
Hurra, er ist fast geschafft der Februar 2026! Gefühlt gipfelte dieser Monat in einem nicht enden wollenden Winter. Dass es kalt war, hat mich nicht gestört. Mehr das Auf und Ab der Temperaturen, was das Ganze in diesem Jahr so gefährlich für Pferd und Mensch werden ließ. Das quälende Wissen, dass es taut und wieder friert und das zum wiederholten Mal war weniger eine Frage des Alters als einer, was passiert, wenn die Pferde rutschen. Meine Pferde werden in diesem Jahr 30, 31 und 26- da kann jeder Sturz der Letzte sein. Deshalb waren sie auch zum ersten Mal, seitdem ich sie habe, 3,5 Tage im Stall, als es Anfang des Monats besonders glatt war.
Irgendwie schaue ich anders auf den Winter, seitdem ich ein eigenes Pferd habe

Wenn ich als Kind und Jugendliche lustig fand, auf entstandenen Eisflächen zu rutschen, frage ich nun mich mit einigen weiteren Lebensjahren, wie gut die Tiere mit dem Glatteis umgehen können. Seitdem ich meine Schimmelstute habe, gibt es gefühlt in jedem zweiten Winter erst viel Nässe, Regen und dann Frost , so dass teilweise tückische glatte Felder unter einer Schneedecke entstehen. Die Pferde laufen meist besser als wir Menschen auf den Rutschbahnen. Doch höre ich von überall, dass es in diesem Winter tragische Unfälle gab, die mit Beinbruch und Einschläfern endeten. Wie viele verendete Tiere es in Wald und Feld gibt, kann man kaum ermessen. Die Mitarbeiter der Notaufnahmen hatten auf jeden Fall seit kurz nach Weihnachten mit Sturzfolgen und Knochenbrüchen zu tun.
Auch Inhalte von Gesprächen sind manchmal eine Frage des Alters
Wie der Zufall so will, habe ich mich in dieser Woche zwei Mal mit alten Weggefährtinnen getroffen. Die Eine war in dem Reitverein aktiv, in dem ich vor langer Zeit mit Reittherapie und Reitunterricht begonnen habe. Sie arbeitet inzwischen mit Pferden, die gesundheitliche Probleme haben. Der Austausch mit ihr ist jedes Mal sehr spannend, weil wir beide „gesund reiten für Reiter und Pferd“ im Fokus haben. Doch gehe ich von Sitz und Einwirkung aus und sie beginnt bei Potential und Auffälligkeiten des Pferdes. Im Großen und Ganzen tauschen wir auf tieferer Ebene unsere Erfahrungen aus. Oberflächliches Plaudern nervt mich zunehmend mehr.
Die beiden anderen Freundinnen kenne ich seit Beginn meines Reiterlebens. Mit einer davon habe ich voltigiert, seitdem wir beide 9 Jahre alt waren. Wir sind zusammen und natürlich auch mit Pferden erwachsen geworden. Wir hatten nicht durchgängig, aber seit einigen Jahren wieder vermehrt Kontakt. Wenn wir an einem Tisch sitzen, ist es so, als hätten wir uns nie getrennt. Da entstehen Momente, die das Herz wärmen und die Sonne heller scheinen lassen. Neben Pferden kommen auch andere Themen zum Vorschein. Beide Mütter der Freundinnen leiden an fortgeschrittener Demenz. Die eine wird zuhause betreut, die andere zog kürzlich in ein Heim für Demenzkranke. Genau wie meine Tante, die seit Ende letzten Jahren in professionelle Betreuung umziehen musste. Eine Gradwanderung zwischen dem eigenen Leben, der Verantwortung für seine Mutter und dem ewig schlechten Gewissen.
Schlechtes Gewissen ist ein großes Thema von Frauen
Wir haben so oft das Gefühl, dass jemand zu kurz kommt, wenn wir so handeln, wie wir es tun. Davon sollten wir uns vielleicht nicht ganz frei machen, aber doch genauer hinschauen.
Denn es geht um unsere eigenen Bedürfnisse. Ich kann nur für mich sprechen und ich bin jetzt in dem Alter, wo ich mich entscheiden muss, wie und vor allem wie gesund ich alt werden möchte. Wenn ich 80 bin, möchte mich nicht mehr täglich mit Pferdemist beschäftigen. Sicherlich mal Möhren füttern oder eine weiche Nase streicheln, aber sich um das Wohl der Tiere zu kümmern, wird in dem Maß nicht mehr möglich sein. Wobei der Grad der Fitness ganz sicher eine Frage des Alters und auch von Training ist.
Ich möchte geistig und körperlich in der Lage sein, meine verbleibende Zeit zu genießen. Man weiß nie, wie es kommt, aber man kann für seine Zeit im Alter vorsorgen. Zum einen finanziell, zum anderen gesundheitlich. Je mehr ich mich mit dem Nervensystems beschäftige, desto eher kristallisieren sich die Faktoren Regeneration und Ernährung heraus. Stress meiden ist nicht so sehr das Thema, wie ihn wieder aus dem System zu lassen. Sympathikusaktivität ist ein guter Treiber, in die Gänge zu kommen und Dinge effektiv zu erledigen. Sie ist relevant dafür, das Leben zu meistern. Aber sobald ich wie getrieben von meinen eigenen Ansprüchen durch den Tag hetze und alles im Laufschritt erledige, leidet das System. Neben Anspannung brauche ich auch Ruhe, damit sich Körper und Geist erholen können. Für die Pflege aller Strukturen brauchen die Systeme die richtigen Bausteine. Die kommen über die Nahrung in den Körper. ( Wenn Du mehr darüber wissen willst, klick´ auf den Link „Fakten Check Ernährung“).

Ich faste gerade Zucker. Seit Aschermittwoch keine Schokolade, keine Gummibärchen oder Kekse. Was mir bisher viel leichter fiel, als erwartet. In dieser Woche kommen Ballaststoffe dazu: Weniger bis kein Weißmehl, dafür morgens Leinsamen, Hafergries und Chiasamen. Das bringt nicht nur den Darm auf Trab, sondern reduziert über Stoffwechselprozesse eine möglicherweise bestehende Insulinresistenz. Mal sehen, wie ich mich dann zu Ostern fühle 🙂
Der dritte Faktor, gesund alt zu werden, ist Bewegung
Wenn man nicht mehr so ganz jung ist, hat man möglicherweise Baustellen im Körper. Die brauchen manchmal erstmal Ruhe, aber vor allem später Bewegungsanreize, um zu heilen. So bringt nur eine angepasste Belastung wieder Stabilität in die Strukturen.
Unser Körper ist ein Meister der Regeneration, wenn man ihn gewähren lässt. Unsere Pferde zeigen uns genau, wie es geht. Sie toben, spielen und dösen. Das eine Tier mehr, das andere weniger. Doch wenn sie keine einschneidenden Dinge erlebt haben, bewegen sie sich immer irgendwie. Und machen nach dem Fressen immer Pause.
Wir können so viel von ihnen lernen. Sie sind ein großer Motivator, uns mehr und vor allem besser zu bewegen. Wir wollen ihnen als Rucksack eine so angenehme Last wie möglich sein. Wie wir das tun und wie ein für Reiter und Pferd passender Sattel aussieht, erfährst du am 08.03.2026 bei der Fortbildung „Die drei ???- Rücken? Becken? Sattel? – wie passt das zusammen?“ in Stadthagen bei Hannover. Für schnell Entschlossene gibt es noch ein paar freie Plätze. Melde dich unter vorstand@gesundheitssport-mit-pferden.de, wenn Du wissenswerte Anregungen erhalten möchtest.
Solltest Du gesundheitsorientierte Ansätze für deinen Unterricht suchen, ist vielleicht die Ergänzungsqualifikation Fitness und Gesundheit interessant für dich. Sie findet vom 30.04.- 03.05.2026 und 01.10.-04.10.2026 in Viervitz auf Rügen statt. Was wir da so alles machen, kannst Du Dir im Video anschauen.
Bleib´ gesund und werde munter, der Frühling ist schon fast da,
Corinna von Reitclever
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