Immer wieder Neues, Neues von Reitclever Juli 2023

Immer wieder Neues begegnet einem im Pferdeleben

Es ist spannend zu sehen, wie auch Altbekanntes immer wieder Neues birgt. Sei es, weil man sich selbst verändert und Gegebenheiten neu wahrnimmt oder sich lieb Gewonnenes anders zeigt.

So geschehen bei mir im ersten Teil des Julis

Wie die meisten von mir wissen, bin ich eher weniger ein Fan von Technik. Durch die Aktivität von Reitclever habe ich mich erst durch die Webseite mit technischen Anwendungen und auch der intensiven Nutzung des Smartphones angefreundet. Inzwischen tue ich das gerne und freue mich tatsächlich, wenn ich beispielsweise mittels einer App herausfinden kann, wie ich am besten nach Hause komme, wenn der ICE Verspätung hat.

Bei meiner letzten Bochumtour gewann „Immer wieder Neues“ eine neue Dimension

Ich hatte zwei tolle Kurstage mit motivierten Teilnehmerinnen, die viel Spaß gemacht haben. Die Themen der Reiter haben mich zu dem Artikel „Die Sache mit dem koordinierten Sitz: gegenläufige Rumpfaktivität ist gefragt“ motiviert, den du unter dem blauen Link nachlesen kannst. Es ist immer wieder schön zu sehen, wie sich das Erarbeitete auf dem Pferd festigt. Da entstehen am zweiten Tag häufig Fragen und die Reiter möchten auf den Start aufbauend mehr erreichen. Weil etwas nun gut klappt, gehen sie ihr nächstes Thema an und stehen damit vor neuen technischen Fragen.

Da ich mit einem leichten Infekt angereist war, der durch das viele Reden am ersten Tag an Fahrt aufnahm, konnte ich die Reiterinnen dabei nur bedingt begleiten. Meine Stimme war schwach und ich musste mir etwas überlegen, um den Kurstag für alle zufrieden stellend zu gestalten. Ich hatte tolle Unterstützung und verständnisvolle Teilnehmer. Trotzdem wollte ich natürlich verbalisieren, was mir durch den Kopf ging. Also installierte ich eine App auf mein Handy, die meine zuvor eingegebenen Texte in Sprache übersetzte und aussprach. Das bedeutete nur eine Krücke, aber sie ermöglichte mir, den Tag bis zum Ende über die Bühne zu bringen.

Als ich mich zuhause kurierte, habe ich mir Gedanken über die Stimme des Reitlehrers gemacht. Sie muss eine Menge leisten und ist meist ohne großes Bitten präsent. Doch gelangt sie den meisten Menschen erst ins Bewusstsein, wenn sie Schwankungen zeigt.

Auch in Brandenburg muss man sich immer wieder Neues überlegen

Auf Grund der Trockenheit gibt es zunehmend weniger qualitativ hochwertiges Heu. Auch die Weidezeiten im Sommer werden kürzer. Manche Hofbetreiber sperren ihre Wiesen teilweise komplett, um sie zu schonen und empfehlen prophylaktisch, Flohsamenschalen gegen Sandkoliken zu füttern.

Wir hatten zum Glück Regen im Frühjahr und einen guten ersten Schnitt. Wenn ich daran denke, wie wir die Pferde bis vor wenigen Jahren von Mai bis Oktober durchgängig draußen hatten und erst ab September Heu zufüttern mussten, erscheint mir diese Zeit jetzt geradezu paradiesisch. Ich ertappe mich dabei, wie ich Aversionen gegen das trockene, kratzige Land bekomme. Manchmal habe ich gar keine Lust, mich hinten bei den Pferden aufzuhalten, weil es so staubig und windig ist.

Der Boden kann nichts dafür, dass sich das Wetter Menschen gemacht ändert. Aber mein Glaube, auch als einzelner Mensch etwas dagegen tun zu können, wird manchmal schwächer. Sieht man Nachrichten, schaut man auf in Flammen stehendes Land bei Sperenberg, was nicht weit weg von uns ist. Auch brennende Wälder nach Rhodos nunmehr im gesamten Mittelmeerraum und neue Hitzerekorde dort wirken desillusionierend. Wohl dem, der guten Gewissens dorthin in den Urlaub fliegen kann. Der hat vielleicht manche Zusammenhänge noch nicht für sich entdeckt.

Doch sollten wir Reiter etwas tun, wenn uns das weitere Zusammenleben mit unseren Pferden wichtig ist. Die Wetterbedingungen werden nur schwer wieder besser werden.

Interessant finde ich, dass Menschen in unterschiedlichen Richtungen suchen

Vor kurzem stolperte ich über eine Mitteilung, dass eine Pferdetrainerin eine medizinische Zusatzausbildung abgeschlossen hat. Augenscheinlich bietet diese Tätigkeit ein sicheres Standbein in diesen herausfordernden Zeiten.

Eine andere befreundete Reitlehrerin setzt dagegen alles auf eine Karte und hat ihre Festanstellung bei einem Reitverein gekündigt. Sie übernimmt in Kürze eine eigene Anlage und möchte dort neue Wege gehen. Die wünschenswerte Einstellung, dass sich gutes Fachwissen immer positiv ergänzt und zum Vorteil für den Kunden ist, erlaubt, dass dort in Zukunft regelmäßige Fachvorträge stattfinden. Hufschmiede, Osteopathen, Pferdetrainer und Yogalehrer werden den Einstellern Sicherheit und Anregungen geben. Denn die Frage, ob sie sich überhaupt ein Pferd leisten und ihm in den nächsten Jahren gerecht werden können, beschäftigt in dieser Zeit viele verantwortungsbewusste Reiter. Deshalb hat sie die Idee, Interessierte dahingehend zu unterstützen und eine Art Horse- Sharing zu entwickeln. Ein Schulpferd muss sich dann über die Woche gesehen nur mit einigen Reitern auseinander setzen. Der Teilpferdebesitzer kann Sicherheit erlernen und seine Ressourcen schonen. In meinen Augen eine Win-Win Situation für alle Beteiligten. Ich bin super gespannt, wenn dieses Projekt startet! Denn ich liebe es, zu sehen, wie sich immer wieder Neues entwickelt.

In diesem Sinne wünsche ich Euch einen schönen Restsommer!

Wir wollten heute mit dem Fahrrad eigentlich zum nächstgelegenen Badesee fahren und die Seele baumeln lassen.

Ob das das Wetter zulässt oder wir stattdessen Sightseeing in Berlin machen, werden wir spontan entscheiden.

Corinna von Reitclever

#dieStimmedesReitlehrers

#BrandenburgerSommer

#verantwortungsvollePferdehalter

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