Kategorie: Wissenswertes

Der Darm des Reiters und die Mittelpositur

Hast Du Dich schon einmal gefragt, wo der Darm des Reiters eigentlich liegt?

Der Darm des Reiters
Der Darm des Reiters, I-Stock Fotos

Er sitzt genau in unserer Bewegungszentrale der Mittelpositur.

Für eine gute Bewegungsfunktion ist es sinnvoll, sich mit seiner Gesundheit zu beschäftigen.

Auf der Abbildung siehst Du, dass er sich im ganzen Bauchraum ausbreitet und der Enddarm, der vor allem für die Ausscheidung verantwortlich ist, im unteren Becken liegt.

Funktioniert der Darm gut, merkt man meist nichts von ihm bis zu dem Moment, wo er sich entleeren möchte. Verdauung wird von unserem vegetativen oder autonomen Nervensystem gesteuert. Sollte man ihn also spüren, kann man davon ausgehen, dass gerade etwas schief läuft.

Kennst Du richtig starke Bauchschmerzen?

Heftigen Durchfall, eine handfeste Verstopfung oder neigst Du zu starken Regelschmerzen? Dann ist Dir bewusst, dass man in diesem Fall ähnlich wie ein Pferd mit Kolik sehr angespannt ist.

Denn das dazugehörige Organgewebe zieht sich zusammen und zerrt dadurch an seinen Aufhängungen. Das äußert sich vor allem in der Mobilität im Beckenbereich, denn die Bauchorgane sind mit Bindegewebe an Wirbelsäule, Becken oder Kreuzbein befestigt. Bei Problemen dieser Organe wird also sowohl die Beweglichkeit der angrenzenden Gelenke als auch die Muskelfunktion beeinträchtigt.

Besonders der große Hüftbeugemuskel, der Psoas- Major, reagiert auf Unregelmäßigkeiten im Bauchraum gerne mit Verspannung. Er ist für die Beweglichkeit von Hüfte und Lendenwirbelsäule und damit für Reiter enorm wichtig: ist er angespannt, kann man in der Mittelpositur nicht locker mitbewegen.

Also ist es sinnvoll, sich für einen guten Sitz auch mit der eigenen Ernährung zu beschäftigen. Nicht nur mit einem stimmigen Calcium- Phosphor- Verhältnis oder der idealen Zusammensetzung eines Mineralfutters für das Pferd. Das können wir Reiter gut.

Dagegen stopfen wir in uns selbst manchmal unüberlegt all das in uns hinein, was schmeckt. „Richtig“ zu essen ist auch nicht leicht. Kaum etwas wird so emotional diskutiert wie eine optimale Ernährung. Für mich gibt es gute Gründe, ein Veganer, Vegetarier oder Lakto- Vegetarier zu sein. Auch gibt es Menschen, die Grünzeug lieber den Tieren überlassen, damit ihr Fleisch delikater schmeckt.

Mir geht es hier nicht um einen Glaubenskrieg, sondern eher um einen Denkanstoß.

Es gibt unterschiedliche Angaben in der Literatur, aus der ich das für uns Wichtigste herausstellen möchte: Wir Menschen sind Allesfresser. Fleischfresser haben einen recht kurzen Darm, damit das Fleisch auf dem Weg durch den Verdauungstrakt nicht beginnt, zu faulen. Recht kurz heißt in diesem Zusammenhang zwei bis dreimal so lang wie der gesamte Körper des Besitzers.

Die Ernährungspyramide,
Bildnachweis I-Stocks-177091305

Unser Dünndarm ist ungefähr 5 Meter lang, der Dickdarm einschließlich Enddarm misst noch einmal 1,5 Meter. Ein Pferd hat ca. 20 Meter Dünndarm, um aus Gras ausreichend Energie und Nährstoffe gewinnen zu können. Also kann man den Mensch anhand seiner Darmlänge weder als ein reinen Fleischesser noch als Veganer einordnen.

Eher sind wir für eine Mischkost gemacht. In meinen Augen ist es sinnvoll, mit der Basis der abgebildeten Lebensmittel in der Ernährungspyramide den größten Teil des eigenen Tellers zu befüllen. Die obersten Stockwerke sollten im Umkehrschluss den kleinsten Anteil auf dem Teller bilden.

Auch finde ich wichtig, dass wir der Fahrt aufnehmenden Klimakrise ins Auge blicken

Welche Produkte gibt es aus der Region, die nicht zum Verzehr um die halbe Welt transportiert werden? Kiwis aus Neuseeland, Nektarinen aus Griechenland, Kaffee und Bananen aus Südamerika sind die Realität im Supermarkt. Auch dort gibt es Bio – Früchte und Produkte mit dem Demeter- Siegel. Das bezeichnet die höchste Güteklasse einer ökologischen Produktion.

Sicherlich ist das teurer im Einkaufswagen. Doch geht eine billige Herstellung immer zu Lasten der Natur und derjenigen, die in dieser Produktion arbeiten. Besser ausgedrückt wie teuer wird wohl Pferdehaltung, wenn die Entwicklung der Futter- und Energiepreise auf Grund des Klimawandels so weiter geht?

Die Dosis macht das Gift

Unser inneres Milieu kann durch den Verzehr großer Mengen Obst genauso übersäuern wie durch die übermäßige Aufnahme von Zucker.

Kohlehydrate sorgen für eine gute Ausdauerfähigkeit. Zu viele Kohlehydrate machen satt, faul und irgendwann auch dick. Insofern würde ich immer an der Gesamtmenge ansetzen, anstatt durch Vermeiden bestimmter Nahrungsmittel, Mangelerscheinung zu provozieren.

Je abwechslungsreicher man isst, desto mehr Nährstoffe bietet man dem Körper an. Dabei sind Unverträglichkeiten natürlich eine andere Geschichte.

Eine gute Ernährung soll den Stoffwechsel flexibel machen. Dabei spielt das Verhältnis von Energiezufuhr und Energieverbrauch die entscheidende Rolle. Bis heute gibt es keinen Inhaltsstoff oder eine Zauberformel, die einen mehr essen lässt, als man verträgt. Wenn eine gute Ernährung auch Abnehmen beinhalten sollte, muss man dieselbe umstellen oder seinen Appetit zügeln.

Folgende Fragen können hilfreich sein, dich auf die richtige Spur zu führen:

1) Wie angenehm und wie gut hat sich das Essen kauen lassen?

Intensives Kauen löst ein Befriedigungsgefühl aus. Was man nur schluckt, macht später satt.

2) Wie lange bist Du satt geblieben?

Es gibt Nahrungsmittel, die lange vorhalten und welche, die schnell wieder Hunger spüren lassen. Ballaststoffreiche Nahrung braucht länger, ehe sie in ihre Bestandteile zerlegt ist und macht nicht nur satt, sondern bringt auch Energie und viele Nährstoffe.

3) Nach welchem Essen fühlt sich dein Bauch angenehm und warm an?

Anders gefragt, wann fühlt er sich nach dem Essen fest oder kalt an?

4) Welche Speisen machen dich müde und welche bringen Dir eine gute Leistungsfähigkeit?

5) Hast Du manchmal nach dem Essen Durchfall oder Verstopfungen?

Das könnte ein Hinweis sein, dass Du irgendetwas nicht gut verträgst.

Mit diesen Fragen bekommst Du ein Gefühl für Dich und deine Verdauung. Über den Weg zu einer besseren Ernährung veränderst Du den Zustand deiner Mittelpositur. Dabei geht es immer auch um dein individuelles Wohlbefinden.

Vielleicht zeigt Dir auch dein Pferd die Richtung, wenn es mit Dir zufrieden ist, indem es im Rücken besser mitschwingt. Denn je besser deine Nahrungsverwertung funktioniert, desto lockerer schwingst du im Sattel mit. Das tut Ihr beide nur, wenn Euer Darm gesund ist 😉

Egal, wohin Du innerlich tendierst, lass´ Dir Zeit damit. Vielleicht bist mit deiner Figur zufrieden, liebst deine tägliche Schokolade und richtest den Fokus nur auf eine gesündere Ernährung.

Veränderungen braucht Zeit! Nach einer Entscheidung wirklich durchzuhalten und bei einer Versuchung nicht schwach zu werden, ist manchmal schwer. Ein Anreiz dafür ist möglicherweise, dass Du deinem Pferd weniger schwer vorkommst, wenn Du mit einer lockeren Mittelpositur reitest.

Viel Erfolg beim guten Mitschwingen,

wünscht Corinna von Reitclever

#ErnaehrungfuerReiter

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#MehrWissenfuerReiter

Wisst Ihr dass Augen und Gleichgewicht zusammen gehören?

Augen und Gleichgewicht gehören funktionell zusammen
Wie steht es um Dein Gleichgewicht?

Dass man fehlende Balance über seine Augen kompensiert ist wahrscheinlich vielen Menschen bekannt.

Denn diese melden als Sinnesorgan ihre eingehenden Informationen an das Gehirn. Aus diesen Meldungen und anderen aus dem Körper über Lage im Raum, jeweilige Muskelspannung und einwirkende Kräfte baut das Gleichgewichtszentrum dann eine Reaktion. Die dann via Nervenimpulse an die ausführenden Muskeln gesendet wird.

Denn das Halten des Gleichgewichtes ist vorrangig eine Bewegungsreaktion, die den Kopf oben halten soll. Weil das Gehirn das wichtigste Organ ist, besteht immer oberste Priorität, den Kopf zu schützen.

Auch sorgt diese Reaktion automatisch dafür, dass die Augen horizontal eingestellt werden. Damit man sich weiterhin orientieren kann. Augen und Gleichgewicht sind also eine Funktionseinheit.

Wenn sich das Gehirn nicht auf die Rückmeldungen aus dem Körper verlassen kann, verlässt es sich auf die Informationsaufnahme der Augen. Über die bildhaften Informationen werden dann die notwendigen Körperreaktionen gesteuert.

Und? Wie steht es um Dein eigenes Gleichgewicht?

Das kannst Du ganz leicht testen, indem Du Dich ungefähr hüftbreit auf beide Beine stellst. Die Füße stehen parallel und die Fußspitzen zeigen nach vorne. Dann hebst Du ein Bein etwas nach vorne in die Luft und schaust, ob Du eine Minute so stehen bleiben kannst.

Klappt das? Dann lächelst Du jetzt wahrscheinlich 🙂

Aber dann mach denselben Test, indem Du die Augen schließt, wenn Du auf einem Bein Dein Gleichgewicht gefunden hast. Natürlich auch jeweils mit dem anderen Bein.

Und? Stehst Du immer noch so sicher?

Wahrscheinlich nicht… Dann hast Du eine Aufgabe für die nächste Zeit.

Denn man kann sich auf einem bewegten Pferd nur dann gut ausbalancieren, wenn man sich sicher in seinem eigenen Körper fühlt.

Nur wenn Du mit Dir selbst im Gleichgewicht bist, kannst Du auch die Bewegungen des Pferdes gut ausbalancieren. Augen und Gleichgewicht spielen also bei Reitern auch eine zentrale Rolle.

Deshalb empfehle ich meinen Reitschülern oft, beim Zähne putzen auf einem Bein zu stehen. Da das zwei ganz unterschiedliche Bewegungen sind, tut man etwas für die Koordination. Aber trainiert man auch das Gleichgewicht. Vor allem wenn man das mit geschlossenen Augen tut.

Vorletzte Woche war ich bei einer spannenden Onlinefortbildung.

Marc Noelke stellte sein „Neuro-Rider“ Trainingsprogramm vor. Es basiert vor allem auf der menschlichen Neurologie und Neuroanatomie.  Da beide Themen meine beruflichen Steckenpferde sind, war ich super gespannt.

Tatsächlich war es ein interessanter Abend. Für meine Begriffe war der theoretische Teil etwas lang. Auch für Reiter, die in der menschlichen Gehirnfunktion nicht so zuhause sind, etwas kompliziert gefasst.

Aber der praktische Teil, den Marc vorstellte, hatte es in sich. Es nutzte zwei Übungen für die Augen, die innerhalb kurzer Zeit sowohl die Beweglichkeit des Körpers als auch die Balance auf einem Bein zu stehen verbesserten. Faszinierend!

Als Erklärung gab er an, dass das Gehirn für ein gutes Gleichgewicht ein neuronales Navi benutzt.

Das sucht sich seine Informationen zu  65% aus visuellen, zu 20% aus vestibulären und zu 15% aus Daten, die aus dem Körper ans Gehirn gemeldet werden.

Das fand ich spannend.

Und es bestätigte meine Lehrmeinung, dass Augen und Gleichgewicht eng zusammen gehören. Beide Übungen mache ich jetzt regelmäßig.

Und ich werde sie ganz sicher in mein Programm „einfach balanciert reiten“ einbauen, was gerade entsteht. Dazu wird es im Frühjahr, wenn Corona sich wieder in ruhigeren Bahnen bewegt, auch einen Präsenzkurs „Mehr Balance für Reiter“ bei mir auf dem Hof geben.

Aber auf einem Bein stehen kannst Du schon so in verschiedenen Lebenslagen trainieren.

Je nach Situation wird es Dir leichter und schwerer fallen. Wie im wahren Leben und auf dem Pferd.

So trainierst Du Augen und Gleichgewicht ganz nebenbei.

Viel Spaß damit,

Corinna von ReitClever

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Wusstet Ihr, dass es eine Skala der Ausbildung für Reiter gibt?

Skala der Ausbildung für Pferde kennen viele- aber kennt Ihr auch die Skala der Ausbildung für Reiter?
Skala der Ausbildung für Reiter,
Quelle: https://gramho.com/explore-hashtag/magnetfelddecke

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Sicherlich habt Ihr schon von dem Klassiker der Pferdeausbildung gehört. Die FN beschreibt in der „Grundausbildung für Reiter und Pferd“ die Skala der Ausbildung  als Fundament der klassischen Reitlehre. So bildet dieses Ausbildungssystem die Grundlage für eine harmonische Reiter- Pferd- Beziehung. Unabhängig vom sportlichen Level oder der Disziplin. Auch die EWU beruft sich auf eine ähnliche „Western Ausbildungsskala“ .

Ferner möchte die Skala der Ausbildung als ein lebendiges und modernes System verstanden werden. Denn sie baut  auf den bewährten Grundprinzipien der alten Meister auf und entwickelt sich mit neuen Erkenntnissen weiter. So sollte die Grundausbildung des Pferdes auf Wohl und Gesunderhaltung des Pferdes ausgerichtet sein.

Um das zu erreichen, ist auch der Reiter in der Pflicht-

D.h. er sollte so auf das Pferd einwirken, dass eine vertrauensvolle Zusammenarbeit möglich ist. Besser gesagt muss er ein angenehmer Rucksack für das Pferd sein. Also  es in seiner Bewegung fördern und nicht einengen.

 

Daher beschreibt die FN mit der Skala der Ausbildung für Reiter auch einen Ausbildungsweg des Reiters.

Dieser enthält Lernschritte, die aufeinander aufbauend gutes Reiten ermöglichen. Wie auch in Ausbildung des Pferdes ist der Weg nicht starr und schematisch abzuarbeiten, sondern stellt ein System dar. Insofern wollen die einzelnen Punkte ineinander greifen und zusammenwirken. Die Skala der Ausbildung für Reiter teilt reiten lernen in die Entwicklung des Sitzes und die Entwicklung der Hilfengebung ein. Beides ist eng verbunden mit der Entwicklung des Gefühls für das Pferd.

In diesem Zusammenhang geht es immer um Gleichgewicht und Losgelassenheit auf dem Pferd.

Mein letzter Artikel handelte von der inneren und äußeren Losgelassenheit des Reiters. Nicht nur muskulär sondern auch mental muss er in der Lage sein, auf dem Pferd so los-zu- lassen, dass er die Pferdebewegung zu- lässt.

Ebenso ist es immer eine gute Idee als Reiter sein Gleichgewicht zu trainieren. Denn die Anforderungen an die eigene Balance können sich auf dem Pferd manchmal sehr schnell ändern.

Wenn die Basics des Reitschülers sitzen, geht es an die Hilfengebung:

Man nimmt durch Gewicht, Schenkel und Zügel Einfluss auf das Pferd. Also sind die Hilfen die eigentliche Kommunikationsgrundlage. Um diese Hilfengebung gezielt und dosiert einsetzen zu können, muss man Wirkung und Einsatz genau kennen. Auch muss man sich in jeder Phase der Bewegung über dem Schwerpunkt des Pferdes befinden. Nur dann kann man mit seinem Körper Takt und Bewegung positiv des Pferdes beeinflussen.

Also ist es eine gute Idee, sich theoretisch und praktisch mit dem eigenen Körper auseinander zu setzen. Nur wenn ich ein Bild von der Bewegung im Kopf habe und weiß wo die dafür verantwortlichen Muskeln liegen, kann ich sie auch richtig ansteuern. Darüber hinaus muss ich auch eine Vorstellung der Pferdebewegung haben, die ich erreichen möchte.

Falls das ein Thema für Euch ist:

Genau um diese Aspekte des Sitzes und des Lernens geht in meinen Kursen Funktionsgymnastik für Reiter. Zum Einen geht es am 15.02.2020 um die Muskeln und Bewegungsmuster des unteren Rumpfes. Zum Anderen geht es am 29.02.2020 um Funktionen und Zusammenhänge des Oberkörpers. Damit eng verbunden ist eine weiche Handeinwirkung.

Im Dezember halte ich darüber einen Vortrag „Funktionelle Sitzschulung“ auf der Messe Pferd und Jagd in Hannover. Dabei geht es um Muskelfunktionen, mentale Steuerung und innere Losgelassenheit. Wenn Ihr Lust habt und auf der Pferd und Jagd sein solltet, kommt vorbei. Ich freue mich auf Besuch am Stand A 12 in Halle 26.

Wie fit Eure Muskeln für einen ausbalancierten Sitz tatsächlich sind, könnt Ihr beim Fitnesscheck für Reiter testen. Und wie mental entspannt Ihr bleibt, wenn Ihr an die nächste Herausforderung auf dem Pferd denkt, erfahrt Ihr unter Mentalcheck für Reiter.

Beides bringt Euch in die angenehme Situation, erstmal auf dem Trockenen Bestandsaufnahme zu machen. Wenn Ihr Euer persönliches Ergebnis kennt, wisst Ihr genau, wo Ihr anpacken müsst. Welche Muskeln oder mentale Fähigkeiten Ihr trainieren könnt, um zu einem ausbalancierten Sitz zu kommen.

Dann klappt das auch mit einer feineren Hilfengebung.

Ganz im Sinne der Skala der Ausbildung für Reiter.

In diesem Sinne,

Viel Spaß beim nächsten Ritt!

wünscht Corinna von ReitClever.de.

Hand aufs Herz? Wie gut sind Sie wirklich?

Hand aufs Herz: was war das BESTE, was Sie jemals in Ihrem Leben geleistet haben? Das Abitur mit Note…, der ausgezeichnete Berufsschulabschluss, die Hochzeit mit …, die Geburt von…, der Sprung über den M- Oxer, die Wertnote XY in der Prüfung Z? Was auch immer Sie bis jetzt in Ihrem Leben geleistet haben: Sicherlich haben […]

Trauer und Angst beim Reiten liegen oft eng beieinander

Tipps und Bewältigungsstrategien gibt es im Artikel Reiten mit Angst ist häufiger
Trauer und Angst

Interessanterweise erlebe ich in letzter Zeit öfter Reiterinnen, die nach Jahren auf einmal Angst beim Reiten entwickeln. Meist können Sie sich das kaum erklären, weil sie eigentlich schon seit 20 oder 30 Jahren mit Pferden zu tun haben.

Wenn wir uns dann gezielt mir der Vorgeschichte beschäftigen, gibt es oft spannende Parallelen. Indem ich Zeitschienen und eventuelle Geschehnisse erfrage, die zu der momentanen Angst geführt haben können, ergibt sich ein Gesamtbild der Situation. Diese Befragung  ist Bestandteil jeder kinesiologischen Beratung, um alle Aspekte zu erfassen.

In einigen Fällen berichteten die Reiterinnen, dass sie über viele Jahre ein Pferd hatten, mit dem sie eng verbunden waren. Mit dem sie alles machen konnten und eine große Vertrauensbasis bestand.

Meist ist der Seelenverwandte irgendwann verstorben und die Schreckmomente entstehen Monate oder Jahre später beim neuen Pferd. Denn es hat einen anderen Charakter. Oft ist es einfach jünger, reaktionsschneller und eben ANDERS.

Lösen kann man Situation, indem man sich eingesteht, dass Pferd Nummer eins nicht mehr da ist. Meist braucht es Zeit, sich der Trauer zu stellen. Es ist schwer, der Tatsache aktiv ins Gesicht zu blicken und zu zulassen dass diese Zeit mit dem verstorbenen Pferd nun vorbei ist.

In dem Moment, wo ich das schreibe, kommen mir die Tränen. Denn auch ich muss mich der Tatsache stellen, dass meine Pferde nicht unsterblich sind. Mein Seelenpferd Flori habe ich seit 19 Jahren. Inzwischen ist sie 24 und hat seit einem Jahr diagnostiziertes Cushing.

Trauerverarbeitung läuft in verschiedenen Phasen ab.

Erst wenn man alle in der richtigen Reihenfolge durch hat und sich den Verlust eingesteht, kann man ihn verdauen. Dann hat man die Möglichkeit, dem neuen Pferd, wie es auch immer zu einem gekommen ist, eine Chance zu geben.

Wenn man die Trauer einfach wegdrückt, entstehen Kompensationen. Die in Angst beim Reiten münden können. Meist sucht man zu schnell einen Ersatz für den verstorbenen Partner, Aus Angst vor dem Loch, das auf einmal im eigenen Leben herrscht.

Aber das Herz ist noch nicht so weit . Und oft nimmt man dem NEUEN unbewusst übel, dass er so anders ist als der ALTE. Unverarbeitete Trauer endet oft in Ärger oder Wut.

So schaukelt sich eine Abwehr-  und Angstspirale hoch.

Der Neue kann doch nicht dafür. Er ist es wert, eine Chance zu bekommen. Das gelingt aber erst, wenn man mit dem Verlust des Alten fertig geworden ist.

Wenn man nicht mehr vergleicht. Sondern sich auf die neue Herausforderungen einlässt. Das braucht Zeit. Und ein Verständnis dafür, was kaputt gegangen ist. Was man nicht so einfach ersetzen kann.

Manchmal hilft dabei professionelle Unterstützung. Sowohl in Form eines verständnisvollen Reitlehrers. Als auch in Form von emotionaler Verarbeitung. Oft müssen Sie sich auch selber aktiv entspannen. Dann kommen Sie wieder zum angstfreien Reiten.

Geben Sie sich die Zeit. Mit Geduld und Empathie. Für sich selbst.

Für das Pferd. Das Alte und das Neue….

Und dann ruft auf einmal der nächste Ausritt!

Wenn Sie Verständnis und Zeit für sich und Situation aufbringen geht es. Sie werden sehen!

Ernährung für Reiter

Setzen wir in der Ernährung für Reiter dieselben Maßstäbe an wie für unsere Pferde?
Ernährung für Reiter

Reiter sind ein spezielles Volk:

Sie erstellen Fütterungstabellen für Ihre Vierbeiner und rechnen die Grundversorgung mit Vitaminen und Mineralien bis auf die Kommastelle aus. Sie wissen über Calcium- Phosphor- Verhältnisse oder Eiweißüberschüsse Bescheid. Leicht fällt es Ihnen, nahezu wissenschaftliche Vorträge über den Fruktangehalt im Weidegras zu halten.

Sie tun alles für Ihre geliebten Pferde was geht. Durch die optimale Unterbringung im Stall Ihrer Wahl und teures Zusatzfutter für oder gegen das eine oder andere Symptom ist ihr Kontostand oft klein. Deshalb muss das eigene Essen häufig günstig vom Discounter sein. Die Berechnung ihres eigenen Energiebedarfes oder die grundlegende Versorgung mit den wichtigsten Nährstoffen wird häufig außer acht gelassen. 

Ich stelle immer wieder fest, dass es vor allem zwei Varianten in der Ernährung für Reiter gibt:

Wahllos alles, was billig ist, süß schmeckt und satt macht ohne einen Gedanken daran, wie es den Tieren, die die eingeschweißte Presswurst aus dem Kühlregal geliefert haben, wohl ergangen ist. Dass melassiertes Müsli für die Pferde Gift ist weiß jeder, Aber überzuckerte Haferflocken im eigenen Müsli oder Zuckerersatzstoffe in billigen Müsliriegeln sind für Menschen egal.

Die andere große Gruppe, möchte nicht zu viel Gewicht auf die Waage bringen und hält sich an die Low- Carb- Richtung. Das heißt für den Darm wichtige Kohlenhydrate und Ballaststoffe werden durch (meist tierische) Eiweiße ersetzt. Häufig sind es Würstchen, die zu allen Gelegenheiten verzehrt werden.

Eine besondere Spezies sind die Veganer, ob reitend oder nicht reitend. Jeder anders essende Mitmensch wird darüber belehrt, wie schädlich die Massentierhaltung für die Natur und Umwelt sind. Wie schlimm die Verhältnisse in den Massentierhaltungen sind.

Ist sie ja auch. Aber ich finde den Ton oft schwierig, mit dem Käse und Fleisch essende Menschen angefeindet werden, ob sie es hören wollen oder nicht.

Denn schauen wir mal genauer hin:

Um die durch den Verzicht auf tierische Eiweiße entstehenden Versorgungslücken zu schließen, müssen Ersatzstoffe zu sich genommen werden. Und das werden sie oft in Pillenform. Gut wenn es Plastikröhrchen sind, in denen die Brausetablette übereinander gestapelt sind. Aber meistens sind die Tablettchen einzeln in Alublistern eingeschweißt.

Auch Zwischenmahlzeiten in Form von Nüssen oder getrocknetem Obst sind oft in Miniportionen verpackt und in Alu eingeschweißt. Ich kenne Veganer, die argwöhnen, auch bei großen Feiern nicht genug zu bekommen. Ein Großteil des angebotenen Essens, was tatsächlich vegan gekocht wurde, bleibt stehen, weil man Böses vermutet. Stattdessen werden Dutzende von kleinen Tütchen geöffnet, der Inhalt verzehrt und anschließend weggeschmissen.

Ich kenne auch Vegetarier und Veganer, die gut essen, keine Mangelversorgung mit bestimmten Stoffen haben und wenig Müll produzieren. Wenig tierische Eiweißstoffe zu sich zu nehmen und schauen, WO Wurst und Käse herkommen, ist sicherlich eine gut Idee.

Wer sich wie versorgt ist eine Frage des persönlichen Geschmacks und der persönlichen Bedürfnisse.

Jeder Mensch ist anders und jedes Verdauungssystem reagiert auf andere Dinge.

Aber wir haben nur diese eine Welt. Und was hindert uns Reiter daran, unsere eigene Welt mit den Maßstäben zu messen, mit denen wir die Ernährung unserer Vierbeiner kontrollieren? Dadurch schaden wir unserer Erde so wenig wie möglich.

Als Grundregel bei Pferden gilt: Ausreichend hochwertiges Heu in der Grundversorgung.

Das Pferd hat einen gemessen an der Körpergröße sehr langen  Darm, weil es seine Energie aus Faserstoffen zieht. Deshalb brauchen sie auch langfaserige Halme, um diese Funktion zu erfüllen.

Was für eine Darmlänge hat ein Mensch?

Eine mittlere Länge, was ihn als Mischkostesser charakterisiert. Das heißt, dass er auch von Allem etwas bekommen muss, um gesund zu bleiben: Kohlenhydrate, Obst und Gemüse und Eiweiß. Das alles in unterschiedlichen Gewichtungen. Zucker ist dabei der einzige Stoff, den er nicht braucht, weil der aus Stärke selber gewonnen werden kann. Dabei werden Zucker oder Zuckerersatzstoffe nahezu jedem Fertigprodukt zugefügt, weil es dann besser schmeckt. Glukose-Fruktose- Sirup ist das Teufelszeug, was den Stoffwechsel durcheinander bringt. Der Brustansatz bei Jungen und eine dicke Fettschicht gehen auf sein Konto.

Circa fünf Meter Dünndarm gewährleisten, dass die erforderlichen Stoffe aus der Nahrung aufgenommen werden können. In dem circa 1,5 Meter langen Dickdarm wird der Speisebrei so entwässert und komprimiert, dass der unverdauliche Rest als Kot wieder ausgeschieden werden kann.

Durch Millionen von sogenannten Darmzotten im Inneren hat er eine sehr große Oberfläche, die eine Kontaktfläche mit der Außenwelt darstellt. Tonnenweise Nahrung und Zehntausende Liter Flüssigkeit reisen im Laufe eines Lebens durch den Darm. Diese bringen häufig Krankheitserreger und Giftstoffe mit, die der Darm herausfiltert, bzw. verhindert, dass sie in das Körperinnere gelangen. Das ist entscheidend darüber, ob der Darmträger gesund bleibt oder nicht.

Um uns und dem Darm zu helfen, können wir zusehen, dass unsere Ernährung für Reiter qualitativ hochwertig und so unbelastet wie möglich ist.

Gelingt das mit chemischen Zusatzstoffen, gespritztem Obst, Gemüse und Getreide aus hochgradig überdüngten Böden?  Abgesehen davon, was das für die Insektenwelt bedeutet.

Eine bessere Idee wäre, die eigene Ernährung auf Bioprodukte umzustellen. Damit entlastet man den eigenen Darm, die Umwelt und auch die in der Bioproduktion eingesetzten Tiere.

Bio ist nicht gleich Bio und schwarze Schafe gibt es auch in diesem Zweig.

Aber wenn ich als denkender Reiter denselben Sachverstand für meine Ernährung einsetze wie für die meines Pferdes, kann ich auch bessere Ergebnisse erwarten.

Auch Bio kann günstiger sein, wenn ich genau hinschaue. WAS ich in WELCHEN Mengen verzehre, wenn ich auf Fertigprodukte verzichte und selber koche. Ein paar abgewaschene Äpfel als Zwischenmahlzeit machen bestimmt genauso satt, wie in Alu eingeschweißte gefriergetrocknete Apfelringe, die schon in der Herstellung viel Energie kosten.

Milchprodukte werden gerne als gesund beschrieben und als Zwischenmahlzeit gegessen. Gerade bei Joghurts gilt: Je kleiner und portionierter, desto mehr Abfall. Wählen Sie dort das Mehrwegglas, was man  gespült als Pfandglas zurückgeben kann. Ein 500 Gramm Glas in Bioqualität kostet umgerechnet nicht mehr als 8 Fruchtzwerge, die meist noch völlig überzuckert sind.

Ob Milchprodukte wirklich gesund sind, möchte ich an dieser Stelle nicht diskutieren.

Von klein auf wurde uns das von unseren Eltern und Großeltern beigebracht. Es gibt Ernährungsexperten, die für die steigende Anzahl von chronischen Darmerkrankungen Milchprodukte verantwortlich machen. Kanada hat Milchprodukte gerade aus der aktuellen Ernährungspyramide, die nun als Teller abgebildet ist, gestrichen.

Aber auf jeden Fall geht es den Milchkühen schlechter als unseren Wohlstandspferden. Sie werden nach der Geburt von ihren Müttern getrennt, wachsen ohne Muttermilch auf, weil die für uns gebraucht wird.  Und wenn die Milchkuh so ausgemolken ist, dass sie auf eigenen Beinen kaum noch stehen kann, wird sie zum Schlachter gebracht.

Wollen Sie das unterstützen?

Ist es ein Leben und ein Ende, das Sie auch Ihrem  Pferd wünschen würden?

Wir Reiter messen oft mit zweierlei Maß.

Oft unbewusst. Aber die Maßstäbe, die wir für unseren Pferde ansetzen, lassen wir noch nicht einmal für uns selbst gelten.

Also wachen Sie auf: Schauen Sie sich mit offenen Augen um und gucken, wie Sie Ihre Welt ein bisschen besser machen können.

Falls Sie das wollen, bekommen Sie noch einen Joker dazu: Wenn Sie sich selber besser ernähren, wird sich Ihr Darm entspannen. Dadurch werden Sie lockerer im Becken und Rückenbereich und sitzen elastischer auf dem Pferd.

So hilft Ihre verbesserte Ernährung für Reiter auch Ihrem Pferd!

Und wenn Sie Lust auf noch mehr Ideen haben, wie Sie es leichter für sich und Ihr Pferd machen können: Schauen Sie sich das kostenlose 21 Tage Programm für Reiter an. Wenn Sie auf den unterstrichenen Link klicken, bekommen Sie Drei Wochen lang täglich eine Email, in der es um Ernährung, körperliche und mentale Fitness für Reiter geht.