Gibt´s Neues?

Warum locker sitzen nicht so einfach ist – Neues von Reitclever April 2026

Letztes Wochenende regnete es endlich auch bei uns. Langanhaltend und kräftig – kein kurzer Nieselregen wie in den wenigen Malen zuvor.

Selten habe ich mich über einen grauen Himmel und nasse Pferde so gefreut. Die durften für zwei Nächte in den Stall, weil sie nach dem langen Regen kombiniert mit starkem Wind zitterten. Nach den trockenen Wochen war dieser Regen eine Erleichterung für Felder, Wiesen und Wald. Für die Tiere. Und auch für uns Menschen, die oft erst merken, wie angespannt sie agieren, wenn etwas nachgibt.

Ein bisschen ist es beim Reiten genauso

Manchmal warten wir darauf, dass etwas locker wird. Die Hüfte. Der Rücken. Die Hand. Das Pferd. Die Mittelpositur. Und dann suchen wir den Fehler in der Technik: mehr treiben, weniger ziehen, gerader sitzen, mehr Bauchspannung, weniger Hohlkreuz.

All das nicht falsch. Aber manchmal liegt der entscheidende Punkt tiefer: in den anatomischen Voraussetzungen, mit denen wir auf dem Pferd sitzen. Und in der Frage, ob unser Nervensystem genügend Informationen bekommt, um den Körper sinnvoll zu organisieren. Denn wir sitzen auf einem bewegten Element mit einer Eigendynamik. In einem Moment läuft alles super und im nächsten Moment sorgt etwas dafür, dass das Tier unter uns davonschießt. Oder die Richtung wechselt. Oder stockt, nachdem der Schwung eben noch so schön war.

Genau darum geht es heute: um Becken, Sattel, Schutzspannung – und um die Frage, warum locker sitzen nicht einfach so „gemacht“ werden kann.

Warum „Mittelpositur“ nicht für alle gleich aussieht

Wenn ich von einer lockeren Mittelpositur spreche, meine ich keinen starren Idealpunkt. Ich meine eine Position, in der der Körper weder nach vorne in den Schambereich kippt noch nach hinten auf das Steißbein ausweicht. Eine Stellung, in der die Sitzbeine tragen und in der die Wirbelsäule sich aufrichten kann. Eine Position, in der das Pferd unter uns nicht gegen Festhalten, Druck oder Ausweichen arbeiten muss.

Das klingt einfach. Ist es aber gar nicht, wenn der Sattel den Reiter nicht so unterstützt, wie sein Körper gebaut ist. Denn unsere Kontaktpunkte zum Pferd sind verschieden. Nicht nur individuell. Die typischen Unterschiede zwischen männlichem und weiblichen Becken sind bedeutsam. Früher wurden Sättel für Männer gemacht.

Das ist kein Schubladendenken. Es gibt keine ideale Beckenform, genauso wie es auch nicht den einen Frauenkörper oder den einen Männerkörper gibt. Es gibt nur konkrete Menschen mit individuellen anatomischen Voraussetzungen.

Einfacher gesagt:

  • Viele weibliche Becken sind breiter angelegt.
  • Die Sitzbeinhöcker liegen meist weiter auseinander.
  • Der Schambeinbogen ist oft flacher beziehungsweise weiter.
  • Die Stellung von Kreuzbein, Steißbein und Hüftpfanne kann dazu führen, dass eine andere Beckenkippung nötig ist, um lotrecht über dem Pferd zu sitzen.
  • Viele männliche Becken sind im Durchschnitt eher schmaler und steiler, mit anderen Druck- und Auflageverhältnissen.

Das bedeutet, dass ein Sattel, der für den einen Körper „wie gemacht“ ist, für einen anderen Körper genau die Schutzspannung auslöst,  die wir nicht haben wollen. Dann ist locker sitzen keine Frage von gutem Willen mehr, sondern eher eine Frage der Passung.

Der Sattel ist der Adapter zwischen Reiter und Pferd

Ein Sattel muss nicht nur dem Pferd passen. Er muss auch dem Menschen passen. Und zwar nicht im Sinne von: „Fühlt sich okay an.“ Sondern im Sinne von: Kann der Körper in diesem Sattel sinnvoll agieren, atmen und fein kommunizieren? Wenn die Antwort nein ist, ist das eine wichtige Information. Sie erklärt sehr viele Dinge, die sonst möglicherweise als Technikproblem abgestempelt werden.

Typische Signale, die ich immer wieder sehe: Der Reiter rutscht nach vorne und bekommt Druck im Schambereich. Der Körper weicht nach hinten aus und landet auf dem Steißbein. Ein Sitzbein fühlt sich „weg“ an. Knie klemmen, Beine suchen Halt, Hände werden unruhig. Der Oberkörper verdreht sich, obwohl der Mensch gerade sitzen möchte. Das Pferd wird eilig, spannig oder driftet über eine Schulter weg.

Wenn due Nahtbreite entscheidend ist

Wenn es heißt „Du musst einfach locker lassen“, klingt es logisch. Wenn das mal so einfach wäre. Diese Korrektur geht komplett am Thema vorbei, wenn der Körper gerade Schutzmuster produziert, weil seine Basis nicht stimmt.

Druck im Schambereich, zu wenig Unterstützung unter den Sitzbeinen, ein zu schmaler Zwiesel, ein falscher Schwerpunkt oder eine unpassende Bügelaufhängung können dazu führen, dass der Körper ausweicht. Als Ergebnis kippt das Becken, die Wirbelsäule hält fest und die Beine suchen Halt. Wir sehen, dass die Hand unruhiger wird. Und das Pferd bekommt Signale, die so gar nicht gemeint sind.

Mehr Wissen für Reiter heißt: erst beobachten, dann verändern

Das ist für mich elementar: Nicht sofort korrigieren, sondern erst beobachten. Nicht: „Ich sitze falsch.“ Sondern: „Welche Information bekomme ich gerade?“

Gutes Reiten beginnt nicht damit, mehr zu machen. Gutes Reiten beginnt damit, genauer zu unterscheiden. Ist es wirklich ein Technikproblem? Ist es die Beweglichkeit? Ist es ein Gleichgewichtsthema? Oder schaltet das Gehirn eine Schutzreaktion?

Oft ist es tatsächlich die Wahrnehmung, die nicht gut in der Zentrale verarbeitet wird. Werden die Signale aus unserer Kontaktfläche mit dem Pferd, den Hüften, Knien und Sprunggelenken nicht so gut verwandelt, wird als Ergebnis eine Verspannung geschaltet. Oder ist es schlicht der Sattel, der den Körper immer wieder ungünstig hinsetzt?

Genau hier treffen sich die Themen, die mich seit Jahren begleiten: gesund Reiten für Reiter und Pferd. Bewegungssteuerung, Körperwissen, Nervensystem, Wahrnehmung und ein angenehmer Rucksack für das Pferd zu sein. Nur ein balancierter Mensch ist für das Pferd angenehm zu tragen. Ein Mensch, der atmen kann, reagiert feiner. Ein Mensch, der beide Sitzbeine wahrnimmt, kann stimmigere Gewichtshilfen geben. Und ein Körper, der nicht im Schutzmodus festhängt, hat überhaupt erst eine Chance, locker mitzuschwingen.

Warum das Nervensystem dabei mitreitet

Beim Reiten muss unser Körper in jeder Sekunde unglaublich viele Informationen verarbeiten: Wo ist mein Schwerpunkt? Was macht mein Pferd unter mir?  Wie schnell verändert sich der Takt? Kann ich mich orientieren? Bin ich sicher? Kann ich nachgeben, ohne die Kontrolle zu verlieren?

Das passiert nicht alles bewusst. Das Nervensystem verarbeitet ständig Informationen aus Augen, Ohren, Gelenken, Muskeln, Haut, Gleichgewichtssystem und innerem Zustand. Je qualitativ hochwertiger diese Informationen sind, desto leichter kann unsere Schaltzentrale koordinieren.  Je unklarer die Informationen sind, desto eher greift sie auf Schutzprogramme zurück: Festhalten. Klemmen. Luft anhalten. Nach vorne kippen. Nach hinten ausweichen. Mit der Hand stabilisieren.

Und genau deshalb reicht es oft nicht, nur zu sagen: „Setz dich gerade hin.“ Oder „Bleib´ locker sitzen.“ Die bessere Frage ist: Welche Information fehlt dem Körper gerade, damit gerade sitzen überhaupt machbar wird?

Kleine Marker für deinen nächsten Ritt

Wenn du beim nächsten Mal im Sattel sitzt, beobachte nicht alles auf einmal. Nimm dir nur ein paar Marker, beispielsweise:

  • Kann ich beide Sitzbeine gleichmäßig wahrnehmen?
  • Kann ich frei atmen, ohne Bauch, Rücken oder Kiefer festzumachen?
  • Habe ich das Gefühl, in den Sattel hineinzuschmelzen – oder sitze ich eher obendrauf?
  • Rutsche ich immer wieder nach vorn oder nach hinten?
  • Entsteht Druck am Schambein, am Steißbein oder nur an einem Sitzbein?
  • Wird mein Pferd eilig, spannig oder schief, sobald ich versuche „gerade“ zu sitzen?
  • Kann ich eine kleine Gewichtsverlagerung geben, ohne dass ich mit Hand, Knie oder Oberkörper ausgleichen muss?

All das sind Beobachtungen. Und Beobachtungen sind der Anfang von gutem Training.

Letztes Wochenende ging es in allen Varianten genau darum

Ich war zu Gast in einer kleinen, aber sehr feinen Reitschule. Und es war ein sehr harmonischer Kurs. Es ging um Mittelpositur, langes Bein und Drehsitz. Die Teilnehmer erfühlten die ganze Palette der Herausforderung, einfach (😊) locker zu sitzen. Sie profierten sehr von der veränderten Herangehensweise und den Übungen ohne Pferd.

Das schöne Wochenende empfand ich ein bisschen wie ein Ferienlager: gemeinsame Mahlzeiten und ein abschließender Mädelsabend. Es fehlte eine Nachtwanderung, aber ein Ausritt vor dem Frühstück am zweiten Tag war die für dieses Wochenende passendere Variante.

Wie schnell man in einen Schutzmodus rutscht, hat mir der Ritt auf dem „Verlasspferd“ gezeigt. Die Stute ist fast 20 cm größer als meine Pferdedamen und bringt Anfänger normalerweise sicher durchs Gelände. An diesem Morgen ging es aber anders als sonst nicht nach dem Frühstück auf die Koppel, sondern mit einer für sie komplett fremden Reiterin ins Gelände.

Locker sitzen auch im Gelände

Als ich zum „Beschnuppern“ auf dem Reitplatz eine andere Richtung einschlug, als ihre Stallgenossinnen, die die Abteilung in den Wald führen wollten, war es um ihre Fassung geschehen. Die Aussicht, mit 5 fremden Pferden alleine zurückzubleiben, nahm ihr die innere Ruhe. Ich hatte die ersten Minuten im Wald das Gefühl, auf einem Geschoß zu sitzen, das seine Unzufriedenheit herausbocken möchte. Diese Wahrnehmung verstärkte sich durch die für mich deutlich größeren Bewegungen als gewohnt. Ich saß zwar in einem für mich bequemen Springsattel, musste aber sehr bewusst ausatmen, um uns beide in einen ruhigen Gang zu manövrieren.

Danach hatten wir einen wirklich schönen Ritt, der die Ferienatmosphäre wirksam unterstrich. Und ich war um eine Erfahrung reicher.

Morgen beginnt in Viervitz auf Rügen die Ergänzungsqualifikation „Gesundheit und Fitness“

Dort geht es um die Aspekte, die „gesund reiten für Reiter und Pferd“ ausmachen. Solltest du Lust bekommen haben, mitzumachen: der nächste Kurs startet dort am 01.10.2026.

Ich freue mich sehr auf die „Auszeit“ an der Ostsee.

Einen lockeren Frühling wünsche ich dir,

Corinna von Reitclever

PS: Wenn Du dein Nervensystem unterstützen möchtest, besser zu schalten, schau mal bei meinem neuen Projekt Pferdeliebe vorbei. In diesem kostenlosen Mailprogramm geht es um Techniken, mit denen Du deine Wahrnehmung und den Kontakt zum Pferd verbessern kannst.

NeuroLogisch! zeigt Ausbildern und Trainern, wie sie das Nervensystem und anatomische Grundlagen mit an Bord zu nehmen, um ihre Reitschüler besser zu erreichen.

#gesundreiten #mittelpositur #sattel #beckendesreiters

#pferdeliebe #ichliebemeinenjob #mädelsabend

Voneinander lernen, Neues von Reitclever, März 2026

Voneinander lernen. wenn es um das Tierwohl geht.

Mein März hatte es in sich. Er begann mit einem zufälligen Jubiläum. Am zweiten Sonntag des März 2025 war ich westlich von Hannover und habe meine Heilpraktikerprüfung geschrieben. Und am zweiten Sonntag des März 2026 stehe ich auf demselben Hof in Stadthagen und rede genau dort. Der Heilpraktikerkurs war ein Highlight und wir wurden von den Organisatoren sehr fokussiert auf die Prüfung vorbereitet. Von meinem Gefühl her ist das noch nicht lange her, verstärkt dadurch, dass die Kollegin, neben der ich damals gesessen habe, auch in diesem Jahr dabei war.

Die Fortbildung „Die ???, Rücken ?, Becken? Sattel?, Wie passt das zusammen?“ wurde aus dem letzten Jahr ins Frühjahr 2026 verlegt. So kam dieses Jubiläum tatsächlich zufällig zustande. Es war nicht einfach, genügend Teilnehmer für den Kurs zusammen zu bekommen. Der Winter endete flächendeckend erst in der Woche davor und ein Wochenende später war die Berufsreitertagung des DRFV in Aachen, wo es wahrscheinlich viele Ausbilder hinzog. Auch ich war eingeladen, die Fachgruppe Gesundheitssport mit Pferden dort zu vertreten.

Stattdessen stand ich in Stadthagen und habe es rundherum genossen

Es bedeutet eine besondere Dimension, mit jemandem zusammen zu arbeiten, mit dem es einfach passt. Mindestens so viel, wie ich von der menschlichen Anatomie und Bewegungssteuerung verstehe, so viel weiß Katja Lange (Dressurreiten erleben) über Biomechanik und Trageeigenschaften eines Pferdes. Darüber hinaus kennt sie alle wichtigen Voraussetzungen, wie ein Sattel Pferd und Reiter(in) passt. Insofern können wir bei einem gemeinsamen Kurs auch voneinander lernen. In so einer Liga fühlt sich Arbeiten eher nach Spaß an.

Wir konnten unsere Begeisterung für das Thema transportieren. Nach theoretischen Einheiten zum Thema Reiter und Pferd ging es ans praktische Sattel ausprobieren, Aufmalen der geeigneten Tragefläche auf ein geduldiges Therapiepferd und schlussendlich in die Reithalle. Wir hatten anspruchsvolle Teilnehmer und Reiterinnen, an denen wir zeigen konnten, worauf es uns ankommt. Durch Fragen und praktische Übungen konnten sie viel für sich und ihr eigenes Reiten mitnehmen. Wir fanden den Tag rundherum gelungen. Auch die Organisation und Verpflegung vor Ort passte, so dass wir uns nur um die Kursinhalte kümmern konnten. Ein großes Danke an dieser Stelle an das Team von IFEAS.

Der Sattel spielt eine wichtige Rolle für ein gesundes Zusammenspiel von Reiter und Pferd

Spannend zu sehen war an diesem Nachmittag, dass das Pferd unter dem vor Ort angepassten Sattel mit einer für ihn fremden Reiterin gut lief und sich sichtlich wohl fühlte. Das änderte sich, als seine gewohnte Reiterin in den „neuen“ Sattel stieg, der ihrer Vorreiterin sehr gut passte.

Der Sattel als Adapter für Reiter und Pferd

Die Stammreiterin hatte mit den Abmessungen und dem neuen Sitzgefühl so zu tun, dass alles mit ihr und dem Pferd in der vorherigen Einheit Erarbeitete auf dem neuen Sattel in sich zusammen fiel. Das ist der Apell, dass für ein gutes Ergebnis tatsächlich Pferd, Reiter und Sattel zusammen passen müssen. Ist auch nur einer der drei Beteiligten in einer ungünstigen Verfassung, kommt man nicht zu entspannten Miteinander. Der Sattel ist eine Art Adapter zwischen Reiter und Pferd.

Auf der anderen Seite war meine Heilpraktikerprüfung gefühlt schon Lichtjahre her

Was ist seitdem alles passiert! Ich war für die Persönlichen Mitglieder der FN unterwegs, habe die Arbeit mit der Neurofunktionellen Integration ausgebaut und war als Trainerin unterwegs. Es zeichnet sich zunehmend mehr ab, dass ich eher mobil unterwegs bin und keine Kurse mehr bei mir auf dem Hof gebe.

Meine Schimmelstute ist von 1,5 Wochen 31 geworden, die jüngste im Bunde (26) hat gerade wieder mit den Zähnen zu tun… Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie lange sie noch in einem Zustand sind, dass das Leben für sie noch lebenswert ist. Bei so alten Pferden kann sich das täglich ändern.

Deshalb veranstalte ich keinen Pferdeführerschein Umgang mehr

Meine ausgebildete Therapiepferde haben diese Kurse gerne gemacht und waren geduldige Lernpartner. Da es zunehmend schwieriger wird, für einen solchen Kurs genügend Teilnehmer zusammen zu bekommen, lag der Entschluss nahe, dieses Modul zum Jahresende einzustellen.

Ich bin gerne unterwegs, so lange das in einem vertretbaren Rahmen bleibt. So trage ich meinen Teil dazu bei, Pferd und Reiter zu einer harmonischen Einheit zusammen wachsen. Das gelingt besser vor Ort, wenn ich beide sehe und direkt ansetzen kann, als wenn wir das theoretisch bei mir im Kursraum durchsprechen.

Was ich nach wie vor anbiete, ist der Physiocheck oder Riderscheck in der Praxis. Die Erfahrung zeigt, dass viele Probleme auf dem Pferd einer körperlichen Auffälligkeit geschuldet sind. Setzt man an dieser Funktion an, wird der Sitz auf dem Pferd weicher. Mein physiotherapeutischer Background und die Neuroschiene helfen mir, das vorrangige Thema zu finden. Ich denke darüber nach, wie ich das auch als Videocheck umsetzen kann. So können auch Reiter von weiter weg von dieser Analyse und darauf aufbauenden Trainingstipps profitieren.

Nach wie vor sitzen zwei Seelen in meiner Brust

Zum einen sind Pferde und das Thema „gesund Reiten“. Ist der Reiter ein angenehmer Rucksack und das Pferd entsprechend trainiert, ist das angewandter Tierschutz. Auf der anderen Seite bin ich auch sehr gerne als Autorin unterwegs.

Immer wieder Neues auf der Leipziger Buchmesse

So war ich letzte Woche auf der Leipziger Buchmesse. Es ist ein so herrlich buntes Treiben in den Messehallen, bei denen es zur Partner Pferd deutlich ruhiger zugeht. Überall sieht man bunte, verkleidete Leute, die zur Manga con kommen und lächelnde Menschen. Es gibt so viele Lesungen, Signierstunden, Liveübertragungen in Radio und Fernsehen, dass man an allen Ecken und Enden etwas Spannendes erleben kann.

Auch in der Leipziger Autorenrunde kann man sehr gut voneinander lernen 

Voneinander lernen auf der Autroenrunde der Leipziger Buchmesse, #lar2026, #lbm2026

Ich war zum zweiten Mal da und wie beim ersten Mal beeindruckt von der Organisation. Insgesamt 76 Redner und Autoren, die alle irgendetwas zum Thema Schreiben, Veröffentlichen, Marketing, Webseitengestaltung, Social Media …. zu sagen habe, sitzen in drei 90 Minuten Runden an einem großen Tisch, Je nach Interesse kann man frei wählen und sich zu einem Redner an den Tisch setzen. Nach 45 Minuten wird gewechselt, dass man 6 verschiedenen Vorträgen lauschen kann.

Geniales Konzept, für Speis und Trank ist auch gesorgt. Das gediegene Ambiente im Congress Centrum ist angenehm ruhig im Gegensatz zum Spektakel in den Hallen. So war es ein gelungener Aufenthalt, von dem ich eine ganze Menge Input mitnehmen konnte. Den setze ich jetzt nach und nach um. Mein Kopf dampft manchmal, weil ich zur Zeit Dinge ausprobiere, mit denen ich noch nie gearbeitet habe.

Ich sehe das als eine Art Prophylaxe, die Leistungsfähigkeit des Gehirns zu erhalten. Wenn man immer mal wieder etwas ganz neues macht, müssen sich neue Verbindungen bilden. Das fordert das Hirn mehr, als wenn man immer wieder dasselbe macht.

Ende April 2026 geht es bei mir wieder mit den Reitern los

Dafür bin ich wie geplant an einem Wochenende im Monat unterwegs.

Vom 30.04.-03.05.2026 bin ich für die Ergänzungsqualifikation Fitness und Gesundheit(FN) auf Rügen. Der zweite Durchlauf ist im Oktober 2026, denn für die Mairunde haben wir schon 12 Anmeldungen. Mehr Informationen und Anmeldung unter info@reiten-viervitz.de.

So geht es nun daran, die Winterspuren wegzufegen, Frühblüher zu pflanzen und sich auf wärmere Tage zu freuen. Wie die Pferde sich auf frisches Gras freuen, freue ich mich in diesem Jahr auf die Ostereier. Ich bin meinem Vorsatz treu geblieben und habe seit Aschermittwoch nur 3x Schokolade gegessen. Das war meine gesetzte „Belohnung“ für etwas.

Erstaunlicherweise hat es mit weniger gut geschmeckt, als ich erwartet hatte und das insgesamt darauf Verzicht fiel mir recht leicht. Ist doch mehr eine Kopfsache als man sich immer einredet.

Ein schönes Osterfest wünsche ich euch mit vielen bunten Eiern und bis bald,

Corinna von Reitclever

#bessersitzenbesserreiten, #reitcleverontour, #gesundreiten, #voneinanderlernen #ichliebemeinenjob, #Tierschutz, #diedrei???, #lar2026, #lbm2026

Eine Frage des Alters, Neues von Reitclever, Februar 2026

Hurra, er ist fast geschafft der Februar 2026! Gefühlt gipfelte dieser Monat in einem nicht enden wollenden Winter. Dass es kalt war, hat mich nicht gestört. Mehr das Auf und Ab der Temperaturen, was das Ganze in diesem Jahr so gefährlich für Pferd und Mensch werden ließ. Das quälende Wissen, dass es taut und wieder friert und das zum wiederholten Mal war weniger eine Frage des Alters als einer, was passiert, wenn die Pferde rutschen. Meine Pferde werden in diesem Jahr 30, 31 und 26- da kann jeder Sturz der Letzte sein. Deshalb waren sie auch zum ersten Mal, seitdem ich sie habe, 3,5 Tage im Stall, als es Anfang des Monats besonders glatt war.

Irgendwie schaue ich anders auf den Winter, seitdem ich ein eigenes Pferd habe

#glatteis #pferdeliebe

Wenn ich als Kind und Jugendliche lustig fand, auf entstandenen Eisflächen zu rutschen, frage ich nun mich mit einigen weiteren Lebensjahren, wie gut die Tiere mit dem Glatteis umgehen können. Seitdem ich meine Schimmelstute habe, gibt es gefühlt in jedem zweiten Winter erst viel Nässe, Regen und dann Frost , so dass teilweise tückische glatte Felder unter einer Schneedecke entstehen. Die Pferde laufen meist besser als wir Menschen auf den Rutschbahnen. Doch höre ich von überall, dass es in diesem Winter tragische Unfälle gab, die mit Beinbruch und Einschläfern endeten. Wie viele verendete Tiere es in Wald und Feld gibt, kann man kaum ermessen. Die Mitarbeiter der Notaufnahmen hatten auf jeden Fall seit kurz nach Weihnachten mit Sturzfolgen und Knochenbrüchen zu tun.

Auch Inhalte von Gesprächen sind manchmal eine Frage des Alters

Wie der Zufall so will, habe ich mich in dieser Woche zwei Mal mit alten Weggefährtinnen getroffen. Die Eine war in dem Reitverein aktiv, in dem ich vor langer Zeit mit Reittherapie und Reitunterricht begonnen habe.  Sie arbeitet inzwischen mit Pferden, die gesundheitliche Probleme haben. Der Austausch mit ihr ist jedes Mal sehr spannend, weil wir beide „gesund reiten für Reiter und Pferd“ im Fokus haben. Doch gehe ich von Sitz und Einwirkung aus und sie beginnt bei Potential und Auffälligkeiten des Pferdes. Im Großen und Ganzen tauschen wir auf tieferer Ebene unsere Erfahrungen aus. Oberflächliches Plaudern nervt mich zunehmend mehr.

Die beiden anderen Freundinnen kenne ich seit Beginn meines Reiterlebens. Mit einer davon habe ich voltigiert, seitdem wir beide 9 Jahre alt waren. Wir sind zusammen und natürlich auch mit Pferden erwachsen geworden. Wir hatten nicht durchgängig, aber seit einigen Jahren wieder vermehrt Kontakt. Wenn wir an einem Tisch sitzen, ist es so, als hätten wir uns  nie getrennt. Da entstehen Momente, die das Herz wärmen und die Sonne heller scheinen lassen. Neben Pferden kommen auch andere Themen zum Vorschein. Beide Mütter der Freundinnen leiden an fortgeschrittener Demenz. Die eine wird zuhause betreut, die andere zog kürzlich in ein Heim für Demenzkranke. Genau wie meine Tante, die seit Ende letzten Jahren in professionelle Betreuung umziehen musste. Eine Gradwanderung zwischen dem eigenen Leben, der Verantwortung für seine Mutter und dem ewig schlechten Gewissen.

Schlechtes Gewissen ist ein großes Thema von Frauen

Wir haben so oft das Gefühl, dass jemand zu kurz kommt, wenn wir so handeln, wie wir es tun. Davon sollten wir uns vielleicht nicht ganz frei machen, aber doch genauer hinschauen.

Denn es geht um unsere eigenen Bedürfnisse. Ich kann nur für mich sprechen und ich bin jetzt in dem Alter, wo ich mich entscheiden muss, wie und vor allem wie gesund ich alt werden möchte. Wenn ich 80 bin, möchte mich nicht mehr täglich mit Pferdemist beschäftigen. Sicherlich mal Möhren füttern oder eine weiche Nase streicheln, aber sich um das Wohl der Tiere zu kümmern, wird in dem Maß nicht mehr möglich sein. Wobei der Grad der Fitness ganz sicher eine Frage des Alters und auch von Training ist.

Ich möchte geistig und körperlich in der Lage sein, meine verbleibende Zeit zu genießen. Man weiß nie, wie es kommt, aber man kann für seine Zeit im Alter vorsorgen. Zum einen finanziell, zum anderen gesundheitlich. Je mehr ich mich mit dem Nervensystems beschäftige, desto eher kristallisieren sich die Faktoren Regeneration und Ernährung heraus. Stress meiden ist nicht so sehr das Thema, wie ihn wieder aus dem System zu lassen. Sympathikusaktivität ist ein guter Treiber, in die Gänge zu kommen und Dinge effektiv zu erledigen. Sie ist relevant dafür, das Leben zu meistern. Aber sobald ich wie getrieben von meinen eigenen Ansprüchen durch den Tag hetze und alles im Laufschritt erledige, leidet das System. Neben Anspannung brauche ich auch Ruhe, damit sich Körper und Geist erholen können. Für die Pflege aller Strukturen brauchen die Systeme die richtigen Bausteine. Die kommen über die Nahrung in den Körper. ( Wenn Du mehr darüber wissen willst, klick´ auf den Link „Fakten Check Ernährung“).

Ernährung für den Darm, piotr_malczyk, Stock- Fotografie-ID1301830934
Ernährung für den Darm

Ich faste gerade Zucker. Seit Aschermittwoch keine Schokolade, keine Gummibärchen oder Kekse. Was mir bisher viel leichter fiel, als erwartet. In dieser Woche kommen Ballaststoffe dazu: Weniger bis kein Weißmehl, dafür morgens Leinsamen, Hafergries und Chiasamen. Das bringt nicht nur den Darm auf Trab, sondern reduziert über Stoffwechselprozesse eine möglicherweise bestehende Insulinresistenz. Mal sehen, wie ich mich dann zu Ostern fühle 🙂

Der dritte Faktor, gesund alt zu werden, ist Bewegung

Wenn man nicht mehr so ganz jung ist, hat man möglicherweise Baustellen im Körper. Die brauchen manchmal erstmal Ruhe, aber vor allem später Bewegungsanreize, um zu heilen. So bringt nur eine angepasste Belastung wieder Stabilität in die Strukturen.

Unser Körper ist ein Meister der Regeneration, wenn man ihn gewähren lässt. Unsere Pferde zeigen uns genau, wie es geht. Sie toben, spielen und dösen. Das eine Tier mehr, das andere weniger. Doch wenn sie keine einschneidenden Dinge erlebt haben, bewegen sie sich immer irgendwie. Und machen nach dem Fressen immer Pause.

Wir können so viel von ihnen lernen. Sie sind ein großer Motivator, uns mehr und vor allem besser zu bewegen. Wir wollen ihnen als Rucksack eine so angenehme Last wie möglich sein. Wie wir das tun und wie ein für Reiter und Pferd passender Sattel aussieht, erfährst du am 08.03.2026 bei der Fortbildung „Die drei ???- Rücken? Becken? Sattel? – wie passt das zusammen?“ in Stadthagen bei Hannover. Für schnell Entschlossene gibt es noch ein paar freie Plätze. Melde dich unter vorstand@gesundheitssport-mit-pferden.de, wenn Du wissenswerte Anregungen erhalten möchtest.

Solltest Du gesundheitsorientierte Ansätze für deinen Unterricht suchen, ist vielleicht die Ergänzungsqualifikation Fitness und Gesundheit interessant für dich. Sie findet vom 30.04.- 03.05.2026 und 01.10.-04.10.2026 in Viervitz auf Rügen statt. Was wir da so alles machen, kannst Du Dir im Video anschauen.

Bleib´ gesund und werde munter, der Frühling ist schon fast da,

Corinna von Reitclever

#freundinnen #gesundheit #fitness #ernaehrung

#gesundreiten #winter #glatteis #pferdeliebe #altesPferd

Neuro-Logisch!, Neues von Reitclever, Januar 2026

Neuro-Logisch! wirkt auch ein Kältereiz- meine 30 jährige Schimmelstute ist nicht überzeugt...

Der Winter hat uns fest im Griff. Was wir uns meist zum Heiligabend wünschen, kam bei uns Anfang 2026 zur Genüge. Am zweiten Januarwochenende fielen südlich von Berlin ungefähr 20 cm Neuschnee. Meine Pferde wollten morgens lieber wieder zurück in den Stall, anstatt auf ihrem Paddock durch den Pulverschnee zu stapfen (Um das zu sehen, klick´ auf den Link zum Video).

Auch wenn der angekündigte Wintersturm mit Schneeverwehungen ungefähr 140 km von uns entfernt auslief, kann ich ihnen das nicht verdenken. Die volle Karre mit Mist durch den lockeren Pulverschnee zu schieben, war kein Vergnügen. Eher ein bisschen Training, was Neuro-Logisch! gedacht, für eine Verbesserung sämtlicher Körperfunktionen geeignet ist.  Noch viel unangenehmer ist zur Zeit anstelle von tiefem Schnee, die durch zwischenzeitlichen Regen entstandene Glätte an den Stellen, wo die Sonne nicht hinkommt. (Anstelle von Sonne schreibe ich in der 1.Version „Sommer“. Mein Unterbewusstsein scheint den besser zu finden als das aktuelle Wintergeschehen.)

Spannende Tage bei frostigen Temperaturen hatte ich letztes Wochenende beim DOSB Ausbildermodul auf dem Gestüt Moritzburg. Auch dort war es teilweise so glatt, dass man auf den Außenplätzen der Anlage hätte Schlittschuhlaufen können.

Das sehr beeindruckende Gestüt liegt am Fuße des Schloss Moritzburg, auf dem  „3 Haselnüsse für Aschenbrödel“ gedreht wurde. Ich fuhr zurück nach Hause mit einer aktuellen Schnee- und Glatteiswarnung in der WetterApp, die nördlich und westlich von uns aktuell wurde.

Bei Unterbewusstsein sind wir beim Thema „Neuro-Logisch!“

An allen Ecken und Enden läuft mir „Denk Neuro“ über den Weg. Wusstest Du, dass wir im Gehirn keinen Vorratsschrank an Emotionen haben, die passend zur jeweiligen Situationen ausgeschüttet werden? Viel mehr konstruiert unsere Schaltzentrale aus allen Informationen, die ihm durch unsere Sinnesorgane geliefert werden, eine Bewertung der aktuellen Lage. Das Gehirn selbst kann den Winter gar nicht sehen, da es in unserem Schädel sitzt. Es ist auf die Informationen von außen angewiesen. So kommt es dem Schluss, dass Winter ist, wenn die Straßen glatt, die Bäume weiß und die Finger kalt sind. Natürlich tragen noch mehr Informationen zu diesem Ergebnis bei.

Eine Ebbe und Flutplatz wird zur Eisbahn.

Wie wir auf diesen Input reagieren, ist abhängig davon, was wir im Winter schon alles erlebt haben. Sollten wir in Kürze zum Wintersport fahren und uns auf Touren durch ein verschneites Winterwonderland freuen, wird uns die Aussicht in positive Stimmung versetzen. Auch wenn wir fitte Pferde haben, die wir mit einer Art Ski-Jöring fordern können, werden wir Abwechslung im Training und eine besondere Erfahrung erwarten.

Sollten wir allerdings lädiert sein, weil wir auf glattem Boden ausgerutscht sind, wird uns das Wintergeschehen in Alarmbereitschaft versetzen. Zum einen hat unser Gehirn Sorge, dass die verletzte Extremität noch mehr Schaden nehmen könnte. Zum anderen haben wir Angst, erneut zu fallen und uns zu verletzen. Auch meine Laune steigt angesichts der Wetterlage nicht. Nicht nur, weil ich jeden Tag den Stall ausmisten muss, wenn die Pferde nachts in ihren Boxen sind. Sondern ich mache mir auch (immer) Sorgen, um meine fast 31 jährige Schimmelstute. Sollte die auf Glatteis ausrutschen, könnte das eine Vorentscheidung auf ihre Lebenszeit sein.

Wie wir auf eine aktuelle Herausforderung reagieren, hängt also von der Beurteilung des Nervensystems und unseren Vorerfahrungen ab

Genau das ist mein aktuelles Thema. Seit meiner Ausbildung zur NeuroRider® Trainerin habe ich einen anderen Fokus auf das, was wir tagtäglich tun. Gerade beim Reiten kann man viel schneller auf die Bewegungen des Pferdes reagieren, wenn alle Sinnesorgane qualitativ hochwertige Informationen senden. Aus diesem Wissen heraus kann ich relativ schnell und unkompliziert an den wichtigen Stellen ansetzen, um den Sitz auf dem Pferd über die Bewegungssteuerung zu verbessern.

Doch schaue und denke ich seit dem Kurs „Mentale Systeme“ in der Neurofunktionellen Integration noch einmal anders. Sehr viel der aktuellen Leistungsbereitschaft und unserer mentalen Verfassung wird auch wenn den Meldungen aus unserem Innenleben beeinflusst.

Ich habe früher nur ganz peripher daran gedacht, dass die Qualität Ernährung, Schlaf und auch die Intensität unserer Bewegungen unsere Stimmung beeinflussen. Klar, dass wir besser drauf sind, wenn wir statt auf dem Sofa zu liegen und fernzusehen, draußen in Wald und Feld unterwegs sind. Aber wie das alles zusammenhängt und was das Gehirn für Voraussagen trifft, die unsere Gefühle und die Handlungsbereitschaft beeinflussen, ist außerordentlich spannend.

Ich bin dabei, das große Thema zu verstehen, zu verdichten und auch für Reiter anwendbar zu machen

Nur wenn ich etwas umfassend verstanden habe, kann ich es gut vermitteln. Mein Ziel ist es, Reiter und Kursteilnehmer verstehen zu lassen, worum es geht und dieses Verständnis mit  Aha- Erlebnissen zu füllen. Dann bleiben die Teilnehmer dran und forschen weiter Neuro-Logisch!. Deshalb werde ich meine Reitlehrertätigkeit auf den „Neuro-logisch!“ Fokus ausrichten. Wie ich das genau mache, habe ich als grobes Raster im Kopf. Details und buchbare Einheiten werden in dem Maße entstehen, in dem ich mit meiner Vorgehensweise klar bin.

Die „Denk Clever, Denk Neuro“ Idee hat bei mir schon vor einiger Zeit Einzug gehalten. Und zwar sowohl für Reiter, als auch für „normale“ Menschen und solche mit Bewegungsthemen. Einen ersten Eindruck kannst Du Dir auf meiner überarbeiteten Webseite Denkclever (Klick auf den Link) verschaffen.

Bis dahin musst Du nicht warten

Meine Neuro-Ausrichtung spiegelt sich schon seit längerem in meinen Kursen wieder. Die Planung für 2026 steht im Groben:

Gesunder Rücken für Reiter und Pferd
Gesunder Rücken für Reiter und Pferd

Die Fachgruppe Gesundheitssport mit Pferden startet in diesem Jahr wieder voll durch. Am 08.03.2026 sind wir mit dem Kurs „Gesunder Rücken für Reiter und Pferd“ in Stadthagen bei Hannover. Katja Lange von „Dressurreiten erleben“ und ich werden Licht ins Dunkel um die Frage „Die drei Fragezeichen: Rücken? Becken? Sattel? – wie passt das zusammen?bringen. Mehr Informationen und Anmeldedetails erhältst Du unter dem Link.

Mein Kurs „Besser Reiten mit Köpfchen“ in Stadthagen bei Hannover wurde von Februar 2026 auf den 05.12. und 06.12.2026 gelegt. Das ist das Wochenende, an dem die Messe „Passion Pferd“ in Hannover stattfindet. Wahrscheinlich werde ich das Seminar mit einem Messebesuch verbinden. Dann bin ich am Freitag schon fast da und kann Samstag und Sonntag unterrichten. So der Plan im Moment 😊

Kurse geben werde ich ab April 2026 wieder einmal im Monat „außerhalb“

Dafür reserviere ich mir ein Wochenende pro Monat, um meine Vorstellung von „Besser reiten“in Theorie und Praxis zu vermitteln. Die Termine bis Juli sind vergeben. Wer Lust hat, dass ich ab Ende August zu ihm auf die Reitanlage komme, darf sich sehr gerne per Mailbei mir melden.

Im Mai und Oktober sind zwei Termine für die neue Ergänzungsqualifikation Fitness und Gesundheit geplant. Vom 30.04.-03.05.2026 und vom 01.02.2026 – 04.10.2026 werden wir „Gesund Reiten für Reiter und Pferd“ für Einsteiger, Wiedereinsteiger und Profis vermitteln.

Die Fortbildung auf Rügen richtet sich an Trainer und Ausbilder.

Informationen und Anmeldung unter info@reiten-viervitz.de.

Das war es von mir aus dem Januar 2026. Die Weihnachtspause hat mir gut getan. Ich denke und sortiere noch und starte dann im März mit neuen Ideen für Neuro-Logisch!.

Eine schöne Zeit bis dahin mit und ohne Winterwetter,

Corinna von Reitclever

#denkclever,denkneuro #neuro-Logisch! #neurozentriertesTraining

#pferdeliebe #winter #landleben #ichliebemeinenjob

Die Dinge zusammenbringen nicht nur an Weihnachten, Neues von Reitclever Dez 2025

Wie immer am Ende des Jahres häufen sich die Termine. Familie, Weihnachtsfeiern und Pferde verlangen, dass ich die Dinge zusammenbringen möchte, die für uns alle wichtig sind. In diesem Jahr begann unsere Weihnachtszeit sehr stimmungsvoll: am Nikolaustag traute sich ein junges Paar, sich auf unserem Hof das „Ja-Wort“ zu geben. Die Braut aus China und der Bräutigam aus Südamerika schufen eine besondere Atmosphäre, die durch drei zu hörende Sprachen, Kerzen und Weihnachtsschmuck entstand.

Das gelebte Englisch, Spanisch und Deutsch spülte bei mir alte Erinnerungen hoch. Ich konnte mal ein bisschen Spanisch sprechen und habe mich, als meine Schimmelstute auf einer Poloanlage stand, viel mit den dort im Sommer arbeitenden Argentiniern unterhalten. Die werden im Frühjahr eingeflogen, damit sie die hier stehenden Polopferde für die  Saison fit machen. Wenn die Turniere in Europa vorbei sind, fliegen die Grooms wieder zurück und sind dann wieder zuhause im Polosport aktiv. Den Rahmen gibt der Polosport vor- wie sich die einzelnen Spieler und Trainer organisieren ist oft sehr individuell. Wie überall bestimmt auch das zur Verfügung stehende Budget, wie die Beteiligten die Dingen zusammenbringen.


Die Frage „Warum spreche ich eigentlich kein spanisch mehr?“ flackerte auf

Als Kind habe ich mit meinem Eltern im Familienurlaub zum ersten Mal in Spanien auf dem Pferd gesessen. Nach der Zeit damals auf der Poloanlage bin ich mit meinem Pferd in den Süden von Berlin gezogen. Ich wohnte in einer Wohnung bei meiner Familie auf dem Grundstück und die im März 31 werdende Flori zog in eine Box in die Nähe des Flughafens Schönefeld. Eine Woche später zog dort Amazone, unsere im April 30 werdende Haflingerstute ein. Dort baute ich meinen gesundheitsorientierten Reitunterricht, die Reittherapieschiene und bisschen Kleinmädchenfeeling auf. Wenn wir da um die Felder ritten oder im örtlichen Reitverein ein großes Turnier stattfand, war es wie in den Reiterferien. Ich habe die Zeit geliebt.

Heute ist der Flughafen Berlin Brandenburg im großen Rahmen in Betrieb. Das meiste unseres Ausreitgeländes gehört heute zum Flughafen.  Ich habe damals die dritte Stute im Bunde gekauft, meinen Mann kennengelernt, eine Familie gegründet und hier auf dem Hof ein Zuhause für uns alle geschaffen. Als sich abzeichnete, dass die Pferdedamen in Rente gehen, habe ich Reitclever gegründet. Die Kurse können online abgerufen werden oder ich fahre zu Kursen auf andere Anlagen. Als Referentin für die FN bin ich unterwegs, seitdem ich mein Funktionsgymnastikbuch für Reiter geschrieben habe. In den letzten Jahren war einfach kein Raum für Spanisch.


Doch es arbeitet in mir- wie kann ich meine eigenen Dinge zusammenbringen?

Unser seit 2010 auf dem Hof stattfindende Kunstgewerbemarkt wird 2027 volljährig. Auch mein Sohn wird es noch in diesem Jahrzehnt. Reitclever versetzt mich in die Lage, auch außerhalb unserer Hofmauern aktiv zu sein. Das genieße ich sehr. Unser alter Bauernhof ist mein Stützpunkt. Doch freue ich mich auch auf die Zeit, wo die Pferde mich nicht mehr so stark einbinden. Ich kann dann wieder reisen und werde sicherlich auch mein Spanisch reaktivieren.

Die Onlinefortbildung im Herbst hat mir gezeigt, dass ich manches noch einmal neu denken möchte. Reitclever wird mein Herzensprojekt bleiben, weil ich auch Pferde immer noch liebe. Die gerade erfolgende Ausbilderlizenzfortbildung des DOSB ermöglicht mir, in Zukunft auch nochmal andere Wege zu beschreiten. Wo es in letzter Konsequenz hingeht, wird sich zeigen. Aber ich spüre, dass überall und auch in mir gerade viel Bewegung ist.

Ich habe mein Buch „Neurozentriertes Training bei Morbus Parkinson“ überarbeitet und es am 23.12.2205 beim Verlag abgegeben. Zum Jahresende wird es noch einen Buchführungstag geben, aber der wird überschaubar. 

Nun haben wir Zeit, sind als Familie zuhause und werden zum 1. Weihnachtsfeiertag einen Großteil der Familie bei uns haben. Ich werde Freude treffen, mit den Pferden spazieren gehen. Die Damen werden 31, 30 und 26 Jahre. Wir hoffen alle, dass sie uns noch sehr lange begleiten. Trotzdem regt sich in mir die Frage nach dem danach.


Jetzt heißt es Weihnachten genießen- was hast Du an diesen besonderen Tagen vor?

Zum Jahresende kann man so schön Revue passieren lassen: was war gut, was ist verbesserungswürdig und wo will ich eigentlich hin? Mir bringen diese Überlegungen eine ganze Menge.
 

Ich wünsche Dir Ruhe, bereichernde Begegnungen und eine Idee, wo es Dich und Dein Pferd im nächsten Jahr hinführen wird! Der Rahmen bestimmt die Richtung, aber die eigenen Dinge zusammenbringen kann man nur selbst.


Genieße die Zeit und bis zum nächsten Jahr,


Corinna von Reitclever


 

Manchmal ist es magisch, Neues von Reitclever, November 2025

„Manchmal ist es magisch“ sagte ein ehemaliger Ausbilder von mir von Zeit zu Zeit. Damit meinte er Situationen, in denen Prozesse in Gang kamen, die man vorher nicht erwarten konnte. Das passierte vor allem dann, wenn „fremde“ Menschen in den Kurs kamen und behandelt wurden.

Ich hatte zwei Mal den Fall, dass die zu coachende Person gerade genau zu dem Vorgehen passte, was ich für die Prüfung vorbereitet hatte. Oder das Coaching nahm auf einmal eine Wendung, die für meine eigene Entwicklung an diesem Punkt förderlich war.

So ist es gerade wieder

Letzte Woche habe ich eine Onlinefortbildung beendet, die mein neues Projekt  DenkClever voranbringen sollte. Nach einer eleganten Kehrtvolte landete ich am Ende wieder bei ReitClever.

Wie ihr wisst, bündele ich seit 2019 Informationen und Kurse rund um gesundes Reiten für Reiter und Pferd. Es geht um körperliche Fitness, Beweglichkeit und Gleichgewicht auf allen Ebenen. Mentale Stärke und der Umgang mit Ängsten spielt genauso eine Rolle wie körperliche Baustellen, die ein ausbalanciertes Agieren behindern. Seitdem ich Neuro-Rider®- Trainerin bin, denke und schaue ich noch einmal anders auf den Sitz des Reiters. Mit wenig Aufwand kann man viel erreichen, wenn man an den richtigen Stellen ansetzt. So habe ich vor, mein Vorgehen auch in Richtung Neurofunktionelle Integration auszubauen.

Die aktuell wieder verstärkt aufflammende Diskussion, was ein pferdegerechter Umgang ist und wie weit man gehen kann und darf und ab wann Pferdesport nicht mehr tragbar ist, lassen mich zum wiederholten Male nachdenken, ob und wie ich den Weg als Trainerin weiter gehen möchte.

Wir Reitausbilder müssen den Rahmen setzen und zeigen, was tiergerechter Umgang bedeutet

Das beginnt bei Fütterung und Haltung, geht über eine passende Ausrüstung für beide Partner bis hin zu einem Training, was für Pferd und Reiter gesund ist. Doch ist das alles nicht neu – schon als Jugendliche dachte ich oft, dass ich eigentlich nicht wissen möchte, was hinter der einen oder anderen verschlossenen Reithallentür vor sich geht.

Die Diskussion kocht immer wieder hoch und erweckt den Eindruck, dass all das, was auf abscheulichen Videos zu sehen ist, der heutigen Zeit geschuldet ist. Das glaube ich ehrlich gesagt nicht. Die Technik, dass jeder ein einsatzbereites Smartphone in der Tasche hat und Dinge dokumentieren kann, die sich früher nur unauslöschlich in das eigene  Gedächtnis eingegraben haben, ist neu. Auch die Möglichkeit, Videos und Fotos über soziale Medien effektiv zu verbreiten, gab es früher nicht.

Doch wurde es schon immer brutal für ein Tier, wenn es andere Ideen hatte als der Mensch

Vor allem dann, wenn er es für seine eigenen Zwecke einsetzen möchte. Das beginnt bei Tierdressuren im Zirkus, Hund und Katze im Haushalt, die ihren Besitzer ärgern oder nerven und endet nicht zuletzt bei der Massentierhaltung für unseren Appetit auf Fleisch und Milchprodukte. Auch die Zustände in vielen Legehennenbetrieben sind alles andere als schön.

Ich zweifle immer wieder an, dass alle Reiter wirklich zu 100 % tierlieb sind. Denn wo sie Ihr eigenes Pferd in Watte packen und ihm so viel artgerechte Haltung ermöglichen, wie es zeitlich und finanziell machbar ist, sieht es beim Thema Milch oft anders aus. Da wird der billigste Tetrapack gekauft, der alles andere als gut für die Umwelt ist. Auch die Haltung der Schweine und Kühe für die Fleisch- und Milchproduktion ist nebensächlich. Wie viele Kälber dürfen bei Ihrer Mutter bleiben oder müssen mit Milchersatz in Zelten groß werden, damit die Frau  Mama weiterhin gut Milch gibt?

Solche Beispiele lassen sich unendlich fortsetzen. Und ja, viele Reiter sind Veganer oder Vegetarier. Damit haben sie sich eindeutig positioniert. Ich esse auch noch Fleisch und Eier. Immer wieder versuche ich davon wegzukommen, aber es gelingt mir nicht dauerhaft. Weil der Mensch physiologisch betrachtet eben doch ein Mischkostesser ist.

Meine Ausrichtung geht seit einiger Zeit weg vom normalen Reitunterricht

Manchmal ist es magisch. Vor allem dann, wenn völlig unerwartet Dinge passieren, die einen weiterbringen.

Viel mehr als Grundlagen zu vermitteln, interessiert mich „besser Reiten mit Herz und Verstand“ unter die Interessierten zu bringen. Bezieht man das Nervensystem mit ein, erreicht man eine feine Zusammenarbeit mit dem Partner Pferd auf einem eleganten Weg.

Da ich Pferde nach wie vor liebe und finde, dass man sie mit liebevollem Respekt behandeln muss, denke ich darüber nach, wie ich das in Zukunft an den Reiter bringe. Es geht mir um ein effektives Training mit Elementen aus dem neurozentrierten Training, was das Pferd entlastet.

Die Überlegung, das aktuell wieder viel diskutierte Thema „Pferdeliebe“ zu einem Neuro-orientierten Vorgehen zu platzieren, hat mich gedanklich auf neue Wege gebracht. Erst vor knapp zwei Wochen habe ich den Loop gefunden, Reitclever in zwei Pfade zu unterteilen. Zum einen wird es um Tools für Reiter gehen, die Ihr Pferd effektiv entlasten möchten. Zum Zweiten möchte ich das Auge von Trainern schulen und Ihnen Techniken an die Hand geben, mit denen sie schnell an der richtigen Stelle eine Verbesserung erreichen können.

Da kommt „Manchmal ist es magisch“ ins Spiel

Einen Tag nach unserem letzten Gruppencall in der Onlinefortbildung begann ein Ausbilderkurs für mich, in den ich kurzfristig reingerutscht bin. Erst war ich ein bisschen genervt, weil ich das Gefühl hatte, Flair und Ergebnisse der gerade abgeschlossenen Intensivgruppe sacken lassen zu wollen.

Unsere dritte Aufgabe in dem Ausbildermodul ist, in den folgenden drei Monaten eine Art Roadmap für ein geplantes Projekt zu entwerfen. Das kann eins sein, was wir schon mal unterrichtet haben oder etwas, was wir in Zukunft durchführen wollen.

Also werde ich mein geplantes „Train the Trainer Projekt“ unter die Lupe nehmen. 25 andere Reit-Ausbilder sitzen in diesem Kurs, die ich im Januar live in Moritzburg treffen werde. In diesem Zeitraum kann ich testen, ob meine Ideen überhaupt gefragt sind.

Und was sagt der Leiter meines Denkclever-Workshops dazu, als ich ihm diesen Zufall in einer Abschlussnote geschrieben habe? „Es zeigt einmal wieder: Vorbereitet sein trifft auf Impuls – führt zu neuen Dingen. Und ein Train the Trainer Projekt ist genau die Kirsche auf Deiner Neuro-Torte.“ Der Ausdruck Neuro-Torte gefällt mir gut.

Also habe ich zur Zeit eine ganze Menge im Kopf und das Gefühl, gar nicht so schnell hinterher zu kommen

Das kenne ich von mir schon. Aber ich lerne, erst den Weg gedanklich und organisatorisch frei zu machen, ehe ich losgaloppiere. Für Reitclever wird es eine Neuausrichtung geben. Ich werde Webseite und Kursmodule umgestalten, dass eine Schiene für Reiter und eine andere für Trainer ersichtlich wird. Online-Module, geführte Workbooks und Präsenzelemente sind angedacht, aber noch nicht spruchreif. Insofern kommt dieses Ausbilderzertifikat für mich zum denkbar besten Zeitpunkt. Ich kann meine Gedanken sortieren und in eine konkrete Richtung lenken.

Da ich immer wieder gefragt werde, wie man als Einzelperson bei mir reiten kann oder ob ich für den Unterricht auch auf andere Anlagen komme, denke ich über Videoanalysen nach. Das eigene Smartphone, was entsetzliche Dinge im Pferdetraining aufzeichnet, kann man auch nutzen, sich selbst zu filmen. Ob es dabei um ein körperliches Problem geht, was ich dann im Sinne eines Rider- Checks analysieren kann oder um ein Thema mit und auf dem Pferd, ist egal. Ich plane ein Vorgehen, in dem man mir ein Video schicken kann und auf das ich eine Lösung anbiete. Das könnte ein gezielter Trainingsvorschlag oder eine neurozentriertes Tool sein, was beispielsweise Koordination oder Gleichgewicht verbessert.

Wie findest Du das?

Wäre das für dich ein denkbares Vorgehen? Oder wo würdest Du Unterstützung brauchen, um ein angenehmerer Rucksack für Dein Pferd zu sein? Wenn Du magst, kannst Du mir sehr gerne auf diesen Newsletter antworten und eine Anregung senden. Das würde mich freuen.

Denn aktuell stelle ich noch einige Projekte fertig und gehe dann in die Weihnachtspause. Ehrlich gesagt bin ich schon ganz heiß, mit der Umgestaltung von Reitclever zu beginnen. Dabei wären Deine Ideen hilfreich, um an Euren Bedürfnissen zu bleiben.

Welches Projekt planst Du für dich oder dein Pferd im nächsten Jahr? Mache auch Deine Vorweihnachtszeit besonders, indem Du nicht nur ein paar bunte Kugeln aufhängst. Vielleicht kannst dann auch Du sagen: „Manchmal ist es magisch“.

Corinna von Reitclever

#manchmalistesmagisch

#Neurotorte

#Pferdeliebe

#besserreiten

#Fortbildung

#Weihnachten

Eine Frage des Blickwinkels, Neues von Reitclever Oktober 2025

Ausbildung von Reiter und Pferd ansetze ist nicht nur eine Frage des Blockwinkels, sondern der Fairness

Wie Einige von Euch wissen bin ich dabei, mein Konzept  für Reiter auch auf „normale“ Menschen auszuweiten. Unter dem Label „Denkclever- Neurotraining und Funktionsanalysen“ bin ich dabei, eine ähnliche Plattform zu schaffen wie Reitclever schon ist. Da Reiter anders ticken als Menschen mit Schmerzen oder Bewegungsproblemen, muss ich dabei anders vorgehen. Das Thema Gesundheit oder Krankheit, Flexibilität und die Bereitschaft, schnell zu schalten ist wahrscheinlich auch eine Frage des Blickwinkels. Reiter sind oft leidensfähig und auch motiviert, wenn es darum geht, sich FÜR das Pferd zu verändern.

Aus diesem Grund mache ich gerade eine zweimonatige Onlinefortbildung, die sich mit Konzeption, Positionierung und Marketing beschäftigt. Unsere erste Aufgabe bestand darin, einen kreativen Raum zu schaffen oder einen bestehenden Platz auf die neue Aufgabe vorzubereiten.

Unglaublich, was so ein Auftrag für Energie freisetzt

Meinen Schreibtisch und das angrenzende Fachbuchregal aufräumen, wollte ich schon länger. Aber was dann in Gang kam, könnte ich auch als Runderneuerung bezeichnen. Stundenlang räumte ich aus, sortierte und entschied, was „alt“ ist und was zu meiner Neuausrichtung passt. Vieles, was teilweise schon Jahre unangesehen in der Schublade lag, schmiss ich weg oder brachte es auf den Dachboden.

Das Ergebnis: ich habe tatsächlich einen anderen Fokus als vorher. Ich habe nebenbei auch den Kopf sortiert und mich gefragt, wo ich in Zukunft hinmöchte. Wenn Du gerade irgendwie unzufrieden bist und nicht so richtig weißt, wo es hingehen soll, kann ich Dir so eine Aktion nur empfehlen. Man muss sich aufraffen, aber zur Belohnung gibt es mehr Klarheit.

Dabei habe ich alte Unterlagen gefunden

Vieles, worüber wir heute reden, ist gar nicht neu. Bestimmte Diskussionen sind nur eine Frage des Blickwinkels. Schon in der immer wieder zitierten Heeresdienstvorschrift von 1912 geht es neben der Ausbildung des Pferdes vor allem um die des Reiters. Er musste damals viel mehr als heute fit sein, bevor er aufs Pferd durfte. Das heutige Voltigieren hat seinen Ursprung in der Ausbildung von Rekruten, die erst auf dem Pferd turnten, ehe sie reiten durften.

Das Thema Beweglichkeit es Reiters taucht auch in älteren Versionen der Richtlinien für Reiten und Fahren der deutschen Reiterlichen Vereinigung auf. So steht in einer Ausgabe „Grundausbildung des Reiters“ von 1997: „Nur aus dem ausbalancierten und losgelassenen Sitz heraus können richtige Hilfen gegeben werden. Nur richtig und bewusst eingesetzte Hilfen führen zum Erreichen des reiterlichen Gefühls und damit zu einer verlässlichen Einwirkung. Auch der fortgeschrittene Reiter darf nie aufhören, an den Sitzgrundlagen zu arbeiten.“

Fitness fuer Reiter und Pferd

In das gleiche Horn stoßen meine Mitschriften von alten Fortbildungen. So zum Beispiel die von der Bildungskonferenz 2018 der FN in Neustadt/ Dosse. In der bunt aufgemachten Broschüre für den Jubiläumskongress Gesundheit für Reiter und Pferd 2008 fand ich einen Artikel, in dem Matthias Bojer von der Sporthochschule Köln fragt: „Wie wichtig ist eigentlich die Fitness des Reiters?

Er definiert Fitness als Ausdauerleistungsfähigkeit, Kraft, Schnelligkeit, Flexibilität und Koordinationsfähigkeit. Bei Reitern sollten in meinen Augen Koordination und Flexibilität, Schnelligkeit und Ausdauer vor den Fertigkeiten für die Muskelkraft stehen.

Eigentlich steht das Wort Fitness für den sportwissenschaftlichen Begriff der Kondition

Matthias Bojer sagt, dass nur ein trainierter Reiter ein gutes Reitgefühl erfahren wird. Weiterhin betont er die Notwendigkeit eines reitspezifischen Ausgleichstrainings. „Jeder Reiter benötigt je nach Disziplin eine bestimmte muskuläre Fitness und Ausdauerfähigkeit.“

Dafür zu sorgen ist eine unserer Hauptaufgaben als Ausbilder im Gesundheitssport mit Pferden. In der Anfang Oktober 2025 auf Rügen stattgefundenen Ergänzungsqualifikation Fitness und Gesundheit ging es genau darum(Um ein Video von dem Kurs zu sehen, klick auf den blauen Link). Wir hatten immer wieder schöne Diskussionen, die im Kern die Aussage „Gesundheit ist Balance in allen Ebenen“ und „Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper“ trafen. Kurz gesagt gibt es nur drei Ansatzpunkte, um Reiten für Pferd und Reiter gesund zu gestalten: wir trainieren das Pferd, brauchen einen für beide Partner passenden Sattel und wir müssen uns auf dem Pferd so bewegen, dass Reiter und Pferd gesund bleiben. Für Susanne von Dietze („Balance in der Bewegung“) sind beim Lernen Sitz und Einwirkung nur theoretisch voneinander getrennt. Wenn dem Reiter die notwendige Kontrolle über seinen Sitz fehlt, muss er das über Krafteinwirkung kompensieren. Besser gesagt: fehlt es dem Reiter an Stabilität und Koordination muss er das durch unökonomische Bewegungen kompensieren. Oder er reitet das Pferd mit viel Kraftanstrengung.

Zum Glück findet aktuell ein Umdenken statt. Ob wir nur am Pferd ansetzen oder zuerst den Reiter fit fürs Reiten machen ist nicht nur ein Frage des Blickwinkels, sondern auch der Fairness dem Pferd gegenüber.

Auf dem Pferd erkennt man Zusammenhänge gut

Als ich am 16.10.2025 zur PM Veranstaltung in Bremen auf dem Schimmelhof (Für einen Einblick für die Veranstaltung klick auf den Link und schaue ein kurzes Video) war, hatte ich in der Demo ganz verschiedene Pferd- Reiter Paare zu analysieren. Von einer jungen Dressurreiterin auf ihrem Pony mit knapp 1,40m, über eine erfahrene Reiterin mit ihrem Jungpferd bis hin zu zwei großen Voltigierpferden mit einem Stockmaß von mindestens 1,80 m und ihren Reitbeteiligungen. Zum Ausgleich des geforderten Linksgalopps auf dem Zirkel sorgen diese Reiter im Schimmelhof bei jedem Voltipferd für Abwechslung im Training.

Die eine Reiterin hatte Schwierigkeiten, ihren eigenen Schwerpunkt über den des sehr großen Pferdes zu sortieren. Es war herausfordernd für sie, ökonomisch zu treiben. Ihr Wunsch hieß, am unruhigen Bein anzusetzen und das Pferd so konstanter vorwärts treiben zu können. Als wir ihre Balance verbesserten, wurde der Oberkörper länger und ihre Oberschenkel konnten besser aus der Hüfte heraus hängen. So bekam sie ihr Pferd mit ruhigerem Unterschenkel deutlich besser vorwärts. Sie brauchte erheblich weniger Druck, sobald sie sich selbst besser ausbalancieren konnte.

„Der Reiter, der in der Bewegung des Pferde mitschwingt, verlagert sein Gewicht gemeinsam mit dem Pferd und bewegt sich harmonisch und rückenfreundlich.“ (Susanne Dietze)

Ganz anders gelagert war die Frage des Blickwinkels bei den beiden mitreitenden Männern

Sie verbesserten die Geschlechterquote sofort, die im Breitensportbereich häufig zu Gunsten der Frauen ausschlägt. Von den fünf Reitern an diesem Abend ritten zwei Männer (21 und 44). Ich muss zugeben, dass ich dachte, als ich die Aufstellung der Reiter- Pferdpaare las, dass ich zwei sportorientierte Männer mit Springbügeln vorfinden würde. Dieser vorschnelle Gedanke war eine völlige Fehleinschätzung meinerseits.

Diese beiden waren keine Kurze-Bügel-Reiter und ritten überdurchschnittlich feinfühlig. Sie saßen mit langem Bein in einem Dressursattel- ich war beeindruckt. Beide waren tendenziell überbeweglich und nicht verkürzt in der Muskulatur… also alles andere als typisch. Ihre Lösung lag im Verstärken der Gleichgewichtssteuerung und im Spannungsaufbau im Oberkörper. Danach konnten sie ruhiger sitzen und auch ihre Hände besser einstellen. Die Übungen dafür waren für die bestens mitdenkenden Zuschauer eine Erweiterung des gezeigten Spektrums. Die Auswahl ging somit weit über Möglichkeiten zur Lockerung und Tipps für die Verbesserung der Koordination hinaus, so dass alle Beteiligten viel mitnehmen konnten. Auf Grund der Vielfalt der Teilnehmer war der Abend auch für mich spannend.

Nun geht es für mich wieder in die Konzeptarbeit

Was kann ich aus meinem Reitcleverprojekt mitnehmen und was muss ich in Hinblick auf Denkclever neu denken? Interessante Impulse bekam ich auf der Frankfurter Buchmesse.

Das ist ein Spektakel auf dem schönen, dicht an der Innenstadt gelegenen Messegelände mit Liveschaltungen ins Fernsehen. Diese Messe hat eine komplett andere Dimension als eine Reitsportmesse beispielsweise in Leipzig und bietet einen hohen Unterhaltungswert.

Anfang November gebe ich noch einen „normalen“ Reitkurs in Velten und dann wird es ruhiger bis Weihnachten. Zeit, das Gelernte umzusetzen 😊

Hab bis dahin eine gute Zeit,

Corinna von ReitClever

#pmseminar #fitnessfuerreiter #gesundreiten #gesunderrueckenfuerreiterundpferd #reitcleverontour #eqfitnessundgesundheit #gesundheitssportmitpferden

Bunt wie der Herbst, Neues von Reitclever September 2025 

So ein Fahrturnier kann bunt wie der Herbst sein

Der September begann bei mir bunt wie der Herbst. Ich folgte der Einladung eines Reitvereins im Süden von Brandenburg, um mir sein alljährliches Fahrturnier anzuschauen. Mein Hufschmied ist dort erfolgreicher Lokalmatador und ich wollte mir schon lange ansehen, wie er seine Ponys vierspännig durchs Gelände manövriert.

Das war wirklich spannend. Ich muss zugeben, dass ich wenig Ahnung von dem Ganzen habe. Nach dem Turnier habe ich erstmal meinen Hufschmied ausgefragt. Vom optischen Eindruck her gibt es unterschiedliche Fahrgespanne. Von weitem sehen sie bunt wie der Herbst aus, aber wenn man näher hinschaut, kann man deutliche Unterschiede erkennen.

Viele Pferde haben eine gut ausgeprägte Hals- und Hinterhandmuskulatur. Gerade die hinteren Zugtiere müssen ordentlich ackern, um den Vierspänner aus den Hindernissen heraus zu manövrieren und stabil zu halten. Die vorderen Beiden sind wendig und suchen den besten Kurs auf dem Geläuf. Andere Fahrpferde sind mir dahingehend aufgefallen, dass sie eine ordentliche Hinterhand, aber kaum Halsmuskeln hatten.

Man kann die Tiere also auch vor der Kutsche in Richtung Selbsthaltung trainieren oder sie von der Halsung her so laufen lassen, wie sie gerade möchten.

Auf jeden Fall war es für mich ein beeindruckender Tag

Wie aufmerksam und voller Energie diese Tiere das nächste Hindernis anziehen, war schön anzusehen: gespitzte Ohren, große Augen und Tempo in Richtung Startlinie. Jedes Hindernis besitzt eine Lichtschranke für Start- und Ziel, um die benötigte Zeit zu messen. Mein Hufschmied sagt, in so einer Anfahrt sind seine Ponys kaum zu bremsen: Sie bauen dann so einen Druck auf die Leinen auf, weil sie los wollen, dass er alle Hände voll zu tun hat.

Die Stimmung war super und es war toll zu sehen, wie die Zuschauer von Aufgabe zu Aufgabe mitgewandert sind, um ihre Helden zu unterstützen. Da wird gerufen, geklatscht und gesungen- allerdings nicht so laut wie in einer Voltigierhalle bei einem wichtigen Championat. Doch war es eine bemerkenswerte Erfahrung mit vielen Eindrücken- bunt wie der Herbst.

Genauso schön wird es hoffentlich nächste Woche auf Rügen

Über den dritten Oktober hinweg läuft deutschlandweit die erste Ergänzungsqualifikation „Fitness und Gesundheit“ nach der Reform dieses Ausbildungsgangs. Für Martina Hermann und mich wird es eine interessante Aufgabe als Kursleitung. Die Reitschule Viervitz auf Rügen ist breit aufgestellt und Gesundheit und Fitness sind dort schon seit langen Jahren ein Fokus. Es geht immer um ein faires Miteinander- ob gegenüber den Pferden und auch unterhalb der Schüler. Dort ist es völlig egal, ob Reiter mit Handicap zur Therapie kommen oder mit den Pferden einen guten Tag erleben möchten. 

Ort und Zeitpunkt sind ideal, um Zeichen für gutes und einfühlsames Reiten zu setzen. Der Blick liegt auf Gesundheitssport mit Pferd– was bedeutet, dass es für das Pferd auch gesund sein sollte. Dabei werden alle Aspekte berücksichtigt, die der Umgang mit unserem tierischen Partner bietet.

Ich werde nicht müde, zu betonen, dass gutes Reiten angewandter Tierschutz ist. Je balancierter sich der Reiter auf dem Pferderücken bewegt und je weicher er sich den Bewegungen des Tieres anpassen kann, desto angenehmer ist er zu tragen. Nur dann erledigt auch das Pferd seinen Job mit Spaß. Also ist der Schwerpunkt auf einen lockeren Sitz gut für alle Beteiligten. So freuen wir uns sehr auf den Kurs und werden sehen, wie gut wir unsere Vorstellung von gutem Reiten weitergeben können.

Genau um diesen Fokus geht es für mich auch Anfang November in Velten

Am 01. und 02.11.2025 bin ich wieder im Hengstresort Velten. Zum 4. Mal bin ich dort als Trainerin eingeladen und die Reiter sind jedes Mal sehr motiviert. Es geht am Samstag um die Lockerheit im Körper des Reiters: „Einmal durchmobilisieren und rauf aufs Pferd“ drückte es eine Trainerkollegin aus, die bis jetzt für alle meine Kurse dort aus Storkow angereist ist. Sie verlädt Ihr Pferd und fährt über den Ring mal eben knapp 100 Kilometer, um an diesem Kurs teilnehmen zu können. Die Mischung aus Theorie, praktischen Übungen für den eigenen Sitz ohne Pferd, die dann auf dem Pferderücken zu einem deutlich besseren Ergebnis führen, scheinen ein gutes Konzept zu sein. Am Sonntag kümmern wir uns nach demselben Schema um die motorischen Fähigkeiten Koordination und Gleichgewicht, die man über die Steuerung von Augen und Halswirbelsäule gut beeinflussen kann.

Wenn Du neugierig geworden bist, kannst Du Dir Eindrücke von so einem Kurs in diesem Video anschauen (Klick auf den Link). Urlaubs- und krankheitsbedingt gibt es noch freie Plätze. Dein Pferd könntest Du für das Wochenende auf einem Gastpaddock unterbringen, so dass ihr beide etwas davon habt. Für mehr Informationen schreib an Corinna.Jungblut@reitclever.de.

Vorher referiere ich in Bremen zu meinem Lieblingsthema

PM Seminar in Bermen Schimmelhof

Am 16.10.2025 bin ich für die Persönlichen Mitglieder der FN auf dem Schimmelhof bei Bremen. Es geht in Theorie und Praxis um das Thema Mittelpositur und auch dort freue ich mich besonders auf die Pferd und Reiter- Paare. Mit für mich fremden Reitern ist es besonders spannend, die wichtigsten Sitzauffälligkeiten herauszufinden und dort anzusetzen.

Wenn man die Reaktionsweise des Nervensystems mit einbezieht, zeigt sich schnell eine Veränderung, von der Pferd und Reiter profitieren. Der Reiter sitzt nach einer neuroathletischen Intervention lockerer, so dass sich das Pferd entspannen und im Rücken besser mitschwingen kann.

Zeitlich wird das eine Herausforderung, aber ich liebe Abwechslung

Am 17.10.2025 bin ich nachmittags zu einer Veranstaltung auf die Frankfurter Buchmesse eingeladen. Ich muss dann vor allem im Kopf schnell umschalten, denn am Samstag, den 18.10.2025 signiere ich dort in Halle 3.0, Stand C 97 mein Buch „Neurozentriertes Training bei Rückenbeschwerden“. Das ist im Februar dieses Jahres im TRIAS Verlag erschienen. Im Amazon Ranking liege ich momentan Zeit auf Platz 86 beim Thema „Rückenbeschwerden“ -bekommen wir das auch noch unter die Top 10?

Genug Zeit zur Vorbereitung habe ich dann im ICE, der mich hoffentlich störungsfrei von Bremen nach Frankfurt/ Main bringen wird.

Wenn Du Lust hast, mich zu treffen oder vielseitige Eindrücke zu sammeln, kannst Du am 16.10. 25 nach Bremen oder am 18.10.25 nach Frankfurt kommen. Ich freue mich über jedes bekannte Gesicht und auf viele Erlebnisse, die so möglicherweise bunt wie der Herbst sind.

Bis dahin, bleibt gesund!

Corinna von Reitclever

#gesundreiten #pferdeliebe #hochwertigesWissenfuerReiter #teamgesundheitssport

#autorinnenleben #fortbildung #denkclever #denkneuro

#neurozentriertesTraining #reitcleverontour #frankfurterbuchmesse

#fahrsport #reitvereinsonnewalde

Fitness und Gesundheit im Reitsport

Fitness und Gesundheit im Reitsport

Gestern bei einer Geburtstagsfeier: „Cool, Du machst Karate- welchen Gurt hast Du? Den Braunen? Dann musst Du ja viel Sport machen… Trinkst Du Alkohol? Rauchst Du oder nimmst Du sonst irgendetwas…?“ Das Gespräch drehte sich im weitesten Sinne um Fitness und Gesundheit.

Die detaillierten Fragen kamen von einer mehr als molligen Mittzwanzigerin, die kurz vorher kundtat, ab November wieder häufiger ins Gym gehen zu wollen… Ihr jetziger Vertrag sei ausgelaufen, sie sei sowieso schon länger nicht mehr hingegangen. Was auch immer sie dazu bewog, ihrem männlichen Gegenüber von Anfang Zwanzig diese Fragen zu stellen. Sie hat die wesentlichen Kernaussagen verstanden: Wenn ich (im Sport) etwas erreichen möchte, muss ich motiviert sein. Nur wenn ich etwas übe oder das auch über einen längeren Zeitraum regelmäßig mache, habe ich Erfolg.

Mir fehlte noch die Frage nach der Ernährung im Katalog, aber das Erkundigen nach Alkohol, Zigaretten oder sonstigen Mittelchen lässt die Vermutung zu, dass die Dame weiß, dass sportliche Leistungsfähigkeit auch an der Zufuhr hängt. Zumindest wirken Noxen oder die Aufnahme von giftigen Stoffen weniger Leistung steigernd.

Das Wissen über Fitness und Gesundheit scheint bei den meisten vorhanden zu sein

Das lernt man ja auch irgendwie in der Schule. Facebook, Insta und die Medienwelt sind voll von Videos und Anzeigen selbst ernannter Fitnessgurus und Ernährungsberater. Wir Reiter wissen, dass unser Sportpartner uns zu Bewegung und gesunder Ernährung motiviert. Jedes Kilo, was ich weniger wiege, muss mein Pferd weniger tragen.

Wir können unsere Lieblingsbeschäftigung so gestalten, dass sie gut für uns und die eigene Fitness und Gesundheit ist. Sobald wir auf dem Pferd Sitzfehler korrigieren und die Mittelpositur elastisch halten, wird unser Sport gesund. Reiten aktiviert die körpereigene Stützmuskulatur, alle Gelenke werden leicht bewegt, was Knorpel und Gelenkgewebe gut tut. Gestaltet ein Reiter seine Vorbereitung so, dass er die wesentlichen Systeme für Koordination und Gleichgewicht anschaltet und wichtige Körperteile lockert, macht er alles richtig.

Wir sollten noch berücksichtigen, dass Reiten ein Ausdauersport ist

Die zur Zeit am meisten empfohlene Ernährung scheint die nach ketogenen oder low Carb Gesichtspunkten zu sein. Damit kann man punkten, wenn man abnehmen oder bestimmte Krankheitsprozesse im Körper zum Stillstand bringen möchte.

Doch ist in meinen Augen eine ausgewogene Mischkost sinnvoll. Anhand der Darmlänge kann man den Menschen zu den Allesfressern zählen. Und er sollte sich auch so vielfältig wie möglich ernähren, um dem Körper so verschiedene Bausteine wie möglich zur Verfügung zu stellen. Mehr darüber kannst Du in einem älteren Artikel von mir „Ernährung für Reiter“ nachlesen.

Gerade Aminosäuren, also Eiweißbausteine, sind wichtig, um den eigenen Stoffwechsel zu unterstützen, Muskeln und Nerven aufzubauen und Botenstoffe zu bilden. Anders als man oft denkt, kann man diese Eiweißbausteine auch über Hülsenfrüchte, Spinat und Nüsse oder Kürbiskerne zu sich nehmen. Man muss nicht täglich Eier oder Fleisch essen. Für einen guten Stoffwechsel ist noch eine Versorgung mit Omega 3 Fettsäuren, das gute alte Vitamin F, entscheidend. Omega 6 Säuren nimmt man beinahe automatisch zu sich. Wenn man kein Fisch oder Fischöl essen möchte, was ich sehr gut verstehen kann, stellt Algenöl die Versorgung mit essentiellen Fettsäuren sicher. Das bekommt man in unterschiedlichen Qualitäten auch beim gut sortierten Drogeriemarkt deines Vertrauens. Weiterhin ist es sind ungesättigte Fettsäuren auch in Leinsamen oder Walnüssen enthalten.

So oder so ähnlich war bestimmt das Gedankenkonstrukt im Kopf der fülligen Fragestellerin am Tisch gestern 😉

Wenn Du mehr für Deine Fitness und Gesundheit tun möchtest

Vom 02.10.- 04.10.2025 unterrichte ich auf Rügen eine Ergänzungsqualifikation „Fitness und Gesundheit“ für Trainer. Für Kurzentschlossenen gibt es noch freie Plätze: Information und Anmeldung unter dem Link und unter info@reiten-in-viervitz.de.

Am 01. und 02.11.2025 bin ich zum Kurs „Mobilität im Körper des Reiters“ im Hengstresort Velten. Am Sonntag kümmern wir uns um Koordination und Gleichgewicht mit einem angepassten Augentraining. Auch dort gibt es noch freie Plätze. Wenn Du mitmachen möchtest, schreib eine Mail an Corinna.Jungblut@reitclever.de.

Einen bewegten Start in den Herbst wünscht,

Corinna von Reitclever

#fitnessundgesundheit #mehrwissenfurreiter #ernaehrungfuerreiter #reitenmachtgluecklich #besserreiten #trainthetrainer #reitcleverontour

Eine Frage der Koordination, Neues von Reitclever August 2025

Eine Frage der Koordination, Neues von Reitclever, August 2025

Der August ist für mich ein erstaunlicher Monat: meist sind um ihn herum Sommerferien. Dann wechseln sich Badetage und Arbeitsphasen bei mir ab. Ich bin weniger in der Praxis, dafür aber mit Mann und Sohn viel bei uns auf dem Hof. An jedem dritten Samstag im August findet unser alljährlicher Kunstgewerbemarkt statt. Wie immer bin ich fasziniert, wie schnell aus einem leeren Hof ein buntes Marktgeschehen entsteht. Noch viel schneller geht der Abbau vonstatten- kurz nach dem Trubel erscheint die Hoffläche auf einmal leer und verwaist.

Morgens bauen wir die Verkaufsstände für Brote, Kuchen, Grillwürste und Getränke auf. Das muss bis mittags geschehen sein, denn dann kommen die Aussteller auf den Hof gefahren. Sie haben ihre Waren, Tische, Stühle und Zelte im Gepäck, aus denen sie mitunter wunderbare Stände zaubern. Manche Kunstgewerbler sind dabei sehr versiert und gehen strategisch und effektiv vor. Andere haben noch nicht so viel Erfahrung oder sind schon älter und brauchen nicht nur mehr Zeit, sondern auch mehr Platz, um beispielsweise ihr Auto auf dem Hof zu wenden. Dass es dabei keine Blechschäden gibt, wundert mich immer wieder aufs Neue. Nachmittags ist der Hof bunt: überall wuseln Menschen umher. Schön ist das anzusehen!

Wie beim Reiten ist Erfahrung auch eine Frage der Koordination

Erfahrene Aussteller wissen genau, was sie wie in ihrem Auto verstauen und was wo auf dem Tisch am besten aussieht. Wenn Du schon mal mit deinem Pferd verreist bist oder mit 6 anderen Personen in einem Bulli zum Campen warst, weißt Du, was ich meine. Je häufiger man die viel zu vielen Einzelteile in einen sehr klein erscheinenden Kofferraum packt, desto schneller findet sich eine praktikable Anordnung, die jeden Millimeter Stauraum nutzt.

Beim Reiten ist das ähnlich- es ist beispielsweise sinnvoll, erst zu putzen und dann zu satteln. Nachgurten macht man am besten bevor man aufsteigt. Auf dem Pferd geht die Aufrichtung des Oberkörpers leichter, wenn man zuerst die Gesäßknochen symmetrisch belastet und dann das Becken in die dafür erforderliche Mittelposition bringt. Ein erfahrener Reiter denkt nicht darüber nach, er tut das einfach.

Doch was passiert, wenn ein erfahrener Reiter einen Fehler in die Bewegungssteuerung eingebaut hat?

Das ist sehr viel häufiger, als man denkt. Unser Gehirn arbeitet sehr ökonomisch und will uns immer vor Schaden schützen. Hatte man zum Beispiel mal eine Bandscheibensymptomatik oder wurde am Knie operiert, bleibt oft eine Schonhaltung bestehen. Das Gehirn „weiß“ nach dem Unfall nicht, dass die verletzte Stelle wieder einsatzbereit ist. Denn ihm fehlen  aktuelle Meldungen aus diesem Bereich. Durch die Entzündungsreaktion ist es oft noch auf dem Stand von vor der Operation oder der Heilungsphase. So erhält das Gehirn sicherheitshalber den bestehenden Schonzustand und es steuert andere Muskeln an, um das noch nicht gesund geglaubte Gelenk zu schützen. Man agiert mit angezogener Handbremse, weil man dem operierten Gelenk nicht ganz traut, und fragt sich, ob es hält oder nicht, wenn man irgendwo herunter springen möchte.

Um das Vertrauen in die ehemals verletzte Stelle wieder herzustellen, muss man intensiv mit der Wahrnehmung arbeiten. Nur dann kann die tiefensensorische Steuerung ihre Arbeit wieder aufnehmen. Sonst bleibt ein schwarzes Loch in der Datenlage aus dem „Problemgebiet“ bestehen.

Interessanterweise hatte ich vorletzte Woche zwei Reiterinnen in der Praxis, die schon seit ihrer Kindheit reiten. Sie haben seitdem nie richtig aufgehört, so dass die motorischen Programme fürs Reiten gut automatisiert sind. Beide sind in den letzten Jahren operiert worden- allerdings aus ganz unterschiedlichen Gründen und an verschiedenen Stellen: die eine am Becken, die anderen am Gesichtsschädel.

Trotzdem haben beide auf dem Pferd deutliche und ähnliche Auffälligkeiten in der Sitzhaltung. Sie sitzen beide schief vom Becken her und haben Schwierigkeiten, den linken Gesäßknochen zu belasten. Das führt im Falle der einen Reiterinnen zu einem ziemlich verdrehten Oberkörper, wenn es rechts herum geht. Als Reaktion auf die unkoordinierten Hilfen läuft das Pferd rechts herum über die Schulter weg oder galoppiert schwerer an. Bei der anderen Reiterin ist die Schiefe weniger ausgeprägt. Sie sitzt eher „über dem Pferd“ als „drin“, um fein abgestimmte und dem Pferd verständliche Gewichtshilfen geben zu können.

Beide wiesen in der Behandlung ähnliche Steuerungsprobleme auf

Aus meiner Erfahrung heraus weiß ich, dass die Steuerung der Koordination über die Brustwirbelsäule läuft. Weiterhin entscheidet in der Frage der Koordination das Kleinhirn. Es braucht während jeder Aktivität topaktuelle Informationen aus dem Bereich, der arbeitet, um als Feedbackschleife die Ausführung korrigieren zu können: springt das Pferd den Wechsel durch oder springt die Hinterhand nach? Muss ich mehr oder weniger treiben, oder es gerade richten? Vielleicht sollte ich nachgeben, wenn die Halsung des Pferdes nicht gut ist?

Diese Fragen kommen so schnell auf, dass ein guter Reiter intuitiv reagiert. Es sei denn, der Trainer gibt Anweisungen von außen, die ihn bewusst handeln lassen. Wir haben auf dem Pferd nur ein sehr kleines Zeitfenster für die Hilfengebung. Um in einer Wendung oder bei einem Tempowechsel Haltung zu bewahren, müssen wir schnell reagieren,. Dafür braucht es in jeder Phase der Pferdebewegung so viele Steuerungsimpulse an vielen Stellen im Körper des Reiters, dass er sie unmöglich alle bewusst geben kann. Vor allem die Gleichgewichtsfunktion wird reaktiv geschaltet- wir handeln meist intuitiv, um nicht vom zu Pferd fallen.

Mit beiden Reiterinnen habe ich mit neurofunktioneller Integration gearbeitet. Wie es zum Thema passt, lagen die meisten „Lösungen“ für ein bestehendes Schaltungsproblem im Bereich des Kleinhirns. Ich liebe es, wenn sich die theoretischen Überlegungen in der Praxis bewahrheiten. Dann grinse ich über das ganze Gesicht, weil der Körper uns sagt, wie es geht. Wir müssen ihm nur zuhören. Im Anschluss bekamen beide ähnliche Übungen für ein sensomotorisches Training. Sie sollen ihnen helfen, auf dem Pferd beide Gesäßknochen gleichmäßig zu belasten. Nur so können sie stimmige Gewichtshilfen einleiten.

Nun ist der August fast vorbei und ich bin mit meinem Sohn ein paar Tage an der Ostsee

Bei 22 Grad Lufttemperatur und Wind ist es für mich nicht nur eine Frage der Koordination schnell aus dem Wasser in die wärmende Sonne zu kommen. Ich bin eine Frostbeule und bade im Gegensatz zu meinem Sohn eigentlich nur bei 28 Grad aufwärts in der Ostsee. Aber wenn Dir so richtig kalt und die Haut rot vom kalten Wasser ist, kannst Du das Thema Wahrnehmung und Anregung der Tiefensensibilität als erledigt abhaken. Du kannst diese Reize auch gezielt für Dein Körperthema einsetzen.

Wenn Du dazu praktische Anregungen brauchst: Am 16.10.2025 bin ich für ein PM – Seminar zum Thema “Besser Reiten- locker bleiben in Hüfte Knie und Rücken“ (Das ist mein aktuelles FN- Buch: Klick für mehr Informationen auf die Links) im Raum Bremen auf dem Schimmelhof. Dort war ich zuletzt als Jugendliche auf einem Voltigierturnier- so schließen sich Kreise.

Geht es Dir eher um Fitness und Gesundheit ist vielleicht Anfang Oktober die gleichnamige Ergänzungsqualifikation etwas für Dich. Sie findet vom 02.10.- 05.10.2025 auf Rügen in Viervitz statt. Informationen unter dem Link und Anmeldung unter info@reiten-viervitz.de.

Um das Thema gesunder Rücken von Reiter und Pferd und den für beide passenden Sattel geht es am 09.11.2025 in Stadthagen bei Hannover. Die Organisation erfolgt über die Fachgruppe Gesundheitssport mit Pferden – Anmeldungen an vorstand@gesundheitssport-mit-pferden.de.

Nimm´ die Herausforderung an und rücke Deine Tiefensensibilität ins Visier- dann klappt es auch mit der Wechseln 🙂

Einen schönen Spätsommer wünscht,

Corinna von Reitclever

#koordination #reitclever #mehrwissenfuerreiter #gesundreiten #gehirnundnervensystem #sommer #sommerferien #ostseeliebe