dass unser Pferd fit ist und zu Höchstleistungen aufläuft, wenn wir drauf sitzen. Doch wie fit sind wir als Reiter in diesem Moment?

Deshalb wäre es fair, bei sich selber anzufangen, ehe man sich auf das Pferd begibt. Aus diesem Grund setzt mein Konzept dort an, was man selber tun kann, um sich in eine bessere Verfassung zu bringen.

Fünf 5 Minuten täglich reichen, um später auf dem Pferd in guter Form zu sein.

Wenn man seine Baustellen kennt. Und davon gehe ich aus, dass Jeder ahnt, wo seine Stärken und Schwächen liegen. Zumindest sagten fast alle Testkandidaten schon im Vorfeld an, wo sie Probleme vermuten Und die wurden dann im Test bestätigt oder sogar noch mit anderen Baustellen verziert. Es gab aber auch Ergebnisse, wo die Reiter alle Tests gut bestanden haben.

Damit kommen sie ihrem Ziel nahe, auf dem Pferd so locker und balanciert wie möglich zu sein. Denn wenn die Muskeln in der richtigen Verfassung sind, kann man koordiniert reiten. Weiterhin kann man seine reiterlichen Hilfen so dosiert wie möglich einsetzen.

Also kann man wie bei einer physiotherapeutischen Behandlung erstmal schauen, welche körperliche Funktion eigentlich zu verbessern sind. So kann man muskuläre Schwächen, echte Bewegungseinschränkungen oder eine dürftige Dehnfähigkeit von Muskeln zu erkennen.

Im Zusammenspiel aller Muskelgruppen kann man dann erkennen, wie gut Koordination und Gleichgewicht sind.

Je besser, desto leichter auf dem Pferd.

Klappt das Zusammenspiel gut, ist man von den körperlichen Funktionen in einer guten Verfassung.

Aber wie sieht es mit der mentalen Verfassung aus, wenn man auf dem Turnier Nerven zeigt?

Oder wenn man von Pferd gefallen ist und sich vielleicht weh getan hat? Dann wird es mit der Lockerheit auf dem Pferd schlechter bestellt sein, weil der Kopf mit reitet.

Und wenn der entscheidet, dass es auf dem Pferd nicht so sicher ist, wie man glaubt, schaltet der alle Systeme ein, die den Körper schützen. So werden die Muskeln auf „Festhalten“ geschaltet und vorbei ist es mit der Losgelassenheit auf dem Pferd.

Dafür gibt es dann Übungen für Mentale Stärke oder Lockeres Reiten.

Und diese Erkenntnis belohnten die Zuhörer dann mit Applaus. Ich habe im Equivital Forum zum ersten Mal meinen Vortrag über „Funktionelle Sitzschulung– was Sie selber tun können, um auf dem Pferd eine bessere Figur zu machen“ gehalten.

Auch das gehörte zum Thema Eindrücke von der Pferd und Jagd 2019.

Einen Vortrag vor völlig unbekanntem Publikum halten. Und die Zuhörer zum mitmachen zu bewegen.

Und sie haben mitgemacht! Ebendrum hat das auch Spaß gemacht!

Nun habe ich Zeit, die Eindrücke von der Pferd und Jagd sacken zu lassen. Und mich auf Weihnachten zu freuen!

In diesem Sinne- bis demnächst,

Corinna von ReitClever

Für ReitClever beginnt die erste Messesaison in Hannover

ReitClever.de startet in de erste Messesaison: vom 05.-08.12.19 auf der Pferd und Jagd 2019 in Hannover! Dort gibt es im Gesundheitsforum den Vortrag "funktionelle Sitzschulung"!
Pferd und Jagd 2019 in Hannover ruft!

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus! ReitClever geht in die erste Messesaison: wir werden vom 05.12.-08.12.19 auf der Pferd und Jagd 2019 in Hannover sein!

Wohoo!

Reitclever hat in der ersten Messesaison in Halle 26 den Stand A 12. Das ist gegenüber vom Gesundheitsforum. Dort halte ich jeweils um 16.00 einen Vortrag über funktionelle Sitzschulung.

Neben der Standbestätigung kam letzte Woche auch der Ausstellerausweis an.

Selbstverständlich bin ich aufgeregt.

Aber ich freue mich auch total. So eine Messe bietet eine ganze Menge Möglichkeiten. Neben Tipps und Erfahrungen aus erster Hand gibt es spannende Vorträge in den Foren. Viele Namen davon habe ich schon mal gehört. Einige Teilnehmer kenne ich auch schon aus anderen Begegnungen. Sicherlich werden sich auch eine ganze Menge Kontakte auf der Pferd und Jagd 2019 in Hannover ergeben.

Darauf freue ich mich am meisten: auf interessante Menschen und spannende Gespräche Darüberhinaus natürlich auch auf die ganze Bandbreite der Reiterwelt, die sich dort in Aktionsringen und Ständen präsentiert.

Wird das ein Fest. Und ReitClever mittenmang.

Wenn ich da an meine Messebesuche im Januar in Leipzig und auf der neuen Reitsportmesse Magdeburg denke. Damals habe ich mich umgeschaut und die Lage sondiert.

Nun bin ich live und in Farbe dabei. Eigentlich kann ich es noch gar nicht fassen. Aber die Entwicklung der letzen Wochen und Monate stimmt mich positiv: ich bin soweit und freue mich auf die Pferd und Jagd in Hannover 2019! Meine erste Messesaison. Mal sehen, was sie bringt.

Seid Ihr auch dabei?

Wer Lust hat, kommt mich einfach in Halle 26 besuchen. Stand A 12 🙂

Ruhezeit ist Fortbildungszeit

Ruhezeit ist Fortbildungszeit- Zeit für Sitz-Kunst von Julica Valentiner
Julica Velentiner auf Gut Hanum

Kaum waren die Oktoberkurse bei uns auf dem Hof gelaufen, lockte ein Lizenzverlängerungsseminar beim Landessportbund Berlin. Ruhezeit ist Fortbildungszeit. Wie schon in den letzten Jahren war ich beeindruckt von der Vielfalt des Angebotes.

Der LSB bietet eine große Bandbreite an Seminaren. Auch mein Lieblinhstema Spiraldynamik wird dort angeboten. Denn ich habe festgestellt, dass diese Form der Muskelanspannung hilft, Becken und Rücken an den richtigen Stellen locker und an anderen Stellen stabil zu stellen. Demzufolge wird das Paradoxon „lockere Stabilität“ durch die Nutzung dieser Muskelketten möglich.

Nun war am Donnerstag Abend das Hüftgelenk aus spiraldynamischer Sicht dran. Da die Hüfte ein Kugelgelenk ist, braucht sie vor allem dreidimensionale Beweglichkeit, um ihre Funktion gut zu erfüllen. Weiterhin braucht sie eine gute Abdeckung von oben her über das Becken, um eine ausreichende Stabilität zu entwickeln. Beides war theoretisch und praktisch gut nachzuvollziehen. Ich habe so manche Wissensbausteine neu einsortieren können und bin mit einem großen AHA nach Hause gefahren. Das freut mich immer besonders, wenn bekannte Inhalte neu beleuchtet werden.

Wieder einmal ein klarer Tipp für den Landessportbund Berlin.

Danach dann gestern ein Kontrastprogramm.

Ich fuhr früh morgens ins ehemalige Zonenrandgebiet nach Gut Hanum. Dort gab Julica Valentiner von Sitz-Kunst einen Kurs für Reiter. Ich habe sie im Februar diesen Jahres auf der Magdeburger Pferdemesse kennengelernt. Als Trainerin und Traumatherapeutin hat sie sich auf das Körpergedächtnis spezialisiert. Genau wie wir Kinesiologen geht sie davon aus, dass die bestimmte Muskeln durch Stress chronisch verspannen. Das sind leider genau die, die man entspannen sollte, um  geschmeidig auf dem Pferd sitzen zu können.

Traumaarbeit hört sich immer groß an. Was für den Einen normal ist, kann für den Anderen schon Stress bedeuten. Im Sinne ihrer TRE Arbeit ist ein Trauma eine unbewältigte Rektion des Körpers, der die dafür vorhergesehene biochemische Reaktion nicht zu Ende bringt. Adrenalin und Cortisol bleiben im Körper und sorgen für eine Anspannungsreaktion in den Muskeln, die für schnelles wegrennen notwendig wären. Da der Körper nicht weg rennt, sondern in der Reaktion verharrt, bleiben Zwerchfell, Psoasmuskeln und Adduktoren tonisiert. Diese stressbedingten Verspannungen kann man durch bestimmte Anspannungen lösen. Beziehungsweise durch bestimmte Aktivierung dafür sorgen, dass sie sich neuronal entladen.

Super spannendes Thema. Und super schön referiert! Julica hat Entstehungsmechanismen und Zusammenhänge so erklärt, dass sie für jeden Teilnehmer verständlich waren. Nach dem praktischen Übungsteil war ich so entspannt und aufnahmefähig, wie schon lange nicht mehr. Ruhezeit ist Fortbildungszeit. Danach war schön anzusehen, wie einfühlsam und humorvoll sie die Reiter auf ihrem Stand abholte. Absolut überzeugt hat mich ihr klares Sehen: Julica fand immer schnell heraus, wo sie ansetzen musste, um den Reiter zu einem symmetrischen und elastischen Sitz zu bringen. Dafür setze sie auch Hilfsmittel wie Therabänder, Schwimmnudeln und kleine Bälle ein. Auch das Erarbeiten von Grundlagenlektionen bezog sie mit ein, wenn es passte.

Alles in allem ein super schöner Tag.

Neuer Input kombiniert mit gespeichertem Wissen. So nehme ich Fortbildungen gerne an. Auch der weite Weg hat sich gelohnt.

Denn wenn alles klappt, wird Julica Valentiner am 03.10.2020 beim nächsten Tag der Cleveren Reiter zum Thema „angstfrei reiten“ zu uns auf den Kinesiologiehof kommen. Das wird sicher ein Highlight. Darauf freue ich mich total.

Neue Vorgehensweisen versus klassisch bewährte Lehre

klassisch bewährte Lehre auch im Gelände

Es bewegt sich was im Land. Landauf und landab sind Reiter aktiv und verbringen mit ihren Pferden viel Frei- Zeit. Heute spielt das Pferd vor allem in der Freizeitgestaltung eine Rolle. Früher waren Pferde vor allem für Bauern überlebenswichtig und wurden weniger als Reitpferd genutzt. Die frühen Freizeitturniere wurden an den Wochenenden auf dem Feld ausgetragen, bei denen die Bauernkinder gegeneinander antraten.

Seitdem hat sich viel verändert.

Der Turniersport hat sich in den letzten Jahrzehnten enorm entwickelt. Zum Einen liegt das an den veränderten Zuchtzielen und zum Anderen an der Qualität der teilnehmenden Reiter.

Wo viele Menschen viel Zeit und Energie investieren wird auch Einiges an Geld ausgegeben.

Deshalb wächst die Reitsportbranche genauso wie die Futtermittelindustrie. Ähnlich wie beim menschlichen Nachwuchs wird manch schlechte Gewissen in teures Futter investiert. Allein die Futtermittelhandlung meiner Umgebung hat in den 17 Jahren, in denen ich sie kenne, das Pferdesortiment verdreifacht. Jeder Hersteller bietet für jedes Problem das passende Futter an.

Nur werden die Pferde dadurch selten gesünder. Die meisten Stoffwechselprobleme sind futter- und hausgemacht. Profaner Hafer mit Mineralstoffpellets, bei schwerfuttrigen Pferden mit Beimischung von Strohhäcksel, wird heute kaum noch gefüttert. Warum auch? Das wäre doch einfach und letztendlich zu billig. Jedes Pferd muss das xy Müsli von Firma Z haben. Melasse, Zucker- und Geschmacksstoffe inklusive.

Im Sinne des Pferdes wäre die klassische Fütterung vielleicht doch überlegen. Im Sinne des Reiters vielleicht auch: hier geht zum Artikel Ernährung für Reiter.

Manchmal habe ich das Gefühl, dass vielerorts einfach zu einfach ist.

Für jede Meinung findet sich Jemand, der diese lautstark vertritt. Im Internet und in den sozialen Medien wird haufenweise geschimpft. Über die FN, über die Reitlehrer, über die Sattler, die Hufbearbeiter. Jeder möchte für sein eigenes Pferde- oder Reiterproblem seine eigene schwer verdiente Lösung präsentieren können. Neue Vorgehensweisen versus klassisch bewährte Lehre.

Häufig geht es um eine gute Selbstdarstellung.

Und dafür ist es immer gut, auf andere zu schimpfen. Dabei wissen die Redner oft gar nicht, wen und welchen Inhalt sie gerade zitieren.

Beispielsweise lese ich in Artikeln, die sich mit der Gesunderhaltung des Pferdes beschäftigen, vom sogenannten Bügeltritt. Der dem Pferd hilft, sein Gewicht so zu verlagern, dass es die tragende Rumpfmuskulatur aktivieren kann. Das neue Zaubermittel wird in den häufig in Vergessenheit geratenen „Richtlinien für Reiten und Fahren“ der FN als einseitige Gewichtshilfe beschrieben.

„Die einseitige Gewichtshilfe ist bei allen Lektionen, bei denen das Pferd gestellt oder gebogen ist, eine wichtige Unterstützung der Zügel- und Schenkelhilfe. Beim gut ausgebildeten Pferd sogar die entscheidende Hilfe. Der Reiter verlagert sein Gewicht mehr auf den inneren Gesäßknochen. Dabei senkt sich die Hüfte geringfügig und das nach wie vor gewinkelte Knie erhält eine tiefere Lage. …

Der Reiter muss auf der jeweiligen Seite den Bügel vermehrt austreten. Durch diese Gewichtshilfe wird das gut gerittene Pferde aufgefordert, durch entsprechendes Abwenden das gemeinsame Gleichgewicht mit dem Reiter beizubehalten.“


„Richtlinien für Reiten und Fahren, Grundausbildung des Reiters“ der FN, Auflage 1997

Wozu in die Ferne schweifen?

Denn das Gute liegt in Form von Literatur und klassischen Reitlehrern oft nah. Da braucht man für ein gut gerittenes Pferd weniger den Pferdeflüsterer, sondern Zeit und Bereitschaft, in eine gute Grundausbildung zu investieren.

Dass das absolut notwendig ist, habe ich gerade letzte Woche im Ponycamp Glau gesehen. Auf dem großen und schön angelegten Geländeplatz wurde für die Prüfung des Reitpasses geübt. Dafür hatten einige Gastkinder ihre eigenen Ponies mitgebracht.

Aber die waren für die Aufgabe zu wenig vorbereitet: am zweiten Übungstag begann ein Pony so lange zu bocken, bis seine Besitzerin unten lag. Das Andere ließ sich kaum überzeugen, seine Runden in dem Tempo zu absolvieren, das seine Reiterin vorgeschlug.

Wenn mehr oder weniger ausgebildete Pferde ihre Reiter herunterbocken, ist das unschön. Wenn das an der ungewohnten Umgebung und dem Umstand liegt, dass die Reitpässler auch üben müssen, sich flott von der gesamten Gruppe zu entfernen, ist das eine Erklärung.

So oder so sorgt das für Frust beim Kind.

Aber wenn der Schluss nahe liegt, dass die Ponies zu wenig ausgebildet sind, um gute Partner zu sein, ist das schade. Denn eigentlich sollen Kinder lernen, entspannt und selbstverständlich auf dem Tier zu agieren. Den Kindern kann man keinen Vorwurf machen, denn sie bekommen die Ponies von ihren Eltern. Aber die müssten verantwortungsbewusst handeln. Entweder müssen sie ein älteres, gut ausgebildetes Pferd kaufen. Oder sie müssten durch Beritt und Unterricht dafür sorgen, dass das Team Kind/Pony funktionieren kann.

Beides wird oft vernachlässigt. Auch bei Erwachsenen und Großpferden.

Neue Vorgehensweisen versus klassisch bewährte Lehre passt auch hier!

Denn man sagt nicht umsonst, dass ein junger Reiter auf ein altes Pferd gehört und ein alter Reiter auf ein junges Pferd.

Dagegen finde ich richtig traurig, wenn die Pferde durch falsches Reiten irgendwann Rückenschmerzen haben oder so unrund laufen, dass es zu den heftigen Reaktionen kommt. Dann kommt es zu Tränen und letztendlich zu Angst. Auch beim Pferd. Die aber oft nicht gesehen wird. Das kann nicht im Sinne eines verantwortungsvollen Umgangs sein.

Als die Kinder dann auf den ponyhofeigenen Pferden saßen, veränderte sich alles: Der vorsichtige Sitz und die Einwirkung wurden selbstbewusster. Auch ein Strahlen machte sich auf den Gesichtern breit, wenn es gut klappte. So kann man reiten lernen.

Wenn das Pferd die Reaktionen spiegelt und auf die richtigen Hilfen reagiert. Eher weniger wenn man sich auf sein Pony nicht verlassen kann. Das führt zu Angst. Auch bei Erwachsenen mit ähnlich wenig ausgebildeten Pferden.

In diesem Sinne, passt auf Euch und Eure Pferd auf!

Corinna von ReitClever