Autor: Corinna

Eine Frage des Alters, Neues von Reitclever, Februar 2026

Hurra, er ist fast geschafft der Februar 2026! Gefühlt gipfelte dieser Monat in einem nicht enden wollenden Winter. Dass es kalt war, hat mich nicht gestört. Mehr das Auf und Ab der Temperaturen, was das Ganze in diesem Jahr so gefährlich für Pferd und Mensch werden ließ. Das quälende Wissen, dass es taut und wieder friert und das zum wiederholten Mal war weniger eine Frage des Alters als einer, was passiert, wenn die Pferde rutschen. Meine Pferde werden in diesem Jahr 30, 31 und 26- da kann jeder Sturz der Letzte sein. Deshalb waren sie auch zum ersten Mal, seitdem ich sie habe, 3,5 Tage im Stall, als es Anfang des Monats besonders glatt war.

Irgendwie schaue ich anders auf den Winter, seitdem ich ein eigenes Pferd habe

#glatteis #pferdeliebe

Wenn ich als Kind und Jugendliche lustig fand, auf entstandenen Eisflächen zu rutschen, frage ich nun mich mit einigen weiteren Lebensjahren, wie gut die Tiere mit dem Glatteis umgehen können. Seitdem ich meine Schimmelstute habe, gibt es gefühlt in jedem zweiten Winter erst viel Nässe, Regen und dann Frost , so dass teilweise tückische glatte Felder unter einer Schneedecke entstehen. Die Pferde laufen meist besser als wir Menschen auf den Rutschbahnen. Doch höre ich von überall, dass es in diesem Winter tragische Unfälle gab, die mit Beinbruch und Einschläfern endeten. Wie viele verendete Tiere es in Wald und Feld gibt, kann man kaum ermessen. Die Mitarbeiter der Notaufnahmen hatten auf jeden Fall seit kurz nach Weihnachten mit Sturzfolgen und Knochenbrüchen zu tun.

Auch Inhalte von Gesprächen sind manchmal eine Frage des Alters

Wie der Zufall so will, habe ich mich in dieser Woche zwei Mal mit alten Weggefährtinnen getroffen. Die Eine war in dem Reitverein aktiv, in dem ich vor langer Zeit mit Reittherapie und Reitunterricht begonnen habe.  Sie arbeitet inzwischen mit Pferden, die gesundheitliche Probleme haben. Der Austausch mit ihr ist jedes Mal sehr spannend, weil wir beide „gesund reiten für Reiter und Pferd“ im Fokus haben. Doch gehe ich von Sitz und Einwirkung aus und sie beginnt bei Potential und Auffälligkeiten des Pferdes. Im Großen und Ganzen tauschen wir auf tieferer Ebene unsere Erfahrungen aus. Oberflächliches Plaudern nervt mich zunehmend mehr.

Die beiden anderen Freundinnen kenne ich seit Beginn meines Reiterlebens. Mit einer davon habe ich voltigiert, seitdem wir beide 9 Jahre alt waren. Wir sind zusammen und natürlich auch mit Pferden erwachsen geworden. Wir hatten nicht durchgängig, aber seit einigen Jahren wieder vermehrt Kontakt. Wenn wir an einem Tisch sitzen, ist es so, als hätten wir uns  nie getrennt. Da entstehen Momente, die das Herz wärmen und die Sonne heller scheinen lassen. Neben Pferden kommen auch andere Themen zum Vorschein. Beide Mütter der Freundinnen leiden an fortgeschrittener Demenz. Die eine wird zuhause betreut, die andere zog kürzlich in ein Heim für Demenzkranke. Genau wie meine Tante, die seit Ende letzten Jahren in professionelle Betreuung umziehen musste. Eine Gradwanderung zwischen dem eigenen Leben, der Verantwortung für seine Mutter und dem ewig schlechten Gewissen.

Schlechtes Gewissen ist ein großes Thema von Frauen

Wir haben so oft das Gefühl, dass jemand zu kurz kommt, wenn wir so handeln, wie wir es tun. Davon sollten wir uns vielleicht nicht ganz frei machen, aber doch genauer hinschauen.

Denn es geht um unsere eigenen Bedürfnisse. Ich kann nur für mich sprechen und ich bin jetzt in dem Alter, wo ich mich entscheiden muss, wie und vor allem wie gesund ich alt werden möchte. Wenn ich 80 bin, möchte mich nicht mehr täglich mit Pferdemist beschäftigen. Sicherlich mal Möhren füttern oder eine weiche Nase streicheln, aber sich um das Wohl der Tiere zu kümmern, wird in dem Maß nicht mehr möglich sein. Wobei der Grad der Fitness ganz sicher eine Frage des Alters und auch von Training ist.

Ich möchte geistig und körperlich in der Lage sein, meine verbleibende Zeit zu genießen. Man weiß nie, wie es kommt, aber man kann für seine Zeit im Alter vorsorgen. Zum einen finanziell, zum anderen gesundheitlich. Je mehr ich mich mit dem Nervensystems beschäftige, desto eher kristallisieren sich die Faktoren Regeneration und Ernährung heraus. Stress meiden ist nicht so sehr das Thema, wie ihn wieder aus dem System zu lassen. Sympathikusaktivität ist ein guter Treiber, in die Gänge zu kommen und Dinge effektiv zu erledigen. Sie ist relevant dafür, das Leben zu meistern. Aber sobald ich wie getrieben von meinen eigenen Ansprüchen durch den Tag hetze und alles im Laufschritt erledige, leidet das System. Neben Anspannung brauche ich auch Ruhe, damit sich Körper und Geist erholen können. Für die Pflege aller Strukturen brauchen die Systeme die richtigen Bausteine. Die kommen über die Nahrung in den Körper. ( Wenn Du mehr darüber wissen willst, klick´ auf den Link „Fakten Check Ernährung“).

Ernährung für den Darm, piotr_malczyk, Stock- Fotografie-ID1301830934
Ernährung für den Darm

Ich faste gerade Zucker. Seit Aschermittwoch keine Schokolade, keine Gummibärchen oder Kekse. Was mir bisher viel leichter fiel, als erwartet. In dieser Woche kommen Ballaststoffe dazu: Weniger bis kein Weißmehl, dafür morgens Leinsamen, Hafergries und Chiasamen. Das bringt nicht nur den Darm auf Trab, sondern reduziert über Stoffwechselprozesse eine möglicherweise bestehende Insulinresistenz. Mal sehen, wie ich mich dann zu Ostern fühle 🙂

Der dritte Faktor, gesund alt zu werden, ist Bewegung

Wenn man nicht mehr so ganz jung ist, hat man möglicherweise Baustellen im Körper. Die brauchen manchmal erstmal Ruhe, aber vor allem später Bewegungsanreize, um zu heilen. So bringt nur eine angepasste Belastung wieder Stabilität in die Strukturen.

Unser Körper ist ein Meister der Regeneration, wenn man ihn gewähren lässt. Unsere Pferde zeigen uns genau, wie es geht. Sie toben, spielen und dösen. Das eine Tier mehr, das andere weniger. Doch wenn sie keine einschneidenden Dinge erlebt haben, bewegen sie sich immer irgendwie. Und machen nach dem Fressen immer Pause.

Wir können so viel von ihnen lernen. Sie sind ein großer Motivator, uns mehr und vor allem besser zu bewegen. Wir wollen ihnen als Rucksack eine so angenehme Last wie möglich sein. Wie wir das tun und wie ein für Reiter und Pferd passender Sattel aussieht, erfährst du am 08.03.2026 bei der Fortbildung „Die drei ???- Rücken? Becken? Sattel? – wie passt das zusammen?“ in Stadthagen bei Hannover. Für schnell Entschlossene gibt es noch ein paar freie Plätze. Melde dich unter vorstand@gesundheitssport-mit-pferden.de, wenn Du wissenswerte Anregungen erhalten möchtest.

Solltest Du gesundheitsorientierte Ansätze für deinen Unterricht suchen, ist vielleicht die Ergänzungsqualifikation Fitness und Gesundheit interessant für dich. Sie findet vom 30.04.- 03.05.2026 und 01.10.-04.10.2026 in Viervitz auf Rügen statt. Was wir da so alles machen, kannst Du Dir im Video anschauen.

Bleib´ gesund und werde munter, der Frühling ist schon fast da,

Corinna von Reitclever

#freundinnen #gesundheit #fitness #ernaehrung

#gesundreiten #winter #glatteis #pferdeliebe #altesPferd

Neuro-Logisch!, Neues von Reitclever, Januar 2026

Neuro-Logisch! wirkt auch ein Kältereiz- meine 30 jährige Schimmelstute ist nicht überzeugt...

Der Winter hat uns fest im Griff. Was wir uns meist zum Heiligabend wünschen, kam bei uns Anfang 2026 zur Genüge. Am zweiten Januarwochenende fielen südlich von Berlin ungefähr 20 cm Neuschnee. Meine Pferde wollten morgens lieber wieder zurück in den Stall, anstatt auf ihrem Paddock durch den Pulverschnee zu stapfen (Um das zu sehen, klick´ auf den Link zum Video).

Auch wenn der angekündigte Wintersturm mit Schneeverwehungen ungefähr 140 km von uns entfernt auslief, kann ich ihnen das nicht verdenken. Die volle Karre mit Mist durch den lockeren Pulverschnee zu schieben, war kein Vergnügen. Eher ein bisschen Training, was Neuro-Logisch! gedacht, für eine Verbesserung sämtlicher Körperfunktionen geeignet ist.  Noch viel unangenehmer ist zur Zeit anstelle von tiefem Schnee, die durch zwischenzeitlichen Regen entstandene Glätte an den Stellen, wo die Sonne nicht hinkommt. (Anstelle von Sonne schreibe ich in der 1.Version „Sommer“. Mein Unterbewusstsein scheint den besser zu finden als das aktuelle Wintergeschehen.)

Spannende Tage bei frostigen Temperaturen hatte ich letztes Wochenende beim DOSB Ausbildermodul auf dem Gestüt Moritzburg. Auch dort war es teilweise so glatt, dass man auf den Außenplätzen der Anlage hätte Schlittschuhlaufen können.

Das sehr beeindruckende Gestüt liegt am Fuße des Schloss Moritzburg, auf dem  „3 Haselnüsse für Aschenbrödel“ gedreht wurde. Ich fuhr zurück nach Hause mit einer aktuellen Schnee- und Glatteiswarnung in der WetterApp, die nördlich und westlich von uns aktuell wurde.

Bei Unterbewusstsein sind wir beim Thema „Neuro-Logisch!“

An allen Ecken und Enden läuft mir „Denk Neuro“ über den Weg. Wusstest Du, dass wir im Gehirn keinen Vorratsschrank an Emotionen haben, die passend zur jeweiligen Situationen ausgeschüttet werden? Viel mehr konstruiert unsere Schaltzentrale aus allen Informationen, die ihm durch unsere Sinnesorgane geliefert werden, eine Bewertung der aktuellen Lage. Das Gehirn selbst kann den Winter gar nicht sehen, da es in unserem Schädel sitzt. Es ist auf die Informationen von außen angewiesen. So kommt es dem Schluss, dass Winter ist, wenn die Straßen glatt, die Bäume weiß und die Finger kalt sind. Natürlich tragen noch mehr Informationen zu diesem Ergebnis bei.

Eine Ebbe und Flutplatz wird zur Eisbahn.

Wie wir auf diesen Input reagieren, ist abhängig davon, was wir im Winter schon alles erlebt haben. Sollten wir in Kürze zum Wintersport fahren und uns auf Touren durch ein verschneites Winterwonderland freuen, wird uns die Aussicht in positive Stimmung versetzen. Auch wenn wir fitte Pferde haben, die wir mit einer Art Ski-Jöring fordern können, werden wir Abwechslung im Training und eine besondere Erfahrung erwarten.

Sollten wir allerdings lädiert sein, weil wir auf glattem Boden ausgerutscht sind, wird uns das Wintergeschehen in Alarmbereitschaft versetzen. Zum einen hat unser Gehirn Sorge, dass die verletzte Extremität noch mehr Schaden nehmen könnte. Zum anderen haben wir Angst, erneut zu fallen und uns zu verletzen. Auch meine Laune steigt angesichts der Wetterlage nicht. Nicht nur, weil ich jeden Tag den Stall ausmisten muss, wenn die Pferde nachts in ihren Boxen sind. Sondern ich mache mir auch (immer) Sorgen, um meine fast 31 jährige Schimmelstute. Sollte die auf Glatteis ausrutschen, könnte das eine Vorentscheidung auf ihre Lebenszeit sein.

Wie wir auf eine aktuelle Herausforderung reagieren, hängt also von der Beurteilung des Nervensystems und unseren Vorerfahrungen ab

Genau das ist mein aktuelles Thema. Seit meiner Ausbildung zur NeuroRider® Trainerin habe ich einen anderen Fokus auf das, was wir tagtäglich tun. Gerade beim Reiten kann man viel schneller auf die Bewegungen des Pferdes reagieren, wenn alle Sinnesorgane qualitativ hochwertige Informationen senden. Aus diesem Wissen heraus kann ich relativ schnell und unkompliziert an den wichtigen Stellen ansetzen, um den Sitz auf dem Pferd über die Bewegungssteuerung zu verbessern.

Doch schaue und denke ich seit dem Kurs „Mentale Systeme“ in der Neurofunktionellen Integration noch einmal anders. Sehr viel der aktuellen Leistungsbereitschaft und unserer mentalen Verfassung wird auch wenn den Meldungen aus unserem Innenleben beeinflusst.

Ich habe früher nur ganz peripher daran gedacht, dass die Qualität Ernährung, Schlaf und auch die Intensität unserer Bewegungen unsere Stimmung beeinflussen. Klar, dass wir besser drauf sind, wenn wir statt auf dem Sofa zu liegen und fernzusehen, draußen in Wald und Feld unterwegs sind. Aber wie das alles zusammenhängt und was das Gehirn für Voraussagen trifft, die unsere Gefühle und die Handlungsbereitschaft beeinflussen, ist außerordentlich spannend.

Ich bin dabei, das große Thema zu verstehen, zu verdichten und auch für Reiter anwendbar zu machen

Nur wenn ich etwas umfassend verstanden habe, kann ich es gut vermitteln. Mein Ziel ist es, Reiter und Kursteilnehmer verstehen zu lassen, worum es geht und dieses Verständnis mit  Aha- Erlebnissen zu füllen. Dann bleiben die Teilnehmer dran und forschen weiter Neuro-Logisch!. Deshalb werde ich meine Reitlehrertätigkeit auf den „Neuro-logisch!“ Fokus ausrichten. Wie ich das genau mache, habe ich als grobes Raster im Kopf. Details und buchbare Einheiten werden in dem Maße entstehen, in dem ich mit meiner Vorgehensweise klar bin.

Die „Denk Clever, Denk Neuro“ Idee hat bei mir schon vor einiger Zeit Einzug gehalten. Und zwar sowohl für Reiter, als auch für „normale“ Menschen und solche mit Bewegungsthemen. Einen ersten Eindruck kannst Du Dir auf meiner überarbeiteten Webseite Denkclever (Klick auf den Link) verschaffen.

Bis dahin musst Du nicht warten

Meine Neuro-Ausrichtung spiegelt sich schon seit längerem in meinen Kursen wieder. Die Planung für 2026 steht im Groben:

Gesunder Rücken für Reiter und Pferd
Gesunder Rücken für Reiter und Pferd

Die Fachgruppe Gesundheitssport mit Pferden startet in diesem Jahr wieder voll durch. Am 08.03.2026 sind wir mit dem Kurs „Gesunder Rücken für Reiter und Pferd“ in Stadthagen bei Hannover. Katja Lange von „Dressurreiten erleben“ und ich werden Licht ins Dunkel um die Frage „Die drei Fragezeichen: Rücken? Becken? Sattel? – wie passt das zusammen?bringen. Mehr Informationen und Anmeldedetails erhältst Du unter dem Link.

Mein Kurs „Besser Reiten mit Köpfchen“ in Stadthagen bei Hannover wurde von Februar 2026 auf den 05.12. und 06.12.2026 gelegt. Das ist das Wochenende, an dem die Messe „Passion Pferd“ in Hannover stattfindet. Wahrscheinlich werde ich das Seminar mit einem Messebesuch verbinden. Dann bin ich am Freitag schon fast da und kann Samstag und Sonntag unterrichten. So der Plan im Moment 😊

Kurse geben werde ich ab April 2026 wieder einmal im Monat „außerhalb“

Dafür reserviere ich mir ein Wochenende pro Monat, um meine Vorstellung von „Besser reiten“in Theorie und Praxis zu vermitteln. Die Termine bis Juli sind vergeben. Wer Lust hat, dass ich ab Ende August zu ihm auf die Reitanlage komme, darf sich sehr gerne per Mailbei mir melden.

Im Mai und Oktober sind zwei Termine für die neue Ergänzungsqualifikation Fitness und Gesundheit geplant. Vom 30.04.-03.05.2026 und vom 01.02.2026 – 04.10.2026 werden wir „Gesund Reiten für Reiter und Pferd“ für Einsteiger, Wiedereinsteiger und Profis vermitteln.

Die Fortbildung auf Rügen richtet sich an Trainer und Ausbilder.

Informationen und Anmeldung unter info@reiten-viervitz.de.

Das war es von mir aus dem Januar 2026. Die Weihnachtspause hat mir gut getan. Ich denke und sortiere noch und starte dann im März mit neuen Ideen für Neuro-Logisch!.

Eine schöne Zeit bis dahin mit und ohne Winterwetter,

Corinna von Reitclever

#denkclever,denkneuro #neuro-Logisch! #neurozentriertesTraining

#pferdeliebe #winter #landleben #ichliebemeinenjob

Die Dinge zusammenbringen nicht nur an Weihnachten, Neues von Reitclever Dez 2025

Wie immer am Ende des Jahres häufen sich die Termine. Familie, Weihnachtsfeiern und Pferde verlangen, dass ich die Dinge zusammenbringen möchte, die für uns alle wichtig sind. In diesem Jahr begann unsere Weihnachtszeit sehr stimmungsvoll: am Nikolaustag traute sich ein junges Paar, sich auf unserem Hof das „Ja-Wort“ zu geben. Die Braut aus China und der Bräutigam aus Südamerika schufen eine besondere Atmosphäre, die durch drei zu hörende Sprachen, Kerzen und Weihnachtsschmuck entstand.

Das gelebte Englisch, Spanisch und Deutsch spülte bei mir alte Erinnerungen hoch. Ich konnte mal ein bisschen Spanisch sprechen und habe mich, als meine Schimmelstute auf einer Poloanlage stand, viel mit den dort im Sommer arbeitenden Argentiniern unterhalten. Die werden im Frühjahr eingeflogen, damit sie die hier stehenden Polopferde für die  Saison fit machen. Wenn die Turniere in Europa vorbei sind, fliegen die Grooms wieder zurück und sind dann wieder zuhause im Polosport aktiv. Den Rahmen gibt der Polosport vor- wie sich die einzelnen Spieler und Trainer organisieren ist oft sehr individuell. Wie überall bestimmt auch das zur Verfügung stehende Budget, wie die Beteiligten die Dingen zusammenbringen.


Die Frage „Warum spreche ich eigentlich kein spanisch mehr?“ flackerte auf

Als Kind habe ich mit meinem Eltern im Familienurlaub zum ersten Mal in Spanien auf dem Pferd gesessen. Nach der Zeit damals auf der Poloanlage bin ich mit meinem Pferd in den Süden von Berlin gezogen. Ich wohnte in einer Wohnung bei meiner Familie auf dem Grundstück und die im März 31 werdende Flori zog in eine Box in die Nähe des Flughafens Schönefeld. Eine Woche später zog dort Amazone, unsere im April 30 werdende Haflingerstute ein. Dort baute ich meinen gesundheitsorientierten Reitunterricht, die Reittherapieschiene und bisschen Kleinmädchenfeeling auf. Wenn wir da um die Felder ritten oder im örtlichen Reitverein ein großes Turnier stattfand, war es wie in den Reiterferien. Ich habe die Zeit geliebt.

Heute ist der Flughafen Berlin Brandenburg im großen Rahmen in Betrieb. Das meiste unseres Ausreitgeländes gehört heute zum Flughafen.  Ich habe damals die dritte Stute im Bunde gekauft, meinen Mann kennengelernt, eine Familie gegründet und hier auf dem Hof ein Zuhause für uns alle geschaffen. Als sich abzeichnete, dass die Pferdedamen in Rente gehen, habe ich Reitclever gegründet. Die Kurse können online abgerufen werden oder ich fahre zu Kursen auf andere Anlagen. Als Referentin für die FN bin ich unterwegs, seitdem ich mein Funktionsgymnastikbuch für Reiter geschrieben habe. In den letzten Jahren war einfach kein Raum für Spanisch.


Doch es arbeitet in mir- wie kann ich meine eigenen Dinge zusammenbringen?

Unser seit 2010 auf dem Hof stattfindende Kunstgewerbemarkt wird 2027 volljährig. Auch mein Sohn wird es noch in diesem Jahrzehnt. Reitclever versetzt mich in die Lage, auch außerhalb unserer Hofmauern aktiv zu sein. Das genieße ich sehr. Unser alter Bauernhof ist mein Stützpunkt. Doch freue ich mich auch auf die Zeit, wo die Pferde mich nicht mehr so stark einbinden. Ich kann dann wieder reisen und werde sicherlich auch mein Spanisch reaktivieren.

Die Onlinefortbildung im Herbst hat mir gezeigt, dass ich manches noch einmal neu denken möchte. Reitclever wird mein Herzensprojekt bleiben, weil ich auch Pferde immer noch liebe. Die gerade erfolgende Ausbilderlizenzfortbildung des DOSB ermöglicht mir, in Zukunft auch nochmal andere Wege zu beschreiten. Wo es in letzter Konsequenz hingeht, wird sich zeigen. Aber ich spüre, dass überall und auch in mir gerade viel Bewegung ist.

Ich habe mein Buch „Neurozentriertes Training bei Morbus Parkinson“ überarbeitet und es am 23.12.2205 beim Verlag abgegeben. Zum Jahresende wird es noch einen Buchführungstag geben, aber der wird überschaubar. 

Nun haben wir Zeit, sind als Familie zuhause und werden zum 1. Weihnachtsfeiertag einen Großteil der Familie bei uns haben. Ich werde Freude treffen, mit den Pferden spazieren gehen. Die Damen werden 31, 30 und 26 Jahre. Wir hoffen alle, dass sie uns noch sehr lange begleiten. Trotzdem regt sich in mir die Frage nach dem danach.


Jetzt heißt es Weihnachten genießen- was hast Du an diesen besonderen Tagen vor?

Zum Jahresende kann man so schön Revue passieren lassen: was war gut, was ist verbesserungswürdig und wo will ich eigentlich hin? Mir bringen diese Überlegungen eine ganze Menge.
 

Ich wünsche Dir Ruhe, bereichernde Begegnungen und eine Idee, wo es Dich und Dein Pferd im nächsten Jahr hinführen wird! Der Rahmen bestimmt die Richtung, aber die eigenen Dinge zusammenbringen kann man nur selbst.


Genieße die Zeit und bis zum nächsten Jahr,


Corinna von Reitclever


 

Manchmal ist es magisch, Neues von Reitclever, November 2025

„Manchmal ist es magisch“ sagte ein ehemaliger Ausbilder von mir von Zeit zu Zeit. Damit meinte er Situationen, in denen Prozesse in Gang kamen, die man vorher nicht erwarten konnte. Das passierte vor allem dann, wenn „fremde“ Menschen in den Kurs kamen und behandelt wurden.

Ich hatte zwei Mal den Fall, dass die zu coachende Person gerade genau zu dem Vorgehen passte, was ich für die Prüfung vorbereitet hatte. Oder das Coaching nahm auf einmal eine Wendung, die für meine eigene Entwicklung an diesem Punkt förderlich war.

So ist es gerade wieder

Letzte Woche habe ich eine Onlinefortbildung beendet, die mein neues Projekt  DenkClever voranbringen sollte. Nach einer eleganten Kehrtvolte landete ich am Ende wieder bei ReitClever.

Wie ihr wisst, bündele ich seit 2019 Informationen und Kurse rund um gesundes Reiten für Reiter und Pferd. Es geht um körperliche Fitness, Beweglichkeit und Gleichgewicht auf allen Ebenen. Mentale Stärke und der Umgang mit Ängsten spielt genauso eine Rolle wie körperliche Baustellen, die ein ausbalanciertes Agieren behindern. Seitdem ich Neuro-Rider®- Trainerin bin, denke und schaue ich noch einmal anders auf den Sitz des Reiters. Mit wenig Aufwand kann man viel erreichen, wenn man an den richtigen Stellen ansetzt. So habe ich vor, mein Vorgehen auch in Richtung Neurofunktionelle Integration auszubauen.

Die aktuell wieder verstärkt aufflammende Diskussion, was ein pferdegerechter Umgang ist und wie weit man gehen kann und darf und ab wann Pferdesport nicht mehr tragbar ist, lassen mich zum wiederholten Male nachdenken, ob und wie ich den Weg als Trainerin weiter gehen möchte.

Wir Reitausbilder müssen den Rahmen setzen und zeigen, was tiergerechter Umgang bedeutet

Das beginnt bei Fütterung und Haltung, geht über eine passende Ausrüstung für beide Partner bis hin zu einem Training, was für Pferd und Reiter gesund ist. Doch ist das alles nicht neu – schon als Jugendliche dachte ich oft, dass ich eigentlich nicht wissen möchte, was hinter der einen oder anderen verschlossenen Reithallentür vor sich geht.

Die Diskussion kocht immer wieder hoch und erweckt den Eindruck, dass all das, was auf abscheulichen Videos zu sehen ist, der heutigen Zeit geschuldet ist. Das glaube ich ehrlich gesagt nicht. Die Technik, dass jeder ein einsatzbereites Smartphone in der Tasche hat und Dinge dokumentieren kann, die sich früher nur unauslöschlich in das eigene  Gedächtnis eingegraben haben, ist neu. Auch die Möglichkeit, Videos und Fotos über soziale Medien effektiv zu verbreiten, gab es früher nicht.

Doch wurde es schon immer brutal für ein Tier, wenn es andere Ideen hatte als der Mensch

Vor allem dann, wenn er es für seine eigenen Zwecke einsetzen möchte. Das beginnt bei Tierdressuren im Zirkus, Hund und Katze im Haushalt, die ihren Besitzer ärgern oder nerven und endet nicht zuletzt bei der Massentierhaltung für unseren Appetit auf Fleisch und Milchprodukte. Auch die Zustände in vielen Legehennenbetrieben sind alles andere als schön.

Ich zweifle immer wieder an, dass alle Reiter wirklich zu 100 % tierlieb sind. Denn wo sie Ihr eigenes Pferd in Watte packen und ihm so viel artgerechte Haltung ermöglichen, wie es zeitlich und finanziell machbar ist, sieht es beim Thema Milch oft anders aus. Da wird der billigste Tetrapack gekauft, der alles andere als gut für die Umwelt ist. Auch die Haltung der Schweine und Kühe für die Fleisch- und Milchproduktion ist nebensächlich. Wie viele Kälber dürfen bei Ihrer Mutter bleiben oder müssen mit Milchersatz in Zelten groß werden, damit die Frau  Mama weiterhin gut Milch gibt?

Solche Beispiele lassen sich unendlich fortsetzen. Und ja, viele Reiter sind Veganer oder Vegetarier. Damit haben sie sich eindeutig positioniert. Ich esse auch noch Fleisch und Eier. Immer wieder versuche ich davon wegzukommen, aber es gelingt mir nicht dauerhaft. Weil der Mensch physiologisch betrachtet eben doch ein Mischkostesser ist.

Meine Ausrichtung geht seit einiger Zeit weg vom normalen Reitunterricht

Manchmal ist es magisch. Vor allem dann, wenn völlig unerwartet Dinge passieren, die einen weiterbringen.

Viel mehr als Grundlagen zu vermitteln, interessiert mich „besser Reiten mit Herz und Verstand“ unter die Interessierten zu bringen. Bezieht man das Nervensystem mit ein, erreicht man eine feine Zusammenarbeit mit dem Partner Pferd auf einem eleganten Weg.

Da ich Pferde nach wie vor liebe und finde, dass man sie mit liebevollem Respekt behandeln muss, denke ich darüber nach, wie ich das in Zukunft an den Reiter bringe. Es geht mir um ein effektives Training mit Elementen aus dem neurozentrierten Training, was das Pferd entlastet.

Die Überlegung, das aktuell wieder viel diskutierte Thema „Pferdeliebe“ zu einem Neuro-orientierten Vorgehen zu platzieren, hat mich gedanklich auf neue Wege gebracht. Erst vor knapp zwei Wochen habe ich den Loop gefunden, Reitclever in zwei Pfade zu unterteilen. Zum einen wird es um Tools für Reiter gehen, die Ihr Pferd effektiv entlasten möchten. Zum Zweiten möchte ich das Auge von Trainern schulen und Ihnen Techniken an die Hand geben, mit denen sie schnell an der richtigen Stelle eine Verbesserung erreichen können.

Da kommt „Manchmal ist es magisch“ ins Spiel

Einen Tag nach unserem letzten Gruppencall in der Onlinefortbildung begann ein Ausbilderkurs für mich, in den ich kurzfristig reingerutscht bin. Erst war ich ein bisschen genervt, weil ich das Gefühl hatte, Flair und Ergebnisse der gerade abgeschlossenen Intensivgruppe sacken lassen zu wollen.

Unsere dritte Aufgabe in dem Ausbildermodul ist, in den folgenden drei Monaten eine Art Roadmap für ein geplantes Projekt zu entwerfen. Das kann eins sein, was wir schon mal unterrichtet haben oder etwas, was wir in Zukunft durchführen wollen.

Also werde ich mein geplantes „Train the Trainer Projekt“ unter die Lupe nehmen. 25 andere Reit-Ausbilder sitzen in diesem Kurs, die ich im Januar live in Moritzburg treffen werde. In diesem Zeitraum kann ich testen, ob meine Ideen überhaupt gefragt sind.

Und was sagt der Leiter meines Denkclever-Workshops dazu, als ich ihm diesen Zufall in einer Abschlussnote geschrieben habe? „Es zeigt einmal wieder: Vorbereitet sein trifft auf Impuls – führt zu neuen Dingen. Und ein Train the Trainer Projekt ist genau die Kirsche auf Deiner Neuro-Torte.“ Der Ausdruck Neuro-Torte gefällt mir gut.

Also habe ich zur Zeit eine ganze Menge im Kopf und das Gefühl, gar nicht so schnell hinterher zu kommen

Das kenne ich von mir schon. Aber ich lerne, erst den Weg gedanklich und organisatorisch frei zu machen, ehe ich losgaloppiere. Für Reitclever wird es eine Neuausrichtung geben. Ich werde Webseite und Kursmodule umgestalten, dass eine Schiene für Reiter und eine andere für Trainer ersichtlich wird. Online-Module, geführte Workbooks und Präsenzelemente sind angedacht, aber noch nicht spruchreif. Insofern kommt dieses Ausbilderzertifikat für mich zum denkbar besten Zeitpunkt. Ich kann meine Gedanken sortieren und in eine konkrete Richtung lenken.

Da ich immer wieder gefragt werde, wie man als Einzelperson bei mir reiten kann oder ob ich für den Unterricht auch auf andere Anlagen komme, denke ich über Videoanalysen nach. Das eigene Smartphone, was entsetzliche Dinge im Pferdetraining aufzeichnet, kann man auch nutzen, sich selbst zu filmen. Ob es dabei um ein körperliches Problem geht, was ich dann im Sinne eines Rider- Checks analysieren kann oder um ein Thema mit und auf dem Pferd, ist egal. Ich plane ein Vorgehen, in dem man mir ein Video schicken kann und auf das ich eine Lösung anbiete. Das könnte ein gezielter Trainingsvorschlag oder eine neurozentriertes Tool sein, was beispielsweise Koordination oder Gleichgewicht verbessert.

Wie findest Du das?

Wäre das für dich ein denkbares Vorgehen? Oder wo würdest Du Unterstützung brauchen, um ein angenehmerer Rucksack für Dein Pferd zu sein? Wenn Du magst, kannst Du mir sehr gerne auf diesen Newsletter antworten und eine Anregung senden. Das würde mich freuen.

Denn aktuell stelle ich noch einige Projekte fertig und gehe dann in die Weihnachtspause. Ehrlich gesagt bin ich schon ganz heiß, mit der Umgestaltung von Reitclever zu beginnen. Dabei wären Deine Ideen hilfreich, um an Euren Bedürfnissen zu bleiben.

Welches Projekt planst Du für dich oder dein Pferd im nächsten Jahr? Mache auch Deine Vorweihnachtszeit besonders, indem Du nicht nur ein paar bunte Kugeln aufhängst. Vielleicht kannst dann auch Du sagen: „Manchmal ist es magisch“.

Corinna von Reitclever

#manchmalistesmagisch

#Neurotorte

#Pferdeliebe

#besserreiten

#Fortbildung

#Weihnachten

Eine Frage des Blickwinkels, Neues von Reitclever Oktober 2025

Ausbildung von Reiter und Pferd ansetze ist nicht nur eine Frage des Blockwinkels, sondern der Fairness

Wie Einige von Euch wissen bin ich dabei, mein Konzept  für Reiter auch auf „normale“ Menschen auszuweiten. Unter dem Label „Denkclever- Neurotraining und Funktionsanalysen“ bin ich dabei, eine ähnliche Plattform zu schaffen wie Reitclever schon ist. Da Reiter anders ticken als Menschen mit Schmerzen oder Bewegungsproblemen, muss ich dabei anders vorgehen. Das Thema Gesundheit oder Krankheit, Flexibilität und die Bereitschaft, schnell zu schalten ist wahrscheinlich auch eine Frage des Blickwinkels. Reiter sind oft leidensfähig und auch motiviert, wenn es darum geht, sich FÜR das Pferd zu verändern.

Aus diesem Grund mache ich gerade eine zweimonatige Onlinefortbildung, die sich mit Konzeption, Positionierung und Marketing beschäftigt. Unsere erste Aufgabe bestand darin, einen kreativen Raum zu schaffen oder einen bestehenden Platz auf die neue Aufgabe vorzubereiten.

Unglaublich, was so ein Auftrag für Energie freisetzt

Meinen Schreibtisch und das angrenzende Fachbuchregal aufräumen, wollte ich schon länger. Aber was dann in Gang kam, könnte ich auch als Runderneuerung bezeichnen. Stundenlang räumte ich aus, sortierte und entschied, was „alt“ ist und was zu meiner Neuausrichtung passt. Vieles, was teilweise schon Jahre unangesehen in der Schublade lag, schmiss ich weg oder brachte es auf den Dachboden.

Das Ergebnis: ich habe tatsächlich einen anderen Fokus als vorher. Ich habe nebenbei auch den Kopf sortiert und mich gefragt, wo ich in Zukunft hinmöchte. Wenn Du gerade irgendwie unzufrieden bist und nicht so richtig weißt, wo es hingehen soll, kann ich Dir so eine Aktion nur empfehlen. Man muss sich aufraffen, aber zur Belohnung gibt es mehr Klarheit.

Dabei habe ich alte Unterlagen gefunden

Vieles, worüber wir heute reden, ist gar nicht neu. Bestimmte Diskussionen sind nur eine Frage des Blickwinkels. Schon in der immer wieder zitierten Heeresdienstvorschrift von 1912 geht es neben der Ausbildung des Pferdes vor allem um die des Reiters. Er musste damals viel mehr als heute fit sein, bevor er aufs Pferd durfte. Das heutige Voltigieren hat seinen Ursprung in der Ausbildung von Rekruten, die erst auf dem Pferd turnten, ehe sie reiten durften.

Das Thema Beweglichkeit es Reiters taucht auch in älteren Versionen der Richtlinien für Reiten und Fahren der deutschen Reiterlichen Vereinigung auf. So steht in einer Ausgabe „Grundausbildung des Reiters“ von 1997: „Nur aus dem ausbalancierten und losgelassenen Sitz heraus können richtige Hilfen gegeben werden. Nur richtig und bewusst eingesetzte Hilfen führen zum Erreichen des reiterlichen Gefühls und damit zu einer verlässlichen Einwirkung. Auch der fortgeschrittene Reiter darf nie aufhören, an den Sitzgrundlagen zu arbeiten.“

Fitness fuer Reiter und Pferd

In das gleiche Horn stoßen meine Mitschriften von alten Fortbildungen. So zum Beispiel die von der Bildungskonferenz 2018 der FN in Neustadt/ Dosse. In der bunt aufgemachten Broschüre für den Jubiläumskongress Gesundheit für Reiter und Pferd 2008 fand ich einen Artikel, in dem Matthias Bojer von der Sporthochschule Köln fragt: „Wie wichtig ist eigentlich die Fitness des Reiters?

Er definiert Fitness als Ausdauerleistungsfähigkeit, Kraft, Schnelligkeit, Flexibilität und Koordinationsfähigkeit. Bei Reitern sollten in meinen Augen Koordination und Flexibilität, Schnelligkeit und Ausdauer vor den Fertigkeiten für die Muskelkraft stehen.

Eigentlich steht das Wort Fitness für den sportwissenschaftlichen Begriff der Kondition

Matthias Bojer sagt, dass nur ein trainierter Reiter ein gutes Reitgefühl erfahren wird. Weiterhin betont er die Notwendigkeit eines reitspezifischen Ausgleichstrainings. „Jeder Reiter benötigt je nach Disziplin eine bestimmte muskuläre Fitness und Ausdauerfähigkeit.“

Dafür zu sorgen ist eine unserer Hauptaufgaben als Ausbilder im Gesundheitssport mit Pferden. In der Anfang Oktober 2025 auf Rügen stattgefundenen Ergänzungsqualifikation Fitness und Gesundheit ging es genau darum(Um ein Video von dem Kurs zu sehen, klick auf den blauen Link). Wir hatten immer wieder schöne Diskussionen, die im Kern die Aussage „Gesundheit ist Balance in allen Ebenen“ und „Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper“ trafen. Kurz gesagt gibt es nur drei Ansatzpunkte, um Reiten für Pferd und Reiter gesund zu gestalten: wir trainieren das Pferd, brauchen einen für beide Partner passenden Sattel und wir müssen uns auf dem Pferd so bewegen, dass Reiter und Pferd gesund bleiben. Für Susanne von Dietze („Balance in der Bewegung“) sind beim Lernen Sitz und Einwirkung nur theoretisch voneinander getrennt. Wenn dem Reiter die notwendige Kontrolle über seinen Sitz fehlt, muss er das über Krafteinwirkung kompensieren. Besser gesagt: fehlt es dem Reiter an Stabilität und Koordination muss er das durch unökonomische Bewegungen kompensieren. Oder er reitet das Pferd mit viel Kraftanstrengung.

Zum Glück findet aktuell ein Umdenken statt. Ob wir nur am Pferd ansetzen oder zuerst den Reiter fit fürs Reiten machen ist nicht nur ein Frage des Blickwinkels, sondern auch der Fairness dem Pferd gegenüber.

Auf dem Pferd erkennt man Zusammenhänge gut

Als ich am 16.10.2025 zur PM Veranstaltung in Bremen auf dem Schimmelhof (Für einen Einblick für die Veranstaltung klick auf den Link und schaue ein kurzes Video) war, hatte ich in der Demo ganz verschiedene Pferd- Reiter Paare zu analysieren. Von einer jungen Dressurreiterin auf ihrem Pony mit knapp 1,40m, über eine erfahrene Reiterin mit ihrem Jungpferd bis hin zu zwei großen Voltigierpferden mit einem Stockmaß von mindestens 1,80 m und ihren Reitbeteiligungen. Zum Ausgleich des geforderten Linksgalopps auf dem Zirkel sorgen diese Reiter im Schimmelhof bei jedem Voltipferd für Abwechslung im Training.

Die eine Reiterin hatte Schwierigkeiten, ihren eigenen Schwerpunkt über den des sehr großen Pferdes zu sortieren. Es war herausfordernd für sie, ökonomisch zu treiben. Ihr Wunsch hieß, am unruhigen Bein anzusetzen und das Pferd so konstanter vorwärts treiben zu können. Als wir ihre Balance verbesserten, wurde der Oberkörper länger und ihre Oberschenkel konnten besser aus der Hüfte heraus hängen. So bekam sie ihr Pferd mit ruhigerem Unterschenkel deutlich besser vorwärts. Sie brauchte erheblich weniger Druck, sobald sie sich selbst besser ausbalancieren konnte.

„Der Reiter, der in der Bewegung des Pferde mitschwingt, verlagert sein Gewicht gemeinsam mit dem Pferd und bewegt sich harmonisch und rückenfreundlich.“ (Susanne Dietze)

Ganz anders gelagert war die Frage des Blickwinkels bei den beiden mitreitenden Männern

Sie verbesserten die Geschlechterquote sofort, die im Breitensportbereich häufig zu Gunsten der Frauen ausschlägt. Von den fünf Reitern an diesem Abend ritten zwei Männer (21 und 44). Ich muss zugeben, dass ich dachte, als ich die Aufstellung der Reiter- Pferdpaare las, dass ich zwei sportorientierte Männer mit Springbügeln vorfinden würde. Dieser vorschnelle Gedanke war eine völlige Fehleinschätzung meinerseits.

Diese beiden waren keine Kurze-Bügel-Reiter und ritten überdurchschnittlich feinfühlig. Sie saßen mit langem Bein in einem Dressursattel- ich war beeindruckt. Beide waren tendenziell überbeweglich und nicht verkürzt in der Muskulatur… also alles andere als typisch. Ihre Lösung lag im Verstärken der Gleichgewichtssteuerung und im Spannungsaufbau im Oberkörper. Danach konnten sie ruhiger sitzen und auch ihre Hände besser einstellen. Die Übungen dafür waren für die bestens mitdenkenden Zuschauer eine Erweiterung des gezeigten Spektrums. Die Auswahl ging somit weit über Möglichkeiten zur Lockerung und Tipps für die Verbesserung der Koordination hinaus, so dass alle Beteiligten viel mitnehmen konnten. Auf Grund der Vielfalt der Teilnehmer war der Abend auch für mich spannend.

Nun geht es für mich wieder in die Konzeptarbeit

Was kann ich aus meinem Reitcleverprojekt mitnehmen und was muss ich in Hinblick auf Denkclever neu denken? Interessante Impulse bekam ich auf der Frankfurter Buchmesse.

Das ist ein Spektakel auf dem schönen, dicht an der Innenstadt gelegenen Messegelände mit Liveschaltungen ins Fernsehen. Diese Messe hat eine komplett andere Dimension als eine Reitsportmesse beispielsweise in Leipzig und bietet einen hohen Unterhaltungswert.

Anfang November gebe ich noch einen „normalen“ Reitkurs in Velten und dann wird es ruhiger bis Weihnachten. Zeit, das Gelernte umzusetzen 😊

Hab bis dahin eine gute Zeit,

Corinna von ReitClever

#pmseminar #fitnessfuerreiter #gesundreiten #gesunderrueckenfuerreiterundpferd #reitcleverontour #eqfitnessundgesundheit #gesundheitssportmitpferden

Bunt wie der Herbst, Neues von Reitclever September 2025 

So ein Fahrturnier kann bunt wie der Herbst sein

Der September begann bei mir bunt wie der Herbst. Ich folgte der Einladung eines Reitvereins im Süden von Brandenburg, um mir sein alljährliches Fahrturnier anzuschauen. Mein Hufschmied ist dort erfolgreicher Lokalmatador und ich wollte mir schon lange ansehen, wie er seine Ponys vierspännig durchs Gelände manövriert.

Das war wirklich spannend. Ich muss zugeben, dass ich wenig Ahnung von dem Ganzen habe. Nach dem Turnier habe ich erstmal meinen Hufschmied ausgefragt. Vom optischen Eindruck her gibt es unterschiedliche Fahrgespanne. Von weitem sehen sie bunt wie der Herbst aus, aber wenn man näher hinschaut, kann man deutliche Unterschiede erkennen.

Viele Pferde haben eine gut ausgeprägte Hals- und Hinterhandmuskulatur. Gerade die hinteren Zugtiere müssen ordentlich ackern, um den Vierspänner aus den Hindernissen heraus zu manövrieren und stabil zu halten. Die vorderen Beiden sind wendig und suchen den besten Kurs auf dem Geläuf. Andere Fahrpferde sind mir dahingehend aufgefallen, dass sie eine ordentliche Hinterhand, aber kaum Halsmuskeln hatten.

Man kann die Tiere also auch vor der Kutsche in Richtung Selbsthaltung trainieren oder sie von der Halsung her so laufen lassen, wie sie gerade möchten.

Auf jeden Fall war es für mich ein beeindruckender Tag

Wie aufmerksam und voller Energie diese Tiere das nächste Hindernis anziehen, war schön anzusehen: gespitzte Ohren, große Augen und Tempo in Richtung Startlinie. Jedes Hindernis besitzt eine Lichtschranke für Start- und Ziel, um die benötigte Zeit zu messen. Mein Hufschmied sagt, in so einer Anfahrt sind seine Ponys kaum zu bremsen: Sie bauen dann so einen Druck auf die Leinen auf, weil sie los wollen, dass er alle Hände voll zu tun hat.

Die Stimmung war super und es war toll zu sehen, wie die Zuschauer von Aufgabe zu Aufgabe mitgewandert sind, um ihre Helden zu unterstützen. Da wird gerufen, geklatscht und gesungen- allerdings nicht so laut wie in einer Voltigierhalle bei einem wichtigen Championat. Doch war es eine bemerkenswerte Erfahrung mit vielen Eindrücken- bunt wie der Herbst.

Genauso schön wird es hoffentlich nächste Woche auf Rügen

Über den dritten Oktober hinweg läuft deutschlandweit die erste Ergänzungsqualifikation „Fitness und Gesundheit“ nach der Reform dieses Ausbildungsgangs. Für Martina Hermann und mich wird es eine interessante Aufgabe als Kursleitung. Die Reitschule Viervitz auf Rügen ist breit aufgestellt und Gesundheit und Fitness sind dort schon seit langen Jahren ein Fokus. Es geht immer um ein faires Miteinander- ob gegenüber den Pferden und auch unterhalb der Schüler. Dort ist es völlig egal, ob Reiter mit Handicap zur Therapie kommen oder mit den Pferden einen guten Tag erleben möchten. 

Ort und Zeitpunkt sind ideal, um Zeichen für gutes und einfühlsames Reiten zu setzen. Der Blick liegt auf Gesundheitssport mit Pferd– was bedeutet, dass es für das Pferd auch gesund sein sollte. Dabei werden alle Aspekte berücksichtigt, die der Umgang mit unserem tierischen Partner bietet.

Ich werde nicht müde, zu betonen, dass gutes Reiten angewandter Tierschutz ist. Je balancierter sich der Reiter auf dem Pferderücken bewegt und je weicher er sich den Bewegungen des Tieres anpassen kann, desto angenehmer ist er zu tragen. Nur dann erledigt auch das Pferd seinen Job mit Spaß. Also ist der Schwerpunkt auf einen lockeren Sitz gut für alle Beteiligten. So freuen wir uns sehr auf den Kurs und werden sehen, wie gut wir unsere Vorstellung von gutem Reiten weitergeben können.

Genau um diesen Fokus geht es für mich auch Anfang November in Velten

Am 01. und 02.11.2025 bin ich wieder im Hengstresort Velten. Zum 4. Mal bin ich dort als Trainerin eingeladen und die Reiter sind jedes Mal sehr motiviert. Es geht am Samstag um die Lockerheit im Körper des Reiters: „Einmal durchmobilisieren und rauf aufs Pferd“ drückte es eine Trainerkollegin aus, die bis jetzt für alle meine Kurse dort aus Storkow angereist ist. Sie verlädt Ihr Pferd und fährt über den Ring mal eben knapp 100 Kilometer, um an diesem Kurs teilnehmen zu können. Die Mischung aus Theorie, praktischen Übungen für den eigenen Sitz ohne Pferd, die dann auf dem Pferderücken zu einem deutlich besseren Ergebnis führen, scheinen ein gutes Konzept zu sein. Am Sonntag kümmern wir uns nach demselben Schema um die motorischen Fähigkeiten Koordination und Gleichgewicht, die man über die Steuerung von Augen und Halswirbelsäule gut beeinflussen kann.

Wenn Du neugierig geworden bist, kannst Du Dir Eindrücke von so einem Kurs in diesem Video anschauen (Klick auf den Link). Urlaubs- und krankheitsbedingt gibt es noch freie Plätze. Dein Pferd könntest Du für das Wochenende auf einem Gastpaddock unterbringen, so dass ihr beide etwas davon habt. Für mehr Informationen schreib an Corinna.Jungblut@reitclever.de.

Vorher referiere ich in Bremen zu meinem Lieblingsthema

PM Seminar in Bermen Schimmelhof

Am 16.10.2025 bin ich für die Persönlichen Mitglieder der FN auf dem Schimmelhof bei Bremen. Es geht in Theorie und Praxis um das Thema Mittelpositur und auch dort freue ich mich besonders auf die Pferd und Reiter- Paare. Mit für mich fremden Reitern ist es besonders spannend, die wichtigsten Sitzauffälligkeiten herauszufinden und dort anzusetzen.

Wenn man die Reaktionsweise des Nervensystems mit einbezieht, zeigt sich schnell eine Veränderung, von der Pferd und Reiter profitieren. Der Reiter sitzt nach einer neuroathletischen Intervention lockerer, so dass sich das Pferd entspannen und im Rücken besser mitschwingen kann.

Zeitlich wird das eine Herausforderung, aber ich liebe Abwechslung

Am 17.10.2025 bin ich nachmittags zu einer Veranstaltung auf die Frankfurter Buchmesse eingeladen. Ich muss dann vor allem im Kopf schnell umschalten, denn am Samstag, den 18.10.2025 signiere ich dort in Halle 3.0, Stand C 97 mein Buch „Neurozentriertes Training bei Rückenbeschwerden“. Das ist im Februar dieses Jahres im TRIAS Verlag erschienen. Im Amazon Ranking liege ich momentan Zeit auf Platz 86 beim Thema „Rückenbeschwerden“ -bekommen wir das auch noch unter die Top 10?

Genug Zeit zur Vorbereitung habe ich dann im ICE, der mich hoffentlich störungsfrei von Bremen nach Frankfurt/ Main bringen wird.

Wenn Du Lust hast, mich zu treffen oder vielseitige Eindrücke zu sammeln, kannst Du am 16.10. 25 nach Bremen oder am 18.10.25 nach Frankfurt kommen. Ich freue mich über jedes bekannte Gesicht und auf viele Erlebnisse, die so möglicherweise bunt wie der Herbst sind.

Bis dahin, bleibt gesund!

Corinna von Reitclever

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#fahrsport #reitvereinsonnewalde

Fitness und Gesundheit im Reitsport

Fitness und Gesundheit im Reitsport

Gestern bei einer Geburtstagsfeier: „Cool, Du machst Karate- welchen Gurt hast Du? Den Braunen? Dann musst Du ja viel Sport machen… Trinkst Du Alkohol? Rauchst Du oder nimmst Du sonst irgendetwas…?“ Das Gespräch drehte sich im weitesten Sinne um Fitness und Gesundheit.

Die detaillierten Fragen kamen von einer mehr als molligen Mittzwanzigerin, die kurz vorher kundtat, ab November wieder häufiger ins Gym gehen zu wollen… Ihr jetziger Vertrag sei ausgelaufen, sie sei sowieso schon länger nicht mehr hingegangen. Was auch immer sie dazu bewog, ihrem männlichen Gegenüber von Anfang Zwanzig diese Fragen zu stellen. Sie hat die wesentlichen Kernaussagen verstanden: Wenn ich (im Sport) etwas erreichen möchte, muss ich motiviert sein. Nur wenn ich etwas übe oder das auch über einen längeren Zeitraum regelmäßig mache, habe ich Erfolg.

Mir fehlte noch die Frage nach der Ernährung im Katalog, aber das Erkundigen nach Alkohol, Zigaretten oder sonstigen Mittelchen lässt die Vermutung zu, dass die Dame weiß, dass sportliche Leistungsfähigkeit auch an der Zufuhr hängt. Zumindest wirken Noxen oder die Aufnahme von giftigen Stoffen weniger Leistung steigernd.

Das Wissen über Fitness und Gesundheit scheint bei den meisten vorhanden zu sein

Das lernt man ja auch irgendwie in der Schule. Facebook, Insta und die Medienwelt sind voll von Videos und Anzeigen selbst ernannter Fitnessgurus und Ernährungsberater. Wir Reiter wissen, dass unser Sportpartner uns zu Bewegung und gesunder Ernährung motiviert. Jedes Kilo, was ich weniger wiege, muss mein Pferd weniger tragen.

Wir können unsere Lieblingsbeschäftigung so gestalten, dass sie gut für uns und die eigene Fitness und Gesundheit ist. Sobald wir auf dem Pferd Sitzfehler korrigieren und die Mittelpositur elastisch halten, wird unser Sport gesund. Reiten aktiviert die körpereigene Stützmuskulatur, alle Gelenke werden leicht bewegt, was Knorpel und Gelenkgewebe gut tut. Gestaltet ein Reiter seine Vorbereitung so, dass er die wesentlichen Systeme für Koordination und Gleichgewicht anschaltet und wichtige Körperteile lockert, macht er alles richtig.

Wir sollten noch berücksichtigen, dass Reiten ein Ausdauersport ist

Die zur Zeit am meisten empfohlene Ernährung scheint die nach ketogenen oder low Carb Gesichtspunkten zu sein. Damit kann man punkten, wenn man abnehmen oder bestimmte Krankheitsprozesse im Körper zum Stillstand bringen möchte.

Doch ist in meinen Augen eine ausgewogene Mischkost sinnvoll. Anhand der Darmlänge kann man den Menschen zu den Allesfressern zählen. Und er sollte sich auch so vielfältig wie möglich ernähren, um dem Körper so verschiedene Bausteine wie möglich zur Verfügung zu stellen. Mehr darüber kannst Du in einem älteren Artikel von mir „Ernährung für Reiter“ nachlesen.

Gerade Aminosäuren, also Eiweißbausteine, sind wichtig, um den eigenen Stoffwechsel zu unterstützen, Muskeln und Nerven aufzubauen und Botenstoffe zu bilden. Anders als man oft denkt, kann man diese Eiweißbausteine auch über Hülsenfrüchte, Spinat und Nüsse oder Kürbiskerne zu sich nehmen. Man muss nicht täglich Eier oder Fleisch essen. Für einen guten Stoffwechsel ist noch eine Versorgung mit Omega 3 Fettsäuren, das gute alte Vitamin F, entscheidend. Omega 6 Säuren nimmt man beinahe automatisch zu sich. Wenn man kein Fisch oder Fischöl essen möchte, was ich sehr gut verstehen kann, stellt Algenöl die Versorgung mit essentiellen Fettsäuren sicher. Das bekommt man in unterschiedlichen Qualitäten auch beim gut sortierten Drogeriemarkt deines Vertrauens. Weiterhin ist es sind ungesättigte Fettsäuren auch in Leinsamen oder Walnüssen enthalten.

So oder so ähnlich war bestimmt das Gedankenkonstrukt im Kopf der fülligen Fragestellerin am Tisch gestern 😉

Wenn Du mehr für Deine Fitness und Gesundheit tun möchtest

Vom 02.10.- 04.10.2025 unterrichte ich auf Rügen eine Ergänzungsqualifikation „Fitness und Gesundheit“ für Trainer. Für Kurzentschlossenen gibt es noch freie Plätze: Information und Anmeldung unter dem Link und unter info@reiten-in-viervitz.de.

Am 01. und 02.11.2025 bin ich zum Kurs „Mobilität im Körper des Reiters“ im Hengstresort Velten. Am Sonntag kümmern wir uns um Koordination und Gleichgewicht mit einem angepassten Augentraining. Auch dort gibt es noch freie Plätze. Wenn Du mitmachen möchtest, schreib eine Mail an Corinna.Jungblut@reitclever.de.

Einen bewegten Start in den Herbst wünscht,

Corinna von Reitclever

#fitnessundgesundheit #mehrwissenfurreiter #ernaehrungfuerreiter #reitenmachtgluecklich #besserreiten #trainthetrainer #reitcleverontour

Eine Frage der Koordination, Neues von Reitclever August 2025

Eine Frage der Koordination, Neues von Reitclever, August 2025

Der August ist für mich ein erstaunlicher Monat: meist sind um ihn herum Sommerferien. Dann wechseln sich Badetage und Arbeitsphasen bei mir ab. Ich bin weniger in der Praxis, dafür aber mit Mann und Sohn viel bei uns auf dem Hof. An jedem dritten Samstag im August findet unser alljährlicher Kunstgewerbemarkt statt. Wie immer bin ich fasziniert, wie schnell aus einem leeren Hof ein buntes Marktgeschehen entsteht. Noch viel schneller geht der Abbau vonstatten- kurz nach dem Trubel erscheint die Hoffläche auf einmal leer und verwaist.

Morgens bauen wir die Verkaufsstände für Brote, Kuchen, Grillwürste und Getränke auf. Das muss bis mittags geschehen sein, denn dann kommen die Aussteller auf den Hof gefahren. Sie haben ihre Waren, Tische, Stühle und Zelte im Gepäck, aus denen sie mitunter wunderbare Stände zaubern. Manche Kunstgewerbler sind dabei sehr versiert und gehen strategisch und effektiv vor. Andere haben noch nicht so viel Erfahrung oder sind schon älter und brauchen nicht nur mehr Zeit, sondern auch mehr Platz, um beispielsweise ihr Auto auf dem Hof zu wenden. Dass es dabei keine Blechschäden gibt, wundert mich immer wieder aufs Neue. Nachmittags ist der Hof bunt: überall wuseln Menschen umher. Schön ist das anzusehen!

Wie beim Reiten ist Erfahrung auch eine Frage der Koordination

Erfahrene Aussteller wissen genau, was sie wie in ihrem Auto verstauen und was wo auf dem Tisch am besten aussieht. Wenn Du schon mal mit deinem Pferd verreist bist oder mit 6 anderen Personen in einem Bulli zum Campen warst, weißt Du, was ich meine. Je häufiger man die viel zu vielen Einzelteile in einen sehr klein erscheinenden Kofferraum packt, desto schneller findet sich eine praktikable Anordnung, die jeden Millimeter Stauraum nutzt.

Beim Reiten ist das ähnlich- es ist beispielsweise sinnvoll, erst zu putzen und dann zu satteln. Nachgurten macht man am besten bevor man aufsteigt. Auf dem Pferd geht die Aufrichtung des Oberkörpers leichter, wenn man zuerst die Gesäßknochen symmetrisch belastet und dann das Becken in die dafür erforderliche Mittelposition bringt. Ein erfahrener Reiter denkt nicht darüber nach, er tut das einfach.

Doch was passiert, wenn ein erfahrener Reiter einen Fehler in die Bewegungssteuerung eingebaut hat?

Das ist sehr viel häufiger, als man denkt. Unser Gehirn arbeitet sehr ökonomisch und will uns immer vor Schaden schützen. Hatte man zum Beispiel mal eine Bandscheibensymptomatik oder wurde am Knie operiert, bleibt oft eine Schonhaltung bestehen. Das Gehirn „weiß“ nach dem Unfall nicht, dass die verletzte Stelle wieder einsatzbereit ist. Denn ihm fehlen  aktuelle Meldungen aus diesem Bereich. Durch die Entzündungsreaktion ist es oft noch auf dem Stand von vor der Operation oder der Heilungsphase. So erhält das Gehirn sicherheitshalber den bestehenden Schonzustand und es steuert andere Muskeln an, um das noch nicht gesund geglaubte Gelenk zu schützen. Man agiert mit angezogener Handbremse, weil man dem operierten Gelenk nicht ganz traut, und fragt sich, ob es hält oder nicht, wenn man irgendwo herunter springen möchte.

Um das Vertrauen in die ehemals verletzte Stelle wieder herzustellen, muss man intensiv mit der Wahrnehmung arbeiten. Nur dann kann die tiefensensorische Steuerung ihre Arbeit wieder aufnehmen. Sonst bleibt ein schwarzes Loch in der Datenlage aus dem „Problemgebiet“ bestehen.

Interessanterweise hatte ich vorletzte Woche zwei Reiterinnen in der Praxis, die schon seit ihrer Kindheit reiten. Sie haben seitdem nie richtig aufgehört, so dass die motorischen Programme fürs Reiten gut automatisiert sind. Beide sind in den letzten Jahren operiert worden- allerdings aus ganz unterschiedlichen Gründen und an verschiedenen Stellen: die eine am Becken, die anderen am Gesichtsschädel.

Trotzdem haben beide auf dem Pferd deutliche und ähnliche Auffälligkeiten in der Sitzhaltung. Sie sitzen beide schief vom Becken her und haben Schwierigkeiten, den linken Gesäßknochen zu belasten. Das führt im Falle der einen Reiterinnen zu einem ziemlich verdrehten Oberkörper, wenn es rechts herum geht. Als Reaktion auf die unkoordinierten Hilfen läuft das Pferd rechts herum über die Schulter weg oder galoppiert schwerer an. Bei der anderen Reiterin ist die Schiefe weniger ausgeprägt. Sie sitzt eher „über dem Pferd“ als „drin“, um fein abgestimmte und dem Pferd verständliche Gewichtshilfen geben zu können.

Beide wiesen in der Behandlung ähnliche Steuerungsprobleme auf

Aus meiner Erfahrung heraus weiß ich, dass die Steuerung der Koordination über die Brustwirbelsäule läuft. Weiterhin entscheidet in der Frage der Koordination das Kleinhirn. Es braucht während jeder Aktivität topaktuelle Informationen aus dem Bereich, der arbeitet, um als Feedbackschleife die Ausführung korrigieren zu können: springt das Pferd den Wechsel durch oder springt die Hinterhand nach? Muss ich mehr oder weniger treiben, oder es gerade richten? Vielleicht sollte ich nachgeben, wenn die Halsung des Pferdes nicht gut ist?

Diese Fragen kommen so schnell auf, dass ein guter Reiter intuitiv reagiert. Es sei denn, der Trainer gibt Anweisungen von außen, die ihn bewusst handeln lassen. Wir haben auf dem Pferd nur ein sehr kleines Zeitfenster für die Hilfengebung. Um in einer Wendung oder bei einem Tempowechsel Haltung zu bewahren, müssen wir schnell reagieren,. Dafür braucht es in jeder Phase der Pferdebewegung so viele Steuerungsimpulse an vielen Stellen im Körper des Reiters, dass er sie unmöglich alle bewusst geben kann. Vor allem die Gleichgewichtsfunktion wird reaktiv geschaltet- wir handeln meist intuitiv, um nicht vom zu Pferd fallen.

Mit beiden Reiterinnen habe ich mit neurofunktioneller Integration gearbeitet. Wie es zum Thema passt, lagen die meisten „Lösungen“ für ein bestehendes Schaltungsproblem im Bereich des Kleinhirns. Ich liebe es, wenn sich die theoretischen Überlegungen in der Praxis bewahrheiten. Dann grinse ich über das ganze Gesicht, weil der Körper uns sagt, wie es geht. Wir müssen ihm nur zuhören. Im Anschluss bekamen beide ähnliche Übungen für ein sensomotorisches Training. Sie sollen ihnen helfen, auf dem Pferd beide Gesäßknochen gleichmäßig zu belasten. Nur so können sie stimmige Gewichtshilfen einleiten.

Nun ist der August fast vorbei und ich bin mit meinem Sohn ein paar Tage an der Ostsee

Bei 22 Grad Lufttemperatur und Wind ist es für mich nicht nur eine Frage der Koordination schnell aus dem Wasser in die wärmende Sonne zu kommen. Ich bin eine Frostbeule und bade im Gegensatz zu meinem Sohn eigentlich nur bei 28 Grad aufwärts in der Ostsee. Aber wenn Dir so richtig kalt und die Haut rot vom kalten Wasser ist, kannst Du das Thema Wahrnehmung und Anregung der Tiefensensibilität als erledigt abhaken. Du kannst diese Reize auch gezielt für Dein Körperthema einsetzen.

Wenn Du dazu praktische Anregungen brauchst: Am 16.10.2025 bin ich für ein PM – Seminar zum Thema “Besser Reiten- locker bleiben in Hüfte Knie und Rücken“ (Das ist mein aktuelles FN- Buch: Klick für mehr Informationen auf die Links) im Raum Bremen auf dem Schimmelhof. Dort war ich zuletzt als Jugendliche auf einem Voltigierturnier- so schließen sich Kreise.

Geht es Dir eher um Fitness und Gesundheit ist vielleicht Anfang Oktober die gleichnamige Ergänzungsqualifikation etwas für Dich. Sie findet vom 02.10.- 05.10.2025 auf Rügen in Viervitz statt. Informationen unter dem Link und Anmeldung unter info@reiten-viervitz.de.

Um das Thema gesunder Rücken von Reiter und Pferd und den für beide passenden Sattel geht es am 09.11.2025 in Stadthagen bei Hannover. Die Organisation erfolgt über die Fachgruppe Gesundheitssport mit Pferden – Anmeldungen an vorstand@gesundheitssport-mit-pferden.de.

Nimm´ die Herausforderung an und rücke Deine Tiefensensibilität ins Visier- dann klappt es auch mit der Wechseln 🙂

Einen schönen Spätsommer wünscht,

Corinna von Reitclever

#koordination #reitclever #mehrwissenfuerreiter #gesundreiten #gehirnundnervensystem #sommer #sommerferien #ostseeliebe

Neue Wege gehen, Neues von Reitclever Juli 2025

Neue Wege auch im Reitsport

Liest man Zeitung, hört man Nachrichten oder sieht man sich im Reitsport um, gibt es überall Stimmen, die raten, neue Wege zu gehen. Die in Deutschland gefühlt kränkelnde Wirtschaft blickt auf einmal optimistischer in die Zukunft, nachdem die Bundesregierung ein historisches Schuldenpaket auf den Weg gebracht hat. Das hat sie in der vorherigen Legislaturperiode in viel kleinerem Ausmaß verwehrt. Horrende Schulden kommen für Privatleute weniger in Frage. Zumindest nicht, wenn sie beispielsweise ihr Pferd dauerhaft halten möchten.

Auch außerhalb der Politik scheint sich Manches zu verändern

Ich habe vor kurzem bei Facebook einen Artikel gelesen, in dem es um frühere, ländliche Turniere ging. Die fanden auf abgemähten Feldern statt und der Boden im Dressurviereck wies Löcher auf. Abends wurde gemeinsam gefeiert und morgens gegeneinander geritten.

Ich bin kein Fan von „früher war alles besser“. Doch letztes Wochenende habe ich in Neustadt/ Dosse zur Landesmeisterschaft gestaunt, was sich dort alles verändert hat. Eine neue T-Reithalle, eine Hochglanztribüne für den Paradeplatz und chic angelegte Dressurvierecke scheinen für neue Wege in der Ausrichtung des Gestüts zu sprechen. Als ich Anfang des Jahrtausends dort meinen Trainerschein gemacht habe, sah es anders aus. „Reiten als Schulsport“ stand damals noch in den Kinderschuhen und hatte etwas von Grundlagen erlernen. Heute geht es in diesem Projekt um Leistung und Erfolge- als Feld, Wald- und Wiesenreiter hat man keine Chance, in der Schule aufgenommen zu werden.

Genau das sah man auch in den Prüfungen der Landesmeisterschaften: ich habe viele gut reitende junge Menschen gesehen. Aber auch welche, die kein anderes Mittel hatten, als Schieben und Ziehen. Deren Pferde zeichneten sich durch dünne Hälse und wenig Muskulatur aus. Man kann einem Tier ansehen, wie es gearbeitet wird.

Damals wie heute verstehe ich die Notenvergabe in der Dressur nicht immer. Sie hat wohl auch damit zu tun, aus welchem Stall man kommt und wo der Reiter trainiert. Manche Ritte haben mir gut gefallen und wurden auch gut bewertet. Andere waren gruselig anzusehen und wurden schlecht benotet. Da stimmte die Endnote mit meinem Gefühl überein. Aber das war nicht immer so. Viele Namen kannte ich nicht, weil ich seit 20 Jahren nicht mehr auf so einem Turnier war. Einige erkannte ich wieder- die reiten heute noch genauso wie damals oder auch schlechter. Vielleicht sehe ich sie auch anders, weil sich mein Auge auf neue Wege eingelassen hat.

Doch scheint die Schere auch bei den Reitern weiter aufzugehen

Um auf so einem Turnier zu bestehen, braucht man neben Motivation und Zeit einen gut gefüllten Geldbeutel für ein teures Pferd. Den braucht man inzwischen als „Normalo“ auch, um auch weniger teure Pferde gut zu füttern. Und es wird immer schwieriger, es bereitzustellen.

Ich habe für unsere diesjährige Winterration Heu fast doppelt so viel bezahlt wie vor 5 Jahren von unserem örtlichen Heubauern. Jetzt stammt das Heu von 20 km entfernten Wiesen, ist von guter Qualität, ohne Jakobskrauskraut und sichtbare Graukresse. Die trockenen Wiesen um unser Dorf herum sind graukresseverseucht. Wir selbst feiern in diesem Jahr, dass sich das von Hand ausreißen der letzten Jahre auszahlt: wir haben deutlich weniger von dem Zeug auf den Wiesen zu stehen.

Die Pferde sehen besser aus und atmen besser. Seitdem wir den Heulieferanten gewechselt haben, pumpen sie auch bei Staub deutlich weniger und husten kaum. Ich hatte jahrelang hustende Pferde im Sommer. Weniger trocken ist es in diesem Jahr nicht bei uns. Zum Glück hat es kürzlich ergiebig geregnet, sonst wäre es vorbei gewesen mit der Weidesaison.

Geht es nur um Geld im Pferdesport?

Wenn man oben mit reiten möchte ganz bestimmt. Doch auch, wenn man „nur“ Spaß mit dem Partner Pferd haben möchte, muss man das ganze Drumherum bezahlen. Je hochwertiger desto teurer. Damit meine ich nicht das 100.te Müsli mit der noch zuckrigeren Melasseschicht über den Körnern, sondern das ganz normale Grundfutter. Hafer, Heu und Stroh- das reicht für ein gesundes Pferd in der Regel und wird auf Grund des Wetters teurer.

Es ist unsere Verantwortung, dass Tiere in unserer Obhut gesund bleiben. Futter und Haltung ist das eine- ausreichend Bewegung und Training für das, was das Pferd leisten soll, das andere. Gesund reiten für Reiter und Pferd ist meine Idee und Ausrichtung. Und leider sehe ich oft, dass genau all das nicht stimmt, wenn es günstig ist.

Denn da fängt es an: Mit Aufklärung und Wissensvermittlung. Erklärt man die Basics einer guten Ausbildung von Reiter und Pferd öffentlich, bedanken sich manche Trainer, dass so etwas auch nicht so erfahrene Reiter wissen müssen. Andere fühlen sich auf den Schlips getreten und giften, dass die Reiterwelt nicht auf solche unspektakulären Basics wartet.

Wie sehen neue Wege im Reitsport aus?

Wie erreicht man „die Reiter“? Schon diese Formulierung ist missverständlich, denn die Realität zeigt, dass Reiter früher wie heute keine einheitliche Gruppe sind. Die Bezeichnung „Freizeit“- oder „Turnierreiter“ kann eine Auszeichnung oder ein Schimpfwort sein. Abgesehen davon, dass die wenigsten von uns Berufsreiter sind. Also betreiben wir diesen Aufwand in der Freizeit nach einem Acht- oder Mehrstundentag.

Welchen Stil man bevorzugt und wie das Tier lebt, ist genau so eine Glaubensfrage wie zu welchem „Lager“ man gehört. VfD, FN, klassisch, native, Western, Horseman… Viele finden nur die eigene Gruppierung gut und schauen nicht über den Tellerrand. Zwar hat jeder schon positive und negative Erfahrung mit dem einen oder anderen dieses Labels gemacht, aber trotzdem werden „die anderen“ häufig verteufelt und beschimpft.

Wir brauchen eine Verständigung darüber, wie ein guter oder schlechter Weg aussieht. Dabei ist es für mein Dafürhalten völlig egal, was für ein Sattel auf dem Pferd liegt und ob es mit oder ohne Gebiss läuft. Passend muss die Ausrüstung sein. Nur dann kann das Tier entspannt laufen, Takt und Losgelassenheit entwickeln, ehe es zu einer ausreichenden Tragkraft kommt. Und das ist nicht neu, sondern schon lange bekannt. Schon früher haben sich die verschiedenen Lager über den richtigen Weg dahin teilweise recht lautstark beschimpft.

Aber geht es nicht ums Pferd?

Das wie der Reiter nur eine Art von Anatomie hat, so dass sie nur auf eine bestimmte Art und Weise funktionieren kann? Dass der Weg in der Ausbildung des Reiters anders aussieht als der des Pferdes, habe ich in dem Artikel „Koordination, Gleichgewicht und die Skala der Ausbildung beschrieben (Klick auf den Link, um ihn zu lesen).

Das unterrichte ich unter anderem in meinen Kurswochenenden. Im Juni war ich wieder zum Unterricht auf einer wirklich schönen Reitanlage. Dort kostet die Unterbringung monatlich eine hübsche Summe. Dafür es geht dem Pferd gut und das Futter passt. Auch sehe ich ein harmonisches Miteinander von jung und alt und der verschiedenen Reitweisen. Es geht um die Sache, die Liebe zum Pferd und nicht darum, wer zu welchem Lager gehört. Darauf kommt es in meinen Augen an. Um einen Einblick zu bekommen, klick auf das Video

Ich bin nicht bereit, zu kapitulieren, weil der Zug abgefahren ist. Momentan höre ich oft, dieses Pferd noch zu Ende zu bringen und sich dann kein Neues mehr zu kaufen. Aber es gibt auch motivierte Einsteiger, die bereit sind, alles so gut wie möglich zu machen. Früher wusste ich auch nicht so viel wie heute und habe manches falsch gemacht. Das ist normal und gehört zum Lernen dazu. Aber wenn „die Guten“ aufgeben, wer unterrichtet die Motivierten dann?

Wenn die Bereitschaft zum Lernen da ist, gibt es auch Möglichkeiten

Viele Kursanbieter müssen aktuell Kurse absagen. Gerade jetzt im Sommer scheint es eher um Urlaub zu gehen als um Wissen. Es ist vernünftig, sein Geld zusammenzuhalten, weil man nicht weiß, was noch kommt. Aber wenn ich auf die Landesmeisterschaften schaue und Reisebürobesitzer frage, ist Geld da. Die Leute verreisen momentan so viel wie noch nie. Ob das aus den Einschränkungen nach Corona resultiert oder ob sie angesichts der Krisen dieser Welt jetzt reisen, weil sie nicht wissen, wie lange sie das noch können, kann ich nicht beurteilen.

Doch sind mir die Pferde wert, mit Herzblut dabei zu bleiben.

Aus diesem Grunde gebe ich am 20./21.09.2025 in Kooperation mit dem Vfd Berlin Brandenburg das Seminar „Reiten lehren- Reiten verbessern“. Es richtet sich ausdrücklich an Reitlehrer und Trainer und zielt auf die Fähigkeit ab, handlungsorientiert zu korrigieren. Es geht weniger um Fehler sehen als um die Möglichkeit, dem Reitschüler zu zeigen, wo und wie er sich verbessern kann. Mehr Informationen bekommst Du unter dem Link. Es gibt noch freie Plätze.

Ebenfalls für Trainer geht es Anfang Oktober auf Rügen um „Fitness und Gesundheit“. Wenn wir den Reitsport besser machen wollen, müssen wir an der Basis ansetzen. Den wenigsten Reitern geht es um Ruhm und sportliche Ehre. Meist wollen sie einfach eine gute Zeit mit und auf dem Pferd verbringen. Da es dafür auch Geld braucht, verwirklicht man Kindheitsträume häufig erst, wenn man die Möglichkeit hat. Wenn die Familienplanung durch ist und der Job genügend Einkommen hergibt, kann man dieses Vorhaben angehen. Es gibt viele ältere (Wieder-)Einsteiger, die dann schon die eine oder andere körperliche Baustelle haben. Die holt man mit einem gesundheitsorientierten Ansatz ab und bindet sie über den Partner Pferd an eine regelmäßige sportliche Tätigkeit. Darum, um die Chance, neue Zielgruppen zu erschließen und auch um das notwendige Wissen rund um den menschlichen Körper geht es vom 02.10.- 05.10.2025 in Viervitz. Informationen unter dem Link und Anmeldung unter info@reiten-viervitz.de.

Für Einsteiger und Pferdemenschen, die es im Sinne des Pferdes richtig machen wollen, gibt es ab dem 11.10.2025 bei mir auf dem Hof noch einen Kurs Pferdeführerschein Umgang. Auch hier mehr Informationen unter dem Link.

Ich wünsche Dir einen schönen Urlaub und neue Wege, die dich weiter bringen,

Corinna von Reitclever

#mehrwissenfuerreiter, #pferdeliebe, #kursefuerreiter, #frueherwarallesbesser, #reitcleverontour, #gesundespferd, #gesundreiten, #trainthetrainer

Koordination, Gleichgewicht und die Skala der Ausbildung

Quelle: https://www.pferd-aktuell.de/ausbildung/ausbildung-des-pferdes/ausbildung-des-pferdes

Koordination, Gleichgewicht und eine gute Grundbeweglichkeit sind entscheidend für einen lockeren, ausbalancierten Sitz. Auch für die Entwicklung dieser motorischen Fähigkeiten gibt es eine Skala der Ausbildung. Wenn Reiter sich schon vor dem Ritt lockern, profitieren sie dann von dem positiven Effekt, dass sie von Beginn an geschmeidig sitzen.

Hand aufs Herz: wärmst Du dich vor einem Ritt auf?

Die meisten Reiter holen zumindest ihr Pferd von der Koppel und putzen es vor dem Ritt. Zugegeben ist das eine gewisse Aufwärmaktivität. Aber es geht noch spezifischer: ich empfehle, schon vor dem Aufsitzen die Fähigkeiten für Koordination und Gleichgewicht mit an Bord zu holen. Das geht mit kurzen Übungen, die man mit wenig Aufwand zwischen Putzen und Satteln durchführen kann. Solche kleinen Wachmacher erarbeiten wir in meinen Kursen, die für jeden anders aussehen können.

Im Prinzip geht es darum, das Gehirn aufzuwecken. Es soll in der Lage sein, schnell und unaufgeregt auf die Bewegungen des Pferdes zu reagieren. Bewegt sich das Reittier kontrolliert und in der erwarteten Richtung, können wir uns seinem Takt anpassen. Hat es hingegen seine eigene Vorstellung von Richtung und Tempo, sind unsere koordinativen Fähigkeiten mitunter schnell gefragt.

Man kann über die Rezeptoren in der Peripherie unserer Zentrale signalisieren, dass bald etwas passiert. Je mehr Informationen das Gehirn aus dem Bereich bekommt, mit dem wir uns bewegen wollen, desto leichter kann es die entsprechenden Bewegungsmuster schalten. Auch ist das Feedback aus der Peripherie wichtig, damit wir uns auf die Bewegungen des Pferdes einstellen können.

Die Meldungen von Augen und Ohren entscheiden ebenfalls über das Gleichgewicht.

Sie sind relevant dafür, ob wir uns sicher fühlen oder ob das Pferd möglicherweise Gefahr wittern könnte. Es strömen permanent so unglaublich viele Informationen auf uns ein, dass wir nur wenige davon bewusst verarbeiten. Deshalb ist es sinnvoll, uns auf ein oder zwei Dinge zu konzentrieren, um die Bewegungssteuerung so fein wie möglich ablaufen zu lassen.

Die Kopfposition bestimmt das Gleichgewicht

Gut gelingt das, wenn wir uns in der Vorbereitung auf die Brust- und Halswirbelsäule konzentrieren. Dort liegen Rezeptoren, die wichtig für einen geraden Oberköper sind und die Kopfposition analysieren.

Der Kopf wird immer so eingestellt, dass Augen und Ohren sich orientieren und Gefahren melden können. Deshalb entscheidet die Position des Kopfs auch über den ausbalancierten Sitz auf dem Pferd.

Klick auf das Bild, um einen Zusammenschnitt aus meinem letzten Kurs für Koordination und Gleichgewicht zu sehen.

Wusstest Du, dass es auch für Reiter eine Skala der Ausbildung gibt?

Die fürs Pferd ist vielen Reitern bekannt: Dabei geht es zuallererst um Takt und Losgelassenheit für die Entwicklung einer gleichmäßigen Anlehnung. Die ist die Basis, um das Pferd über die Entwicklung von Schwung und Geraderichtung zur Aufrichtung zu bringen.

Beim Reiter ist es ein bisschen anders: wir müssen uns erst ausbalancieren und aufrichten, um den Takt es Pferdes in unseren Köper aufnehmen und als dirigierenden Impuls zurückzugeben. Erst ist also ein stabiler Sitz notwendig, um daraus ein Gefühl fürs Pferd zu entwickeln und fein einwirken zu können.

Dafür kannst Du leichte Techniken benutzen

Anregungen aus dem Neuroathletiktraining eignen sich dazu, Koordination und Gleichgewicht zu verbessern. Wenn Du weißt, ob Du eher die Mittelpositur für die Neutralisierung des Schwung des Pferdes, die Brustwirbelsäule für die Aufrichtung deines Oberkörpers oder die Halswirbelsäule für mehr Balance aktivieren möchtest, kannst Du gezielt vorgehen. Anregungen dafür gibt es beispielsweise in meinem Buch: Besser reiten- locker bleiben in Hüfte, Knie und Rücken, was Du im FN- Verlag erwerben kannst (Klick für mehr Informationen auf den blauen Link).

Solltest Du bei dem einen oder anderen Körperteil Schwierigkeiten haben, ihn richtig anzusteuern, hilft vielleicht eine gezielte Analyse und Nachhilfe. Beides erarbeiten wir bei einem Physiocheck für Reiter oder einem Riders- Check. Mehr Anregungen bekommst Du auf der Seite Reitclever.de.

In diesem Sinne wünsche ich Dir und deinem Pferd einen lockeren Sommer,

Corinna von Reitclever.

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