Schlagwort: Einfach besser Reiten mit Balance

Reiten mit Köpfchen ist manchmal gar nicht so einfach, NL Juli 2021

Einfach besser reiten mit Köpfchen
Besser reiten mit Köpfchen

Ist der Juli bei Dir auch so schnell vergangen?

Gefühlt hatten wir gerade erst Urlaub, als er auch schon wieder vorbei war. Zugegeben: wir hatten uns auch ganz schönes Programm vorgenommen. Da bei uns auf dem Hof zwei Hochzeiten stattfanden, wollen wir vorher ein paar lang aufgeschobene Dinge  erledigen. Beispielsweise wurde ein Teil unseres Hofes vor längerer Zeit aufgebaggert, weil wir eine neue Grube bekamen. Wir auf dem Land südlich von Berlin sind nicht an die Kanalisation angeschlossen. Und aus Kostengründen wird das wohl noch eine Weile so bleiben.

Einen Großteil der Stelle haben mein Mann und mein Sohn direkt danach wieder mit den alten Pflastersteinen zu gemacht. Aber da die Zeit irgendwann knapp war, behielt ca. 1/3 der Fläche seitdem den reinen Sandboden, in dem das Unkraut so schön wachsen konnte. Und die dazu gehörigen Steine waren daneben an die Wand unseres Veranstaltungsraumes gestapelt. Das sah nicht nur unschön aus, sondern war auch eine Gefahrenquelle, wenn die Pferde ab und zu an dieser Stallwand angebunden waren.

Jetzt sind sie weg die Steine. Die Fläche ist fertig gepflastert, ein paar bepflanzte Blumentöpfe herum drapiert, Unkraut gezupft und schon sieht die Ecke schön aus. Immer noch geht mir immer das Herz auf, wenn ich dort vorbei komme. Auch ein ausladender bedingt schöner Strauch wurde in diesem Zuge rausgenommen und die freie Fläche mit Gras angesät.

Warum ich das alles schreibe?

Weil Altlasten das Hirn blockieren. Das heißt, dass Reiten mit Köpfchen mitnichten so einfach ist.

Ob wir es wahrhaben wollen oder nicht: Unser Gehirn ist ein Meisterstück der Evolution, was nie vergisst. Auch wenn wir denken, dass wir alles im Griff haben und permanent mit vollem Bewusstsein agieren, ist das ein Irrglaube. Nur 5% aller Entscheidungen, die wir täglich treffen, erfolgen bewusst.

Alles andere wird vom Unterbewusstsein gesteuert.

Dass die Tatsache, dass uns warm oder kalt ist, ob wir Hunger oder Durst oder gut geschlafen haben, unser Handeln beeinflusst ist allseits bekannt. Aber weiter gefasst ist alles Unerledigte Teil des unterbewussten Handelns. Da ist es egal, ob es wirklich traumatische Ereignisse sind, die einen beschäftigen oder ob der seit Monaten unaufgeräumte Keller einen nichts mehr finden lässt. Spätestens zum Saisonwechsel, wenn man die Winterdecken oder die Winterreitjacke rausholen möchte, sucht ein Teil des Unterbewusstseins, wo das gute Stück denn vergraben sein könnte.

Oder wenn der Zeitpunkt der Abgabe der Steuererklärung naht. Wenn die Buchführung in Ordnung ist und man alles richtig aufgezeichnet hat, kann man dem Termin ruhig entgegen blicken. Dann ist sie schnell erledigt, wenn man sich ein paar Stunden  Zeit dafür nimmt. Falls die Belege und Quittungen aber noch unsortiert im sprichwörtlichen Schuhkarton schlummern, weiß das eigene Unterbewusstsein, dass noch viel zu tun ist. Dann feuert es Unruhe ins System, die man oft nicht fassen kann. Man fühlt sich angespannt, unsortiert und kann vielleicht auch schlecht schlafen.

Welche Erleichterung dann, wenn alle Belege geordnet, ordentlich eingegeben und als Erklärung abgegeben sind. Man hat das Gefühl, etwas Großes geschafft zu haben und ist mit jeder Faser seines Körpers erleichtert. So geht es mir jedenfalls: viel Gewicht fällt mit einem Schlag ab und dadurch wird wieder Energie für neue Projekte frei.

Das wäre dann ein guter Moment, tatsächlich etwas Neues anzufangen.

Zum Beispiel die viel zitierte Angst auf dem Pferd anzugehen. Oder sich damit auseinander zusetzen, dass nicht immer das Pferd Schuld ist, wenn man in Wohnungsnot gerät. Vielmehr mehr könnte die eigene Balance durchaus verbesserungswürdig sein. Anders gesagt, um wirklich ruhig und entspannt auf dem Pferd zu sitzen, kann es sich lohnen, im Vorfeld ein paar Altlasten aus dem Weg zu räumen.

Du wirst staunen, wie viel Energie und Kapazitäten dann wieder frei werden.

Das heißt nicht unbedingt, dass Du erst den Keller aufräumen musst, um Dich das nächste Mal aufs Pferd zu setzen. Aber in Ruhe zu überlegen und aufzuschreiben, was alles an unerledigten Dingen wartet, kann sich durchaus lohnen. Denn dann kann man mit dem ganzen Köpfchen und bewusst reiten, weil die demnächst erforderlichen Handlungen geklärt sind. Natürlich sollte man sie auch irgendwann angehen, sonst funkt das Unterbewusstsein wieder Alarm.

Auch wenn Du Dir vor einer Prüfung eingestehst, nicht genug gelernt zu haben, wirst Du weniger überzeugen, als wenn Du gut vorbereitet bist. Wie man auf eine Herausforderung zugeht entscheidet das bisher Erlebte. Beim Sommerferien Kurs Pferdeführerschein Umgang hatten wir jemanden dabei, der sich eher blockiert hat. Sie war bis dato einmal die Woche im Schulbetrieb geritten und hatte mit putzen, trensen und Bodenarbeit wenig Praxiserfahrung. Mit an Bord waren drei Mädchen, die mit eigenem Pferd einen Wissensvorsprung hatten. Anstatt die Herausforderung anzunehmen und zu schauen und mitzulernen, redete sich eine Teilnehmerin ab der ersten praktischen Einheit ein, dass sie die Prüfung sowieso nicht bestehen würde. Das war schade, denn so nahm sie sich die Freude an der Zeit mit den Pferden.

Natürlich war das nicht die ganze Zeit so und wir hatten alle viel Spaß zusammen. Auch haben die erfahrenen Mädchen den Jüngeren viel gezeigt und geholfen. Aber als es am letzten Kurstag in die Prüfungsvorbereitung ging, zeigte sich, das Manche die Theorie nicht so ernst genommen haben. D.h. es musste eine ernste Ansage her, sich wichtige Sachen doch noch mal anzuschauen. Und siehe da: alle Teilnehmer haben die Prüfung bestanden und wurden mit Urkunde und Anstecknadel belohnt.

Mehr zu unserer abwechslungsreichen Sommerferienwoche findest Du unter dem Link Pferdeführerschein Umgang für Kids. Weil das Ganze so gut lief und für mich auch eine spannende Erfahrung war, nur mit Kinder zu arbeiten, findet der nächste PFU Kids im nächsten Jahr wieder in der letzten Juliwoche statt. Unter dem Link gibt es mehr Informationen und bis zum 31.03.2022 gilt der Frühbucherpreis von 190€ anstatt 215€ für den Kurs.

Der Juli ist so schnell vergangen, dass wir kommenden Samstag schon mit einem neuen Kurs starten.

Es geht bei „Einfach besser Reiten mit Balance“ am 07.08.21 um das innere und äußere Gleichgewicht des Reiters.

Jeder kennt das: es gibt Tage, wo man super drauf ist und Einen nichts aus der Fassung bringt. An solchen Tagen hat man eine gute Ausstrahlung, die auch das Pferd schnell zum Mitmachen überzeugt. An anderen Tagen ist es um die eigene Balance schlechter bestellt ist. Man ist müde oder genervt, hatte einen schlechten Tag im Job und vorbei ist es mit der Ruhe auf dem Pferd! Nicht nur, dass man schneller aus der Haut fährt, man sitzt auch nicht so gut. Man kommt schlechter zu einem losgelassenen und tiefen Sitz, der elementar ist, um die eigene Balance auf dem Pferd zu halten.

Um diesen entspannten Sitz geht es beim Reiten mit Köpfchen. Um den zu verbessern beginnt man am besten an den Schaltstellen, die wichtig für das eigene Gleichgewicht sind. Nämlich an den Rezeptoren, die die aus der Umwelt einwirkenden Reize aufnehmen. Über leistungsstarke Nerven senden sie ihre Signale an das Gehirn, was darauf reagiert und Bewegungen initiiert.

Keine Angst: wir werden zu dem Thema keine Lehrstunde in Neuroanatomie abhalten. Aber ein bisschen Theorie gehört dazu, um das Ganze zu verstehen. Darauf aufbauend gibt es eine ganze Menge Übungen, die zuerst an der Verarbeitung der eingehenden Reize ansetzen. Wir beginnen an der Peripherie des Körpers, um im Zentrum dann bessere Gleichgewichtsreaktionen schalten zu können. Mit an Bord sind Übungen aus dem Neuro- Athletik Training und dem Brain Gym® für Reiter.

Für Kurzentschlossene gibt es noch zwei freie Plätze. Für diejenigen, die das Thema lieber in Ruhe mit sich alleine klären, gibt es den Kurs auch als Zuhauseversion: Einfach besser Reiten mit Balance als Onlinekurs.

Das ganze Paket lässt Dich dann fühlbar lockerer, aber auch tiefer sitzen.

Das ist eine der Grundvoraussetzungen, um das eigene Gleichgewicht auf dem Pferd herzustellen. Nur aus dem ausbalancierten Sitz heraus kann man einfühlsam und an die Pferdebewegung angepasst reagieren.

Im Oktober werden wir dieses Thema beim Tag der Cleveren Reiter vertiefen. Am 02.10.2021 geht es von 10:00- 18:00 um Reiten mit Köpfchen. Wir werden in vier Vorträgen genug Input sammeln, um bewusst etwas einfach besser mit Köpfchen reiten zu können. Auch Beate Petrick (Pferde gerecht trainieren) ist wieder dabei, um über das Training von rechts- und linkshirnigen Pferden zu referieren.

Bis zum 31.08.21 gilt der Frühbucherpreis von 110€. Klick auf den blauen Link, um zur Ticketabwicklung zu kommen. Auch an diesem Tag wirst Du viele Anregungen bekommen, mit Denen Du später eine bessere Figur auf dem Pferd machen kannst.

Ich freu mich auf Dich,

Corinna von ReitClever

Guten Morgen aus dem Sommerloch- die eigene Balance

Einfach besser Reiten mit Balance bietet eine Menge Anregungen für die eigene Balance

Ein richtiges Sommerloch ist es ja anhand der vielen Ereignissen zur Zeit gerade nicht. Egal ob man Positives oder Negatives sucht, man findet alles in den Medien. Es kommt auf die jeweilige Verfassung an, ob einen diese Nachrichten um die eigene Balance bringen oder die Laune verändern.

Wir selber hatten letzten Samstag eine wunderschöne Hochzeit auf dem Hof und morgen findet die Nächste statt. Zugegebenerweise in kleinerem Rahmen, aber Vorbereitung und Zeit kostet diese Feier auch. Aber wenn so ein Fest gelingt und man überall in strahlende Gesichter schaut, gibt das viel Energie. Das Gefühl, viel richtig gemacht zu haben stärkt die eigene Balance.

In den beiden Wochen davor haben wir Einiges auf dem Hof geschafft und verändert. Beispielsweise haben wir fast 2 Hektar Wiese dazu bekommen, die wir nun neu einkoppeln. Die Pferde freuen sich dann über mehr Fläche und Gras, denn durch die Trockenheit der letzten Jahre wächst auf unserem märkischen Sandboden immer weniger.

Das alles hat mich so abschalten lassen, dass ich gestern verwundert festgestellt habe, dass wir in zwei Wochen mit einem neuen Kurs starten.

Es geht bei „Einfach besser Reiten mit Balance“ um das innere und äußere Gleichgewicht des Reiters.

Jeder kennt das: es gibt Tage, wo man super drauf ist und Einen nichts aus der Fassung bringt. An solchen Tagen hat man eine gute Ausstrahlung, die auch das Pferd schnell zum Mitmachen überzeugt. An anderen Tagen ist es um die eigene Balance schlechter bestellt. Man ist müde oder genervt, hatte einen schlechten Tag im Job und vorbei ist es mit der Ruhe auf dem Pferd! Nicht nur, dass man schneller aus der Haut fährt, man sitzt auch nicht so gut. Man kommt schlechter zu einem losgelassenen und tiefen Sitz, der elementar ist, um die eigene Balance auf dem Pferd zu halten.

Um diesen ausbalancierten Sitz geht es in dem Kurs „Einfach besser Reiten mit Balance“. Dafür beginnt man am besten an den Schaltstellen, die die eigene Balance herstellen. Nämlich an den Rezeptoren, die alle aus der Umwelt einwirkenden Reize aufnehmen. Über leistungsstarke Nerven senden sie ihre Signale an das Gehirn, was dann darauf reagiert und Bewegungen initiiert.

Keine Angst: wir werden im Kurs keine Lehrstunde in Neuroanatomie abhalten. Aber ein bisschen dieser Theorie gehört dazu, um das Ganze zu verstehen. Darauf aufbauend gibt es dann eine ganze Menge Übungen, die zuerst an der Verarbeitung der eingehenden Reize ansetzen.

Wir beginnen an der Peripherie des Körpers, um dann im Zentrum oder besser gesagt im Oberkörper bessere Gleichgewichtsreaktionen schalten zu lassen. Mit an Bord sind Übungen aus dem Neuro- Athletik Training und dem Brain Gym® für Reiter.

Das ganze Paket lässt Dich dann fühlbar entspannter, aber auch tiefer sitzen.

Das ist eine der Grundvoraussetzungen, um die eigene Balance auf dem Pferd herzustellen. Nur aus dem ausbalancierten Sitz heraus kann man einfühlsam und an die Pferdebewegung angepasst reagieren.

Wenn Du jetzt Lust bekommen hast:
Es gibt noch freie Plätze: Informieren und anmelden kannst Du Dich unter dem folgenden Link:

Einfach besser Reiten mit Balance. Klick darauf und erfahre, wie Du mit einem ausgeglichenen inneren und äußeren Gleichgewicht aufs Pferd steigen kannst.

Wenn Du lieber der Zuhauseturner bist, gibt es das Programm auch als Onlinekurs (Klick auf den Link).

Im Oktober werden wir dieses Thema beim Tag der Cleveren Reiter vertiefen. Am 02.10.2021 geht es von 10:00- 18:00 um Reiten mit Köpfchen. Bis zum 31.08.21 gilt der Frühbucherpreis von 110€. Klickt auf den Link, um zur Ticketabwicklung zu kommen.

Ich freu mich auf Dich,

Corinna von ReitClever

Neue Kurse in den Sommerferien 2021

Neue Kurse in den Sommerferien 2021
Neue Kurse in den Sommerferien 2021

Alle sind irgendwie in Sommerlaune. Der Urlaub ist in greifbarer Nähe und das strahlende Sommerwetter lädt geradezu ein, am Badesee zu chillen. Viele haben so lange darauf gewartet, wieder Essen gehen oder in den Urlaub fliegen zu können, dass sie das nun mit Begeisterung tun.

Deshalb ist die Kursplanung zu den Sommerferien 2021 eine Herausforderung. Entweder sind Interessenten verreist, eingeladen oder haben die Kinder mit den Großeltern in den Urlaub geschickt.

Trotzdem wird es in diesen Sommerferien 2021 zum ersten Mal einen Pferdeführerschein Umgang nur für Kids geben.

Wir treffen uns vom 26.07.2021 bis zum 29.07.21 jeden Tag von 10:00- 16:00. Dabei werden wir die Prüfungsinhalte kindgerecht erarbeiten und uns ein paar schöne Tage machen. Am 30.07.2021 können die Teilnehmer dann bei der Prüfung zeigen, was sie alles gelernt haben.

Das wird nett- Ich freue mich schon. Unter diesem Link könnt Ihr Eure Kinder anmelden: es gibt noch freie Plätze.

Der letzte Kurs hatte im Juni gut vorgelegt. Wie immer hatten wir  eine bunte Mischung von Teilnehmern: Kinder und Jugendliche mit viel und wenig Pferdeerfahrung, Reiterinnen mit und ohne eigenes Pferd. Auch gab es  einen Quotenmann, der später den gewerblichen Kutschenführerschein machen möchte.

Tolle Motivation, alles Gezeigte gut zu lernen und abzuspeichern.

Besonders nett fand ich, dass zwei Teilnehmerinnen den Kurs belegt haben, weil sie sich eine eigenes Pferd kaufen möchten. Besser gesagt wollten sie sich vorher informieren, was sie alles beachten müssen und worauf es ankommt, wenn man für ein eigenes Pferd verantwortlich ist.

Diese Denkweise finde ich richtig gut. So gab es bei der Abschlussfeier nicht nur die bestandene Prüfung sondern auch den Kauf einer Stute zu feiern. Die andere Absolventin konnte letzte Woche einen Kaufvertrag unterschreiben und freut sich riesig darüber.

Insgesamt waren es herausfordernde Samstage. Wir alle hatten mit dem Wetter genauso zu tun wie die Pferde mit den Bremsen. Zwei praktische Übungseinheiten mussten bei knapp 30 Grad in der Sonne statt finden, obwohl wir die schon auf den kühleren Vormittag gelegt hatten. Zur Abwechslung war der zweite Kurssamstag dann von Gewitter und Regen begleitet. Aber wir haben das Beste draus gemacht und das Pensum locker und im vorgegebenen Zeitplan geschafft.

Wer jetzt Lust bekommen hat: Für den Durchgang im September sind noch zwei Plätze frei geworden. Informationen und Anmeldung unter dem blauen Link.

Meinem Gefühl nach gibt es immer mehr Reiter und Reiterinnen, die ihren Wissensdurst mit entsprechenden Kursen stillen wollen. Zum einen wollen sie mehr vom Pferd erzählt bekommen und zum anderen wollen sie ihre eigenen körperlichen Fähigkeiten fürs Pferd verbessern. Beides ist wichtig und kommt in meinen Kursen nicht zu kurz.

Momentan bin ich in der Zusatzausbildung zum Neuro-Rider®: so fließt das Wissen des Neuro-Athletik-Trainings von Lars Lienhard auch in meine Kurse in den Sommerferien 2021 ein.

Das von mir viel beachtete Gleichgewicht hängt tatsächlich auch von der Qualität der Informationen ab, die das Gehirn aus der Peripherie bekommt.

Wusstet Ihr, dass die Gleichgewichtsreaktion eine der komplexesten Fähigkeiten unseres Körpers ist?

Wenn es richtig zur Sache geht sind nicht nur fast alle Muskeln des Körpers beteiligt, sondern auch eine ganze Menge Hirnbezirke.

Daher ist es für Reiter wichtig, sich mit dem Gleichgewicht zu beschäftigen. Da Pferde manchmal blitzschnell in eine andere Richtung unterwegs sind als man geplant hat, spielt die eigene Balance eine wichtige Rolle für sicheres Reiten. Jeder Reiter hat ein mehr oder weniger gut ausgeprägtes Bewegungsgefühl für den eigenen Körper. Zudem hat er eine hoffentlich Vorstellung von der gemeinsamen Bewegung mit dem Pferd.

Beides muss er mit der Pferdebewegung zusammen bringen, damit es ein harmonischer Ritt wird.

Jede Richtungsänderung und jeder Tempowechsel stellt diese Fähigkeit auf eine Probe. Denn klaffen die Bewegungsvorstellung von Reiter und Pferd auseinander, müssen sich beide miteinander arrangieren. Wenn es zu einer Fluchtreaktion des Pferdes kommt, entscheiden mitunter Bruchteile von Sekunden, ob der Reiter oben bleibt oder das Pferd verliert.

Schauen wir also mal genauer hin: Wir brauchen drei Fähigkeiten.

Zuerst muss das Gehirn auf den Reiz des Pferdes reagieren. Dazu braucht es Informationen aus dem Körper, die ihm die Pferdebewegung und den Zustand des eigenen Körpers vermitteln.

Aus diesen Informationen filtert das Gehirn alles Wichtige für die geplante Bewegung heraus: es muss alle eingehenden Infos verarbeiten. Damit plant es eine Aktion oder Reaktion.

Zuletzt schickt es Signale an den Körper, damit die entsprechenden Muskeln reagieren können.

Faszinierend finde ich, dass das Ganze in Bruchteilen von Sekunden stattfindet. Diese Reaktionen sind bei uns gut ausgereift, weil wir auf Überleben programmiert sind. Während der letzten Jahrtausende hat sich das menschlichen Gehirn dahingehend weit entwickelt.

Doch nur wenn man sich sicher fühlt, kann man ein reagieren.

Dann kann man seine eigenen Bewegungen präzise und koordiniert an die des Pferdes anpassen.

Dagegen wird holprig, sobald man sich unsicher fühlt. Auf Grund eines Sicherheitsprogramms des Gehirns werden Muskeln angespannt, um den Körper zu schützen. Dabei bleibt die Feinsteuerung auf der Strecke. Man fühlt sich verspannt und unsicher. Erfolg und Sicherheit auf dem Pferd bleiben aus.

Damit das Gehirn gute Gleichgewichtsreaktionen schalten kann, nutzt es vor allem Informationen aus den Augen. Weiterhin bekommt es Input aus dem Gleichgewichtsorgan und der Peripherie des Körpers. Deshalb ist es eine gute Idee, neben den Muskeln auch Sensorik und Augenfunktionen zu trainieren. Das kann man beispielsweise mit Blickwendetechniken tun. Denn je besser das Gehirn die Signale der Augen verarbeiten kann, desto präziser kann es die Anweisungen an den Körper steuern.

Um diese genaue Informationsverarbeitung und wie man darauf aufbauend sein Gleichgewicht trainieren kann geht es in dem Kurs „Einfach besser reiten mit Balance“, der am 07.08.21 stattfindet. Übungen aus dem BrainGym® für Reiter und dem Neuro-Athletik-Training von Lars Lienhard werden neben einer Menge theoretischer Informationen die Kursinhalte sein.

Wer an diesem Termin im letzten Teil der Sommerferien 2021 nicht kann, kann sich den Onlinekurs Einfach besser mit Balance herunter laden. Sicherlich wird es noch einen Wiederholungstermin geben. Auch bin ich zu diesem Thema im September auf anderen Reitanlagen eingeladen, um den Kurs dort zu halten. Das wäre auch für Euch denkbar. Solltet Ihr daran Interesse haben, schreibt mich unter Corinna.Jungblut@reitclever.de an.

Beide Formate bieten auf jeden Fall viele Übungen und die Möglichkeit der Dokumentation.

Nur so kann man seinen Erfolg messbar machen und langfristig bei der Stange bleiben. Motivation zur Veränderung war ein wesentliches Kriterium für den Kurs „Einfach besser Reiten trotz Hüftarthrose“.

Der verkauft sich online nach wie vor gut und hat gerade eine ganze Menge Erweiterungen bekommen. Nicht nur neue Kapitel mit Teilen aus dem Neuro-Athletik-Training nach Lars Lienhard, sondern auch eine ganze Menge Tabellen, mit denen man die Übungen dokumentieren kann.

So kann man im Verlauf sehen, wo man sich wie verbessert hat und behält den Überblick im persönlichen Schmerzempfinden. Denn wenn man schon lange mit einem schmerzhaften Körperteil zu tun hat, überwiegt irgendwann der Frust. Mit den Veränderungen zum Guten schafft man es, sich auch wieder zu einer positiven Sicht zu verhelfen.

Mit einer optimistischen Zuversicht auf die zukünftige Zeit verabschiede ich mich in ein paar Tage Sommerurlaub. Wir werden auf Grund der Tiere und zweier Hochzeiten bei uns auf dem Hof nur kurzzeitig weg können. Trotzdem bieten die Seen der Umgebung und die Tatsache, mal nicht auf die Uhr schauen zu müssen, eine ganze Menge Entspannung.

Bis dahin und sommerliche Grüße,

Corinna von ReitClever.

Weißt Du, was mit Kreuz reiten heißt? Das ABC für Reiteinsteiger

Das ABC für Reiteinsteiger
Sitzt alles?

Ende März saßen bei mir im Kurs Spiraldynamik® für Reiter drei relative Reiteinsteiger.

Dadurch tauchten im Unterrichtsgespräch ganz andere Fragen auf als bei den sonstigen Durchgängen, in denen auch Turnierreiter und Reittrainer saßen.

Jedes Mal gibt es Teilnehmer, die ganz erstaunt darüber sind, dass „mit Kreuz reiten“ heißt, dass man seine Bauchmuskulatur anspannt. Würde man tatsächlich das Kreuz anspannen, hätte das ein Hohlkreuz zur Folge und vorbei wäre es mit der gut schwingenden Mittelpositur. Auch der Begriff Mittelpositur ist ein schönes Wort, das anatomisch erstmal eingeordnet werden muss.

Bei diesem Durchgang gab es auch erstaunte Gesichter, als ich erwähnte, dass man zum Treiben nicht die Wadenmuskeln benutzt.

Selbstverständlich bietet der stärkste Teil der Wade den Kontaktpunkt mit dem Pferd. Aber um einen angemessenen Schenkeldruck zu entwickeln, benutzt man die rückwärtige Oberschenkelmuskulatur und die Außendreher des Hüftgelenkes. Dagegen sorgt die Wadenmuskulatur dafür, dass man die Absätze hochzieht. Das hat zur Folge, dass das Sprunggelenk nicht durchfedern kann. Deshalb ist es wichtig, die Wadenmuskulatur zu dehnen, um den Absatz tief zu lassen.

Als Feedback schrieb mir eine Teilnehmerin nach dem Kurs:

„Ich hatte auf einmal ein ganz anderes Gefühl auf dem Pferd und mein Bewusstsein für mich, meinen Körper und das Pferd wurde ungemein gestärkt. Im Schritt bin ich vor allem über die Gewichtshilfen geritten und das Leichttraben hat sich noch nie so einfach angefühlt. 🙂
Mein Pferd lief unter mir viel taktreiner und schöner. :)Der Zirkel war richtig schön rund und ich bin durch den Kurs ein großes Stück weiter gekommen.
Die Übungen versuche ich auch regelmäßig in meinen Wochenplan einzubauen.

Das zweite Mal auf dem Pferd nach dem Kurs war dann nicht so gut, aber ich habe auch nicht die Übungen davor gemacht. Das Wichtigste, was ich aus dem Kurs praktisch mitnehme, ist die Beine loszulassen und mit der Pferdebewegung mitzugehen.
Ich bin sehr froh, dass ich dabei war. 🙂
Vielen Dank für die vielen neuen Erkenntnisse, Corinna. Ich komme gerne wieder. :)“

Marlene

Schön, oder?

Nach so einer Rückmeldung habe ich immer das Gefühl, viel richtig gemacht zu haben.

Insofern hatten wir rund um das Thema Spiraldynamik® für Reiter viel interessanten Gesprächsstoff.

Daraus entwickelte sich die Anregung, dass es auch einen Kurs für richtiges Reiten ohne Pferd geben sollte: Wie trabt man an, wie ist die Technik für richtiges Angaloppieren und zu guter Letzt auch die Frage, wie man die Hufschlagfiguren reitet. Anders ausgedrückt ein richtiges ABC für Reiteinsteiger.

Darüber habe ich mir Gedanken gemacht und zusammen gestellt, was man nicht nur als Einsteiger in alphabetischer Reihenfolge trainieren kann und für gute Reiten trainieren müsste.

Das Ergebnis ist der neue Onlinekurs ABC für Reiteinsteiger (abrufbar unter dem blauen Link). Er bietet Übungsanregungen für

Aktivität (eher weniger als mehr. Zum guten Reiten sind viel weniger Muskeln aktiv anzusteuern, als man gemeinhin denkt. Man muss die meisten Muskeln loslassen, um gut zu sitzen, anstatt sich permanent überall anzuspannen)

über die

Bauchmuskulatur (Die Bauchmuskulatur ist tatsächlich elementar einen guten Sitz. Du solltest sie trainieren, und lernen, sie ohne die Gesäßmuskulatur zu benutzen),

Gewicht (ist die entscheidende Hilfe, um dem Pferd zu vermitteln, was es tun soll)

bis zum Zügelmaß.

Denn Zügelmaß bedeutet die Stärke der Verbindung, die der Reiter durch die Zügellänge auf das Pferdemaul ausübt. Dieses Maß gefühlvoll und weich zu halten ist eine der schwersten Dinge, die man über seine Handeinwirkung lernen muss.

Als Aktion im Shop gibt es gerade das Das ABC der Hufschlagfiguren“, Teil 2 in der Serie Basiswissen für Reiter. Da es gestern erst fertig geworden ist, ist es noch taufrisch und noch nicht einmal verkauft.

Damit sind wieder Kapazitäten freit für das „ABC für Reiter“ , den dritten Teil der Serie für die Fortgeschrittenen, was als Nächstes entstehen soll.

Genauso viel Spaß in der Durchführung macht mir der Pferdeführerschein Umgang, eine andere Form des ABC für Reiteinsteiger.

Auch hier gibt es jedes Mal Fragen, die einen neuen Blickwinkel auf den Inhalt geben. So ist das Unterrichten abwechslungsreich und führt dazu, dass kein Kurs läuft wie der andere. Da sich die Teilnehmer im Märzdurchgang wohl gefühlt haben, haben sie etwas Mundpropaganda gemacht. Das führt neben einem augenscheinlich großen Nachholbedarf an Aktivitäten dazu, dass der Kurs im Juni ausgebucht ist. Freie Plätze gibt es noch für den Durchgang im September vom 04.-18.09.2021 mit geplanter Prüfung am 24.09.2021. Impressionen von beiden Kursen gibt es auf der Seite „Eindrücke“.

Großes Kino verspricht der Kurs Neuro-Rider®.

Ehrlich gesagt ist da nicht viel neue Erfindung bei, sondern die Inhalte gehen vor allem auf das Neuroathletik Training zurück. Auch geht der Input weit über ein ABC für Reiteinsteiger hinaus. Trotzdem ist der Inhalt sehr gut und liefert mir Erklärungen dafür, warum die Dinge funktionieren, die ich schon seit Jahren in Kinesiologie und Physiotherapie anwende. Immer wieder ist es faszinierend, wenn man ein paar gezielte Augenbewegungen macht und sich dadurch eigene Beweglichkeit und Gleichgewicht verbessern.

Wenn beispielsweise die Augen nur ein unscharfes Bild der Umgebung liefern, weil man mit einem Augen besser schaut als mit dem anderen, bekommt das Gehirn nur ein ungenaues Bild seiner Umgebung. Da es dann sein Umfeld nicht genau einschätzen kann, hält es Körper und Muskeln fest und steuert auf Sicherheit.

Denn oberste Priorität hat immer, den Körper vor Gefahr zu schützen. Macht man dann diese neurobasierten Übungen, bekommt das Gehirn schärfere Informationen. Damit löst es die Muskulatur, die für unseren Schutz zuständig ist. Das führt zu einer schnellen Verbesserung des eigenen Zustands in Richtung Sicherheit, Beweglichkeit und Gleichgewicht. Mehr darüber gibt es in dem Artikel „Wie gut kannst Du Dich auf Deine Augen verlassen?

Deshalb ist der Neuro-Rider® nicht nur etwas für Reiter. Sondern wenn jemand schon einmal eine Gehirnerschütterung oder ein Schleudertrauma erlebt hat, kann er durch die Übungen die Zusammenarbeit seiner Sinnesorgane mit dem Gehirn verbessern. Mit den besseren Informationen ermöglicht das Gehirn dann ein koordinierteres und sichereres Bewegen. Ob diese Übungen auch bei Angstreitern oder fehlender Balance so gut wirken, wie ich denke, werde ich in den Kursen Einfach besser Reiten trotz Angst und Einfach besser reiten mit Balance ausprobieren. Dort werde ich neben den bisherigen Inhalten aus Brain Gym® für Reiter vor allem die Neuro-Rider Inhalte einbringen.

Mehr Informationen dazu gibt es unter den Links. Ob das den gewünschten Erfolg hat, werde ich berichten.

Erfolg und Spaß hat auf jeden Fall der #AktionstagfürPferdetrainer gebracht.

Denn in der Interessengemeinschaft Reitlehrer und Pferdetrainer, die sich bei Facebook formiert hat, geht es vor allem um Austausch, Information und die Bündelung von Interessen. So wurde am 08.04.2021 bundesweit auf die aktuelle Situation der Reitlehrer und Reitschulen aufmerksam gemacht. Auch viele meiner Kursteilnehmer beteiligten sich an der Mailaktion an Bund. Länder und Ordnungsämter. Ein großes Dankeschön dafür!

Ob es was bringt und ob mehr Aktivitäten in Kürze wieder erlaubt und erwünscht sind, wird sich zeigen. Über die aktuellen Maßnahmen der FN zum Thema Finanzhilfen habe ich im Artikel Es tut sich was im Reiterlager geschrieben.

So wünsche ich Euch viel Spaß mit schönen Maiaktivitäten und dem ABC für Reiteinsteiger, auch wenn Ihr in diesem Jahr nicht in den Mai tanzen konntet!

Corinna von Reitclever